Amadeus (Film)
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| Filmdaten | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Amadeus |
| Originaltitel: | Amadeus |
| Produktionsland: | USA |
| Erscheinungsjahr: | 1984 |
| Länge (PAL-DVD): | 160 Minuten |
| Originalsprache: | Englisch, Italienisch |
| Altersfreigabe: | FSK 12 |
| Stab | |
| Regie: | Milos Forman |
| Drehbuch: | Peter Shaffer |
| Produktion: | Saul Zaentz |
| Musik: | Wolfgang Amadeus Mozart, Antonio Salieri |
| Kamera: | Miroslav Ondříček |
| Schnitt: | Michael Chandler, Nena Danevic |
| Besetzung | |
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Amadeus ist ein Spielfilm des tschechischen Regisseurs Milos Forman, der das Leben Wolfgang Amadeus Mozarts aus der Sicht des Wiener Hofkomponisten Antonio Salieri erzählt. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Peter Shaffer, der auch das Drehbuch für den Film verfasste.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Handlung
Erzählt wird Mozarts Leben nicht aus dessen Sicht, sondern nach den fiktiven Erinnerungen des kranken und alten Hofkomponisten Antonio Salieri. Der Film beginnt mit Salieris Selbstmordversuch. Als seine entsetzten Diener ihn finden, ist er noch am Leben und schreit: „Mozart, ich habe dich getötet! Vergib deinem Mörder!“
Der Italiener wird in der Anstalt von einem Priester besucht, der ihm die Beichte abnehmen möchte. Salieri erzählt von seiner eigenen Jugend und vergleicht sie mit derjenigen des wesentlich erfolgreicheren Mozart; er schildert seine eigenen Träume, ein großer Musiker zu werden, und erzählt von seinem der Musik sehr abgeneigten Vater, durch dessen Tod Salieris Karriere geebnet wird.
Mozart schafft auf Bestellung des Kaisers Joseph II. ein Meisterwerk, nämlich die weltberühmte Oper „Die Entführung aus dem Serail“. Durch den Beginn von Mozarts Laufbahn in Wien kommt er Salieri in die Quere. Er heiratet Constanze, schafft noch viele weitere musikalische Meisterwerke und wird sehr schnell bekannt. Sein Leben ist jedoch überschattet von seinem missmutigen und kritischen Vater, der später an Altersschwäche stirbt. Mozart wird durch sein schlechtes Gewissen, da seine letzten Worte mit seinem Vater im Zorn gesprochen worden waren, und seinen inneren Schmerz zur Schaffung eines seiner größten Meisterwerke inspiriert, nämlich der Oper Don Giovanni.
Danach verfällt er in langsam zunehmenden Wahnsinn, hervorgerufen durch die grausamen Psychospielchen seines eifersüchtigen und rachsüchtigen Konkurrenten Salieri. Weil dieser Mozart durch das Bestechen eines Dienstmädchens ausspioniert hat, weiß er von dessen Alkohol- und Medikamentenproblemen und seiner Überarbeitung, und treibt die Ereignisse schließlich auf die Spitze, indem er sich in dem gleichen schwarzen Kostüm verkleidet, das Leopold Mozart bei seinem Besuch in Wien auf einem Maskenball getragen hat, und in dieser Aufmachung bei Mozart eine Komposition in Auftrag gibt, nämlich ein Requiem.
Dieser Auftrag steigert Mozarts Wahnsinn, vor allem, da der Auftraggeber wie ein Geist des toten Vaters wirkt, was Salieri natürlich beabsichtigt hatte. Als Mozart dann beginnt, sich mit fragwürdigen Gestalten in Bordellen herumzutreiben, verlässt ihn Constanze, und in seiner Einsamkeit schafft er seine berühmte, letzte Oper, die Zauberflöte. Als er nach einer Aufführung zusammenbricht, hervorgerufen durch seine Krankheit, die Unmengen von Medikamenten, den Alkohol und den Schlafmangel, wird er von seinem Konkurrenten Salieri nach Hause getragen. Während Mozart im Bett liegt, diktiert er Salieri dann noch die letzten Noten seines letzten Werkes, des Requiems. Am Morgen darauf ist Mozart tot, und seine Leiche wird in ein Massengrab geworfen. Salieri schließt jedoch noch insgeheim Frieden mit ihm, aber viele Jahre später ist sein schlechtes Gewissen, der Ursprung für Mozarts Wahnsinn und seinen frühen Tod zu sein, der Grund, dass er versucht, sich selbst das Leben zu nehmen.
[Bearbeiten] Hintergründe
Der Film wurde 1984 in Prag, Kroměříž und Wien gedreht. Forman setzte häufig einheimische Künstler ein, so etwa Theodor Pistek, einen bekannten Prager Filmschaffenden, der die Kostüme entwarf und schneiderte und hierfür mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.
Die Musik zu diesem Film (hauptsächlich Kompositionen von Mozart) wurde von der Academy of St. Martin in the Fields unter Sir Neville Marriner aufgenommen. Im Booklet zur LP erklärt er: „…One of the good things about Amadeus was that the film was shot around the music – not the other way around as is usually the case.“ („Das Gute an Amadeus ist, dass der Film um die Musik herum produziert worden ist und nicht, wie üblich, anders herum.“)
[Bearbeiten] Preise
Amadeus ist ein Film, der an seinem Produktionsstandort Hollywood viele wichtige Filmpreise (Oscar, Golden Globe, Los Angeles Film Critics Association Award) errungen hat, von der Filmkritik in den übrigen Landesteilen jedoch durch Nichtbeachtung geschmäht wurde. So zog der New York Film Critics Circle bei seiner Preisverleihung 1985 den Film Die Ehre der Prizzis vor, die National Society of Film Critics verlieh ihren Hauptpreis an Stranger Than Paradise, die Boston Society of Film Critics entschied sich für The Killing Fields, der Kansas City Film Critics Circle zeichnete A Passage to India aus und das renommierte National Board of Review wählte Die Farbe Lila zum besten Film des Vorjahres. Von der internationalen Filmkritik wurde dem Film wiederholt kunstgewerbliche Oberflächlichkeit vorgeworfen.
Bei der Oscarverleihung 1985 hingegen wurde Amadeus mit insgesamt acht Oscars ausgezeichnet:
- Bester Film
- Beste Regie
- Bester Hauptdarsteller (F. Murray Abraham)
- Beste Ausstattung (Patrizia von Brandenstein, Karel Cerný)
- Bestes Kostüm-Design
- Bestes Make-Up
- Beste Tonmischung
- Bestes adaptiertes Drehbuch (Peter Shaffer)
Weitere Nominierungen gab es in den Kategorien: Bester Hauptdarsteller (Tom Hulce), Beste Kamera, Bester Schnitt.
Bei der Verleihung der Golden Globes gewannen Film, Regie, Drehbuch und Abraham, eine Nominierung erhielten Hulce und Jeffrey Jones für die Beste Nebenrolle.
Zu den vielen anderen Preisen gehörte die Verleihung des französischen Filmpreises César als Bester ausländischer Film und die Goldene Kamera in Deutschland.
[Bearbeiten] Kritiken
Die überwältigende Mehrheit der Kritiken ist sich mit dem Oscar-Komitee einig und lobt den Film als herausragendes, „magisches“ Werk mit fast perfektem Zusammenwirken von exzellentem Drehbuch, guten schauspielerischen Leistungen, brillanter Regie und Mozarts Musik. Einige Kritiker sind der Meinung, der Operngenuss sei etwas getrübt, da die ursprünglich deutschen Libretti auf englisch gesungen werden.
[Bearbeiten] Realität/Fiktion
Die Absicht der Filmemachenden lag nicht darin, eine historisch korrekte biografische Verfilmung herauszubringen, sondern ausgehend von Peter Shaffers Theaterstück Grundkonturen aus Mozarts Leben zu nehmen und darmit eine dramatische, ausgeklügelte Handlung zu entwerfen, die ein Massenpublikum ansprechen kann. Da es aber vielen, die nicht so vertraut mit Mozarts Lebensgeschichte sind, unklar ist, was aus dem Leben entnommen, was davon abgeändert oder erfunden wurde, hier ein paar Fakten und Details dazu.
- Der Neid Salieris
- Salieri hatte, seit Mozart in Wien ankam, immer die bessere Position, war beim Publikum sowie bei Kaiser Joseph II. mindestens so hoch, wenn nicht gar höher angesehen als Mozart. Mozart strebte hingegen immer nach einer Anstellung wie Salieri sie hatte. Somit war, auch wenn Salieri wahrscheinlich den besseren Komponisten in ihm erkannte, kein Grund gegeben, den im Film dargestellten hasserfüllten Neid auf Mozart zu entwickeln. Als Mozart Salieri einmal zu einer Aufführung der Zauberflöte einlud, lobte dieser jede Arie, was Mozart stolz seiner Frau Constanze brieflich mitteilte. Zeitzeugen berichten, beide würden zwar in Konkurrenz zueinander stehen, jedoch getragen von gegenseitigem, professionellem Respekt. Die Legende, dass Mozart von Salieri vergiftet worden sei, geht auf das 1832 verfasste fiktionale Theaterstück „Mozart und Salieri“ des russischen Dichters Alexander Sergejewitsch Puschkin zurück, das die Vorlage für Nikolai Andrejewitsch Rimski-Korsakows gleichnamige Oper (1897) war.
- Mozart als infantiler, außerhalb der Musik inkompetenter Clown
- Nur ein kleiner Bruchteil seiner erhaltenen Briefe (wie beispielsweise die berühmten Bäsle-Briefe) lässt sich mit einem solchen Bild in Verbindung bringen. Dazu muss man auch erwähnen, dass es damals durchaus bis in höchste Schichten üblich war, mitunter in Fäkalhumor zu sprechen und zu schreiben. In den meisten Briefen vermittelt Mozart aber einen anderen Eindruck als im Film dargestellt, durchaus fähig auch zur Ernsthaftigkeit, bis hin zu intellektuellen, kritischen Gedanken wie zum Beispiel über den Tod (April 1787) oder die Klassengesellschaft (20. Juli 1781). Auch außerhalb der Musik war er nicht, wie im Film dargestellt, ein hilfloser, geistig unterdurchschnittlicher Mensch - er beherrschte mehrere Fremdsprachen, beschäftigte sich mit Literatur zu Themen wie Philosophie, Geisteswissenschaften und dergleichen.
- Als der Bote das Requiem in Auftrag gibt, hört man die Stimme Salieris hinter der Maske
- In Wahrheit gab ein Bote des Grafen Walsegg-Stuppach das Requiem in Auftrag. Er wollte ein Requiem für das Begräbnis seiner Frau. Geheimhaltung verlangte er, weil der Graf die Angewohnheit hatte, Werke anderer Komponisten als seine eigenen auszugeben.
- Mozart diktierte Salieri am Totenbett das Requiem
- Salieri war am Totenbett nicht anwesend, diktiert wurden die Noten Mozarts Schüler Franz Xaver Süßmayr. Außerdem starb er nicht am helllichten Tag, wie im Film gezeigt, sondern nach Mitternacht um ca. 1 Uhr. Des weiteren hatte das Schlafzimmer in seiner letzten Wohnung keine Fenster.
- Salieri vergiftete Mozart
- Auch wenn die genaue Todesursache nicht bewiesen ist, geht die Forschung davon aus, dass Mozart höchstwahrscheinlich nicht an einer Vergiftung starb, sondern an den Folgen eines körperlichen Leidens. Dafür spricht die Beschreibung seiner Krankheitssymptome. Aderlass und die Verabreichung eines „schwarzen Pulvers“, dessen Gesundheitshilfe nach dessen Zusammensetzung sehr fraglich zu sehen ist, konnte seinen körperlichen Verfall nicht aufhalten.(Quelle: Brandauer liest Mozart 2, Erinnerungen eines Freundes, ISBN 978-3-7857-3269-4, Lübbe Audio, ARD, Bücher zum Hören).
- Salieri und Mozart dirigierten ihre Opern stehend vor der Bühne
- Das war im 18. Jahrhundert nicht üblich, dafür gab es eigene Konzertmeister. Meist spielten jedoch die Komponisten die ersten Aufführungen am Cembalo oder Fortepiano mit, unterstützend mit wenigen Gesten zu den Sängern.
- Constanze hat Mozart nach einem Streit verlassen
- In Wahrheit musste Constanze „krankheitsbedingt“ zur Kur nach Baden, was sie allerdings nicht davon abhielt, ein Kind zu bekommen, das dann Franz Xaver hieß, nach dem Namen von Mozarts Schüler Süßmayr. Mozart, der nicht wirklich vorhatte oder gar darum kämpfte, seine hohen Schulden abzubauen, konnte seine Frau nur zeitweise besuchen. Er arbeitete ständig oder trieb sich herum und versuchte sich abzulenken von seiner Seelenpein durch das andauernde Getrennsein von seiner Frau; durch Besuche in Cafés, um jemanden zu treffen, zu speisen und sich zu vergnügen und gar des Abends noch die Trinkstuben mit guten Freunden zu besuchen. So war er wenigstens beschäftigt, obwohl er „…es doch hasste, alleine zu sein…". Seine Bemühungen in seinen Briefen an Constanze, ihre Liebe zurückzugewinnen oder gar durch Beschwichtigungen, Ermahnungen oder Liebesbekenntnisse seine Ehe zu retten, scheiterten letztlich (Quelle: Brandauer liest Mozart 2, Erinnerungen eines Freundes, ISBN 978-3-7857-3269-4, Lübbe Audio, ARD, Bücher zum Hören).
- Salieri als verbitterter Einzelgänger
- Salieri heiratete 1774 Theresia Helferstorfer, mit der er acht Kinder hatte. Zeitzeugen zufolge war er ein durchwegs freundlicher Mensch, und er wurde auch für seine musikpädagogische Kompetenz geschätzt; unter seinen Schülern befinden sich große Namen wie Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Franz Liszt, Johann Nepomuk Hummel; auch Mozarts Sohn Franz Xaver Wolfgang war einer unter ihnen.
- Außerdem
- Die Hochzeit fand nicht, wie im Film gezeigt, in einer kleinen bis mittelgroßen, unscheinbaren Kirche statt, sondern im Wiener Stephansdom.
- Mozart wurde nicht aus finanziellen Gründen in einem Armengrab beigesetzt, wenn überhaupt; die Beerdigung in einer mehrfach belegten, nicht mit einem Grabstein gekennzeichneten Grabstätte entsprach der damals in Wien üblichen Bestattungsweise.
- Erfunden wurde u. a., dass Constanze einmal heimlich mit Noten Mozarts Salieri um Hilfe bat, sowie die Dienstmagd in Mozarts Wohnung, die für Salieri Details seiner momentanen Arbeiten ausspionieren sollte.
- Im Film sieht man ausschließlich einen Sohn Mozarts. Tatsächlich hatte Mozart mit seiner Frau Constanze sechs Kinder, von denen allerdings vier im Säuglingsalter verstarben.
[Bearbeiten] Director’s Cut
Neben der bekannten Kinoversion existiert auch ein weniger bekannter Director’s Cut von 2002. Dieser enthält einige Szenen, die das Verständnis einiger Randbereiche - wie zum Beispiel das schlechte Verhältnis zwischen Salieri und Mozarts Frau Constanze oder auch die unzureichenden Einkunftsmöglichkeiten Mozarts - erleichtern. Der Director’s Cut ist insgesamt 20 Minuten länger als die Kinoversion.
Für die deutsche Fassung musste der Director’s Cut wegen der zusätzlichen Szenen neu synchronisiert werden. Für Mozart und Konstanze konnten dieselben Stimmen verwendet werden, Salieris Part wurde dagegen vollständig neu synchronisiert, da der ursprüngliche Synchronsprecher Gottfried Kramer zu dem Zeitpunkt schon verstorben war. Im Director's Cut wird Salieri von Joachim Höppner gesprochen, der 2006 verstorben ist.
[Bearbeiten] Literatur
- Peter Shaffer: Amadeus (OT: Amadeus). Fischer, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-596-27063-4
- Cornelia Szabó-Knotik: Amadeus. Milos Formans Film als musikhistorisches Phänomen. ADEVA, Graz 1999, ISBN 3-201-01728-0
[Bearbeiten] Weblinks
- Amadeus in der Internet Movie Database (englisch)
- Kritiken zu Amadeus auf Rotten Tomatoes (englisch)
- Goldrezension zu Amadeus auf FilmSzene.de
- Vergleich zwischen Kinofassung und Director's Cut von Amadeus bei Schnittberichte.com
- Peter Shaffer's play "Amadeus" and its film adaptation by Milos Forman (Malgorzata Kurowska, Diplomarbeit 1998, Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
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