Amagi-Klasse

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Amagi-Klasse
Japanese aircraft carrier Akagi 1925.jpg
Übersicht
Typ: Schlachtkreuzer
Einheiten: (4)
Vorgängerklasse: Kongō-Klasse
Nachfolgerklasse: keine
Technische Daten
(ursprüngliche Planung)
Verdrängung: Entwurf: 41.217 ts
Länge: 251,8 m
Breite: 30,8 m
Tiefgang: Entwurf: 9,50 m
Geschwindigkeit: Spitze: 30 kn
Besatzung: 1.600 Mann Stammbesatzung
Reichweite: 8.000 Seemeilen bei 14 Knoten
Antrieb: 4 Schrauben über 4 Wellen

Die Amagi-Klasse (jap. 天城型巡洋戦艦) war eine Klasse von Schlachtkreuzern des japanischen Kaiserreiches, von der vier Schiffe geplant wurden, aber letztendlich keines fertiggestellt wurde. Das einzige Schiff der Klasse, das je in den aktiven Dienst übernommen wurde, war die Akagi, allerdings erst nach dem Umbau zum Flugzeugträger. Von den übrigen drei Schiffen wurden zwei kurz nach Baubeginn abgebrochen und eines während der Bauphase durch ein Erdbeben zerstört.

Geschichte[Bearbeiten]

Entwurf und Bau[Bearbeiten]

Luftaufnahme der Werftanlagen in Yokosuka, kurz nach dem Erdbeben von 1923. Das Schiff im großen Dock ist die Amagi.

Die Amagi-Klasse wurde im Zuge des japanischen 8-8-Plans entwickelt. Dieser Plan sah den Aufbau einer Flotte aus acht Schlachtschiffen und acht Schlachtkreuzern vor. Weil zwei Schiffe der Kongō-Klasse, Hiei und Kongō, 1923 ihre Altersgrenze erreichten, hätten die vier geplanten Einheiten der Amagi-Klasse Japan zu einer Flotte aus sechs Schlachtkreuzern verholfen.

Die Klasse war entwickelt worden, um die neuesten Schlachtkreuzertypen – die britische Hood und die amerikanische Lexington-Klasse – zu übertreffen.[1]

Das Konzept orientierte sich an den Entwürfen der Schlachtschiffe der Tosa-Klasse. Wie diese sollte die Amagi-Klasse fünf Geschütztürme mit je zwei 41-cm-L/45-Geschützen als Hauptbewaffnung tragen. Die Türme sollten entlang der Längsachse der Schiffe aufgestellt werden, zwei auf dem Vorschiff und drei auf dem Achterschiff. Die Türme „B“, „C“ und „D“ sollten dabei in überhöhter Position verbaut werden.

Der Panzerschutz sollte sich aus einem Gürtelpanzer von bis zu 25,4 cm Dicke und aus einem vergleichsweise schwach dimensionierten horizontalen Schutz aus knapp 10 cm Deckspanzerung zusammensetzen. Der strukturelle Schutz bestand wie bei den Schlachtschiffen der Nagato-Klasse und denen der Tosa-Klasse aus einem integriertem Expansionsraum, auf den ein Torpedoschott von knapp 8 cm Stärke folgte.

Die Maschinenanlagen setzten sich aus 19 Kampon-Dampfkesseln und 4 Gihon-Turbinen zusammen. Sie entwickelten 131.000 SHP Antriebskraft und sollten rund 30 Knoten Geschwindigkeit ermöglichen.

Schiffe der Amagi-Klasse[Bearbeiten]

Amagi[Bearbeiten]

Hauptartikel: Amagi (1923)

Die Amagi wurde am 16. Dezember 1920 in der Marinewerft Yokosuka auf Kiel gelegt. Nach den Vereinbarungen im Flottenvertrag von Washington 1922 wurde der Bau des Schlachtkreuzers gestoppt und der Rumpf zum Umbau zu einem Flugzeugträger vorbereitet. Während dieser Umbauarbeiten wurden die Werftanlagen am 1. September 1923 um 11:58 Uhr vom Großen Kantō-Erdbeben getroffen. Da sich der Rumpf nicht im Wasser befand, sondern auf dem Boden des Docks aufsaß, übertrugen sich die Erschütterungen auf die Schiffsstruktur. Die Schäden waren so groß, dass die Amagi als Totalverlust eingestuft und abgewrackt werden musste. Ihre vertraglich festgelegte Rolle als Flugzeugträger wurde später von der Kaga, einem Schlachtschiff der Tosa-Klasse, übernommen.

Akagi[Bearbeiten]

Hauptartikel: Akagi (1927)

Die Akagi wurde am 6. Dezember 1920 von der Marinewerft in Kure auf Kiel gelegt. Nach den Beschlüssen des Flottenvertrages von Washington vom Februar 1922 wurde sie vom November 1923 an zum Flugzeugträger umgebaut. Sie wurde im März 1927 in Dienst gestellt. In dieser ursprünglichen Version besaß sie ein durchgängiges Flugdeck und zwei kleinere Abflugdecks. Als sich dieses Konzept als unzureichend erwiesen hatte, wurde sie 1935 umgebaut. Mit nur einem Flugdeck wurde sie letztlich zu einem der wichtigsten japanischen Flugzeugträger und nahm im Pazifikkrieg an zahlreichen Einsätzen teil. Am Morgen des 4. Juni 1942 wurde sie während der Schlacht um Midway von amerikanischen Trägerflugzeugen angegriffen und erhielt dabei einen einzigen Bombentreffer. Die Bombe detonierte zwischen aufgetankten und bewaffneten Flugzeugen auf dem Flugdeck der Akagi und löste Brände und Sekundärexplosionen aus, die nicht eingedämmt werden konnten, so dass das ausgebrannte Wrack am Morgen des 5. Juni von japanischen Zerstörern versenkt werden musste.

Atago[Bearbeiten]

Atago war der Name, den das dritte Schiff der Amagi-Klasse erhalten sollte. Sie wurde am 22. November 1921 auf Kiel gelegt. Als Folge der Flottenverträge von Washington wurde ihr Bau im Juli 1922 abgebrochen. Auf den vorgesehenen Namen wurde später der 1932 in Dienst gestellte Schwere Kreuzer Atago getauft.

Takao[Bearbeiten]

Takao war der Name, den das vierte Schiff der Amagi-Klasse erhalten sollte. Sie wurde am 19. Dezember 1921 auf Kiel gelegt. Als Folge der Flottenverträge von Washington wurde ihr Bau im Juli 1922 abgebrochen. Auf den vorgesehenen Namen wurde später der 1932 in Dienst gestellte Schwere Kreuzer Takao getauft.

Belege und Verweise[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kaigun: Strategy, Tactics, and Technology in the Imperial Japanese Navy, 1887–1941. S. 171.

Literatur[Bearbeiten]

Quellen zur Amagi-Klasse:

  • Mark Stille: Imperial Japanese Navy Aircraft Carriers 1921–45. Osprey Publishing, 2005, ISBN 1-84176-853-7.

Quellen zur Entwicklung und den politischen Prozessen:

  • David C. Evans: Kaigun: Strategy, Tactics, and Technology in the Imperial Japanese Navy, 1887–1941. US Naval Institute Press, 2003, ISBN 0-87021-192-7.

Weblinks[Bearbeiten]