Amalienau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Villa Schmidt von 1903 ...
... im Jahr 2005

Amalienau ist der Name eines ehemaligen Stadtteiles von Königsberg und wurde westlich von Neuroßgarten, südlich von Rathshof und südwestlich von Mittelhufen begrenzt. Das Villenviertel im Westen war für seine idyllische Schönheit berühmt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die bis an das Gut Amalienau reichende Kaporner Heide wurde 1558 bis auf einen kleinen Rest abgeholzt.[1] Noch 1802 gab es hier lediglich Wiesen, die erst nach und nach städtebaulich erschlossen wurden. Durch Baumaßnahmen der Terrainaktiengesellschaft entstand 1901 der Villenvorort Amalienau, der 1905 nach Königsberg eingemeindet wurde. Mit Maraunenhof löste Amalienau den Tragheim als bevorzugtes Wohnviertel Königsbergs ab.

Zudem befanden sich in Amalienau verschiedene Freizeiteinrichtungen. So waren hier das Hammerbad und die Zwillingsteiche (Königsberg) mit dem Café Alte Hammerschmiede zu finden. Außerdem war Amalienau Heimat der Königsberger Kunstakademie. Auch der Sportplatz von Prussia-Samland Königsberg lag hier an der Steffeckstraße. Zudem gab es eine Taubstummenanstalt, die Pädagogische Akademie und den I. Luisenfriedhof mit Katholischem Friedhof. Westlich der Fürstenschlucht lag der Neue Israel Begräbnishof.

Von 1926 bis 1945 befand sich in Amalienau ein Rundfunksender.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die alten preußischen Villen zum Großteil von sowjetischen Funktionären genutzt. Aus diesem Grund blieb Amalienau im Gegensatz zu vielen anderen Vierteln Königsbergs nahezu vollständig erhalten. Heute gehört der ehemalige Stadtteil Amalienau zum Kaliningrader Zentralrajon.

Sakralbauten[Bearbeiten]

Klein Amalienau[Bearbeiten]

Nordwestlich der Hufen (Königsberg) gelegen, hatte Kl. Amalienau einen Militärluftschiffhafen. Die 1911 fertiggestellte Halle war 170 x 50 x 37 m groß und konnte zwei Luftschiffe aufnehmen. Sie hatte die größten Torflügel der Welt.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Robert Albinus: Königsberg Lexikon. Würzburg 2002, ISBN 3-88189-441-1

Literatur[Bearbeiten]

  • Fritz Gause: Königsberg in Preußen. Rautenberg, Leer 1987, ISBN 3-7921-0345-1.
  • Willi Scharloff: Königsberg. Damals und Heute. Rautenberg, Leer 1982, ISBN 3-7921-0266-8.
  • Leopold von Schroetter: Karte von Ost-Preussen nebst Preussisch Litthauen und West-Preussen nebst Netzedistrict 1796-1802. In: Hans Mortensen (Hrsg.): Historisch-Geographischer Atlas des Preußenlandes. Lieferung 6. Steiner, Wiesbaden 1978, ISBN 3-515-02671-1.
  • Juri Iwanow: Königsberg und Umgebung. Laumann, Dülmen 1994, ISBN 3-87466-185-7.
  • Baldur Köster: Königsberg. Architektur aus deutscher Zeit. Husum, Husum, 2000, ISBN 3-88042-923-5

Weblink[Bearbeiten]

54.7180767220.46512604Koordinaten: 54° 43′ N, 20° 28′ O