Amaliendorf-Aalfang

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Amaliendorf-Aalfang
Wappen von Amaliendorf-Aalfang
Amaliendorf-Aalfang (Österreich)
Amaliendorf-Aalfang
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Gmünd
Kfz-Kennzeichen: GD
Hauptort: Amaliendorf
Fläche: 8,04 km²
Koordinaten: 48° 50′ N, 15° 5′ O48.83333333333315.083333333333568Koordinaten: 48° 50′ 0″ N, 15° 5′ 0″ O
Höhe: 568 m ü. A.
Einwohner: 1.129 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 140 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3872
Vorwahl: 02862
Gemeindekennziffer: 3 09 02
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 190
3872 Amaliendorf-Aalfang
Website: www.amaliendorf.at
Politik
Bürgermeister: Karl Prohaska (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(19 Mitglieder)
12
7
12 
Von 19 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Amaliendorf-Aalfang im Bezirk Gmünd
Amaliendorf-Aalfang Bad Großpertholz Brand-Nagelberg Eggern Eisgarn Gmünd Großdietmanns Großschönau Haugschlag Heidenreichstein Hirschbach Hoheneich Kirchberg am Walde Litschau Moorbad Harbach Reingers Schrems St. Martin Unserfrau-Altweitra Waldenstein Weitra NiederösterreichLage der Gemeinde Amaliendorf-Aalfang im Bezirk Gmünd (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Amaliendorf-Aalfang ist eine Marktgemeinde mit 1129 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Gmünd in Niederösterreich.

Amaliendorf-Aalfang ist eine Mitgliedsgemeinde der Kleinregion Waldviertler StadtLand.

Geografie[Bearbeiten]

Amaliendorf-Aalfang liegt im Waldviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 8,03 Quadratkilometer. 41,38 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Aalfang (353)
  • Amaliendorf (736)
  • Falkendorf (42)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Aalfang, Amaliendorf und Falkendorf.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Heidenreichstein
Nachbargemeinden
Schrems

Naturraum[Bearbeiten]

Amaliendorf-Aalfang ist eine Streusiedlung mit einem ausgedehnten Wegenetz. Die Siedlung liegt inmitten großer Wälder im nordwestlichen Waldviertel. Entscheidend für den Lebensraum ist die Einbettung in die Granitzone der „Böhmischen Masse“. Es handelt sich um ein ehemaliges Gebirge, das während der Variskischen Gebirgsbildung vor rund 350 Mio. Jahren entstand und später zu einer Rumpflandschaft abgetragen wurde. Granit prägt in vielfacher Weise die Natur- und Kulturlandschaft von Amaliendorf-Aalfang. Wirtschaftlich wird der Aalfanger Granit in zwei Steinbrüchen abgebaut. Durch Wollsackverwitterung kommen an vielen Stellen riesige Granitblöcke zutage und bilden bizarre Felsformen, wie den berühmten Wackelstein von Amaliendorf oder die sog. Bichl, d.h. Felshügel, die inmitten der Feldflur kleinräumig auftreten und meist mit Birken und Föhren bestandene, trockene edaphische Standorte bilden. Granit zerfällt grusig und neigt bei hohen Niederschlägen zur Bildung von Sauren Braunerden bis hin zu den landwirtschaftlich nicht nutzbaren Podsolböden. Die späte Besiedlung dieses Raumes hängt damit entscheidend zusammen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus drei Ortsteilen mit unterschiedlichem Alter:

  • dem im Tal der Braunau und des Romaubaches gelegenen Aalfang, das nach den Quellen spätestens um 1600 gegründet wurde
  • dem am Hang des Machoberges gelegenen Ortsteil Falkendorf, der um 1730 von der Herrschaft Falkenhayn in Schrems angelegt wurde und
  • dem 1799 von Graf Straßoldo, dem Besitzer der Herrschaft Schwarzenau, gegründeten Amaliendorf.

1627 wurden die „Wehre von Alennfang“ erstmals erwähnt. Sie wurden nach dem Zusammenfluss von Braunau und Romau als Aufstau errichtet und dienten damals dem Fang der Aale, welche die Elbe aufwärts bis hierher vorstießen. Noch bis ins 19. Jahrhundert waren für Aalfang auch die Schreibweisen Eilfang und Ailfang üblich.

Erzherzogin Maria Amalia von Österreich war die Namenspatronin des 1799 durch Graf Vinzenz von Straßoldo, ihres Obrist-Hofmeisters, gegründeten Orts Amaliendorf.

Am 6. September 1967 wurde der Beschluss zur Gemeindezusammenlegung zwischen Amaliendorf und Aalfang gefasst. Am 28. Jänner 1999 wurde die Gemeinde zur Marktgemeinde erhoben.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 1158 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 1146 Einwohner, 1981 1201 und im Jahr 1971 1371 Einwohner.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ortskapelle zur Himmelfahrt Unserer Lieben Frau in Amaliendorf

An der Durchfahrtsstraße in Amaliendorf steht die 1818 erbaute Ortskapelle zur Himmelfahrt Unserer Lieben Frau.[2] Im Ortsteil Wielandsberg befindet sich eine Wegkapelle aus dem Jahr 1857. Der Wackelstein im Schremser Wald ist ein drei Meter hoher, von einem Steinkreis umgebener Granit-Block mit einer Ausbuchtung an der Oberfläche.[3]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Amaliendorf-Aalfang

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister der Marktgemeinde ist Karl Prohaska, Amtsleiter Gerald Schindl.

Im Marktgemeinderat gibt es bei insgesamt 19 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 14. März 2010 folgende Mandatsverteilung: ÖVP 7, SPÖ 12.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Im Jahr 2001 gab es 40 nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten und 15 land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999. Es gab 481 Erwerbstätigen am Wohnort gemäß der Volkszählung 2001. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 41,88 Prozent.

In Aalfang befindet sich eine Station der Waldviertler Schmalspurbahnen.

Sport[Bearbeiten]

Der 1932 gegründete Fußballverein SC Amaliendorf spielte nach dem Abstieg in der Saison 2006/2007 aus der Landesliga Niederösterreich wieder in der 2. Landesliga West. Der Tennisklub Amaliendorf-Aalfang wurde im Herbst 1998 gegründet. Seit 1999 nimmt er erfolgreich an der Meisterschaft des Niederösterreichischen Tennisverbands (Kreis Nordwest) teil.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Petra Eschelmüller: Die Entstehung des Ortes Amaliendorf und seine Entwicklung bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Eine statistische Auswertung anhand der Analyse der Pfarrmatriken Langegg. Diplomarbeit, Universität Wien 1999.
  • Othmar Zaubek: Ortsgeschichte von Amaliendorf, Niederösterreich. Gemeinde Amaliendorf, Amaliendorf 1967.
  • Klaus Arnold: Geographie und Geschichte von Amaliendorf-Aalfang. Amaliendorf 2011. Als CD und im Download unter: Arnold-Research.eu.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Amaliendorf-Aalfang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Liste der denkmalgeschützten Objekte in Amaliendorf-Aalfang
  3. Bundesdenkmalamt (Hrsg.): DEHIO Niederösterreich - nördlich der Donau. Scholl, Wien 1990, ISBN 3-7031-0652-2, S. 43