Amancio Ortega

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Amancio Ortega

Amancio Ortega Gaona (* 28. März 1936 in Busgondo, Provinz León) ist ein Unternehmer im Bekleidungssektor und gilt als reichster Mann in Spanien und in Europa.[1] Mit seiner damaligen Ehefrau Rosalía Mera gründete er die heutige Unternehmensgruppe Inditex (Industrias de Diseño Textil), deren Mehrheitsaktionär und Vorstandsvorsitzender er ist. Das bekannteste Unternehmen dieser Gruppe ist die Modekette Zara. Das Forbes Magazine führt ihn 2013 als 3. auf der Liste der reichsten Personen der Welt mit einem geschätzten Vermögen von 57 Milliarden US-Dollar (2011: Platz 13 mit US$ 31 Mrd; 2012 Platz 7 mit 31 Mrd.).

Karriere[Bearbeiten]

Ortega ist der Sohn eines Bahnangestellten.[2] Seine Laufbahn begann mit 14 Jahren als Handlanger in einem Bekleidungsgeschäft in La Coruña. 1963 nahmen seine Aktivitäten als Textilunternehmer ihren Anfang: Zunächst war Ortega Fabrikant von Bademänteln. 1972 gründete er die Firma Confecciones GOA (seine Initialen rückwärts gelesen), das erste Unternehmen der heutigen Inditex-Gruppe. Das Unternehmen wuchs beständig und begann in verschiedene europäische Länder zu exportieren.

1975 wurde der erste Zara-Laden in der Innenstadt von A Coruña eröffnet. In der Folge entstand eine Kette von Läden in ganz Spanien. 1988 wurde die erste Filiale im Ausland, in Porto, eingerichtet. 1989 folgte eine Filiale in New York, 1990 eine in Paris. In Deutschland wurde die erste Zara-Filiale 1999 eröffnet. Heute gibt es über 1.700 Zara-Filialen in Europa, Nord- und Südamerika, Asien, Australien, dem Nahen Osten und Afrika.[3]

Aufgrund des zunehmenden Geschäftsvolumes und der Ausweitung der Geschäftsfelder wurde 1985 die Unternehmensgruppe Inditex gegründet. Neben Zara gehören die Marken Massimo Dutti, Pull & Bear, Stradivarius, Bershka, Oysho und weitere zu Inditex. Nach eigenen Angaben hatte die Inditex-Gruppe im Jahr 2012 einen Umsatz von 15,9 Milliarden Euro und 120.000 Mitarbeiter. Die acht Handelsketten der Gruppe verfügen demnach über mehr als 6.000 Läden in 86 Ländern/Märkten.[4]

Neben dem Textilgewerbe ist Ortega u. a. auch im Immobilien- und Finanzsektor, im Kraftfahrzeughandel und im Investmentfonds-Management unternehmerisch aktiv.

Privatleben[Bearbeiten]

Ortega ist nach der Scheidung von seiner ersten Frau im Jahre 1986 in zweiter Ehe mit Flora Pérez Marcote, einer ehemaligen Mitarbeiterin in einer seiner Fabriken, verheiratet. Beide leben so zurückgezogen in A Coruña, dass sein Gesicht jahrelang zu den größten Geheimnissen der spanischen Geschäftswelt gehörte. Es gibt kaum Fotos von ihm. Als er im Jahr 2000 in Vorbereitung des Börsengangs seines Unternehmens (2001) öffentlich auftrat, sorgte er für Schlagzeilen in der spanischen Finanzpresse. Er hat bisher keine Interviews gegeben.

Der Unternehmer hat einen Sohn aus erster Ehe, der schwerbehindert geboren wurde. Ortega förderte daher 1986 die Gründung von Paideia, einer Institution, die Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen hilft. Diese wurde bis zu ihrem Tod von seiner ersten Frau geleitet.[5] Im Jahr 2001 wurde die Amancio-Ortega-Stiftung, eine private Einrichtung ohne Gewinnabsichten, eingerichtet. Ihre Aufgabe ist es, Aktivitäten in Kultur, Forschung, Wissenschaft und Bildung zu fördern.

Ferner soll Ortega keine Krawatten tragen und Jeans bevorzugen. Er gilt als Anhänger des Pferdesports, von Autos und der Malerei.

Im Oktober 2012 hat Amancio Ortega 20 Millionen Euro an die katholische Hilfsorganisation Caritas gespendet, um sozial Benachteiligten, die unter der Wirtschaftskrise besonders litten, unter die Arme zu greifen.[6]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. forbes.com
  2. Tages-Anzeiger: Der Weltschneider vom 3. Januar 2013, aufgerufen am 2. März 2014
  3. Tiendas en el mundo (spanisch; abgerufen am 16. August 2013)
  4. Zahlen nach Inditex, Nuestro Grupo (spanisch; abgerufen am 16. August 2013)
  5. Muere Rosalía Mera, cofundadora junto a Amancio Ortega de Inditex. EFE, 16. August 2013, abgerufen am 16. August 2013 (spanisch).
  6. faz.net