Amaninektarvogel

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Amaninektarvogel
Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Nektarvögel (Nectariniidae)
Gattung: Hedydipna
Art: Amaninektarvogel
Wissenschaftlicher Name
Hedydipna pallidigaster
Sclater, WL & Moreau, 1935

Der Amaninektarvogel (Hedydipna pallidigaster) ist eine Singvogelart aus der Familie der Nektarvögel (Nectariniidae). Er ist in Kenia und Tansania verbreitet.

Merkmale[Bearbeiten]

Der Amaninektarvogel ist ein sehr kleiner Nektarvogel der eine Länge von 9 cm erreicht.[1] Die Männchen sind vom Kopf bis zum Mantel dunkel, violett schillernd blaugrün. Rücken und Bürzel sind schwärzlich, die Farbe ihrer Oberschwanzdecken und Steuerfedern ist metallisch blauviolett. Von der Kehle bis zur oberen Brust ist die Färbung im Zentrum metallisch dunkel tintenblauviolett umgeben von dunkelgrün. Seine restliche Unterseite ist gräulich weiß. Die pektoralen Federbüschel sind orange, an der Basis gelb.

Die Weibchen haben einen weißen Überaugenstreif und gräulich weiße Ohrdecken. Ihre Oberseite ist dunkelgrau mit einem metallischen Schimmer, die Unterseite weiß. Die Flügel sind dunkelbraun mit weißen Unterflügeldecken, die Spitzen der Steuerfedern sind weiß.[2]

Die Iris ist dunkelbraun, Schnabel, Beine und Füße schwarz.[2]

Verbreitung[Bearbeiten]

Der Amaninektarvogel kommt nur in Kenia und Tansania vor. Das Verbreitungsgebiet ist hierbei auf den Arabuko-Sokoke-Nationalpark sowie die Usambara-Berge und die Udzungwa-Berge beschränkt. Insgesamt wird die Populationsgröße auf etwa 1500–7000 adulte Individuen geschätzt. Aufgrund der kleinräumigen Verbreitung und der Seltenheit der Art sowie der Zerstörung von Regenwäldern wird der Amaninektarvogel seitens der IUCN als „stark gefährdet“ (endangered) eingeschätzt.[3]

Lebensraum und Lebensweise[Bearbeiten]

Der Amaninektarvogel bewohnt intakte Brachystegiawälder und tropische Regenwälder. Am Nilo kommt er bis in 1000 m Höhe vor. Die Vögel sind paarweise, in Familienverbänden oder in Gruppen von bis zu 60 Tieren, oft in gemischten Schwärmen, zum Beispiel mit Fliegenschnäppern, unterwegs.[2] Neben der Hauptnahrung Nektar stehen auch Insekten und andere Gliederfüßer auf dem Speiseplan.[3] Die Brutsaison ist von Mai bis Juni sowie von September bis Dezember.[4] Die Eier werden nur vom Weibchen bebrütet, die Küken von beiden Elternteilen gefüttert.[2]

Etymologie und Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

William Lutley Sclater und Reginald Ernest Moreau beschrieben den Amaninektarvogel unter dem Basionym Anthreptes pallidigaster '. Das Typusexemplar wurde am 9. August 1935 vom Sammler Salimu Asmani 4 Meilen östlich von Amani in Tansania gesammelt.[5]

Das Wort Hedydipna ist griechischen Ursprungs und leitet sich aus den Worten „hēdu-deipnos ἡδύ-δειπνος“ für „Leckerbissen schlürfend, Süßes essend“ ab.[6] Das Artepitheton „pallidigaster“ setzt sich aus den lateinischen Worten „pallidus“ für „blass, bleich“ und „gaster“ für „Bauch“ zusammen.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Terry Stevenson, John Fanshawe: Birds of East Africa: Kenya, Tanzania, Uganda, Rwanda, Burundi. Christopher Helm, 2004, ISBN 978-0713673470, S. 458
  2. a b c d Clive F. Mann, Robert A. Cheke: Sunbirds: A Guide to the Sunbirds, Spiderhunters, Sugarbirds and Flowerpeckers of the World. Pica Press, 2001, ISBN 978-1873403808, S. 205
  3. a b Anthreptes pallidigaster in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013. Eingestellt von: BirdLife International, 2012. Abgerufen am 31. Juli 2013
  4. Amani Sunbird – An Endangered Bird. Endangered Species 360°. Zuletzt gesichtet am 29. Juli 2013.
  5. William Lutley Sclater, S. 17
  6. James A. Jobling, S. 187
  7. James A. Jobling, S. 289

Literatur[Bearbeiten]

  •  William Lutley Sclater, Reginald Ernest Moreau: Mr. W. L. Sclater gave an account of Mr. R. E. Moreau's recent expedition to the central northern highlands of Tanganyika Territory, and exhibited and described one new species and five new subspecies in their joint name. In: Bulletin of the British Ornithologists' Club. Bd. 56, 1935, S. 10–19 (online, abgerufen am 31. Juli 2013).
  •  James A. Jobling: Helm Dictionary of Scientific Bird Names. Christopher Helm, London 2010, ISBN 978-1-4081-2501-4.

Weblinks[Bearbeiten]