Amazon (Computerspiel)

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Amazon ist ein Computerspiel der US-amerikanischen Firma Telarium (früher: Trillium) aus dem Jahr 1984. Es gehört zum Genre der Textadventures mit Grafiken (Interactive Fiction with Graphics) und wurde von dem Schriftsteller und Filmregisseur Michael Crichton entwickelt, der dabei auf Motive seines Romans Congo zurückgriff.

Handlung[Bearbeiten]

Die Handlung im Stil einer Abenteuergeschichte mit Science-Fiction-Elementen spielt im Amazonasgebiet in Südamerika. Der Spieler arbeitet im Auftrag der Firma NSRT (National Satellite Resource Technology). Er sucht nach einem zwölfköpfigen Expeditionsteam der NSRT, das im Dschungel am Amazonas Diamanten bergen sollte und verschollen ging. Begleitet wird er dabei von dem sprechenden Papagei Paco.

Spielprinzip[Bearbeiten]

Das Adventure wird über Joystick und Tastatur gespielt. Mit dem Joystick werden kurze Action-Sequenzen gesteuert, z.B. die Feinjustierung eines Funkgerätes, um einen Notruf des verschollenen NSRT-Expeditionsteams zu empfangen. Die Eingabe von Spielbefehlen erfolgt in kurzen, englischen Sätzen über einen Text-Parser per Tastatur. Typische Spielbefehle sind zum Beispiel die Untersuchung von Gegenständen ("examine") oder die Befragung von Personen ("ask", "talk"). Manche Spielaktionen müssen in einem Zeitlimit erfolgen. Das Adventure kann in drei verschiedenen Schwierigkeitslevels gespielt werden.

Entwicklungs- und Produktionsdetails[Bearbeiten]

Das Adventure hat eine zweidimensionale Grafik, die teilweise animiert ist, eine Titelmelodie und Soundeffekte. Amazon wurde für den C 64, DOS, Atari ST und Apple II umgesetzt. Die Grafiken stammen von David Durand. Eine ins Spanische übersetzte MSX2-Version mit neu erstellten Grafiken erschien 1987.[1] Entwickelt wurde das Spiel von Michael Crichton. Die Handlung basiert teilweise auf seinem Roman Congo (Verlag Alfred A. Knopf, New York 1980).[2]

Rezeption[Bearbeiten]

In den 1980er Jahren wurden in Spielerezensionen die ausführlichen und gut geschriebenen Texte des Adventures hervorgehoben. Im Testbericht einer Computerzeitschrift wurden Handlung, Grafik und Wortschatz des Text-Parsers jeweils mit sehr gut bewertet.[3]

Zu Beginn der 2000er Jahre wurde Amazon in einem journalistischen Rückblick auf die Computerspielgeschichte im Online-Magazin Telepolis in eine Reihe mit anderen literaturnahen Adventures der Firma Telarium gestellt, bei denen das Spielerlebnis stark dem Prozess des Lesens und das Spiel selbst dem erzählerischen Verfügbarmachen einer Fiktion ähnelte.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Überblick zu den Mitwirkenden an Entwicklung und Produktion unter Amazon bei MobyGames (englisch)
  2. a b Vgl. Konrad Lischka: Wo das Benzin ist. Die Geschichte der Computerspiele von Literatur zum Sport und wieder zurück. Artikel vom 28. Januar 2001, Telepolis, heise.de.
  3. Vgl. Heinrich Lenhardt: 7 Klasse-Adventures auf einen Streich. In: Happy Computer 9/1985, S.145; Boris Schneider-Johne, Heinrich Lenhardt: Science Fiction-Adventures. In: Happy Computer 5/1985, S.145ff.