Amel

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Dieser Artikel beschreibt die belgische Gemeinde Amel, zu weiteren Bedeutungen siehe Amel (Begriffsklärung)
Amel
Blason Amblève.svg Dgbelgiens.svg
Amel (Lüttich)
Amel
Amel
Staat Belgien
Region Wallonien
Provinz Lüttich
Bezirk Verviers
Koordinaten 50° 21′ N, 6° 10′ O50.3541666666676.1694444444444Koordinaten: 50° 21′ N, 6° 10′ O
Fläche 125,15 km²
Einwohner (Stand) 5468 Einw. (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 44 Einw./km²
Postleitzahl 4770 (Amel, Meyerode)
4771 Heppenbach
Vorwahl 080
Bürgermeister Klaus Schumacher (GI)
Adresse der
Kommunalverwaltung
Gemeinde Amel
Wittenhof 10
4770 Amel
Webseite www.amel.be

lblelslh

Amel (franz. Amblève) ist eine deutschsprachige Gemeinde in Belgien, in der Provinz Lüttich und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens. Sie hat 5466 Einwohner (Stand: 1. Januar 2013).

Geografie[Bearbeiten]

Amel hat eine Gesamtfläche von 125,72 km², die zur Hälfte bewaldet ist. Im Nordwesten grenzt die Gemeinde an die französischsprachigen Gemeinden Weismes (französisch Waimes) und Malmedy und ist neben Lontzen eine der beiden deutschsprachigen Gemeinden Belgiens, die nicht an das Nachbarland Deutschland angrenzen. Im Verband der fünf deutschsprachigen Gemeinden Ostbelgiens südlich des Hohen Venns nimmt die Gemeinde Amel eine zentrale Lage zwischen den Gemeinden Bütgenbach im Norden, Büllingen im Norden und Osten, Sankt Vith im Süden und der weiter südwärts gelegenen Gemeinde Burg-Reuland ein.

Gemeindestruktur[Bearbeiten]

Seit der Gemeindefusion 1977 besteht die Gemeinde Amel den folgenden 18 Ortschaften (mit Einwohnerzahlen, Stand: 1. Januar 2013[1]):

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Amel ist keltischen Ursprungs und bedeutet Wasser. Geprägt wurde die Siedlungsstruktur durch die Römer von 57 v. Chr. bis 450 n. Chr. Eine Römerstraße durchquerte das Gebiet Amels, die Heerstraße Reims–Köln, sowie die in etwa um 800 erbaute Via Mansuerisca als Verbindung MaastrichtTrier. 1868 wurden die Überreste einer 75 × 30 m² großen römischen Villa freigelegt. In dem Gewässer Amel wurde über Jahrhunderte Gold gewaschen, davon zeugen noch heute die keltisch-römischen Goldseifenhügel.

Erstmals urkundlich erwähnt wird Amel um 670 unter Frankenkönig Childerich II.. Die Metzer Annalen nennen die Schlacht bei Amel, die im Jahre 716 zwischen Austrasiern und Neustriern stattgefunden hat, aus der Karl Martell als Sieger hervorging. Zu dieser Zeit wird in Amel bereits eine Kirche erwähnt.

Siehe auch: Ostkantone, die Geschichte der Merowinger

Mitte der 1990er Jahre stand die Eröffnung eines Endlagers für schwach radioaktive Abfälle auf dem Gebiet der Gemeinde Amel (Am Steinkreuz) zur Debatte. Massiver Bürgerprotest unter dem Motto 'A.M.E.L. – Nein!' (Wortspiel: Amel als AtomMüllEndLager) sorgte jedoch dafür, dass das Projekt letztlich nicht realisiert wurde.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr und Tourismus[Bearbeiten]

Am 28. November 1887 begann der Bahnverkehr auf der Vennbahn auf der Strecke Weismes-St. Vith. 1898 wurden im Bahnhof Montenau bereits 11.500 Fahrkarten verkauft, 1913 waren es 21.134. 1907 musste der Wartesaal im Bahnhof vergrößert werden, außerdem wurde ein zweites Gleispaar gebaut. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges wurde der Eisenbahnverkehr zwar wieder aufgenommen, die alte Bedeutung konnte er aber nicht mehr erlangen. Der Personenverkehr wurde 1954 eingestellt, das alte Bahnhofsgebäude 1972 abgerissen. Am 23. September 1982 befuhr der letzte Güterzug die Strecke, die Gleise wurden 1987 entfernt. Heute verläuft auf der Trasse ein 18 km langer Radwanderweg des RAVeL-Netzes von Weismes nach St. Vith.

Der Kunst- und Waldlehrpfad in Heppenbach ist ein Beispiel für den naturverbundenen Tourismus Ostbelgiens. Schautafeln vermitteln Schönheit und Wert der Tier- und Pflanzenwelt dieser Eifel-Ardennen-Region. Für Kinder sind didaktische Spiele wie das „Baumtelefon“ oder das „Akustikhäuschen“ eingerichtet.

Personen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Amel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen der Gemeinde Amel
  2. lesoir.be: 33.000 SIGNATURES CONTRE LE NUCLEAIRE A AMBLEVE, Artikel vom 20. Dezember 1994