Amelungsburg (Süntel)

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Amelungsburg
Amelungsberg mit der Amelungsburg

Amelungsberg mit der Amelungsburg

Entstehungszeit: 300-100 v. Chr.
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Erdwälle, Erdwerk
Ständische Stellung: keine Zuordnung
Bauweise: mit Erdwerk eingefasster Holzpfostenwall
Ort: Bodendenkmal Amelungsberg
Geographische Lage 52° 12′ 3″ N, 9° 16′ 11″ O52.2008333333339.2697222222222325Koordinaten: 52° 12′ 3″ N, 9° 16′ 11″ O
Höhe: 325 m ü. NHN

Die Amelungsburg ist eine frühere Wallburg die sich auf dem Amelungsberg im Höhenzug Süntel im Landkreis Hameln-Pyrmont im deutschen Bundesland Niedersachsen befindet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die rund 15 ha große Anlage liegt auf dem rund 900 Meter langen und 300 Meter breiten Plateau des Amelungsberg, das nach allen Seiten steil abfällt. Die Befestigungsanlage bestand aus einem Wall an zwei Seiten des Geländes mit einer Länge von rund 1000 Meter. Er hat heute eine Höhe von etwa 1,5 Meter und ist bis zu 4 Meter breit. An den anderen beiden Seiten haben sich nur geringe Wallspuren erhalten. Reste eines früheren Torzugangs fanden sich im Südostseite des Plateaus knapp 70 Meter westlich vom heutigen Durchbruch durch einen Waldweg entfernt.

Unterhalb der Anlage verläuft ein rund 300 Meter langer Vorwall mit Graben, der einen früheren Durchlass aufweist. Der Wall hat eine Breite von rund 7 Metern und ist bis zu 2 Meter hoch. Der vorgelagerte Graben ist rund 4 Meter breit und noch einen Meter tief.

Ausgrabungen[Bearbeiten]

In den Jahren 1954 und 1955 sowie 2005 fanden Ausgrabungen auf dem Gelände statt. Dabei wurde festgestellt, das im Wall eine Trockenmauer von etwa 3 Meter Breite und bis zu 2,5 Meter vorhanden war. Aufgefundene Tierknochen, die als Abfälle der eingesetzten Arbeitskräfte angesehen wurden, ließen sich mittels der C14-Methode auf die Zeit um 400 v. Chr. datieren. Etwa 300 Fundstücke, darunter Werkzeuge, eiserne Wagenteile und Radreifen, ließen sich der Latènezeit zuordnen. Der Vorwall ließ sich in das 8. Jahrhundert datieren. Fundstücke aus sächsischer Zeit waren zwei Fibeln, Reitsporen, eine Axt, ein Messer und eine Lanzenspitze. Auf die Anwesenheit von Metallhandwerkern weisen Ambosse, Hämmer und Bronzeschrott hin.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Befestigungsanlage entstand anhand der Ausgrabungsergebnisse in der vorrömischen Eisenzeit wobei die Archäologen von einer Bauzeit von bis zu 6 Wochen ausgehen. Ein weiterer Ausbau der Anlage in einer zweiten Nutzungsphase während der Sachsenkriegen Karls des Großen ist anzunehmen. Im Süntel wurde 782 ein fränkisches Heer unter der Führung des Sachsenherzogs Widukind vernichtend geschlagen, was zum Blutgericht zu Verden führte. Die Amelungsburg kommt wegen der wenigen Waffenfunde nicht als Schachtfeld infrage, könnte aber in die Gesamtstrategie der Sachsen einbezogen worden sein.

Literatur[Bearbeiten]