Amenemhet-III.-Pyramide

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Amenemhet-III.-Pyramide
Die sogenannte „Schwarze Pyramide“ Amenemhets III.
Die sogenannte „Schwarze Pyramide“ Amenemhets III.
Ägyptischer Name
Hiero Ca1.svg
i mn
n
m HAt
t
Hiero Ca2.svg
sxm O24
Sechem Amenemhet
(Sechem Amen em het)
Sḫm Jmn m ḥ3.t
Amenemhet (Amun ist an der Spitze) ist mächtig
(mit Determinativ für Pyramide)
Daten
Ort Dahschur
Erbauer Amenemhet III.
Bauzeit 12. Dynastie
Typ echte Pyramide
Baumaterial Lehmziegel mit Kalksteinverkleidung
Basismaß 105 m
Höhe (ursprünglich) ca. 75 m
Neigung unten 59°,
weiter oben 55°
Kultpyramide nein
Königinnenpyramiden keine
Substruktur der Pyramide
Das Pyramidion (im Ägyptischen Museum von Kairo)

Die auch als „Schwarze Pyramide“ bekannte Dahschur-Pyramide Amenemhets III. wurde von König Amenemhet III. aus der 12. Dynastie in Auftrag gegeben, der noch in der ersten Hälfte seiner langen Regierungszeit insgesamt zwei Pyramiden bauen ließ. Bereits im 2. Jahr seiner Regentschaft begann er mit dem Bau dieser Pyramide „Amenemhet ist mächtig“ in Dahschur; die zweite entstand anschließend in Hawara im Fajum.

Details[Bearbeiten]

Die Dahschur-Pyramide hatte ein Basismaß von etwa 105 m und wäre bei einem Neigungswinkel von 57° etwa 80 Meter hoch geworden, und damit die sechsthöchste der ägyptischen Pyramiden insgesamt sowie die höchste ägyptische Pyramide, die nach der Zeit des Alten Reiches erbaut wurde.

Der Kern der Pyramide besteht ganz aus Lehmziegeln ohne Stützmauern. Der Außenverkleidung bestand aus Tura-Kalkstein und ist heute verloren. Witterungs- und Umwelteinflüsse sind schuld an dem heute so skurrilen Aussehen des Bauwerks.

Die Pyramide besitzt zwei Eingänge, beide an den Südenden der Ostseite und der Westseite. Sie führen zu zahlreichen Kammern, Gängen und Treppen sowie einigen Grabkammern. Mit dieser Konstruktion ist Amenemhet III. König Djoser aus der 3. Dynastie gefolgt, denn nur seine Pyramide weist eine so komplizierte Substruktur auf.

Neben der nie benutzten Grabkammer des Königs sind mehrere Bestattungen für Königinnen und Königstöchter mit ihren Grabkammern, Kanopennischen und Ka-Kapellen in das Bauwerk integriert worden. Beide Königinnenkammern wurden benutzt: die westliche für die Königin Aat; die andere für Chnumneferhedjet. Die Mumienreste der Königinnen lassen auf ein Sterbealter von 35 bzw. 25 Jahren schließen. Insgesamt sechs Bestattungen fand man in der Pyramide (z.B. Hathorhetep).

Bereits kurz vor Fertigstellung der Pyramide wurden schwerwiegende Baumängel sichtbar, die den König zum Bau der zweiten Pyramide veranlasst haben: der Bodengrund war instabil, zu viele Räume und Korridore sowie eine mangelhafte Deckenkonstruktion ließen das Bauwerk unter das Pflaster des Hofes absacken. Durch Zedernbalken und Mauern aus Lehmziegeln wurde versucht, den Druck aufzufangen und Risse zu kaschieren.

Der Pyramidenbezirk[Bearbeiten]

Der Pyramidenbezirk war in Ost-West-Richtung orientiert. Wie üblich war der Pyramide der Totentempel, Aufweg und Taltempel vorgelagert. Der Totentempel ist völlig zerstört, der Taltempel bestand aus zwei Höfen mit aufsteigenden Terrassen.

Im Norden der Außenumfassung befinden sich zehn Schachtgräber aus der 13. Dynastie. Hier wurden einhundert Jahre später König Hor I. und eine Prinzessin Nubhetepti-chered beigesetzt.

Erforschung[Bearbeiten]

Der Pyramidenkomplex wurde von Jaques de Morgan in den Jahren 1894/95 untersucht, danach grub Dieter Arnold 1976 bis 1983 weiter im Bezirk.

Im Jahr 1900 wurde im Schutt an der Südbasis das Pyramidion aus schwarzem Granit gefunden (Seitenlänge: 1,87, Höhe: 1,31 m). Der gute Zustand der beschrifteten Pyramidenspitze lässt vermuten, dass sie nie aufgesetzt wurde.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Amenemhet-III.-Pyramide – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

29.79166666666731.223611111111Koordinaten: 29° 47′ 30″ N, 31° 13′ 25″ O