American Express

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
American Express Company
Logo von American Express
Rechtsform Company (NYSE: AXP)
ISIN US0258161092
Gründung 1850
Sitz New York City, New York, USA
Leitung Kenneth Chenault, CEO und Vorsitzender
Mitarbeiter 63.500 (2012) [1]
Umsatz 31,6 Mrd. US-Dollar (2012) [1]
Gewinn 4,5 Mrd. US-Dollar (2012) [1]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Gewinn
Produkte FinanzdienstleistungenVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.americanexpress.com

Die American Express Company (NYSE: AXP), abgekürzt oft Amex, AmEx oder Amexco, ist ein weltweiter Anbieter von Finanzdienstleistungen mit Firmensitz in New York City, USA. Zu der Produktpalette des Kreditkartenherausgebers und Geschäftsreisedienstleisters gehören Kreditkarten und Reiseschecks. Zudem bietet das Unternehmen Bank- und Investmentdienstleistungen sowie Versicherungen an. Die von American Express ausgegebene Kreditkarte wird international auch als „Amex Card“ bezeichnet.

Geschichte[Bearbeiten]

1850 wurde American Express von Henry Wells, William George Fargo und John Butterfield gegründet. Zu Beginn gehörte die Firma zu den ersten und erfolgreichsten Eilzustelldiensten, die während der schnellen, nach Westen gerichteten Expansion der Vereinigten Staaten entstanden. Eine staatliche Postzustellung war zu der Zeit nicht vorhanden oder sehr kostspielig. Die Speditionsgesellschaften dienten als „Rettungsleine“ der wachsenden Nation. Expresskuriere, gewöhnlich auf Pferden oder mit Postkutschen unterwegs, überquerten den Kontinent von den östlichen Städten zur westlichen Grenze, um Korrespondenz, Pakete, Fracht, Gold oder andere Sendungen zu transportieren. American Express machte sich dabei einen guten Namen. Obgleich American Express anfangs keine Finanzdienstleistungen anbot, gehörten zu ihren Kunden alle großen Banken. Bald war klar, dass das Transportieren von Aktienzertifikaten, Währungen und anderen Bankgütern rentabler war als das Transportieren von größerer Fracht. 1882 nahm American Express, als direkter Konkurrent der US-Post, Postanweisungen in seine Dienstleistungspalette auf. 1890 gab Amex die ersten Reiseschecks aus.

2008 ist die Marke American Express laut dem Marktforschungsinstitut Millward Brown die wertvollste Kreditkarten-Marke der Welt. Mit 24,8 Milliarden US-Dollar liegt sie auf Platz 20 der wertvollsten Marken der Welt. Die Konkurrenzmarke MasterCard liegt mit 7 Milliarden US-Dollar auf Platz 99. Die Marke Visa wird im Jahr 2008 nicht unter den hundert wertvollsten Marken der Welt geführt. (Siehe: Liste der wertvollsten Marken)

Anfang 2008 wurde die American Express Bank Ltd. (AEB) von der American Express Co. (AXP) für 823 Millionen US-Dollar an Standard Chartered PLC verkauft. Die in Frankfurt am Main ansässige American Express Bank GmbH ist seit dem 1. Juni 2008 eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Standard Chartered PLC und hat am 22. August 2008 ihren Firmennamen in Standard Chartered Bank (Germany) GmbH geändert.

AMEX Co. beantragte 2008 die Genehmigung der FED, das Unternehmen offiziell in eine Bank umzuwandeln, um Subventionen aus dem staatlichen US-Bankenhilfsprogramm erhalten zu können. Am 10. November 2008 stimmte die FED diesem Antrag zu.

Geschäftsentwicklung[Bearbeiten]

American Express meldete im ersten Quartal 2009 einen Gewinneinbruch in Höhe von 63 Prozent. Das Unternehmen hatte zuvor bereits sechs Quartale in Folge einen Gewinnrückgang verbucht. American Express litt stark unter den Auswirkungen der Finanzkrise ab 2007, wie hohe Arbeitslosigkeit und Kreditausfälle.[2] Aufgrund der schlechten Finanzsituation hat American Express Geld zur Unterstützung aus dem US-Rettungspaket (Emergency Economic Stabilization Act) in Höhe von dreieinhalb Milliarden US-Dollar beantragt.[3]

Produkte[Bearbeiten]

Einladung für die Centurion Card

Im deutschen Markt ist American Express Herausgeber folgender Kartenprodukte:

Privatkunden[Bearbeiten]

Consumer Products[Bearbeiten]

  • American Express Blue Card
  • American Express Card
  • American Express Aurum Card (nur Österreich. In Deutschland seit 2009 keine Neuausstellung mehr)
  • American Express Gold Card
  • American Express Platinum Card
  • American Express Centurion Card („schwarze“ oder auch „black card“ genannt)

Co-branded Products[Bearbeiten]

  • American Express Sixt Card
  • American Express Sixt Gold Card
  • American Express BMW Card
  • American Express BMW Premium Card (in den Ausführungen Silber, Gold oder Carbon)
  • American Express MINI Excitement Card
  • American Express Comdirect Gold Card
  • American Express Commerzbank Gold Card
  • American Express Commerzbank Platinum Card
  • American Express Deutsche Bank Corporate Card
  • Payback American Express Karte

Small Business Cards[Bearbeiten]

  • SBS Card
  • SBS Gold Card
  • SBS Platinum Card

Geschäftskunden[Bearbeiten]

  • American Express Corporate Card
  • American Express Corporate Gold Card
  • American Express Corporate Platinum Card

Besonderheiten[Bearbeiten]

Für die Beantragung einer American-Express-Karte war bis Ende 2010 ein Mindesteinkommen erforderlich. Eine American Express Gold Card konnte zum Beispiel erst ab einem Brutto-Jahreseinkommen von 40.000 Euro (in Österreich 35.000 Euro) beantragt werden.[4] Seit Dezember 2010 ist kein Mindesteinkommen mehr nötig.[5]

Die American Express Platinum Card kostet 600 Euro pro Jahr, dazu kommt die einmalige Aufnahmegebühr von 300 Euro. Diese Karte wird erst ab einem Brutto-Jahreseinkommen von 60.000 Euro ausgestellt. Amex gibt diese Karte mittlerweile auch ohne Einladung aus.[6] In Österreich ist diese Karte weiterhin nur auf Einladung sowie Prüfung durch die Geschäftsführung von American Express zu erlangen.[7] In der Schweiz ist die Karte für eine Jahresgebühr von 850 CHF bei einem Jahreseinkommen ab 120'000 CHF erhältlich.

Für den Erhalt einer (schwarzen) American Express Centurion Card muss zunächst über Jahre hinweg ein hoher sechsstelliger Jahresumsatz über eine andere Amex-Karte generiert werden. Erst dann lädt American Express den Kunden zur entsprechenden Karte ein, d.h. der Kunde kann die Karte selbst nicht beantragen. Inhaber dieser Karte genießen eine besondere Betreuung durch eigene „Service-Teams“. Die Jahresgebühr für eine Centurion Card beträgt in Deutschland und Frankreich 2.000 Euro, in Großbritannien 2.800 Euro und in der Schweiz 4.200 Schweizer Franken. In den USA beträgt die Jahresgebühr 2.500 US-Dollar. Hinzu kommt in Deutschland eine einmalige Aufnahmegebühr von 4.000 Euro. Die Hauptkarte eines Centurion-Card-Kartenkontos wird in manchen Ländern aus Titan handgefertigt.

Haftungsrisiken beinhaltet die American Express Business Card, mit der Angestellte eines Unternehmens Geschäftsausgaben tätigen können. Die Abrechnung dieser Ausgaben erfolgt im Regelfall unmittelbar gegenüber dem Unternehmen. Bei Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens beruft sich American Express jedoch auf eine Klausel des Kreditkartenvertrages, wonach der Angestellte durch Mitunterzeichnung des Kreditkartenantrags die persönliche Haftung für die Geschäftsausgaben übernommen hat. Verschiedene Gerichte haben diese Haftungsübernahme-Klausel als unwirksam angesehen.[8]

In Europa werden American-Express-Karten im Einzelhandel deutlich weniger akzeptiert als MasterCard- oder Visa-Karten. Selbst Geschäfte und Unternehmen, die grundsätzlich eine Vielzahl von Kredit- und Debitkarten annehmen, schließen häufig die Akzeptanz von American-Express-Karten aus. Als Grund dafür werden häufig die bei American-Express-Karten höheren Kosten für das annehmende Unternehmen genannt.

Bonusprogramme[Bearbeiten]

In Deutschland bietet American Express seinen Kunden das Bonusprogramm Membership Rewards an, was bedeutet, dass Kreditkartenbesitzer, die daran teilnehmen, über den Einsatz ihrer Kreditkarte Punkte sammeln können. Im kostenpflichtigen (kostenlos für Inhaber der Gold Card, Platinum Card oder der Centurion Card) Programm Membership Rewards-Classic wird pro Euro Umsatz ein Punkt gutgeschrieben; die Bonuspunkte verfallen zudem nicht. Zeitweise werden Sonderaktionen mit Extrapunkten oder doppelten Punkten angeboten, z. B. bei Erreichen eines vorgegebenen Umsatzes bei bestimmten Vertragspartnern (Geschäften) oder in der Vorweihnachtszeit. Mit dem nicht mehr aktiv beworbenen Programm Membership Rewards-Turbo ist es gegen Aufpreis möglich, zusätzlich zu jedem gesammelten Punkt weitere 0,5 Punkte zu erwerben (begrenzt auf 20.000 zusätzliche Bonuspunkte pro Jahr). Von Anfang Januar 2005 bis Ende Januar 2007 war in Deutschland auch das sogenannte „Maximizer-Programm“ kostenfrei buchbar (Punkte: ab 1.000 Euro Jahresumsatz 1,25-fach, ab 5.000 Euro 1,5-fach und ab 15.000 Euro doppelt) und konnte auch mit dem o.g. „Turbo-Programm“ kombiniert werden.

Die gesammelten Bonuspunkte können aus einem Angebot von über 400 Prämien eingelöst oder zu anderen Bonusprogrammen (z. B. von Fluggesellschaften) transferiert werden. Bei den Kartenprodukten Gold, Platinum und Centurion können die Punkte gegen Prämienflüge eingetauscht werden. Anders als beim Vielfliegerprogramm Miles & More gibt es bei American Express keine Ausschlusszeiten bei der Buchung. Zudem kann in den deutschen Modehäusern Peek & Cloppenburg Düsseldorf (und zugehörigen Filialen) sowie Anson’s mit „Membership-Rewards-Punkten“ bezahlt werden, wobei 200 Punkte hierbei den Wert von einem Euro haben. Eine Teileinlösung ist ohne weiteres möglich.

Zum Einlösen einer Prämie noch fehlende Punkte konnten bis 2009 gegen 0,02 EUR pro Punkt hinzugekauft werden, inzwischen ist dies wegen rechtlicher Bedenken nicht mehr möglich. Ob bei der Versteuerung eines etwaigen geldwerten Vorteils ebenfalls diese 0,02 EUR als Berechnungsgrundlage dienen können, ist eher strittig, da der Gegenwert eines Punktes z. B. bei Zahlung von Einkäufen bei Peek & Cloppenburg bzw. Anson’s (s. o.) gerade einmal 0,00571 EUR entspricht. Auch die Kaufkraft eines Punktes bei einem Großteil der übrigen Prämien liegt in einem ähnlichen Wertebereich. Ohnehin wird laut AGB von American Express zumindest bei den Business-Karten bereits eine pauschale Steuer im Hinblick auf die MR-Punkte erhoben.

Die AmEx-Tochter Loyalty Partner wickelt über Tochterfirmen die Bonusprogramme Payback, bahn.bonus und bahn.bonus comfort ab.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatAmerican Express: Geschäftsbericht 2012. Abgerufen am 9. November 2013 (PDF).
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatFolgen der Finanzmarktkrise Drastischer Gewinnrückgang bei American Express. ard.de, 24. April 2009, abgerufen am 21. Dezember 2009.
  3. US-Regierung ändert Rettungspaket Mehr Kredite für mehr Konsum. tagesschau.de, 13. November 2008, archiviert vom Original am 4. Februar 2009, abgerufen am 21. Dezember 2009.
  4. PR Übersicht der Kreditkarten von American Express Deutschland. americanexpress.com, abgerufen am 21. Dezember 2009 (deutsch).
  5. American Express Kreditkarte. www.kreditkarten-1a.de, abgerufen am 19. Oktober 2011 (deutsch).
  6. Platinum Card – Man lebt nur einmal. americanexpress.com, abgerufen am 21. Dezember 2009 (Platinum Card webseite).
  7. Die Amex Platinum Karte in Österreich erhalten. maennerwelt.info, abgerufen am 4. Februar 2013 (Internet Blog).
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAmerican Express Business Gold Card – Haftung des Angestellten bei Insolvenz des Unternehmens? vokat.de, 27. Juni 2014, abgerufen am 27. Juni 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: American Express – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien