American Gods

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

American Gods (Originaltitel: American Gods) ist ein Roman von Neil Gaiman aus dem Jahre 2001. Er verbindet Elemente der Fantasy, verschiedene Aspekte klassischer und moderner Mythologie sowie amerikanischer Folklore. Die deutsche Übersetzung stammt von Karsten Singelmann und wurde erstmals 2003 im Heyne-Verlag veröffentlicht.

Handlung[Bearbeiten]

Im Mittelpunkt der Handlung steht Shadow, der ebenso mysteriöse wie schweigsame Protagonist. Nach einem missglückten Raubüberfall leistet Shadow eine Haftstrafe ab, sein Zellengenosse ist ein Trickbetrüger namens Low Key Lyesmith. Shadow wird früher aus seiner Haft entlassen, da seine geliebte Frau Laura bei einem Autounfall gestorben ist. Auf der Heimreise trifft er den mysteriösen Mr. Wednesday, der ihn als Bodyguard engagiert. Zusammen reisen sie durch Amerika, besuchen ebenso geheimnisvolle wie geschichtsträchtige Orte und treffen sich mit Kollegen und Bekannten von Mr. Wednesday.

Im Laufe der Handlung wird deutlich, dass Mr. Wednesday eine Inkarnation der Gottheit Odin ist. Dieser sammelt zahlreiche andere „alte“ Götter und mythische Helden um sich, um sie in eine Entscheidungsschlacht gegen die titelgebenden neuen amerikanischen Götter (American Gods), mächtige Personifikationen von Phänomenen wie dem Internet, den Massenmedien oder auch des modernen Verkehrswesens, zu führen, da letztere zunehmend die Aufmerksamkeit der Menschen von den alten Göttern abziehen und somit zu deren Machtverlust beitragen. Shadows Zellengenosse stellt sich als der Gott Loki heraus, der zusammen mit Wednesday Shadow für ihre gemeinsamen Pläne benutzte.

Zahlreiche Figuren der Mythologie spielen eine Rolle in der Geschichte, so zum Beispiel Odin, Loki, Czorneboh, die Nornen, Anansi, Ostara, Kali, Thot, Anubis, Horus und Bastet. Außerdem haben einige Charaktere aus Gaimans Comicromanreihe The Sandman kurze Cameo-Auftritte; aus der Riege der amerikanischen Volkshelden ist beispielsweise Johnny Appleseed vertreten.

Hintergründe[Bearbeiten]

Bereits vor der Veröffentlichung wurde zu Werbezwecken ein Weblog eingerichtet, das seinen Lesern ermöglichte, den Prozess des Schreibens und später den des Lektorierens, die Veröffentlichung des Romans und die Maßnahmen der Werbekampagne zu verfolgen. Anschließend entwickelte sich diese Internetseite mehr und mehr zu einer offiziellen Neil-Gaiman-Website, die nach wie vor regelmäßig um relevante Informationen erweitert wird.

Einige Gedanken des Romans wurden von Neil Gaiman bereits in seiner Comicromanreihe The Sandman (1988 – 1996, DC Comics/Vertigo) angesprochen.

Fortsetzungen[Bearbeiten]

In der auf den Roman bezogenen Erzählung The Monarch of the Glen, veröffentlicht in den Anthologien Legends II und Fragile Things, stellt Gaiman Shadow als eine Inkarnation des Gottes Balder aus der germanischen Mythologie dar. In The Monarch of the Glen übernimmt Shadow zudem die Rolle des Beowulf: er wird von dem rätselhaften Mr. Alice engagiert, als Unterhaltungsprogramm auf einer Luxus-Party gegen ein Monster aus dem Meer zu kämpfen.

Im Gaimans 2006 erschienenen Roman Anansi Boys taucht mit Mr. Nancy, eine Inkarnation des west-afrikanischen Tricksters Anansi, eine der Hauptpersonen wieder auf.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

2002 wurde der Roman mit dem Hugo Award, dem Nebula Award und dem Bram Stoker Award ausgezeichnet, jeweils in der Kategorie „bester Roman“ („best novel“), außerdem wurde er für den BSFA Award nominiert.

Ausgaben[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]