Amerikanische Kinder- und Jugendliteratur

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Amerikanische Schulkinder wählen in der kleinen Bibliothek ihrer Grundschule Bücher aus (1938)[1]

Die amerikanische Kinder- und Jugendliteratur umfasst alle literarischen Arbeiten, die für ein Publikum von Kindern und Jugendlichen geschaffen, geschrieben oder überarbeitet wurden und deren Autoren zum Zeitpunkt der Entstehung in den Vereinigten Staaten lebten bzw. in erster Linie für das amerikanische Publikum schrieben.

Inhaltsverzeichnis

Mündliche Überlieferung und Kinderfolklore[Bearbeiten]

Wie überall in der Welt ging auch in den Vereinigten Staaten der Entstehung einer gedruckten Kinder- und Jugendliteratur eine reiche Tradition der mündlichen Überlieferung bzw. der Kinderfolklore voraus. Zu den Beständen dieser Tradition zählen u. a. Wiegen- und Kinderlieder, Playground Songs, Kinder-, Hickelkasten-, Seilspring-, Klatschspiel- und Abzählreime, Kinderrätsel, Scherzfragen, Fabeln, Sagen, Legenden, Märchen und Balladen. Weite Teile dieser Überlieferung sind erhalten geblieben und erfreuen sich in den USA bis in die Gegenwart größter Beliebtheit, wie z. B. die meist unter dem Titel „Mother Goose“ zusammengefassten Kinderreime, die mehrheitlich aus Großbritannien stammen, vereinzelt jedoch auch erst in den Vereinigten Staaten entstanden sind.[2]

Rezeption europäischer Literatur[Bearbeiten]

Der Titel von Nathaniel Hawthornes Buch Tanglewood Tales (1853), einer erfolgreichen Sammlung nacherzählter griechischer Mythen

In großem Umfang wurde in den USA seit jeher europäische Literatur rezipiert. Die griechische Mythologie lernten viele amerikanische Kinder und Jugendliche durch die Nacherzählungen des in Neuengland lebenden Schriftstellers Nathaniel Hawthorne (1804–1864) kennen, der 1852 sein Wonder-Book for Girls and Boys herausbrachte, das so erfolgreich war, dass Hawthorne bald einen weiteren Band, Tanglewood Tales (1853), folgen ließ.

Zu den Grundbeständen amerikanischer Jugendbibliotheken zählten z. B. auch das Little Pretty Pocket-Bool (1744) von John Newbery, die Märchen von Hans Christian Andersen und Lewis Carrolls Kinderromane Alice im Wunderland (1865) und Alice hinter den Spiegeln (1871). Welchen Eindruck die Alice-Romane in den USA machten, zeigt u. a. das Beispiel des New Yorker Schriftstellers Charles E. Carryl (1841–1920), der 1884 eine Fortsetzung mit dem Titel (Davy and the Goblin; or, What Followed Reading „Alice’s Adventures in Wonderland“) veröffentlichte.[3]

Im 20. Jahrhundert setzte sich die Rezeption der europäischen Literaturüberlieferung fort. So veröffentlichte etwa der Essayist Hamilton Wright Mabie (1846–1916) in den Jahren 1905 bis 1908 eine Reihe von Bänden mit jugendgerechten Nacherzählungen von Märchen, Sagen und antiken Mythen.[4]

Vor 1865[Bearbeiten]

Erziehungsliteratur[Bearbeiten]

Die 1830er und 1840er Jahre waren die Blütezeit einer Ratgeberliteratur, die Heranwachsende zu Frömmigkeit, Gesundheit und moralisch einwandfreiem Verhalten zu führen bestrebt war. Diese Bücher trugen Titel wie Letters to Young Ladies, The Young Man’s Guide und Lectures to Young Men on Chastity; ihre Autoren waren unter anderem William Buell Sprague (1795–1876), John S. C. Abbot (1805–1877), Lydia Sigourney (1791–1865), Sylvester Graham (1794–1851), Harvey Newcomb (1803–1863), William Andrus Alcott (1798–1859), Louisa C. Tuthill und John Angell James (1785–1859).[5]

Fibeln, Lesebücher und Anthologien[Bearbeiten]

Der New England Primer (1690): Die Buchstaben A–F

Ein Teil der Bestände der mündlichen Literaturüberlieferung wurde seit dem 19. Jahrhundert in Anthologien zusammengefasst, die zunächst vor allem im Haus- und Schulunterricht eingesetzt wurden. Obwohl die Organisation des öffentlichen Schulwesens erst in den 1840er Jahren einsetzte und eine Schulpflicht in den einzelnen amerikanischen Bundesstaaten erst zwischen 1852 und 1918 eingeführt wurde, bestand bereits seit der Kolonialzeit ein umfangreiches Netz von Privatschulen. Um 1840 waren in den Nordstaaten 90 % der weißen Bevölkerung alphabetisiert, in den Südstaaten 81 %.[6]

Die erste bedeutende Fibel, die auf dem Gebiet der späteren USA publiziert wurde, war der New England Primer (seit 1688/90). 1836 begann die Produktion des McGuffey Readers, von dem bis 1960 mehr als 120 Mio. Exemplare verkauft wurden. Daneben erschienen zahlreiche weitere Lesebücher und Anthologien, wie z. B. Lydia Sigourneys The Girl’s Reading Book (1838) und The Boy’s Reading Book (1839).

Kinder- und Jugendromane[Bearbeiten]

Samuel Griswold Goodrich (1793–1860), Autor der Peter Parley-Erzählungen

Zu den Pionieren des amerikanischen Kinder- und Jugendromans zählt Samuel Griswold Goodrich, der unter dem Pseudonym „Peter Parley“ von 1827 an eine vielbändige Serie von unterhaltsam-didaktischen Jugendbüchern veröffentlichte, in denen Wissensgebiete von Geografie über Geschichte bis hin zu den Naturwissenschaften abgedeckt wurden. Jacob Abbott (1803–1879) wurde bekannt durch seine Rollo-Roman, die von 1835 bis 1858 in 28 Bänden erschienen. Daneben verfasste Abbott auch mehrere Mädchenbuchserien, wie die Cousin Lucy- (1841/42) und die Franconia-Romane (1850–54). Von William Simonds (1822–1859), der meist unter dem Pseudonym Walter Aimwell schrieb, stammen u. a. die Aimwell Stories (1853–1863), die in sieben Bänden das Farmleben in Neuengland schildern. Eine der produktivsten Jugendbuchautorinnen des 19. Jahrhunderts war die heute fast in Vergessenheit geratene Englischlehrerin Harriette Newell Woods Baker (1815–1893), die als „Aunt Hattie“ mehr als hundert Kinderbücher publiziert hat, darunter viele Mädchenromanserien. Daniel C. Eddy veröffentlichte seit 1859 zwei Serien von Reiseromanen, von denen die erste (The Percy Family) die Leser nach Europa, die zweite (Walter’s Tour in the East) in den Nahen Osten führte.[7]

Für ein Publikum von Mädchen schrieb Elizabeth Stuart Phelps (1815–1852), die ihre Romanreihen unter dem Pseudonym H. Trusta veröffentlichte. Weitere bekannte Mädchenbuchautoren der Zeit vor dem Sezessionskrieg waren Emily Alice Bradley Neal Haven (1827–1863), Daniel Wise (1813–1898), Elizabeth Payson Prentiss (1818–1878), Elizabeth M. Bruce (1830–1911), Frances Irene Burge Griswold (1836–1900), Sarah Cook Stuart Robbins (1817–1910) und Annie Ketchum Dunning (1831–1896).[8]

Zeit des Sezessionskrieges (1865–1868)[Bearbeiten]

Frances Burnett (1849–1924), Autorin der Romane Der kleine Lord und Der geheime Garten

Nach dem Ende des Sezessionskrieges (1861–1865) erschienen Kinder- und Jugendromane in noch größerer Zahl. 1865 veröffentlichte Mary Mapes Dodge (1831–1905) ihr Buch Hans Brinker, or The Silver Skates, die Geschichte eines holländischen Arbeiterjungen. Zu den Klassikern der Kinderliteratur zählen noch heute die Romane von Frances Hodgson Burnett. Die gebürtige Engländerin, die als junges Mädchen in die USA kam, brachte 1886 ihren Bestseller Der kleine Lord (Little Lord Fauntleroy) heraus, der als Kinderbuch konzipiert war, aber vor allem von Müttern gelesen wurde. Neben weiteren Arbeiten folgte 1909 der Roman Der geheime Garten (The Secret Garden), der heute das meistgelesene Buch von Burnett ist.[9]

Auch Mädchenromanserien blieben nach dem Sezessionskrieg populär. Zu den bekanntesten Vertreterinnen dieses Genres zählte die Dichterin Adeline Dutton Train Whitney (1824–1906), die in ihren Arbeiten – z. B. Faith Gartney’s Girlhood (1863) und The Other Girls (1873) – immer wieder konservative weibliche Werte verteidigt hat. Rebecca Sophia Clarke (1833–1906) veröffentlichte seit 1864 ihre Little Prudy-Geschichten. Die Lehrerin Martha Finley (1828–1909) begann 1867 mit der Publikation ihrer Elsie Dinsmore-Romane (bis 1905), die in 28 Bänden die Lebensgeschichte einer Halbwaise in Neuengland von der Kindheit bis ins Alter erzählen. Weitere Autorinnen, die nach 1965 Mädchenromanserien zu veröffentlichen begannen, waren Elizabeth Stuart Phelps Ward (1844–1911; eine Tochter der gleichnamigen älteren Autorin), Harriet Burn McKeever (1807–1886) und Joanna Hone Mathews (1849–1901).[10]

Vom Sezessionskrieg bis zur Jahrhundertwende (1868–1900)[Bearbeiten]

Kinderzeitschriften[Bearbeiten]

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts gab es in den USA keine nennenswerte soziale Mittelschicht. Die Rezeption von Kinderliteratur blieb weitgehend ein Privileg der Reichen. Diese konnten es sich z. B. auch leisten, für ihren Nachwuchs spezielle Zeitschriften zu abonnieren, von denen das namhafteste das St. Nicholas Magazine war, eine Zeitschrift für Kinder von 5 bis 18 Jahren, die Mary Mapes Dodge für den New Yorker Scribner-Verlag herausgab. Der „St. Nicholas“ erschien von 1873 bis 1941 und bot vielen bedeutenden amerikanischen und internationalen Kinderbuchautoren der Zeit Raum für die Erstveröffentlichung ihrer Arbeiten.[11]

Rezeption europäischer Literatur[Bearbeiten]

1883 veröffentlichte der amerikanische Illustrator und Autor Howard Pyle (1853–1911) seinen Roman The Merry Adventures of Robin Hood, der bis heute die populärste Nacherzählung der Geschichten um die mittelalterliche Sagengestalt Robin Hood geblieben ist. Frank R. Stocktons (1834–1902) Buch The Bee-Man of Orn (1887) ist eine Mischung aus Märchen und Sage.

Kinder- und Jugendromane[Bearbeiten]

Louisa May Alcott (1832–1888), Autorin des Jungmädchenromans Little Women

1868 veröffentlichte Louisa May Alcott den ersten Band ihres Romans Little Women. Little Women erzählt die Geschichte von vier Schwestern, die während des Sezessionskrieges heranwuchsen. Die Komplexität der weiblichen Charaktere und ihrer Geschlechtsrollenkonflikte boten dem weiblichen Lesepublikum so weitreichende Identifikationsmöglichkeiten, dass der Roman auf Anhieb zum Bestseller wurde und viele amerikanische Frauengenerationen nachhaltig beeinflusst hat.[12]

Weitere Mädchenbuchautorinnen der späten 1860er und frühen 1870er Jahre waren Virginia Frances Townsend (1836–1920), Margaret Hosmer (1830–1897), Caroline Wells Healey Dall (1822–1912), Susan Blagge Caldwell Samuels (1848–1931) und Virginia Wales Johnson (1849–1916). 1872 veröffentlichte Sarah Chauncey Woolsey alias Susan Coolidge (1835–1905) ihren Roman What Katie Did. Das populäre Buch erzählt die Geschichte eines widerspenstigen 12-jährigen Mädchens, das durch einen Unfall zur Invalide wird.[13]

Die spätere Pulitzer-Preisträgerin Laura E. Richards (1850–1943) veröffentlichte, neben zahlreichen anderen Kinderbüchern, von 1889 bis 1897 ihre fünfteilige Hildegarde-Serie. Von Amanda Douglas (1831–1916) stammen die Little Girl-Romane (1896–1909), die als die erste historisierende Mädchenbuchserie der amerikanischen Literaturgeschichte gelten. Weitere Mädchenromanreihen wurden im späten 19. Jahrhundert u. a. von Elizabeth Williams Champney (1850–1922), Mary Bradford Crowninshield (1844–1913), Sarah Jones Clarke (1840–1929) und Myra Sawyer Hamlin (1856–1927) veröffentlicht.[14]

Der Jesuitenpater Francis J. Finn (1859–1928) erlangte in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts Popularität durch seine katholischen Jungenromane, insbesondere eine Reihe um einen Jungen Tom Playfair.[15]

Eine Pionierin des Bilderbuchs war die Schriftstellerin und Malerin Blanche McManus (1870–1929), die in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts u. a. die Bände The True Mother Goose (1895), The Voyage of the Mayflower und How the Dutch came to Manhattan (beide 1897) veröffentlichte.

Sachbücher[Bearbeiten]

Ernest Thompson Seton (1860–1946), Autor von Wild Animals I Have Known (1898)

Viele nichtfiktionale Jugendbücher des 19. Jahrhunderts und des frühen 20. Jahrhunderts behandeln Themen aus der Naturgeschichte. Zu den prominentesten Vertretern dieses Genres zählt der Mitbegründer der amerikanischen Pfadfinderbewegung, Ernest Thompson Seton.

Von der Jahrhundertwende bis zum Ersten Weltkrieg (1900–1918)[Bearbeiten]

Sunday Books[Bearbeiten]

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden in großer Zahl so genannte Sunday Books, die sowohl protestantische als auch katholische Gemeinden in ihren Sonntagsschulen zur religiösen und moralischen Unterweisung von Kindern einsetzten. Ein typisches Beispiel für dieses Genre bildet A House of Prayer (1908) von Florence Converse (1871–1967).

Frühe Phantastik[Bearbeiten]

L. Frank Baum (1856–1919), Autor der Zauberer von Oz-Romane

Im Jahr 1900 erschien eines der berühmtesten Werke der amerikanischen Jugendliteratur: L. Frank Baums Buch Der Zauberer von Oz erzählt die Geschichte des Mädchens Dorothy, die sich in Gesellschaft eine Vogelscheuche, eines Blechmanns und eines feigen Löwen zum Schloss eines Zauberers aufmacht, der ihr helfen soll, wieder in ihre Heimat Kansas zurückzugelangen. Der phantastische Roman war so erfolgreich – bereits im Erscheinungsjahr wurden 21.000 Exemplare verkauft – dass Baum bis 1919 13 Fortsetzungen schrieb. International bekannt wurde der Stoff später durch den MGM-Musicalfilm Der Zauberer von Oz von Victor Fleming. Nach Baums Tod setzten Ruth Plumly Thompson, John R. Neill, Rachel R. Cosgrove, Eloise Jarvis McGraw und Lauren Lynn McGraw die Reihe fort. Weitere Oz-Romane wurden seit Mitte der 1980er u. a. von James Howe, Dick Martin, Eric Shanower, Edward Einhorn, Gina Wickwar und Darren Reid veröffentlicht.

Ebenfalls im phantastischen Genre war Tudor Jenks (1857–1922) zu Hause, von dem u. a. die Imaginotions; Truthless Tales (1894) und der Roman Galopoff, the Talking Pony (1901) stammen.[16]

Weitere Genres[Bearbeiten]

Kate D. Wiggin (1856–1923), Autorin von Rebecca of Sunnybrook Farm

Ein heute klassisches Mädchenbuch veröffentlichte Kate Douglas Wiggin mit ihrem Roman Rebecca of Sunnybrook Farm (1903), der die Geschichte eines Mädchens in Neuengland erzählt. 1906 folgte die Fortsetzung New Chronicles on Rebecca. Ebenso beliebt ist in den USA bis heute der Mädchenroman Pollyanna, den Eleanor H. Porter (1868–1920) 1913 publizierte. Das Buch erzählt die Geschichte einer Waisen, die sich mit unerschütterlichem Optimismus dafür einsetzt, ihr Lebensumfeld menschlicher zu machen. Der Roman war auf Anhieb so populär, dass Porter 1915 eine Fortsetzung folgen ließ. Später erzeugten Harriet Lummis Smith, Elizabeth Borton, Margaret Piper Chalmers, Virginia May Moffitt und Colleen L. Reece ganze Pollyanna-Reihen. Weitere viel gelesene Kinder- und Jugendbuchautoren der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg waren Harriet Theresa Comstock (1860–1925), Thornton Burgess (1874–1965), der Erzähler von Abenteuergeschichten Joseph Alexander Altsheler (1862–1919) und Alice Hale Burnett, deren Merryvale-Geschichten für Jungen und für Mädchen 1916–1919 erschienen. Bereits seit 1911 erschien die Twins-Romane von Lucy Fitch Perkins (1865–1937), eine 26 Bände die Geschichten von Zwillingspärchen erzählten, die in jeweils unterschiedlichen Ländern der Welt bzw. in unterschiedlichen Abschnitten der amerikanischen Geschichte leben. Im Bereich des Kinderkrimis trat seit 1910 Augusta Huiell Seaman (1879–1950) hervor.[17]

Olaf Baker veröffentlichte 1915 seine Indianergeschichte Where the Buffaloes Begin, für die er 1982 postum mit einer Caldecott Honor ausgezeichnet wurde. Das erfolgreichste Bilderbuch der Zeit war der von Blanche F. Wright illustrierte Kinderreim-Band The Real Mother Goose (1916), der später immer wieder neu aufgelegt wurde. Eine Spitzenauflage erreichte das Buch 1989 mit 3,6 Mio. Exemplaren.[18]

Vom Ersten Weltkrieg bis zur Weltwirtschaftskrise (1918–1929)[Bearbeiten]

Bücher für kleinere Kinder[Bearbeiten]

Populäre Vorlesebücher der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg waren Arthur Scott Baileys (1877–1949) Gutenachtgeschichten (Sleepy-Time Tales, Tuck-Me-In Tales, Slumber-Town Tales) und Johnny Gruelles (1880–1938) Geschichten um die Puppe Raggedy Ann.[19]

Realistische und phantastische Tiergeschichten[Bearbeiten]

Der bedeutendste Tierroman der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg war Will James’ (1892–1942) Pferdegeschichte Smoky the Cow Horse (1929), die bis heute viermal verfilmt wurde, einmal sogar in der Sowjetunion. Während Smoky ein realistischer Roman war, gehören die Tiergeschichten von Hugh Lofting (1886–1947) und Walter R. Brooks (1886–1958) zum phantastischen Genre. Lofting, ein gebürtiger Brite, schrieb in seiner amerikanischen Wahlheimat, in die er nach der Ersten Weltkrieg kam, 12 Romane um die heute weltbekannte Figur des Doktor Dolittle (veröffentlicht 1920–1952), den Arzt, der die Sprache der Tiere versteht. Ein sprechendes Tier – genauer: ein sprechendes Schwein – ist auch die Hauptfigur in Walter R. Brooks' vielbändiger Romanreihe um Freddy the Pig (1927–1958). Ein weiteres Beispiel für die frühe phantastische Kinderliteratur ist Margery Williams' (1881–1944) Bilderbuch The Velveteen Rabbit (1922), dessen Held ein Stoffkaninchen ist, das durch die Liebe eines kleinen Jungen zu Leben erweckt wird.[20]

Ethnische Themen und Abenteuerliteratur[Bearbeiten]

Die Einwanderungswelle, die in den USA im Anschluss an den Krieg einsetzte, bereicherte die Kinderliteratur erstmals um eine größere Anzahl von Büchern mit ethnischer Thematik. Auf besonderes Interesse stieß diese ethnische Literatur bei der American Library Association (ALA), die herausragende Kinder- und Jugendbücher von 1922 an alljährlich mit der Newbery Medal auszeichnete. 1928 verlieh die Jury ihren Hauptpreis an den Inder Dhan Gopal Mukerji (1890–1936), dessen Roman Gay Neck, the Story of a Pigeon die Geschichte einer indischen Wettkampftaube erzählt; Hauptpreisträger des folgenden Jahres wurde Eric P. Kelly (1884–1960), dessen Buch The Trumpeter of Krakow eine Legende aus der Geschichte Polens zum Thema hat. Bereits 1925 hatte Charles J. Finger (1869–1941) die Medaille für seine Sammlung historischer lateinamerikanischer Sagen – Tales from Silver Lands (1914) – erhalten. Der Hauptpreisträger des Jahres 1926 – Shen of the Sea von Arthur Bowie Chrisman (1889–1953) – war eine Sammlung chinesischer Sagen.[21]

Ihren Nebenpreis, die Newbery Honor, verlieh die ALA mehrfach an irisch-amerikanische Autoren: an Padraic Colum (1881–1972) für seine Mythen-Nacherzählung The Golden Fleece and The Heroes Who Lived Before Achilles (1921) und The Voyagers: Being Legends and Romances of Atlantic Discovery (1925) sowie an Ella Young (1867–1956), die in ihrem Band The Wonder Smith and His Son (1928) irische Sagen nacherzählte. Ebenfalls mit der Newbery Honor wurde 1929 Julia Davis Adams (1900–1993) für ihren Roman Vaino, A Boy of New Finland geehrt.[22] Nicht auf eine ethnische, sondern auf eine religiöse Gruppe – die Mennoniten in Lancaster County – weisen hingegen die Jugendbücher von Anna Balmer Myers hin, deren bekannteste Arbeit der Roman Amanda: A Daughter of the Mennonites (1921) ist.[23]

Zu der ethnischen Jugendliteratur der Zeit zählen weiterhin die Indianerromane der Malerin und Schriftstellerin Grace Moon (1884–1947). Vor allem für ein Publikum von Jungen schrieb Walter Scott Story (1879–1955), ein Serienautor von Abenteuerromanen. Laurie York Erskine (1894–1976) veröffentlichte von 1922 bis 1941 seine Romanserie Renfrew of the Royal Mounted. Diese Abenteuergeschichten um einen Mountie waren so populär, dass sie in den 1930er Jahren vielfach verfilmt wurden. Im Pfadfindermilieu war die Handlung der meisten Bücher von Percy Keese Fitzhugh (1876–1950) angesiedelt. Ein weiterer Erfolgsautor der Zeit war Edward Stratemeyer (1862–1930), der nicht nur ca. 150 eigene Jugendbücher schrieb, sondern auch die Krimiserie The Hardy Boys erfand, die – von verschiedenen Autoren geschrieben – seit 1927 bis in die Gegenwart erscheint und damit als die am längsten existierende Kinderbuchserie der Literaturgeschichte gilt.[24]

Historische Themen[Bearbeiten]

Carl Sandburg (1878–1967), Autor von Abraham Lincoln: The Prairie Years und Abraham Lincoln: The War Years

Wichtigster Vertreter des historischen Jugendromans war in den 1920er Jahren Bernard G. Marshall, dessen Roman Cedric the Forester eine Geschichte aus dem mittelalterlichen England erzählt und der 1922 mit der Newbery Honor ausgezeichnet wurde. 1924 publizierte Charles Hawes sein Piratenabenteuer The Dark Frigate, dessen Handlung im England des 18. Jahrhunderts angesiedelt war. Rachel Field (1894–1942) veröffentlichte 1929 ihren Roman Hitty, Her First Hundred Years, der die Geschichte Neuenglandes anhand des Schicksals einer Puppe erzählte. Der Historiker Hendrik Willem van Loon (1882–1944) veröffentlichte 1921 sein kurz darauf preisgekröntes Buch The Story of Mankind, in dem er Kindern die Geschichte der westlichen Zivilisation erzählt. Der vielseitige Carl Sandburg veröffentlichte, neben verschiedenen fiktionalen Kinderbüchern, 1926 den ersten Teil seiner ebenfalls für junge Leser konzipierten Abraham-Lincoln-Biografie.[25]

Anthologien[Bearbeiten]

Montrose Jonas Moses (1878–1934) veröffentlichte 1921 A Treasury of Plays for Children, in dem Dramatisierungen populärer Kinderromane gesammelt waren. Nora Archibald Smith (1859–1934), die Schwester von Kate Douglas Wiggin, veröffentlichte neben vielen anderen Kinderbüchern 1923 ihren Sammelband Boys and Girls of Bookland (1923).[26]

Von der Weltwirtschaftskrise bis zum Zweiten Weltkrieg (1929–1945)[Bearbeiten]

Bilderbücher[Bearbeiten]

Obwohl Kinderbücher schon immer illustriert waren, führten Fortschritte in der industriellen Buchherstellung in den 1930er Jahren zu einem vermehrten Erscheinen von Bilderbüchern. Das Genre setzte sich in dieser Zeit so sehr durch, dass die American Library Association herausragende Arbeiten von 1938 an einen speziellen Bilderbuchpreis, der Caldecott Medal, auszeichnete. Zu den bekanntesten Bilderbuchautoren der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zählt der aus Österreich und Deutschland stammende, aber in die USA ausgewanderte Schriftsteller und Illustrator Ludwig Bemelmans (1898–1962), der 1939 mit der Publikation seiner Madeline-Bücher begann. Die Episoden dieser Bilderbuchserie, die von einem kleinen Mädchen in Paris handeln, wurden mehrfach verfilmt und sind in den USA so populär, dass auch über Bemelmans’ Tod hinaus immer neue Bände erschienen sind. Ebenfalls sehr erfolgreich war das von einem unbekannten Autor unter dem Pseudonym Watty Piper veröffentlichte Bilderbuch The Little Engine That Could, das mit seiner optimistischen Botschaft von einigen Kritikern als Metapher für den American Dream charakterisiert worden ist. Weitere namhafte amerikanische Bilderbuchautoren der 1930er und frühen 1940er Jahre sind Thomas Handforth (1897–1948), Dorothy P. Lathrop (1891–1980), Maud (1890–1971) und Miska Petersham (1888–1960), Margery Williams Bianco (1881–1944), Munro Leaf (1905–1976), Clare Turlay Newberry (1903–1970), Robert McCloskey (1914–2003), Virginia Lee Burton (1909–1968); Lee Kingman, Elizabeth Orton Jones (1910–2005), Margaret Wise Brown (1910–1952) und Wanda Gág (1893–1946).[27]

Der New Yorker Verlag Simon & Schuster begann 1942, unter dem Namen „Little Golden Books“ eine Serie preiswerter kleiner Bilderbücher von Autoren herauszubringen, die zumeist wenig bekannt waren. Bereits der achte Band der Serie, The Poky Little Puppy von Janette Sebring Lowrey, war ein Sensationserfolg und wurde bis heute in fast 15 Millionen Exemplaren verkauft. Auch die übrigen Bände der bis heute erscheinenden Serie erreichten häufig Millionenauflagen.

Dorothy Kunhardt (1901–1979) brachte mit Pat the Bunny 1940 erstmals ein Touch and Feel Book, ein Anfass- und Fühlbuch für Kleinkinder heraus, das neben Bildern und Text auch haptische Elemente wie Pelz und Sandpapier enthielt und bereits im Jahr der Erstveröffentlichung in 7,5 Mio Exemplaren verkauft wurde. Ein weiterer Bestseller der Zeit war Feodor Rojankovskys illustrierte Sammlung von Vorlesegeschichten The Tall Book of Nursery Tales (1944).[28]

Bücher für Leseanfänger[Bearbeiten]

1930 begann die Lehrerin und Schriftstellerin Zerna Sharp (1889–1981) mit der Publikation ihrer Dick and Jane-Geschichten, die ihre erhebliche Bekanntheit u. a. der Tatsache verdankten, dass sie jahrzehntelang Standard-Unterrichtsmaterial der amerikanischen Grundschulen waren.[29]

Tiergeschichten[Bearbeiten]

Marjorie Kinnan Rawlings (1896–1953), Autorin von The Yearling

Erfolgreiche Tiererzählungen der 1930er Jahre waren Phil Stongs (1899–1957) Elch-Geschichte Honk, the Moose (1935) und Richard (1892–1948) und Florence Atwaters Roman Mr. Popper’s Penguins (1938). John A. Moroso (1874–1957) veröffentlichte 1936 einen erfolgreichen Roman um einen Jungen und seinen Hund, Nobody’s Buddy (1936). Jim Kjelgaards (1910–1959) Hundegeschichte Big Red (1945) wurde 1962 von den Disney Studios verfilmt. Ebenfalls verfilmt wurde Marjorie Kinnan Rawlings′ Pulitzerpreis-Roman Frühling des Lebens (1939) um einen Jungen, der ein Rehkitz adoptiert und aufzieht. Der bekannteste Pferderoman der Zeit war Walter Farleys (1915–1989) 1941 veröffentlichter Klassiker The Black Stallion.[30]

Ethnische Themen[Bearbeiten]

Das Interesse der American Library Association (ALA) an Kinderliteratur mit ethnischen Themen bestand auch nach der Weltwirtschaftskrise fort. Zu den Arbeiten, die sie in den 1930er und frühen 1940er Jahren auszeichnete, zählen Herbert Bests afrikanische Erzählung Garram the Hunter: A Boy of the Hill Tribes (1930), Indianerbücher von Ralph Hubbard (Queer Person, 1930) und Laura Adams Armer (1874–1963; Waterless Mountain, 1931), Elizabeth Coatsworths (1893–1986) buddhistische Legende The Cat Who Went to Heaven (1931), Christine Westons (ca. 1923–2008) Indien-Geschichte Bhimsa, the Dancing Bear (1945) sowie China-Bücher von Elizabeth Foreman Lewis (1892–1958; Young Fu of the Upper Yangtze, 1932), Elizabeth Seeger (* 1889; Pageant of Chinese History, 1934) und Chih-Yi Chan (Good-Luck Horse, 1943). Mit der Newbery Honor würdigte die ALA auch Nora Burglon (1900–1976), die neben dem Preisträgerbuch (Children of the Soil: A Story of Scandinavia, 1932) weitere Geschichten über Kinder in aller Welt geschrieben hat. Im Mittelpunkt von Hilda van Stockums (1908–2006) Buch Day On Skates: The Story of a Dutch Picnic (1934) stehen die Erlebnisse einer holländischen Schulklasse; Monica Shannons (ca. 1905–1965) Roman Dobry (1935) erzählt die Geschichte eines rumänischen Bauernjungen.[31]

Historische Themen[Bearbeiten]

Laura Ingalls Wilder (1867–1957), Autorin der Little House on the Prairie-Erzählungen

In der Zeit nach der Weltwirtschaftskrise entstanden viele Romane und Erzählungen, die das Alltagsleben amerikanischer Kinder in früheren Zeiten beschrieben. Die bedeutendste Vertreterin dieser Memoiren- und Geschichtsliteratur war Laura Ingalls Wilder, deren Little House on the Prairie-Erzählungen (1932–1974 veröffentlicht) von ihrem Aufwachsen in einer Siedlerfamilie im Mittleren Westen inspiriert sind. Dem internationalen Publikum sind diese Geschichten oft nur durch die süßliche Fernsehadaption Unsere kleine Farm (1974–1983) bekannt geworden. Literaturkritiker zählen Wilder jedoch zu den bedeutendsten Autoren des Landes, und die ALA hat nicht nur 6 ihrer Bücher mit der Newbery Honor ausgezeichnet, sondern Wilder für ihren Gesamtbeitrag zur amerikanischen Kinderliteratur auch die 1954 gestiftete Bronzemedaille verliehen, die seitdem ihr zu Ehren den Namen Laura Ingalls Wilder Medal trägt. Millionenauflagen erreichten die Little House on the Prairie-Romane, als der Verlag HarperCollins sie 1971 erstmals als Taschenbücher herausbrachte. Andere Autoren, wie Roger Lea MacBride (1929–1995), setzten die Reihe später fort. Melissa Wiley (* 1968) schrieb sogar eine Serie von Prequels, die Martha Years-Romane (1999–2003), über Vorfahren der Familie in Schottland im frühen 18. Jahrhundert.[32]

Das vermehrte Erscheinen von Büchern, die die Aufmerksamkeit des jugendlichen Publikums nicht nur aufs Landleben richtete, sondern dieses gelegentlich sogar idealisierte, muss auch vor dem Hintergrund der soeben erst überstandenen Weltwirtschaftskrise verstanden werden, in deren Folge ein großer Bedarf an landwirtschaftlichen Arbeitskräften entstanden war. Zu den Autoren, die die Landwirtschaft in Jugendbüchern beschrieben bzw. bewarben, zählen John Case, Paul Chapman, Sarah Lindsay Schmidt, Betty Baxter Anderson, Arthur Charles Bartlett und Elizabeth Yates (1905–2001).[33]

Weitere Autoren, die für ein jugendliches Lesepublikum das historische Alltagsleben in Land und Stadt dargestellt haben, sind Robert Lawson (1892–1957), Carol Ryrie Brink (1895–1981), Ruth Sawyer (1880–1970) und Lois Lenski (1893–1974). Ein besonderer Publikumserfolg waren die 1940–1955 erschienenen Betsy-Tacy-Romane von Maud Hart Lovelace (1892–1980), die das Leben eines amerikanischen Mädchens von der Kindheit bis ins frühe Erwachsenenalter erzählt und damit einen 20-jährigen Zeitraum um die Wende zum 20. Jahrhundert abdeckt.[34]

Neben solchen Alltagsgeschichten entstanden auch viele historische Romane im engeren Sinne. Zu den Autoren fiktionaler Jugendliteratur, die in den 1930er und frühen 1940er Jahren amerikanische Geschichte aufgearbeitet haben, zählen Elsie Singmaster (1879–1958), Mary Jane Carr (1895–1988), Esther Forbes (1891–1967), Elizabeth Enright (1909–1968), Doris Gates (1901–1987), Eva Roe Gaggin und Walter D. Edmonds (1903–1998). Hildegarde Swift (1890–1977) veröffentlichte 1932 ein von der Kritik viel beachtetes Sachbuch über die Underground Railroad (The Railroad To Freedom: A Story of the Civil War). Genevieve Fosters (1893–1979) Sachbuch George Washington’s World (1941) erzählte die Geschichte des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, Katherine Shippens New Found World (1945) dagegen die von Lateinamerika.[35]

Cornelia Meigs (1884–1973) veröffentlichte 1933 ihre an junge Leser adressierte Louisa May Alcott-Biografie Invicible Louisa. Weitere bemerkenswerte Beiträge zur biografischen Jugendliteratur stammen von Constance Rourke (Davy Crockett, 1934), James Daugherty (1889–1974; Daniel Boone, 1939), Ingri (1904–1980) und Edgar Parin d’Aulaire (1898–1986; Abraham Lincoln, 1939), Mabel Robinson (1874–1962; Runner of the Mountain Tops: The Life of Louis Agassiz, 1939) und Anna Gertrude Hall (1882–1967; Nansen, 1940).[36]

Viele Jugendromane hatten die europäische Geschichte zum Thema. So erzählt Caroline Dale Snedekers (1871–1956) 1933 erschienenes Buch The Forgotten Daughter eine Geschichte aus der römischen Antike. Kate Seredy (1896–1975) veröffentlichte 1937 ihren Hunnen-Roman The White Stag. Die Handlung von Eloise Lownsberys (1888–1967) Out of the Flame (1931) und von Ann Kyles Apprentice of Florence (1933) war in der französischen bzw. italienischen Renaissance angesiedelt. Agnes Hewes veröffentlichte 1930 ihre Geschichtsphantasie Spice and the Devil’s Cave, die eine fiktive Zusammenkunft der portugiesischen Seefahrer Vasco da Gama, Bartolomeu Diaz und Ferdinand Magellan beschreibt. Elizabeth Gray Vinings (1902–1999) 1942 publizierter Roman Adam of the Road erzählt die Geschichte eines Jungen im mittelalterlichen England.[37]

Bücher für Jungen und für Mädchen[Bearbeiten]

Populäre Autoren von Abenteuerromanen für Jungen waren Holling C. Holling (1900–1973), James Cloyd Bowman (1880–1961) und Stephen W. Meader (1892–1977). Typische Produkte der Kriegsjahre waren die Dave Dawson- (1941–46) und Red Rendall-Romane (1944–46) von Robert Sidney Bowen (1900–1977), die für Kinder aufbereitete Kriegsabenteuer erzählen.[38]

Gertrude Chandler Warner (1890–1979) begann 1942 mit der Veröffentlichung ihrer The Boxcar Children-Bücher, einer sehr populären Reihe von Kinder-Krimis, für die Warner bis 1976 immer neue Bände schrieb. Unter den für ein Publikum von Mädchen geschriebenen Büchern sind besonders Marjorie Hill Allees im Forschungsmilieu angesiedelter Roman Jane’s Island (1931) und Anne Parrishs (1888–1957) Puppenabenteuer Floating Island (1930) bemerkenswert. 1930 begann der Grosset & Dunlap-Verlag mit der Veröffentlichung von Nancy Drew-Kriminalromanen, einer bis 2002 fortgeschriebenen Bestseller-Reihe für Mädchen, an der unter dem Pseudonym Carolyn Keene zahlreiche verschiedene Autoren mitarbeiteten. 1932 folgte Margaret Suttons (1903–2001) ähnlich erfolgreiche Mädchen-Krimiserie Judy Bolton (bis 1967).[39]

1945–1960[Bearbeiten]

Bilderbücher[Bearbeiten]

Das beliebteste Genre in der Bilderbuchliteratur der Nachkriegszeit und der 1950er Jahre waren Tiergeschichten. Zu den Autoren, die in dieser Zeit mit einer Caldecott Medal ausgezeichnet wurden, gehören Nicholas Mordvinoff (1911–1973), dessen Fabel Finders Keepers (1951) von zwei streitenden Hunden handelte. Lynd Wards (1905–1985) Preisträgerbuch The Biggest Bear (1952) erzählt die Geschichte einer Jägerfamilie, und John Langstaffs (1920–2005) Frog Went A-Courtin (1955) war die bebilderte Version eines englischen Volksliedes, in dem ein Frosch um die Gunst einer Maus wirbt. Millionenauflagen hatten Kathryn Jacksons Bücher Saggy Baggy Elephant (1947) und Tawny Scrawny Lion (1952), P. D. Eastmans (1909–1986) Vogelwaisen-Geschichte Are You My Mother? und Robert Lopshires Put Me in the Zoo (beide 1960). Weitere Tierbilderbücher schrieben Bill Martin Jun. (1916–2004), Al Graham, Louise Seaman Bechtel (1894–1985), Esther Brann (1899–1998), William Lipkind (1904–1977), Lavinia R. Davis, Fritz Eichenberg (1901–1990), Abe Birnbaum (* 1899), Miriam Schlein (ca. 1926–2004), Eve Titus und Don Freeman (1908–1978).[40]

Andere Bilderbuch-Bestseller der Zeit waren Gertrude Cramptons (* 1905) Arbeiten Tootle (1945) und Scuffy the Tugboat (1946), Oliver Butterworths (1915–1990) The Enormous Egg (1956), Mike McClintocks A Fly Went By (1958) und Joan Walsh Anglunds Love Is a Special Way of Feeling (1960). In künstlerischer Hinsicht ragten jedoch vor allem die Arbeiten von Marcia Brown (* 1918) heraus, die in ihren Bilderbüchern häufig Märchen nacherzählte. Brown war die erste Autorin, deren Arbeiten dreimal mit der Caldecott Medal ausgezeichnet wurden. Weitere preisgekrönte Bilderbuchautoren der späten 1940er und der 1950er Jahre waren Marjorie Flack (1897–1958), Georges Schreiber (1904–1977), Kurt Wiese (1887–1974), Phyllis McGinley (1905–1978), Elizabeth Olds (1896–1991), Gene Zion (1913–1975), Ruth (1899–1999) und Latrobe Caroll (1894–1996), Ruth Krauss (1901–1993), Antonio Frasconi (* 1919), Benjamin Elkin, Clara Ingram Judson (1879–1960), Sesyle Joslin, Janice May Udry (* 1928), Marie Hall Ets (1895–1984) und Barbara Cooney (1917–2000).[41]

Natur- und Tiergeschichten[Bearbeiten]

E. B. White (1899–1985), Autor von Wilbur und Charlotte

Besonders viele der von der ALA mit einer Caldecott Medal oder mit der Caldecott Honor ausgezeichneten Bilderbücher hatten ein Thema aus der Natur, wie z. B. Alvin Tresselts (* 1916) White Snow, Bright Snow (1947). Weitere preisgekrönte Winter- bzw. Wettergeschichten waren Berta (ca. 1890–1976) und Elmer Haders (1889–1973) The Big Snow (1948) und Charlotte Zolotows (1915–2013) The Storm Book (1952). Von Bäumen handelten Mary (1890–1970) und Conrad Buffs (1886–1975) Kinderroman Big Tree und Marc Simonts (* 1915) Bilderbuch A Tree is Nice (1956). In Alice E. Goudeys Caldecott Honor-Buch Houses from the Sea (1959) dagegen ging es um Muscheln und Schnecken. Ein weiteres Beispiel für dieses Genre bildet Carolyn Sherwin Baileys (1875–1961) Kinderroman Miss Hickory (1946), der die Geschichte einer Puppe erzählt, die von ihren menschlichen Besitzern im Stich gelassen wird und lernt, unter Pflanzen und Tieren zurechtzukommen.[42]

Einen Höhepunkt erlangte in den 1950er Jahren das Genre des Tierromans, mit dem sich in dieser Zeit so hochrangige Autoren wie Meindert DeJong und E. B. White beschäftigten. Von Meindert DeJong (1906–1992), der 1962 als erster Amerikaner mit dem Hans Christian Andersen-Preis ausgezeichnet wurde, stammen eine Reihe von Geschichten um Hunde, Katzen, Kaninchen und andere Bauernhoftiere, an die Kinder ihr Herz hängen, und deren Handlung an so unterschiedlichen Schauplätzen wie DeJongs westfriesischer Heimat, seiner Wahlheimat USA und in China angesiedelt ist. Als Klassiker der amerikanischen Kinderliteratur gelten heute auch die Arbeiten von E. B. White, besonders Klein Stuart (1945), Wilbur und Charlotte (1952) und Der Schwan mit der Trompete (1970), in denen die Tiere selbst zu handelnden Charakteren werden. Erfolgreiche Hundegeschichten der 1950er Jahre waren Eleanor Estes' (1906–1988) Ginger Pye (1951), Fred Gipsons (1908–1973) Old Yeller (1956) und Rutherford Montgomerys Broken Fang. Von Pferden bzw. Ponys handelten die Romane Misty of Chincoteague (1947), King of the Wind (1948; beide von Marguerite Henry, 1902–1997), Midnight, a Cow Pony (1949; von S. P. Meek, 1894–1972) und Chucaro: Wild Pony of the Pampa (1958; von Francis Kalnay, *1899). Der Held von George Seldens (1929–1989) Buch The Cricket in Times Square (1960) ist eine musikalische Grille.

Ein Bestseller der Zeit war Dodie Smiths Hundegeschichte 101 Dalmatiner (1956), der in den Disney-Studios 1961 erstmals verfilmt wurde.

Religiöse Themen[Bearbeiten]

Ein Bestseller der unmittelbaren Nachkriegszeit war Charles Tazewells (1900–1972) bereits 1939 entstandenes Weihnachts-Bilderbuch The Littlest Angel (1946), das die Geschichte eines kleinen Engels erzählt, der von Gott vor allen anderen Engeln ausgezeichnet wird. Opal Wheeler (* 1898) errang im selben Jahr mit ihrer Sammlung geistlicher Lieder Sing in Praise: A Collection of the Best Loved Hymns die Caldecott Honor.[43]

Das Jewish Book Council, das herausragende jüdisch-amerikanische Literatur bereits seit 1949 mit dem National Jewish Book Award ehrt, verleiht diesen Preis seit 1952 regelmäßig auch an Kinder- und Jugendbücher. Ausgezeichnet wurden auf diese Weise u. a. Lillian S. Freehofs Stories of King David (1952), Deborah Pessins The Jewish People. Book Three (1953), Naomi Ben Ashers Jewish Junior Encyclopedia (1957), Lloyd Alexanders August Bondi: Border Hawk (1958), Sylvia Rothchilds Keys to a Magic Door (1959) sowie das Gesamtwerk von Sadie Rose Weilerstein und von Elma Ehrlich Levinger.[44]

Ethnische Themen[Bearbeiten]

Arna Bontemps (1902–1973), Autor von Story of the Negro

In den 1950er Jahren formierte sich die afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung, deren Ziel eine Aufhebung der noch immer bestehenden Rassentrennung und Rassendiskriminierung war. In der Kinderliteratur blieb dieses Thema jedoch noch lange Zeit ausgespart. Eine Ausnahme bildet das Sachbuch Story of the Negro (1948) von Arna Bontemps, einem Vertreter der Harlem Renaissance, das die Geschichte der Afroamerikaner von der Zeit der afrikanischen Königreiche bis zur amerikanischen Gegenwart erzählt. Der (weiße) Anthropologe Harold Courlander (1908–1996) veröffentlichte bereits 1947 seine Sammlung afrikanischer Sagen, The Cow-Tail Switch, and Other West African Stories.[45]

Der aus einer italienischen Familie stammende Künstler Leo Politi (1908–1996) wurde 1950 für Song of the Swallows mit einer Caldecott Medal ausgezeichnet. Das 1949 erschienene Bilderbuch erzählt alltägliche Ereignisse rund um die spanisch-kalifornische Missionskirche von San Juan Capistrano. In Mexiko ist die Handlung von Dorothy Rhoads' Bauernjungengeschichte The Corn Grows Ripe (1956) angesiedelt. Im selben Jahr erschien auch Mari Sandoz' (1896–1966) Roman The Horsecatcher, in dem das Heranwachsen eines jungen Cheyenne geschildert wird. Ann Nolan Clarks (1896–1995) Newbery Honor-Buch Secret of the Andes (1953) berichtet von den Abenteuern eines Inka-Jungen im Hochland der Anden.[46]

Viele andere Kinderbücher der Zeit haben europäische Schauplätze, wie Frankreich (The Avion My Uncle Flew, 1946, von Cyrus Fisher, 1904–1964; The Family Under The Bridge, 1958, von Natalie Savage Carlson, 1906–1997), die Schweiz (All Alone, 1953, von Claire Huchet Bishop, 1899–1993; Banner In The Sky, 1954, von James Ullman, 1907–1971) oder Italien (Red Sails to Capri, 1952, von Ann Weil, 1908–1969). Eine Caldecott Medal errang Nicolas Sidjakovs (* 1924) Bilderbuch Baboushka and the Three Kings (1960), das eine russische Sage nacherzählt. Wieder andere Bücher haben asiatische Schauplätze, wie Sibirien (The Defender, 1951, von Nicholas Kalashnikoff), China (Li Lun, Lad of Courage, 1947, von Carolyn Treffinger), Indien und Tibet (Daughter of the Mountain, 1948, von Louise Rankin) und Japan (Crow Boy, 1955, von Taro Yashima).[47]

Historische Themen[Bearbeiten]

Viele Kinder- und Jugendbücher der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die amerikanische Geschichte zum Thema. So erzählt Elizabeth Baitys Sachbuch Americans Before Columbus (1951) die Geschichte Amerikas vor der Entdeckung durch die Spanier. 1959 erschien Gerald W. Johnsons (1890–1980) Geschichtsbuch America Is Born: A History for Peter, das so erfolgreich war, dass im Jahr darauf ein Fortsetzungsband folgte. Eine Reihe von Büchern befasste sich mit den Schicksalen der Pioniere, wie der Roman Better Known as Johnny Appleseed (1950; von Mabel Leigh Hunt, 1892–1971), der Bestseller The Courage of Sarah Noble (1954; Alice Dalgliesh, 1893–1979) und das Sachbuch Frontier Living (1960; Edwin Tunis, 1897–1973). Die Romane Rifles for Watie (1957; Harold Keith, 1903–1998) und The Perilous Road (1958; William O. Steele 1917–1979) erzählen Geschichten aus dem Sezessionskrieg.[48]

Nennenswerte für junge Menschen geschriebene Biografien waren America’s Ethan Allen (1949; von Stewart Holbrook, 1893–1964), Gandhi, Fighter Without a Sword (1950; von Jeanette Eaton), Abraham Lincoln (1951; von James Sterling Tippett, 1885–1958) und Tom Paine, Freedom’s Apostle (1957; von Leo Gurko).[49]

Einige Autoren berichteten aus dem europäischen Mittelalter, darunter Eleanor Jewett (The Hidden Treasure of Glaston, 1946), Anne Malcolmson (* 1910; Song of Robin Hood, 1947) und Marguerite de Angeli (1889–1987) in ihrem Newbery-Siegertitel The Door in the Wall (1949).[50]

Walter (1901–1994) und Marion Havighursts Song of The Pines: A Story of Norwegian Lumbering in Wisconsin (1949) schildert die Erlebnisse eines jungen norwegischen Einwanderers im Farmland des Mittleren Westen. Den Farmalltag früherer Zeiten schildern auch die Mädchenbücher Wonderful Year (1946; von Nancy Barnes) und The Golden Name Day (1955; von Jennie Linquist).[51]

Alltagsgeschichten[Bearbeiten]

Eines der interessantesten amerikanischen Kinderbücher der 1950er Jahre ist Robert Paul Smiths (1915–1977) autobiografischer Roman Where Did You Go? Out. What Did You Do? Nothing. In einer Konsequenz, die in der Literaturgeschichte bis heute ohne Nachahmung geblieben ist, schildert das 1957 erschienene Buch auf nostalgische Weise das innere Leben der Kindheit, die Freuden und die Lebensnotwendigkeit der Ungestörtheit, der Abwesenheit von elterlicher Überwachung, der unstrukturierten Zeit, auch der Langeweile.

Beinahe etwas konventionell wirken im Vergleich dazu die Alltagsgeschichten von Catherine Besterman (* 1908), Marjorie Kinnan Rawlings (1896–1953), Jack Schaefer (1907–1991), Scott Corbett (1913–2006) und Patrick Skene Catling. Newbery-Preisträger waren Virginia Sorensens (1912–1991) Heimatgeschichte Miracles on Maple Hill (1956) und Joseph Krumgolds (1908–1980) Roman Onion John (1959), der von der Freundschaft eines Jungen zu einem sozialen Außenseiter erzählt. Während Schulgeschichten in den Kinderliteraturen anderer Länder eine breiten Raum einnehmen, war Jesse Stuarts (1906–1984) autobiografischer Bericht The thread that runs so true (1948) eines der wenigen Bücher dieser Zeit, die den amerikanischen Schulalltag beschreiben. In jüdischen Familien waren seit den frühen 1950er Jahren die All-Of-A-Kind-Family-Romane von Sydney Taylor (1904–1978) beliebt.[52]

Bücher für Mädchen[Bearbeiten]

Während Autorinnen wie Enid Blyton in Großbritannien schon in den 1940er Jahren einen Boom von Mädchenromanen auslösten, entwickelte dieses Genre sich in den Vereinigten Staaten, wo Mädchen eher Familiengeschichten als Geschichten um weibliche Peergroups lasen, zunächst kaum. Ein Beispiel für den Sonderweg der amerikanischen Literatur bilden die populären Beany Malone-Romane (1943–1969) von Lenora Mattingly Weber (1895–1971), die – an ein überwiegend weibliches Lesepublikum gerichtet – die Abenteuer einer mutterlosen Geschwistergruppe erzählen. Ebenfalls ein Bestseller war die seit 1955 publizierte Eloise-Bilderbuchreihe von Kay Thompson (1908–1998), die einen neuen Typ von selbstbewusstem Großstadtkind in die Kleinmädchenliteratur einführte.[53]

Phantastische Geschichten, Abenteuer und Krimis[Bearbeiten]

Während Lewis Carroll in Großbritannien schon im 19. Jahrhundert Maßstäbe in der phantastischen Kinderliteratur gesetzt hatte, folgten die amerikanischen Autoren diesem Beispiel erst sehr spät. Eine frühe Vertreterin des phantastischen Genres ist Julia L. Sauer, deren 1944 veröffentlichter Roman Fog Magic die Zeitreise eines Mädchens beschreibt. 1947 veröffentlichte der in Frankreich geborene William Pène du Bois (1916–1993) sein alsbald mit der Newbery Medal ausgezeichnete Geschichte The Twenty-One Balloons (1947), in der es um die Schiffbruch eines pensionierten Lehrers auf einer seltsamen Insel geht. Eine ganz anders geartete bizarre Welt schuf Betty MacDonald (1908–1958) in ihrer Mrs. Piggle-Wiggle-Serie (1947–1957). Weitere Beispiele für phantastische Kinderliteratur der Zeit sind die Romane My Father’s Dragon (1948; von Ruth Stiles Gannett, *1923), The Blue Cat of Castle Town (1949; von Catherine Coblentz, 1897–1951), Half Magic (1954; von Edward Eager, 1911–1964), David and the Phoenix (1957; von Edward Ormondroyd) und The Gammage Cup (1959; von Carol Kendall, 1917–2012).[54]

Internationale Beachtung fand die Robinsonade Insel der blauen Delphine (1960) von Scott O'Dell (1898–1989), der 1972 als zweiter Amerikaner mit dem Hans Christian Andersen Preis ausgezeichnet wurde. Eine Newbery Medal erhielt Jean Lee Latham (1902–1995) für ihren Seglerroman Carry On, Mr. Bowditch (1955). Weitere Abenteuergeschichten, die meist an ein Publikum von Jungen adressiert waren, stammen von Willard Price (1887–1983), Henry Felsen (1916–1995) und Jean Craighead George (1919–2012).[55]

Eine erfolgreiche Kinder-Krimiserie schuf der unter verschiedenen Pseudonymen schreibende Andrew E. Svenson (1910–1975) mit seinen The Happy Hollisters-Romanen (1953–1970), in deren Mittelpunkt eine Familie mit fünf Kindern steht, deren Leidenschaft es ist, Kriminalfälle zu lösen.

Nonsense-Literatur[Bearbeiten]

Ted Geisel (1904–1991) alias „Dr. Seuss“

Einer der bis heute beliebtesten amerikanischen Kinderbuchautoren ist der Cartoonzeichner und Schriftsteller Theodor Seuss Geisel, der seine phantasievollen und bizarren Arbeiten seit 1937 unter dem Pseudonym Dr. Seuss veröffentlichte. Viele davon – wie Horton Hatches the Egg (1940), The Cat in the Hat (1957), Yertle the Turtle and Other Stories, The Cat in the Hat Comes Back (beide 1958), Happy Birthday to You! (1959), One Fish, Two Fish, Red Fish, Blue Fish, Dr. Seuss’s ABC und Green Eggs and Ham (alle drei 1960) – erreichten auf Anhieb Millionenauflagen. Dem deutschsprachigen Publikum sind die in Reimen geschriebenen und in ihrem Sprachwitz schwer übersetzbaren Geschichten vor allem durch Film-Adaptionen wie Die 5000 Finger des Dr. T., Der Grinch, Ein Kater macht Theater und Horton hört ein Hu! bekannt geworden. In den USA verdanken sie ihre Popularität auch der Tatsache, dass sie trotz ihres hohen literarischen Anspruchs selbst von Leseanfängern schon bewältigt werden können. Das Buch The Cat in the Hat z. B. verdankt seine Entstehung dem Experiment des Autors, eine reizvolle literarische Arbeit zu schaffen, die vollständig auf einem Repertoire von 223 einfachsten Wörtern (sog. Sichtwörtern) basiert.

Das Werk von „Dr. Seuss“ hatte starken Einfluss auf einige jüngere Autoren wie P. D. Eastman (1909–1986; Go, Dog, Go!, 1961), Peggy Parish (1927–1988; Amelia Bedelia-Serie 1963–1988) und Roy McKie (The Riddle Book, 1978).[56]

1961–1970[Bearbeiten]

Bücher für Kleinkinder[Bearbeiten]

In den 1960er Jahren erschien in den USA erstmals eine große Anzahl von Bilderbüchern für Kleinkinder. In Millionenauflagen kamen die Arbeiten von Richard Scarry (1919–1994) und von Jan Pfloog heraus. Ein Bestseller wurde auch Eve Wittes Fühlbuch The Touch Me Book (1961).

Weitere erfolgreiche Kleinkinderbücher dieser Zeit waren Gyo Fujikawas (1908–1998) Band Babies (1963) und Don Freemans Teddybärengeschichte Corderoy (1968), die so stark nachgefragt war, dass später zahlreiche Nachfolgebände entstanden.

Bilderbücher[Bearbeiten]

Beni Montresor (1926–2001), Autor von May I Bring a Friend?

Zu den namhaftesten amerikanischen Bilderbuchautoren und -illustratoren zählt Maurice Sendak (1928–2012), dessen Caldecott Medal-Buch Wo die wilden Kerle wohnen (1963) ein Bestseller war und der im Laufe seiner weiteren Karriere so hochrangige Kinderbuchpreise wie den Hans Christian Andersen Preis für Illustration, den National Book Award, die Laura Ingalls Wilder Medal und den Astrid-Lindgren-Gedächtnis-Preis errang. Künstlerisch ambitioniert waren auch die Arbeiten von Beni Montresor (May I Bring a Friend?, 1964), Nonny Hogrogian (* 1932; Always Room for One More, 1965), Evaline Ness (1911–1986; Sam, Bangs, and Moonshine; 1966), Mary Stolz (1920–2006), Juliet Kepes (1919–1979), Sorche Nic Leodhas (1898–1969), Julian Scheer, Harve Zemach, Janina Domanska (ca. 1913–2008), William Sleator (1945–2011) und Uri Shulevitz (* 1935).[57]

Einige Bilderbuchserien der 1960er Jahre waren in den USA so erfolgreich, dass sie später zu Fernseh-Animationsserien fortentwickelt wurden. Darunter befinden sich Stan (1923–2005) und Jan Berenstains (1923–2012) The Berenstain Bears-Bücher, Else H. Minariks (* 1920) Little Bear’s-Bücher und Norman Bridwells (* 1928) Clifford the Big Red Dog-Bücher. Weitere erfolgreiche Bilderbuchautoren und -illustrationen der Zeit waren Eloise Wilkin (1904–1987), Mary Alice Fontenot (1910–2003), Shel Silverstein (1930–1999), Warren Chappell (1904–1991), Hilary Knight (* 1926), Michael Brown (*ca. 1920), Jack Kent (1920–1985), Edna Mitchell Preston und Bernard Waber (* 1924).[58]

Eine Auflage von fast 2 Millionen erreichte auch das didaktische Bilderbuch Never Talk to Strangers (1967) von Irma Joyce, das Vorschulkinder zur Vorsicht gegenüber Fremden anzuhalten versuchte.[59]

Einen viel beachteten Lyrikband für Kinder schuf John Updike (1932–2009) mit dem von Trina Schart Hyman illustrierten A Child’s Calendar (1965).

Natur- und Tiergeschichten[Bearbeiten]

Themen aus der Natur hatten das Caldecott Medal-Bilderbuch The Snowy Day (1962) von Ezra Jack Keats (1916–1983) und The Sun is a Golden Earring (1962) von Natalia M. Belting (* 1915).[60]

Bemerkenswerte Pferderomane der 1960er Jahre waren Hetty Burlingame Beattys (1907–1971) Blitz (1961) und Mebane Holoman Burgwyns (1914–1992) The Crackajack Pony (1970). Andere Tierromane handelten von Hunden (Kävik the Wolf Dog, 1968, von Walt Morey, 1907–1992; Sounder, 1969, von William H. Armstrong, 1911–1999), einem Waschbären (Rascal, der Waschbär, 1963, von Sterling North, 1906–1974) und einer Katze (It’s Like This, Cat, 1963, von Emily Cheney Neville, 1919–1997).[61]

Religiöse Themen[Bearbeiten]

Zu den wichtigsten Kinderbüchern mit christlicher Thematik zählten in den 1960er Jahren die von Joseph A. Grispino, Samuel Terrien und David H. Wice zusammengestellte, in einer Auflage von mehr als 4 Mio. herausgebrachte Kinderbibel The Children’s Bible (1965) und Ed und Barbara Emberleys Caldecott Honor-Buch One Wide River to Cross (1966), ein Bilderbuch, das die Geschichte der Arche Noah nacherzählte. Starke Elemente christlicher Botschaft enthält auch der Abenteuerroman Where the Red Fern Grows von Wilson Rawls (1913–1984), ein Bestseller aus dem Jahre 1961.

Ethnische Themen[Bearbeiten]

Obwohl die afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung in den 1960er Jahren auf ihren Höhepunkt gelangte, entstanden immer noch wenig Kinderbücher, die die Lebensbedingungen und die Kultur der Afroamerikaner zum Thema hatten. Eine Ausnahme bildet der Roman The Jazz Man (1966) von Mary Hays Weik (*ca. 1898), der von einem schwarzen Jungen in Harlem handelt. Andere Arbeiten erzählen allerdings afrikanische Geschichten, wie die Bilderbücher The Village of Round and Square Houses (1964) von Ann Grifalconi (* 1929), Why the Sun and the Moon Live in the Sky (1968) von Elphinstone Dayrell und Blair Lent (* 1930) und A Story a Story (1970) von Gail E. Haley (* 1939). Das erste viel beachtete Kinderbuch, das von Rassismus und von der Diskriminierung Schwarzer handelte, war der Roman The Cay (1969) von Theodore Taylors (1921–2006), von dem allein im Jahr 1976 mehr als 3 Millionen Exemplare verkauft wurden.[62]

Andere Bücher mit ethnischer Thematik waren der von den pazifischen Inseln erzählende Roman Call It Courage (1961; Armstrong Sperry, 1897–1976) und der von Spanien erzählende Roman Shadow of a Bull (1964; Maia Wojciechowska, 1927–2002). Hal Borlands (1900–1978) Indianerroman When the Legends Die (1963) wurde 1972 mit Richard Widmark verfilmt und wurde 1984 erneut mit mehr als 3 Mio. Exemplaren aufgelegt.[63]

Historische Themen[Bearbeiten]

Eine der namhaftesten Persönlichkeiten, die zur amerikanischen Kinder- und Jugendliteratur beigetragen haben, ist der 1935 aus Polen geflohene jiddische Schriftsteller und spätere Literatur-Nobelpreisträger Isaac Bashevis Singer (1902–1991). Fast alle der 14 Kinderbücher, die Singer geschrieben hat, erzählen von der Geschichte und dem Leben der polnischen Juden. Am bekanntesten sind seine Erzählbände Mazel and Shlimazel (1966), Zlateh die Geiß (1967) und Die Schelme von Schelm (1973) sowie der autobiografische Bericht Eine Kindheit in Warschau (1969), für den Singer 1970 mit einem National Book Award ausgezeichnet wurde.

Mit anderen Abschnitten aus der europäischen Geschichte befassen sich Elizabeth George Speares preisgekröntes Alt-Palästina-Buch The Bronze Bow (1961), die Griechenland-Geschichte Men of Athens (1962) von Olivia Coolidge (* 1908) und der Velázquez-Roman I, Juan de Pareja (1965) von Elizabeth Borton de Treviño (1904–2001).[64]

Andere Kinderbücher der Zeit beschäftigen sich mit Abschnitten aus der amerikanischen Geschichte wie z. B. die The Great Brain-Romane (1967–1995) von John D. Fitzgerald (1906–1988), deren Handlung in Utah am Ende des 19. Jahrhunderts angesiedelt ist. Ester Wiers (1910–2000) Buch The Loner (1963) erzählt die Geschichte eines Waisenjungen, der sich als landwirtschaftlicher Wanderarbeiter in Montana durchschlägt. In Brinton Turkles (* 1915) Bilderbuch Thy Friend, Obadiah (1969) geht es um die Erlebnisse eines Quäker-Jungen in Massachusetts.[65]

Alltags- und Familiengeschichten[Bearbeiten]

Der beachtlichste Familienroman der 1960er Jahre war Summer of the Swans (1970) von Betsy Byars (* 1928), der die Geschichte der Schwester eines autistischen Jungen erzählt. 1979 folgte ihr Bestseller Pinballs über drei Kinder in einer Pflegefamilie. Eine ganz andere Familiengeschichte schildert Sulamith Ish-Kishor (1896–1977) in Our Eddie (1969). Im Mittelpunkt dieses Romans steht eine jüdische Familie, die unter der Strenge des Vaters fast zerbricht. Louise Fitzhughs (1928–1974) Roman Harriet the Spy (1964) schildert die Erlebnisse eines Mädchens, das in der reichen Upper East Side von Manhattan aufwächst.[66]

Krimis und Großstadtabenteuer[Bearbeiten]

In den 1960er Jahren begannen zwei erfolgreiche Kinder-Krimiserien zu erscheinen: die Alvin Fernald-Romane (1960–1986) von Clifford B. Hicks (* 1920) handeln von einem Jungen, dessen phantastische Erfindungen ihm beim Auflösen von Kriminalfällen helfen; um einen Detektiv-Jungen von fabelhafter Intelligenz geht es auch in Donald J. Sobols (* 1924) Encyclopedia Brown-Romanen (seit 1963).[67]

Der sehr populäre und mit einer Newbery Medal ausgezeichnete Roman From the Mixed-Up Files of Mrs. Basil E. Frankweiler (1967) von E. L. Konigsburg (* 1930) handelt von einem altklugen 11-jährigen New Yorker Mädchen, das von zu Hause ausreißt und Zuflucht im Metropolitan Museum of Art sucht.[68] Von einem anderen Großstadtabenteuer, nämlich einem „Krieg“ zwischen Lieferwagenfahrern und fliegenden Händlern, erzählt The Pushcart War (1964) von Jean Merrill (1923–2012).

Phantastik und Science Fiction[Bearbeiten]

Ursula K. Le Guin (* 1929), Autorin der Erdsee-Romane

Das Genre der phantastischen Jugendliteratur, das sich in den USA erst spät und zögerlich entwickelt hatte, erlebte in den 1960er Jahren einen deutlichen Aufstieg. Vorangetrieben wurde diese Entwicklung vor allem von drei Autoren: Madeleine L'Engle (1918–2007), Lloyd Alexander (1924–2007) und Ursula K. Le Guin. Madeleine L'Engle veröffentlichte 1962 ihren Roman A Wrinkle in Time, der von den Zeitreisen drei Kinder berichtet. Gemeinsam mit drei später entstandenen Fortsetzungsbänden bildet A Wrinkle in Time die Tetralogie Time Quartet. Eine ganz andere Art von Phantastik schrieb Lloyd Alexander, der 1964 mit der Veröffentlichung seiner fünfteiligen Serie Die Chroniken von Prydain begann. Die Handlung dieser Fantasy-Romane war in einer von walisischen Sagen inspirierten Mythenwelt angesiedelt. Ursula K. Le Guin schrieb eine Vielzahl von Science Fiction- und Fantasyromanen, von denen der Erdsee-Zyklus (1968–2001) und der Roman Die linke Hand der Dunkelheit (früherer Titel: Winterplanet; 1969) am bekanntesten sind. Für jüngere Leser schrieb Le Guin die Romanserie Catwings (1988–1999) über mit Flügeln geborene Katzen.

Bereits 1961 war Norton Justers (* 1929) modernes Märchen The Phantom Tollbooth (1961) über einen Jungen erschienen, der durch eine magische Mautstation ins Königreich der Weisheit einreist. Weitere Vertreter der phantastischen Jugendliteratur waren Alexander Key (1904–1979; The Forgotten Door, 1965), Randall Jarrell (1914–1965; The Animal Family, 1965), Zilpha Keatley Snyder (1927–2014; The Egypt Game, 1967) und Sylvia Engdahl (* 1933; Enchantress From the Stars, 1970).[69]

An jüngere Kinder adressiert waren die The Littles-Romane (1967–2003) von John Peterson (1924–2002), in deren Mittelpunkt winziger Elfen-artiger Wesen stehen, die unentdeckt im Haushalt einer amerikanischen Familie leben.

Erfolgreiche Science-Fiction-Romanserien schrieben Jerome Beatty Jr. (1916–2002; Matthew Looney-Serie, 1961–1978) und Bertrand R. Brinley (1917–1994; Mad Scientist’s Club-Serie, 1961–68).[70]

Jugendliteratur[Bearbeiten]

Nachdem junge Erwachsene über Jahrhunderte hinweg kaum eine eigene Literatur besessen hatten und stattdessen meist zum Lesen der anerkannten und für jugendgerecht erachteten „Klassiker“ angehalten worden waren, entstand in den USA seit den 1950er Jahren erstmals eine Literatur, die das Leben Jugendlicher auf kritische Weise beschrieb und von der ausschließlich Jugendliche sich angesprochen fühlten. Eine Schlüsselrolle spielt in dieser Entwicklung J. D. Salingers 1951 veröffentlichter Roman Der Fänger im Roggen. Aufgegriffen werden viele der Motive von Der Fänger im Roggen beispielsweise in The Pigman (1968) von Paul Zindel (1936–2003), aber auch in den kommerziell sehr erfolgreichen Romanen von Susan E. Hinton (* 1958), wie Die Outsider (1967), That Was Then, This is Now (1971), Rumble Fish (1975) und Tex (1979). Einen frühen weiblichen Coming-of-Age-Roman schrieb Irene Hunt (1907–2001) mit Up a Road Slowly (1966).[71]

Sachbücher[Bearbeiten]

Zu den erfolgreichsten Kinder-Sachbüchern zählt Janet Gaylord Moores mit der Newbery Honor ausgezeichneter Kunst-Band The Many Ways of Seeing: An Introduction to the Pleasures of Art (1968).[72]

1971–1980[Bearbeiten]

Bücher für Kleinkinder[Bearbeiten]

Das in den 1960er Jahren entstandene Interesse an Lese- und Bildungsmaterialien für Klein- und Vorschulkinder setzte sich in den 1970er Jahren fort. 1969 hatte der Bildungssender National Educational Television (1970 durch PBS ersetzt) mit der Produktion und Ausstrahlung des Vorschul-Fernsehprogramms Sesame Street begonnen. Bücher zu dieser Serie – wie Grover and the Everything in the Whole Wide World Museum (1974), Grover’s Hide & Seek (1976) und Big Bird’s Color Game (1980) – erreichten bis in die 1980er Jahre hinein Millionenauflagen.

Äußerst populär waren auch die Baby-Fotobilderbücher von Judy und Phoebe Dunn (The Little Duck, 1976, u. a.), die didaktischen Kleinkindbücher von Katherine Howard (My First Picture Dictionary, 1978; Do You Know Colors?, 1979; I Can Count to 100 & Can You?, 1979) und die Arbeiten von Harry McNaught (500 Words to Grow On, 1973; Animal Babies, 1977; The Truck Book, 1978). Weitere erfolgreiche Kleinkinderbücher stammen von Leonard Baskin (1922–2000; Hosie’s Alphabet, 1972), Frank Asch (* 1946; Popcorn – A Frank Asch Bear Story, 1979), Donald Crews (* 1938; Truck, 1980) und Aurelius Battaglia.[73]

Bilderbücher[Bearbeiten]

Der kommerziell erfolgreichste Bilderbuchautor der 1970er Jahre war der im deutschsprachigen Raum wenig bekannte Illustrator Mercer Mayer (* 1943). Bereits sein 1968 erschienenes Nachtangst-Buch There is a Nightmare in My Closet war in den USA sehr beliebt. 1975 folgte Mayers Little Critter-Serie und 1977 eine weitere Serie, Little Monsters, die beide auf freundliche Weise mit dem Gruseln spielten und deren einzelne Bände bis 1994 27 Mal in den Bestsellerlisten erschienen.

Weitere Bilderbücher, die in den 1970er Jahren Millionenauflagen erreichten, waren The Night Before Christmas (1975, von Clement Clarke Moore, 1779–1863, und Douglas Gorsline, 1913–1985) und die beiden Dinosaurier-Bücher Dinosaurs (1977, von Peter Zallinger) und Danny and the Dinosaur (1978, von Syd Hoff). Erfolgreich waren auch die Arbeiten von Robert Kraus (1925–2001), Lois Utz (1932–1986), Robbie Branscum (1937–1997), Steven Kellogg (* 1941), und von Marc Brown (* 1946), der 1976 mit der Veröffentlichung seiner Arthur-Geschichten begann, die so populär wurden, das PBS von 1996 an eine auf den Büchern basierende Fernseh-Animationsserie (Erdferkel Arthur und seine Freunde) ausstrahlte.[74]

Mit der renommierten Caldecott Medal ausgezeichnet wurden u. a. die Rumpelstilzchen-Adaption Duffy and the Devil (1973; von Harve und Margot Zemach, 1931–1989), The Amazing Bone (1976; von William Steig, 1907–2003), der alttestamentliche Cartoon ohne Worte Noah’s Ark (1977; von Peter Spier, *1927) und A House is a House for Me (1978; von Mary Ann Hoberman). Andere künstlerisch interessante Arbeiten stammen von Cheli Durán Ryan, Carol Fenner (1929–2002), Susan Jeffers (*ca. 1940), Tomie dePaola (* 1934; Strega Nona-Serie), M. B. Goffstein, Mary Ann Hoberman (* 1930), Ilse Plume (* 1968), Joseph Low (1911–2007), Molly Bang (* 1943), Suse MacDonald (* 1940) und Rachel Isadora (* 1953) .[75]

Natur- und Tiergeschichten[Bearbeiten]

Viele Kinderbücher der 1970er Jahre bemühen sich darum, Kindern ein gefühlsmäßiges Verständnis von Natur nahezubringen, wie z. B. Jane Langtons (* 1922) Fantasy-Roman The Fledgling (1980) oder Joyce Sidmans (* 1956) Lyrik- und Bilderbuch Song of the Water Boatman and Other Pond Poems (1980). Von Insekten handeln Rebecca Caudills (1899–1985) Bilderbuch A Pocketful of Cricket (1972) über die Freundschaft eines Jungen zu einer Grille und Norma Farbers (1909–1984) Lyrikband Never Say Ugh to a Bug (1979).[76]

Zu den literarisch anspruchsvollsten Tierbücher der 1970er Jahre zählt Mrs. Frisby and the Rats of NIMH (1971) von Robert C. O’Brien (1918–1973), in dem eine bedrängte Feldmaus bei einer Gruppe von Ratten Zuflucht findet, die nach ihrem Ausbruch aus einem Labor eine intellektuell und technisch hochentwickelte Gemeinschaft gebildet haben. O’Briens Tochter Jane Leslie Conly veröffentlichte 1986 eine Fortsetzung, Rasco and the Rats of NIMH. Zu handelnden Figuren werden Tiere auch in den Arbeiten von Arnold Lobel (1933–1987), der mit seinen Frog and Toad-Geschichten (seit 1970) über eine Frosch und eine Kröte eine Bücherreihe für Leseanfänger schuf, deren Bände 1 und 2 nach ein paar Jahren Millionenauflagen erreichten. Lobels Sammlung von Tierfabeln Fables (1980) erhielt die Caldecott Medal.

Eine klassische Tiergeschichte bietet Allan W. Eckerts Abenteuerroman um einen Jungen und einen Dachs, Incident At Hawk’s Hill (1971). John Reynolds Gardiners (1944–2006) Roman Steinadler (1980) erzählt die Geschichte eines Jungen, der mit seinem Hundeschlitten einen Wettkampf gegen einen stillen und scheinbar unbesiegbaren Indianer antritt.[77]

Religiöse Themen[Bearbeiten]

Das erfolgreichste religiöse Kinderbuch der 1970er Jahre war der christliche Lyrikband Poems and Prayers for the Very Young (1973) von Martha Alexander. Als im weiteren Sinne christliche Geschichte muss auch Barbara Robinsons viel gelesener Schülerroman The Best Christmas Pageant Ever (1979) eingestuft werden. Mit der Caldecott Honor wurde 1976 Beverly Brodsky McDermotts Bilderbuch The Golem: A Jewish Legend ausgezeichnet, das die Verfolgung der Juden im Prag des 16. Jahrhunderts zum Thema hatte.[78]

Ethnische Themen[Bearbeiten]

In den 1970er Jahren erschien erstmals in der amerikanischen Literaturgeschichte eine größere Anzahl von Kinderbüchern mit afroamerikanischer Thematik, wie Mildred Taylors (* 1943) Newbery Medal-Träger Roll of Thunder, Hear My Cry (1976), Ouida Sebestyens (* 1924) National Book Award-Buch Words by Heart (1979), Bette Greenes (* 1934) Mädchenroman Philip Hall Likes Me, I Reckon Maybe (1974), Sharon Bell Mathis′ (* 1937) Familiengeschichte The Hundred Penny Box (1975) und der Coming-of-Age-Roman M. C. Higgins, the Great von Virginia Hamilton (1936–2002), einer der profiliertesten Kinder- und Jugendschriftstellerinnen, die 1992 als vierte Amerikanerin den Hans Christian Andersen Preis erhielt. Von Afrika berichten die Bilderbücher Jambo Means Hello: A Swahili Alphabet Book (1974; von Muriel Feelings, *1938) und Why Mosquitoes Buzz in People’s Ears (1975; von Verna Aardema, 1911–2000).[79]

Als Begründer der Chicano-Literatur, d. h. der Literatur der mexikanischen Amerikaner wird oft Rudolfo Anaya (* 1937) genannt, der neben Romanen für Erwachsene auch eine Reihe von Kinderbüchern geschrieben hat. Das erfolgreichste davon ist der Roman Bless Me, Ultima (1972) über die Geschichte eines Chicano-Jungen in New Mexico in den 1940er Jahren.[80]

Eine Reihe anderer Kinderbücher hat die Kultur der Indianer und der Eskimos Alaskas zum Thema, wie die preisgekrönten Bilderbücher Annie and the Old One (197; von Miska Miles, 1899–1986), Julie of the Wolves (1972; von Jean Craighead George, *1919), Arrow to the Sun (1974; von Gerald McDermott, *1941) und The Girl Who Loved Wild Horses (1978; von Paul Goble, *1930) sowie der Roman Anpao: An American Indian Odyssey (1977; von Jamake Highwater, ca. 1930–2001).[81]

1975 veröffentlichte Laurence Yep (* 1948) seinen Roman Dragonwings, der die Schicksale chinesisch-amerikanischer Migranten zur Zeit des großen Erdbebens von San Francisco (1906) schilderte und mit der Newbery Honor ausgezeichnet wurde. Ausgehend von Dragonwings schrieb Yep acht weitere Romane über die Erfahrungen der chinesischen Einwanderer in Kalifornien, die bald unter dem Titel Golden Mountain Chronicles zusammengefasst wurden.[82]

Mit der Caldecott Honor wurde 1978 Byrd Baylors (* 1924) Bilderbuch The Way to Start a Day ausgezeichnet, das Kindern einen bunten Bilderbogen mit Impressionen bot, auf welche Weise Menschen in aller Welt die Morgensonne begrüßen.[83]

Historische Themen[Bearbeiten]

Viele Kinderbücher der 1970er Jahre handeln von der Geschichte der Vereinigten Staaten, wie James (* 1928) und Christopher Colliers (* 1930) Roman über den Unabhängigkeitskrieg, My Brother Sam is Dead (1974), und Joan Blos' Mädchentagebuch aus den 1830er Jahren, A Gathering of Days: A New England Girl’s Journal (1979). Robert Newton Pecks (* 1928) Buch A Day No Pigs Would Die (1972) berichtet vom Leben der Shaker in Vermont.[84]

Zahlreiche Literaturpreise erhielt der Roman The Slave Dancer (1973) von Paula Fox (* 1923) über die amerikanische Sklaverei. 1978 erhielt Fox – als vierte Amerikanerin – den renommierten internationalen Hans Christian Andersen Preis. The Edge of Nowhere (1972) von Lucy Johnston Sypher (1907–1990) berichtet über den Alltag einer Familie in North Dakota in der Zeit um 1900. In einem jüngeren Abschnitt der amerikanischen ist die Handlung von Myron Levoys (* 1930) international viel beachtetem Roman Der gelbe Vogel (1977) angesiedelt, der vom Schicksal eines jüdischen Flüchtlingsmädchens in New York City in der Zeit des Zweiten Weltkrieges erzählt. Ein weiteres interessantes historisches Kinderbuch ist The Moved-Outers (1972) von Florence Crannell Means (1891–1980), das von der Internierung japanischstämmiger Amerikaner im Zweiten Weltkrieg handelt, einem Thema, dessen öffentliche Diskussion in den USA zu diesem Zeitpunkt noch kaum begonnen hatte. Im selben Jahr erschien zum selben Thema der autobiografische Roman Farewell to Manzanar von Jeanne Wakatsuki Houston und James D. Houston, den das Autorenpaar 1976 als Film adaptierte und der 1983 erneut in Millionenhöhe aufgelegt wurde. Ein Bestseller war der Jugendroman Summer of My German Soldier (1973) von Bette Greene (* 1934) über die Liebe einer Amerikanerin zu einem deutschen Kriegsgefangenen.[85]

Andere Kinderbücher der Zeit behandelten Motive der europäischen Geschichte, wie der Holocaust-Roman The Upstairs Room (1972) von Johanna Reiss. Von einem anderen Genozid, dem türkischen Völkermord an den Armeniern, handelt David Kherdians (* 1931) Buch The Road from Home: The Story of an Armenian Girl (1979). Der mit einem National Book Ward ausgezeichnete Kinderkrimi The Court of the Stone Children (1973) von Eleanor Cameron (1912–1996) führt die Leser ins Frankreich der Zeit Napoleons. Ein anderer Krimi, The Perilous Gard (1974) von Elizabeth Marie Pope (* 1917), erzählt von Druiden im mittelalterlichen England.[86]

Alltags-, Familien- und Schulgeschichten[Bearbeiten]

Ein Bestseller der 1970er Jahre war Judith Viorsts (* 1931) Bilderbuch Alexander and the Terrible, Horrible, No Good, Very Bad Day (1972), das die Tag eines kleinen Jungen beschreibt, der am Morgen mit dem verkehrten Fuß zuerst aufgestanden ist. Millionenauflagen hatten die Ekelgeschichte How to Eat Fried Worms (1973; von Thomas Rockwell, *1933) und der Schokoladenliebhaber-Roman Chocolate Fever (1978). Im Schulmilieu ist die Handlung von Paula Danzigers (1944–2004) Mädchenroman The Cat Ate My Gymsuit (1974) und von Robert Cormiers (1926–2000) Bestseller The Chocolate War (1974) angesiedelt. Der Roman Hang Tough, Paul Mather (1973) von Alfred Slote (* 1926) schildert das Schicksal eines Baseball-begeisterten Jungen, der an Leukämie erkrankt.[87]

Krimis und Gruselgeschichten[Bearbeiten]

Der beachtlichste Kinder-Kriminalroman der Zeit ist der Caldecott Medal-Träger The Westing Game (1978) von Ellen Raskin (1928–1984), ein Whodunit um die 16 Erben eines unter seltsamen Umständen verstorbenen Millionärs. Viel gelesen wurden auch die seit 1972 erschienenen Nate the Great-Detektivromane von Marjorie W. Sharmat (* 1928).[88]

Eine Serie kurioser Gruselromane für Kinder schuf James Howe (* 1946) im Jahr 1979 mit seinen Bunnicula-Romanen um eine Familie, die von einem Vampir-Kaninchen heimgesucht wird, das Gemüse den Saft absaugt.[89]

Phantastik[Bearbeiten]

Die Phantastik erreichte in den 1970er Jahren einen neuen Höhepunkt mit Katherine Paterson (* 1973) und ihren Roman Die Brücke nach Terabithia (1977) über zwei einsame Kinder, die in einem Wald in der Nähe ihrer Elternhäuser ein Phantasiereich erschaffen, in dem sie König und Königin sind. Das Buch wurde mit der Newbery Medal geehrt, und für ihr Lebenswerk erhielt Paterson später so hochrangige Auszeichnungen wie den Hans Christian Andersen Preis und den schwedischen Astrid-Lindgren-Gedächtnis-Preis.

Der Phantastik zuzurechnen ist auch Donald Barthelmes (1931–1989) mit dem National Book Award ausgezeichnetes Bilderbuch The Slightly Irregular Fire Engine or The Hithering, Thithering Djinn (1971). Die britisch-amerikanische Schriftstellerin Susan Cooper veröffentlichte 1975 ihren Fantasyroman Der graue König. Das Buch, das Bestandteil einer fünfteiligen Serie von Artus-Romanen (Die Wintersonnenwende) ist, wurde mit der Newbery Medal ausgezeichnet. Weitere künstlerisch ambitionierte phantastische Romane der Zeit sind Journey Outside (1972; von Mary Q. Steele, 1922–1992), Tuck Everlasting (1975; von Natalie Babbitt, *1932) und A String in the Harp (1976; von Nancy Bond, *1945).[90]

Jugendbücher[Bearbeiten]

Die erfolgreichste amerikanische Jugendbuchautorin der 1970er Jahre war Judy Blume (* 1938), die sich nicht scheute, in ihren Arbeiten, die bis 1982 regelmäßig in den Bestsellerlisten erschienen, auch delikate Themen zu behandeln, wie Menstruation (Are You There God? It’s Me, Margaret, 1970), Masturbation (Then Again, Maybe I Won't, 1971; Deenie, 1973), Scheidung (It’s Not the End of the World, 1972), Mobbing (Blubber, 1974) und Teenager-Sexualität (Forever…, 1975).[91]

Andere viel gelesene Jugendbücher der Zeit waren The Boy Who Could Make Himself Disappear (1971; von Kin Platt, 1911–2003), The Magic of the Glits (1979; von C. S. Adler, *1932), Vision Quest (1979; von Terry Davis, *1947) und der Bestseller It’s Not What You Expect (1973) von Norma Klein (1938–1989). Äußerst erfolgreich war auch das anonym veröffentlichte Drogentagebuch Go Ask Alice, das 1971 erstmals veröffentlicht, 1973 als Fernsehfilm adaptiert wurde, und 1998 mit einer Auflage von 4,6 Mio. Exemplaren erneut in die Bestsellerlisten gelangte.[92]

Mad Libs[Bearbeiten]

Ein spielerisch-humoristisches Literaturgenre, das bereits in den 1950er Jahren entstanden war, in den 1970er Jahren jedoch mit Millionenauflagen in den Bestsellerlisten erschien, waren die bei amerikanischen Kindern bis heute äußerst populären Mad Libs. Mad Libs sind Sammlungen kurzer Texte, in denen an Stelle vieler Wörter (Substantive, Eigennamen, Verben, Adjektive, Adverbien) Leerstellen stehen, die vom Benutzer ergänzt werden. Da die Ersatzwörter ausgewählt werden, bevor der Benutzer den Text kennt, ergibt sich meist ein komischer und unterhaltsamer Effekt.[93]

Sachbücher[Bearbeiten]

Die 1970er Jahre brachten eine Reihe interessanter und preisgekrönter Sachbücher für Kinder, wie David Macaulays (* 1946) aufwändig illustrierten Architekturband Sie bauten eine Kathedrale (1973), Judith und Herbert Kohls Buch über pflanzliches und tierisches Leben, The View From the Oak (1977) und Oh, Boy! Babies (1980) von Alison Cragin Herzig (* 1935) und Jane Lawrence Mali, ein Fotoessay über die Erfahrungen einer Gruppe von 11- und 12-jährigen Jungen, die Säuglingspflege erproben.

Bestseller waren das von Judith Levy herausgegebene Kinder-Nachschlagewerk Macmillan Dictionary for Children (1975) und das Clear and Simple Thesaurus Dictionary (1971) des heute der Penguin-Gruppe zugehörigen Verlages Grosset & Dunlap.

1981–1990[Bearbeiten]

Bücher für Kleinkinder[Bearbeiten]

Kommerziell äußerst erfolgreich waren die Kleinkinderbücher der Sandra Boynton (* 1953), wie der Tierband Moo Baa La La La und das Gutenachtbuch The Going to Bed Book (beide 1982). Seit 1980 publizierte Eric Hills seine Bücher über den Hund Spot (seit 1980); die Spot-Bände waren Lift-the-flap-Bücher, Kartonbücher mit beweglichen Klappen, unter denen sich zusätzliche Illustrationen befinden, ein Bilderbuchtyp, der in den USA bis heute sehr populär und sehr weit verbreitet ist. Weitere Kleinkinderbuch-Bestseller der Zeit stammen von Audean Johnson, Joan Phillips, Lars Wik, Steve Shevett und Jane Dyer. Millionenauflagen erreichten die Wee Sing-Liederbücher, die der (heute der Penguin-Gruppe zugehörige) Verlage Price Stern Sloan in den späten 1980er Jahren veröffentlichte.[94]

Bilderbücher[Bearbeiten]

Die Dichterin Nancy Willard (* 1936) veröffentlichte 1981 das Bilderbuch A Visit to William Blake’s Inn, das in Versen eine Reihe von Ereignissen in einem historischen Gasthaus schildert und das als einziges Werk in der amerikanischen Literaturgeschichte sowohl die Caldecott Medal als auch die Newbery Medal gewann. Ein noch weitaus bekannterer Caldecott Medal-Träger ist Chris Van Allsburg (* 1949), dessen 1982 erschienenes Buch Jumanji 1995 mit Robin Williams verfilmt wurde. Verfilmt wurden auch Van Allsburgs 1985 publizierte Weihnachtsgeschichte, Polarexpress, und sein 2002 veröffentlichtes, an Jumanji angelehntes Buch Zathura.[95]

Jan Brett (* 1949), Autorin von The Mitten

Vier weitere namhafte Bilderbuchillustratoren traten in den 1980er Jahren erstmals in Erscheinung: Das Künstlerehepaar Audrey und Don Wood, das einen sehr charakteristischen, farbenprächtigen und an witzigen Details übervollen Illustrationsstil entwickelte, veröffentlichte 1984 den Bestseller The Napping House über Komplikationen, die eintreten, als ein Kind sich mit der Großmutter zum Mittagsschläfchen hinlegt. Audrey und Don Woods 1985 publiziertes Bilderbuch King Bidgood’s in the Bathtub erhielt eine Caldecott Honor. Paul O. Zelinsky (* 1953) schrieb und illustrierte preisgekrönte Bilderbücher wie Hansel and Gretel (1984), Rumpelstilzkin (1986), The Wheels on the Bus (1990), Swamp Angel (1995) und Rapunzel (1997). Extrem aufwändig sind die Illustrationen in den Arbeiten der Künstlerin Jan Brett gestaltet, z. B. The Mitten: An Ukrainian Folktale (1989), Town Mouse, Country Mouse (1994) und The Umbrella (2004).[96]

Weitere interessante Bilderbücher der Zeit stammen von James Cross Giblin (* 1933), Winifred Barnum (* 1946), Ann Jonas (* 1932), Nancy Tafuri, Rika Lesser (* 1953), Aliki Brandenberg (* 1929), Helen Lester (* 1936), James Marshall (1942–1992) und Jon Scieszka (* 1954). Kommerziell erfolgreich waren die Arbeiten von Judi und Ron Barrett, Laura Numeroff, Deborah Hautzig, Esphyr Slobodkina (1908–2002), Robert Munsch (* 1945), die Max & Martha-Serie von Danielle Steel und die Magic Charm-Serie von Elizabeth Koda-Callan.[97]

Erstlesegeschichten[Bearbeiten]

Unter den kommerziell erfolgreichsten Büchern für Leseanfänger befanden sich in den 1980er Jahren die Arbeiten Dinosaur Days (1985; von Joyce Milton), Hungry, Hungry Sharks (1986; von Joanna Cole, *1944), Titanic: Lost & Found (1987; von Judy Donnelly), It’s Not Easy Being a Bunny (1983; von Marilyn Sadler) und das Balto-Buch The Bravest Dog Ever (1989; von Natalie Standiford).[98]

Tiergeschichten[Bearbeiten]

In den 1980er Jahren entstand in den USA erstmals eine eigenständige Literatur von Pferde- und Reiterromanen für Mädchen, wie A Very Young Rider (1987) von Jill Krementz (* 1940) und die The Saddle Club-Romane (1988–2001) von Bonnie Bryant (*ca. 1960), die 2001 in Australien als Fernsehserie adaptiert wurden.

Literarisch beachtliche Tierbücher der Zeit waren Paul Fleischmans (* 1952) Insekten-Poesie-Band Joyful Noise: Poems for Two Voices (1989) und das Sachbuch A Penguin Year (1989) von Susan Bonners.[99]

Religiöse Themen[Bearbeiten]

Trina Schart Hyman (1939–2004) und Margaret Hodges (1911–2005) veröffentlichten 1984 ihr Bilderbuch Saint George and the Dragon, das die Legende vom Heiligen Georg nacherzählte und die Caldecott Medal gewann. Bestseller waren die für Kleinkinder illustrierte Krippengeschichte The Christmas Story (1986) von Ruth J. Morehead und Kenneth Taylors Vorlesebuch My First Bible In Pictures (1989). Eine jüdische Legende erzählt das Bilderbuch Hershel and the Hanukkah Goblins (1989) von Eric A. Kimmel (* 1946).[100]

Ethnische Themen[Bearbeiten]

John Steptoe (1950–1989) veröffentlichte 1987 sein Bilderbuch Mufaro’s Beautiful Daughters: An African Tale, das ein afrikanisches Märchen um zwei ungleiche Schwestern nacherzählt. Aus dem afroamerikanischen Leben berichteten das Bilderbuch Mirandy and Brother Wind (1988; von Patricia C. McKissack, *1944), der an heranwachsende Mädchen adressierte Roman Marked By Fire (1982; von Joyce Carol Thomas, *1938) und das Jungenbuch The Moves Make the Man (1984; von Bruce Brooks, *1950).[101]

Einige bemerkenswerte und preisgekrönte Bilderbücher erzählten Geschichten aus fremden Ländern, wie The Talking Eggs: A Folktale from the American South (1989; Südamerika) von Robert D. San Soucis (* 1946), The Boy of the Three-Year Nap (1988; Japan) von Diane Snyder, The Emperor and the Kite (1988; China) von Jane Yolen (* 1939) und Lon Po Po: A Red-Riding Hood Story from China (1989; China) von Ed Young (* 1931). Suzanne Fisher Staples' (* 1945) Kinderroman Shabanu, Daughter of the Wind (1989) erzählt die Geschichte eines Nomadenmädchens in Pakistan, und in Gloria Whelans National Book Award-Preisträger Homeless Bird (1990) geht es um eine junge Inderin, die bereits mit 13 Jahren zur Witwe wird.[102]

Historische Themen[Bearbeiten]

Molly, eine American Girl-Puppe, deren Charakter der Zeit des Zweiten Weltkrieges zugeordnet ist. Mollys Abenteuer erschienen nicht nur in Buchform, sondern 2006 auch als Film.[103]

Verantwortlich für die kommerziell erfolgreichste Kinder-Geschichtsbuch-Reihe der 1980er Jahre – wenn nicht der amerikanischen Kinderliteratur überhaupt – ist das Unternehmen American Girl, das seit 1986 nicht nur eine Serie von Puppen herausbringt, die jeweils mit einer Kollektion von Kleidern aus einem bestimmten Abschnitt der amerikanischen Geschichte geliefert werden, sondern ergänzend auch eine Vielzahl von Printmaterialien wie Anziehpuppen und Lesebücher, in denen nicht nur Abenteuer über die einzelnen Puppencharaktere erzählt, sondern auch Geschichtskenntnisse vermittelt werden. Von 1986 bis 1993 erschienen diese Bände, hinter denen Autorinnen wie Janet Shaw, Valerie Tripp, Connie Porter, Susan Adler und Maxine Rose Schur standen, immer wieder mit Millionenauflagen in den Bestsellerlisten.[104]

Mit der amerikanischen Geschichte beschäftigen sich auch viele andere Bücher, wie der Roman A Lion to Guard Us (1981) von Clyde Robert Bulla (1914–2007), der die Geschichte eines englischen Mädchens erzählt, das im 17. Jahrhundert auf der Suche nach ihrem Vater in die Kolonie Virginia reist. Newbery Medal-Bücher der 1980er Jahre waren Russell Freedmans (* 1929) „Photobiografie“ über Abraham Lincoln (1987) und Patricia MacLachlans (* 1938) Familienroman Sarah, Plain and Tall (1985), der vom Leben der Farmer im Mittleren Westen zur Zeit des späten 19. Jahrhunderts berichtet. Von Erlebnissen amerikanischer Kinder im Zweiten Weltkrieg handelt Lily’s Crossing (1984) von Patricia Reilly Giff (* 1935). Der 1984 publizierte Bestseller In the Year of the Boar and Jackie Robinson von Bette Bao Lord (* 1938) erzählt die Geschichte eines chinesischen Migrantenmädchens in New York im Jahre 1947.[105]

Mit der außeramerikanischen Geschichte befasst sich z. B. Rhonda Blumbergs (* 1917) Kinderroman Commodore Perry In the Land of the Shogun (1985) über den Beginn der amerikanisch-japanischen Handelsbeziehungen im 19. Jahrhundert. Alice (* 1918) und Martin Provensens (1916–1987) Caldecott-Bilderbuch The Glorious Flight (1987) berichtet von Louis Blériots Pionierflug über den Ärmelkanal im Jahr 1909. Der autobiografische Roman Homesick: My Own Story (1982) der vielfach ausgezeichneten Kinderbuchautorin Jean Fritz (* 1915) erzählt von den Erlebnissen eines amerikanischen Mädchens in China in den 1920er Jahren. Preisgekrönte Kinder-Sachbücher der 1980er Jahre waren Aranka Siegals (* 1930) Arbeit Upon the Head of the Goat (1981) über das Schicksal ungarischer Juden im Zweiten Weltkrieg und Milton Meltzers (* 1915) Bericht Rescue: The Story of How Gentiles Saved Jews in the Holocaust (1988) über Menschen, die in der Zeit des Holocaust ihr eigenes Leben eingesetzt haben, um jüdisches Leben zu retten. Lois Lowrys populärer Roman Number the Stars (1990) erzählt vom Schicksal der Juden im Zweiten Weltkrieg aus der Perspektive Dänemarks, wo die Bevölkerung trotz der deutschen Besetzung einen Holocaust durch zivilen Ungehorsam verhindern konnte. Noch bekannter ist heute allerdings Lowrys 1993 erschienener Roman Hüter der Erinnerung über die verstörenden Erfahrungen eines 12-jährigen Jungen in einer nur scheinbar idealen Welt.[106]

Familien-, Alltags- und Schulgeschichten[Bearbeiten]

Die in den 1980er Jahren erfolgreichste Autorin von Familiengeschichten war Beverly Cleary (* 1916), deren 1983 erschienener Kinderroman Dear Mr. Henshaw über ein 10-jähriges Scheidungskind mit der Newbery Medal ausgezeichnet wurde. Viel gelesen wurden auch Cleary’s Ramona Quimby-Kleinmädchenromane und ihre Ralph S. Mouse-Serie über die Abenteuer einer Maus.[107]

Eine weitere namhafte Autorin von Familiengeschichten war Cynthia Voigt (* 1942), die 1981 mit der Veröffentlichung ihres Tillerman Cycle begann, einer Romanserie über vier verwaiste Geschwister, die sich ohne Eltern in Connecticut durchzuschlagen versuchen. Für den zweiten Band der Serie, Dicey’s Song (1982), erhielt Voigt die Newbery Medal. Karen Ackerman (* 1951) und Stephen Gammell (* 1943) veröffentlichten 1988 ihr Caldecott-Bilderbuch Song and Dance Man über einen musikalischen Großvater. Das Bilderbuch A Chair for My Mother (1982) von Vera B. Williams (* 1927) erzählt die Geschichte einer hart arbeitenden Kellnerin, deren kleine Tochter Geld spart, um für die Mutter einen bequemen Sessel zum Ausruhen kaufen zu können. In Lesléa Newmans (* 1955) unkonventionellem Bilderbuch Heather Has Two Mommies (1989) geht es um ein Mädchen, das mit zwei lesbischen Müttern aufwächst. Andere bemerkenswerte Familiengeschichten der Zeit waren Mavis Jukes' (* 1947) Kinderroman Like Jake and Me (1984) um einen Jungen und seinen neuen Stiefvater und Norma Fox Mazers (1931–2009) Teenagerroman After The Rain (1987).[108]

In den 1980er Jahren entstand erstmals eine größere Anzahl populärer Kinderromane, deren Handlung im Schulmilieu angesiedelt war. Die erfolgreichste Vertreterin dieses Genres war zunächst Francine Pascal (* 1938), die 1983 mit der Publikation ihrer Sweet Valley High-Schülerromane begann, deren einzelne Bände Millionenauflagen erreichten und die bald von einem Team von Ghostwritern fortgesetzt wurde. Viel gelesen wurden auch die Schülergeschichten von Louis Sachar (* 1954), der von 1978 bis 1995 seiner fünfteilige Romanserie Sideways Stories From Wayside School veröffentlichte. Von Schülern erzählten auch viele weitere von Sachars Büchern, wie z. B. There is a Boy in the Girls' Bathroom (1988) und Löcher (1998). Viele Schülergeschichten waren auf ein weibliches Lesepublikum zugeschnitten, wie z. B. die sehr populäre Baby-sitters Club-Romane von Ann M. Martin (* 1955), die von 1986 bis 2000 erschienen, in den 1980er Jahren Millionenauflagen erreichten und bald von Ghostwritern geschrieben wurden.[109]

Zu den interessantesten Schulromanen der Zeit zählt Morton Rhues (* 1950) 1981 veröffentlichtes Buch Die Welle über einen engagierten Geschichtslehrer, der mit seiner Schulklasse „den Faschismus erprobt“, ein Experiment, das beinahe zu einem Unglück führt. Um Rassenkonflikte geht es in Jerry Spinellis (* 1941) Newbery Medal-Roman Maniac Magee (1990) um einen elternlosen 12-Jährigen, der als extrem talentierter Sportler zwischen den Weißen und den Schwarzen seiner Heimatstadt zu vermitteln sucht.

Abenteuergeschichten und Krimis[Bearbeiten]

R. A. Montgomery (* 1936) veröffentlichte von 1979 bis 1998 eine Serie von „Choose Your Own Adventure“-Romanen, in denen die Leser durch Hin- und Herblättern an ausgewählten Punkten der Handlung selbst entscheiden können, wie die Erzählung weitergehen soll. Sid Fleischmans (1920–2010) Newbery-BuchThe Whipping Boy (1986) erzählt die Geschichte von einem Prügelknaben, der unerwartet zum besten Freund des verzogenen Prinzen wird, für den er gewöhnlich die Schläge einstecken muss. Andere wichtige Abenteuerromane der Zeit waren The Goats (1987; von Brock Cole, *1938), Hatchet (1987; von Gary Paulsen, *1939) und die Problemgeschichte um Schuld und Gewissen On My Honor (1987; von Marion Dane Bauer, *1938).[110]

Lois Duncan (* 1934) publizierte 1985 ihren Teenagerthriller Locked In Time (1985) über eine Internatsschülerin, die mit dem Tod ihrer Mutter und der Wiederverheiratung ihres Vaters fertig werden muss. Eine erfolgreiche Krimi-Serie für jüngere Mädchen bildeten die seit 1980 veröffentlichten Cam-Jansen-Romane von David A. Adler (* 1947)[111]

Gruselgeschichten und Phantastik[Bearbeiten]

Tamora Pierce (* 1954), Autorin der Song of the Lioness-Fantasyromane um eine weiblichen Ritter

1986 begann Alvin Schwartz (* 1927) mit der Publikation seiner Scary Stories to Tell in the Dark, einer Serie von Gruselromanen für Kinder, die bis 1991 mehrfach in den Bestsellerlisten erschienen. 1980 veröffentlichte Barbara Brooks Wallace ihren Roman Peppermints in the Parlor über ein Mädchen, das nach dem Tod seiner Eltern Zuflucht bei Verwandten in San Francisco findet, jedoch bald entdeckt, dass ihr neues Zuhause von einem schrecklichen Geheimnis überschattet wird. Die Geschichte, das Wallace 2005 mit einer Fordetzung ergänzte, wurde später gelegentlich mit den Arbeiten von Lemony Snicket verglichen. Gruselromane für Teenager schrieben Mary Downing Hahn (* 1937; Wait Till Helen Comes: A Ghost Story, 1986) und Joan Lowery Nixon (1927–2003; Whispers From the Dead, 1989).[112]

Abgesehen von den Arbeiten von Judy Blume spielten Jugendromane im engeren Sinne im Buchmarkt der 1980er Jahre eine schwindende Rolle. An ihrer Stelle lasen Teenager in zunehmendem Umfang serielle Fantasy-Literatur wie die Ratha-Romane (seit 1983) von Clare Bell (* 1952), die Young Wizards-Romane (seit 1983) von Diane Duane (* 1952), die The Song of the Lioness-Romane (seit 1983) von Tamora Pierce und die Unicorns of Balinor-Romane von Claudia Bishop alias Mary Stanton (* 1947). Literarisch anspruchsvoller waren die Arbeiten von Bill Brittain (* 1930; The Wish Giver, 1983), Robin McKinley (* 1952; The Hero and the Crown, 1984) und Janet Taylor Lisle (* 1947; Afternoon of the Elves, 1989). Für jüngere Leser schuf William Joyce (* 1957) Mitte der 1980er Jahre die Abenteuerserie George Shrinks über einen 10-Jährigen, der aus unerklärlichen Gründen nur 8 Zentimeter groß ist. Die Bücher waren so populär, dass sie 2000 als Fernseh-Animationsserie adaptiert wurden.[113]

Sachbücher[Bearbeiten]

Zu den Pionieren des modernen amerikanischen Verlagswesens zählt das (heute der Scholastic-Gruppe zugehörige) Unternehmen Klutz Press, das 1977 mit einem neuartigen Marketing-Konzept auf den Buchmarkt drängte und mit der Veröffentlichung einer Serie von Kinder-Hobby- und -Wissensliteratur begann, deren einzelne Ausgaben nicht nur Printmaterial, sondern auch ein Set der jeweils benötigten Requisiten bzw. Bastelmaterialien enthalten. Dem ersten Band der Serie, dem Jonglier-Handbuch Juggling for the Complete Klutz, waren z. B. drei Bean-Bag-Jonglierbälle beigepackt. Millionenauflagen erreichte Klutz mit dem Seifenblasen-Set The Unbelievable Bubble Book, dem Kinder-Kochbuch Cooking: A Very Slightly Messy Manual (beide 1987), dem Brettspiel-Set The Book of Classic Board Games und dem Umwelt-Set 50 Simple Things Kids Can Do to Save the Earth (beide 1990). Andere Unternehmen kopierten das Konzept sogleich, wie etwa die Workman Publishing Company, die 1987 mit dem Insektensammler-Set The Bug Book & Bug Bottle eine Millionenauflage erreichte.[114]

Bei der Buchkritik erfolgreiche Kinder-Sachbücher waren Kathryn Laskys (1944) Bildband Sugaring Time (1983) über Ahornsirupgewinnung in Neuengland und Patricia Laubers (* 1924) Buch über den Ausbruch des Mount St. Helens 1980, Volcano (1986).[115]

1991–2000[Bearbeiten]

Bücher für Kleinkinder[Bearbeiten]

Das auf dem amerikanischen Buchmarkt erfolgreichste Kleinkinderbuch der 1990er Jahre war der von Dorling Kindersley 1997 erstmals aufgelegte Band My First ABC Board Book, dem bald ähnliche Bücher wie My First ABC Board Book und My First Animal Book (beide 1998) folgten. Andere Bestseller waren Matthew Van Fleets Fühlbuch Kuschelgelbe Enten (1995), das Bauernhof-Lift-the-Flap-Buch Open the Barn Door von Christopher Santoro und zwei 1992 erschienene Liederbücher aus der „Little Golden Books“-Reihe: Super Songs with Silly Sounds und Kids Songs with Crazy Sounds. Eine Millionenauflage erreichte 1992 das The Cheerios Play Book von Lee Wade, das Klein- und Vorschulkinder zu mathematisch-propädeutischen Spielen mit Cheerios, einem bei amerikanischen Familien sehr verbreiteten Frühstücksgetreideprodukt, anzuregen versucht.[116]

1990 veröffentlichte die Illustratorin Lois Ehlert (* 1934), deren künstlerisches Markenzeichen farbenprächtige, mit raffiniert-einfachen Mitteln gestaltete Collagen sind, ihr Buch Color Zoo, das mit einer Caldecott Honor ausgezeichnet wurde. Ähnlich farbenfroh gestaltet ist Denise Flemings (* 1950) Buch In the Small, Small Pond (1993) über das Leben in einem Teich und Jennifer Wards (* 1963) Buch Somewhere In the Ocean (2000) über Tiernachwuchs im Meer.[117]

Bilderbücher[Bearbeiten]

Preisgekrönte amerikanischen Bilderbuchautoren und -illustratoren der 1990er Jahre sind Emily Arnold McCully (* 1939; Mirette on the High Wire, 1992), Chris Raschka (* 1959; Yo! Yes?, 1993; The Hello, Goodbye Window, 2005), Eric Rohmann (* 1957; Time Flies, 1994; My Friend Rabbit, 2002), Peggy Rathmann (* 1953; Officer Buckle and Gloria, 1995), Leo (* 1933) und Diane Dillon (* 1933; To Every Thing There Is a Season, 1998), Mary Azarian (* 1940; Snowflake Bentley, 1998), Judith St. George und David Small (* 1945; So You Want to Be President?, 2000).[118]

Eine faszinierende eigene Bilderwelt bieten die Arbeiten des Künstlers Peter Sís (* 1949), in denen sich häufig die transkulturelle Erfahrung des Autors widerspiegelt; während eines Arbeitsaufenthaltes in den USA 1984 entschloss sich Sís, nicht in seine Heimat, die Tschechoslowakei, zurückzukehren. Für sein Buch Starry Messenger: Galileo Galilei (1996) wurde er mit einer Caldecott Honor ausgezeichnet. Ebenfalls 1996 erregte David Pelletier Aufsehen, weil er mit The Graphic Alphabet erstmals ein Bilderbuch veröffentlichte, das auf professionelle Weise die aktuellen Möglichkeiten der Computergrafik ausschöpfte. Weitere künstlerisch interessante Bilderbücher stammen von Anne Isaacs (* 1949), Janet Stevens (* 1953), Lloyd Moss, Stephen T. Johnson, David Shannon (* 1960), Sarah Stewart, Jerry Pinkney (* 1939), Doreen Cronin und Ian Falconer (* 1959).[119]

Jamie Lee Curtis (* 1958), Autorin von Today I Feel Silly

1994 veröffentlichte Audrey Penn ihr Buch The Kissing Hand (1994), das von der alltäglichen Trennung eines Waschbärkindes von seiner Mutter handelt und das in vielen amerikanischen Familien mit Day-Care-Kindern und Schulanfängern seitdem eine Lieblingslektüre ist. In den 1990er Jahren begann auch die Schauspielerin Jamie Lee Curtis, eine Reihe ambitionierter Bilderbücher zu veröffentlichen. Zu ihren populärsten Arbeiten gehören die Adoptionsgeschichte Tell Me Again About the Night I Was Born (1996), das Gefühle-Buch Today I Feel Silly: And Other Moods That Make My Day (1998), das Buch über Selbstbeherrschung, It’s Hard to Be Five (2004), und das Kinder-Sorgen-Buch Is There Really a Human Race? (2006). Weitere bekannte und erfolgreiche Bilderbuchautoren der 1990er Jahre sind Janell Cannon (* 1957; Stellaluna, 1993), Irene Dische (* 1952; Esterházy, 1994), Jan Wahl (* 1933), Vivian Walsh (* 1960), Elise Primavera (* 1955), Devin Scillian (* 1963), Seymour Simon (1931), Timothy D. Bellavia (* 1971) und Debra Frasier (1953).[120]

Eine der originellsten Bilderbuch-Künstlerinnen der jüngeren Zeit ist Joan Steiner, die 1999 ihr erstes Look-Alike-Buch publizierte (weitere folgten), einen fotografierten Bildband mit Ansichten von Räumen, Gebäuden und Landschaften, die aus witzig zweckentfremdeten Alltagsgegenständen im Modellformat künstlich erschaffen wurden. Ein noch größeres Publikum erreichen die seit 1992 erscheinenden I Spy-Bücher von Jean Marzollo mit Stillleben aus zahllosen kleinen Objekten, von denen der Betrachter bestimmte einzelne suchen und finden soll.[121]

Bücher für Leseanfänger[Bearbeiten]

In den 1990er Jahren entstanden zwei Serien stark nachgefragter Kurzromane für Leseanfänger. Die Junie B. Jones-Romane (seit 1992) von Barbara Park (* 1947) handeln von den heiteren Alltagsabenteuern einer Schulanfängerin. Auch international äußerst erfolgreich sind die ebenfalls seit 1992 erscheinenden Magic Tree House-Romane von Mary Pope Osborne (* 1949) über zwei ungleiche Geschwister, die von einem magischen Baumhaus aus Zeitreisen unternehmen, auf denen sie immer neue Rätsel der Weltgeschichte lösen.[122]

Erwähnung verdient auch Dav Pilkey (* 1966), der für sein Bilderbuch The Paperboy (1996) eine Caldecott Honor erhielt, internationale Bekanntheit aber erst mit der Publikation seiner bizarren Captain Underpants-Serie (seit 1997; deutsch unter dem Titel: Käpt'n Superslip) erlangte. Diese Serie, die aus einer Folge von Roman- und Comic-Bänden besteht, ist an fortgeschrittene Leseanfänger adressiert und spricht auf eine Weise, die für Erwachsene nicht nachzuvollziehen ist, besonders den Humor 6-8jähriger Jungen an. Faszinierend sind für die Captain Underpants-Leser auch die „Fliporamen“, mit denen Pilkey diese Geschichten ausgestattet hat: eine Art simpler Daumenkinos, bei denen die Kinder einen Bewegungseffekt erreichen, indem sie eine bestimmte Buchseite schnell hin- und herblättern.[123]

Tiergeschichten[Bearbeiten]

1991 veröffentlichte Phyllis Reynolds Naylor (* 1933) ihren Roman Shiloh um einen Jungen, der einen streunenden Beagle adoptiert. Das Buch war so erfolgreich, dass Naylor daraus eine Trilogie schuf, die bald auch verfilmt wurde.[124]

Christliche Themen[Bearbeiten]

Der evangelikale Christ und ehemalige Baptisten-Priester Tim LaHaye (* 1926) und der Schriftsteller Jerry B. Jenkins (* 1949) begannen 1995 mit der Publikation ihrer Left-Behind-Serie, einer 16teiligen Romanreihe, die – an ein Publikum von Jugendlichen gerichtet – vom Ende der Welt erzählt, wie es der dispensationalistischen Auslegung der christlichen Eschatologie entspricht. Die Buchserie wurde in den USA auch innerhalb der christlichen Öffentlichkeit kontrovers diskutiert, einige Bände erreichten jedoch Millionenauflagen.

Mary Christner Borntrager (* 1921), Carrie Bender und Levi Miller haben in den späten 1980er und in den 1990er Jahren etliche Kinder- und Jugendbücher beigetragen, die kenntnisreich und authentisch aus der Lebenswelt der Amischen erzählen.

Jüdische Motive[Bearbeiten]

David Wisniewski (1953–2002) legte mit seinem Caldecott-Bilderbuch Golem 1996 eine erneute Bearbeitung der jüdische Sage über den Prager Rabbi Judah Löw und seinem Golem vor. Ein weiterer Beitrag zur jüdisch-amerikanischen Kinderliteratur ist das Bilderbuch Something from Nothing (1992) von Phoebe Gilman (1940–2002) über eine Babydecke, die für ihren heranwachsende Besitzer erst in eine Jacke, dann in eine Weste, eine Krawatte und schließlich einen bezogenen Knopf umgeschneidert wird. Dieselbe jüdische Volkserzählung liegt auch dem Bilderbuch Joseph Had a Little Overcoat (1999) zugrunde, mit dem Simms Taback (1932–2011) eine Caldecott Medal errang. Neben weiteren erfolgreichen Arbeiten, die keinen direkten Bezug zur jüdischen Kultur haben (wie There Was an Old Lady Who Swallowed a Fly, 1997), schrieb und illustrierte Taback auch das an jüdischem Witz reiche Bilderbuch Kibitzers and Fools (2005).[125]

Afroamerikanische Themen[Bearbeiten]

Afroamerikanische Themen gewannen in den 1990er Jahren in der amerikanischen Kinderliteratur breiteren Raum als jemals zuvor. Preisgekrönte Bilderbücher der Zeit waren Faith Ringgolds (* 1930) Tar Beach (1991) über ein kleines schwarzes Mädchen, das vom Fliegen träumt, Sherley Anne Williams' (1944–1999) Working Cotton (1992) über wandernde Baumwollarbeiter, Julius Lesters (* 1939) John Henry (1994) über einen mythischen amerikanischen Volkshelden und Walter Dean Myers' (* 1937) Harlem (1997) über Schicksale der Einwohner des New Yorker Stadtteils. Andrea Davis Pinkney (* 1963) veröffentlichte 1999 ihre viel beachtete Bilderbuch-Biografie über Duke Ellington. Für Diskussionen innerhalb der schwarzen Community sorgte 1997 Carolivia Herrons (* 1947) Bilderbuch Nappy Hair über ein kleines schwarzes Mädchen, das wissen will, was gut daran sein soll, Kraushaar zu haben. Die afroamerikanische Dichterin und Aktivistin Maya Angelou (* 1928) veröffentlichte 1993 ihren von Jean-Michel Basquiat für Kinder illustrierten Lyrikband Life Doesn’t Frighten Me.[126]

Viele Kinderromane der 1990er Jahre berichteten von den schwierigen Lebensbedingungen der Schwarzen in Geschichte und Gegenwart, so etwa Nikki Grimes' Roman Jazmin’s Notebook (1998) über ein in den 1960er Jahren in Harlem in schwierigen familiären Verhältnissen lebendes Mädchen. Christopher Paul Curtis' (* 1953) Newbery-Buch The Watsons Go to Birmingham – 1963 (1996) schildert die Erlebnisse einer afroamerikanischen Familie in der Birmingham-Kampagne der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung. In der Gegenwart ist die Handlung von Jess Mowrys (* 1960) schwarzem Drogen- und Problemroman Babylon Boyz (1997) angesiedelt.[127]

Ethnische Themen[Bearbeiten]

Linda Crew (* 1951) veröffentlichte 1991 ihren Roman Children of the River über die Erlebnisse einer jungen kambodschanischen Migrantin in den USA. Von einem koreanisch-amerikanischen Mädchen erzählt Haemi Balgassis (* 1967)s Buch Tae’s Sonata (1997). Mit einer Caldecott Medal wurde Allen Says (* 1937) Bilderbuch Grandfather’s Journey (1993) über die Konflikte eines japanisch-amerikanischen Migranten ausgezeichnet. Say schrieb und illustrierte viele weitere Bücher, in deren Mittelpunkt Japaner oder japanische Amerikaner stehen, wie The Ink-Keeper’s Apprentice (1994), Emma’s Rug (1996) und Tea With Milk (1999).[128]

Eine viel gelesene chinesisch-amerikanische Autorin ist Amy Tan (* 1952), die 1994 ihr Bilderbuch Sagwa, the Chinese Siamese Cat über die Abenteuer einer Siamkatze im China der Kaiserzeit veröffentlichte; PBS adaptierte die Episoden 2001 als Zeichentrick-Fernsehserie. Eine Geschichte aus Thailand erzählt Minfong Hos (* 1951) Bilderbuch Hush! A Thai Lullaby (1996). In modernen Indien ist die Handlung von Ned Shanks (1956–2000) Bilderbuch The Sanyasin’s First Day (1998) über einen wandernden heiligen Mann angesiedelt. Aus Lateinamerika erzählt Joan Abeloves (* 1945) Jugendroman Go and Come Back (1998) über Indios im peruanischen Dschungel.[129]

Historische Themen[Bearbeiten]

Jackie French Koller (* 1948) veröffentlichte 1992 ihren Roman The Primrose Way über eine junge Puritanerin, die mit ihren Eltern 1633 als Siedlerin nach Massachusetts kommt. Von den Erlebnissen eines Mädchens im Unabhängigkeitskrieg erzählen die Annie Henry-Romane (1995/96) von Susan Olasky (* 1954). Rachel’s Journal: The Story of a Pioneer Girl (1999) von Marissa Moss (* 1959) erzählt die Geschichte einer jungen Siedlerin, die 1850 über den Oregon Trail nach Westen geht. Im selben Jahr erschienen Susan Campbell Bartolettis (* 1958) Roman No Man’s Land über die Erlebnisse eines 14-jährigen Jungen aus Georgia, der als Soldat am Sezessionskrieg teilnimmt, und Jennifer L. Holms (* 1968) Buch Our Only May Amelia über eine junge Finnin, die 1899 mit ihrer Familie nach Washington State kommt. Elisa Bartones Bilderbuch Peppe the Lamplighter (1993) berichtet von den Erlebnissen italienischer Einwanderer in New York im frühen 20. Jahrhundert.[130]

Drei der bedeutendsten Kinder-Geschichtsbücher der 1990er Jahre erzählen aus den schwierigen 1930er Jahren: Karen Hesses (* 1952) Newbery-Jugendroman Out of the Dust (1997) schildert die Erfahrungen einer Farmerfamilie in den Dust-Bowl-Jahren von Oklahoma. 1998 veröffentlichte Richard Peck (* 1934) das Kinderbuch A Long Way from Chicago über zwei Geschwister aus Chicago, die während der Großen Depression zu ihrer exzentrischen Großmutter aufs Land geschickt werden; für die Fortsetzung, A Year Down Yonder (2000), wurde Peck mit der Newbery Medal ausgezeichnet.[131]

Über außeramerikanischer Geschichte schreibt Karen Cushman (* 1941), deren Debütroman über eine junge Adlige im mittelalterlichen England, Catherine, Called Birdy (1994), eine Newbery Honor erhielt. 1995 folgte The Midwife’s Apprentice, Cushmans Geschichte eines ebenfalls im Mittelalter lebenden Findelkindes, das bei einer Hebamme aufwächst; die ALA zeichnete das Buch mit einer Newbery Medal aus. Viel Beachtung fand auch das Bilderbuch The Yellow Star: The Legend of King Christian X of Denmark (2000) von Carmen Agra Deedy (* 1960), das den Widerstand der Einwohner Dänemarks gegen die Judenverfolgung im Zweiten Weltkrieg zum Thema hatte.[132]

Familien-, Alltags- und Schulgeschichten[Bearbeiten]

Viele der Romane der 1990er Jahre, die das Alltagsleben von Kindern beschreiben, behandeln dabei bedrückende Erfahrungen und schwerwiegende Probleme. Um den Tod naher Angehöriger geht es z. B. in Cynthia Rylants (* 1954) Newbery-Buch Missing May (1992), in dem Sportroman Heart of a Champion (1993) von Carl Deuker (* 1950), in Salamancas Reise (1994) von Sharon Creech (* 1945) und in Getting Near to Baby (1999) von Audrey Couloumbis. In Crazy Lady (1995) erzählt Jane Leslie Conly (* 1948) von einem Jungen, dessen Familie nach dem Tod der Mutter zusammenbricht. Im Mittelpunkt von Rodman Philbricks (* 1951) Jugendbuch Freak (1993) steht ein Junge, dessen Vater im Gefängnis sitzt, weil er die Mutter getötet hat. Von familiärer Gewalt handeln auch Carolyn Comans (* 1951) Buch What Jamie Saw (1995) und Edward Bloors (* 1950) Geschichte Tangerine (1997) über einen sehbehinderten Jungen, der dahinterkommt, dass sein Bruder, ein populärer Fußballspieler, ein Sadist ist und die Schuld an seinem Augenunfall trägt.[133]

Fast idyllische Verhältnisse beschreibt dagegen Kimberly Willis Holts (* 1960) National Book Award-Buch When Zachary Beaver Came to Town (1999) über einen Jungen, der im schmerzvollsten Jahr seines Lebens Freundschaft mit Zachary, dem „dicksten Jungen der Welt“, schließt. Define „Normal“ (2000) von Julie Anne Peters (* 1952) erzählt die Geschichte zweier ungleicher Mädchen an einer Middle School. Patricia Polaccos (* 1944) Bilderbuch Thank You, Mr. Falker (1998) handelt von einer 5-jährigen Schülerin, die ihre Legasthenie zu überwinden sucht. Gänzlich auf der unterhaltsamen Seite stehen Kate Klises (* 1963) Mädchenbuch Letters From Camp (1999) über den Sommer in einem Ferienlager, die Schülerromane von Andrew Clements (* 1949; Frindle, 1996), Rachel Vail (* 1966; The Friendship Ring-Romane, 1998–2000) und Meredith Sue Willis (* 1946; The Secret Super Powers of Marco, 1995) sowie die Baseball-Bilderbuchgeschichte Zachary’s Ball (2000) von Matt Tavares (* 1975).[134]

Abenteuergeschichten und Krimis[Bearbeiten]

Das Genre des Kinder-Abenteuerromans, das nach den 1960er Jahren kaum noch Autoren gefunden hatte, erlebte am Ende des 20. Jahrhunderts mit Edward Irving Wortis (* 1937), der seine Bücher unter dem Pseudonym „Avi“ veröffentlichte, eine Wiederbelebung. Nachdem Wortis bereits seit den 1960er Jahren Geschichtsromane und andere Kinderbücher geschrieben hatte, veröffentlichte er 1990 den Roman The True Confessions of Charlotte Doyle über die Abenteuer einer 13-Jährigen an Bord eines Transatlantikseglers im Jahre 1832, der eine Newbery Honor erhielt und zum Bestseller wurde. 2002 folgte Wortis' Newbery Medal-Preisträgerbuch Crispin: The Cross of Lead über die Abenteuer eines 13-jährigen Bauernjungen im mittelalterlichen England; eine erste Fortsetzung des Romans erschien 2006.

Eine Spezialistin für Abenteuergeschichten im historischen Gewand ist die gegenwärtig in Großbritannien lebende amerikanische Schriftstellerin Gillian Bradshaw (* 1956), die durch Arbeiten wie den Römer-Roman Island of Ghosts (1998) bekannt geworden ist. Ebenfalls dem Abenteuer-Genre zuzurechnen ist Joe Cottonwoods (* 1947) Kinderroman Quake (1995) über das Schicksal eines 14-jährigen Mädchens im Loma-Prieta-Erdbeben in San Francisco im Jahre 1989. Eher phantastische Abenteuer erlebt dagegen der 13-jährige Jungwissenschaftler und Forschungsreisende, den Rob Thomas (* 1965) in den Mittelpunkt seines Kinderbuchs Green Thumb (1999) gestellt hat.[135]

Populäre Jugendkrimis der 1990er Jahre waren Twisted Summer (1996) von Willo Davis Roberts (1928–2004) über eine 14-jährige Amateurdetektivin und Ruth Whites Belle Prater’s Boy (1996) über einen seltsamen Todesfall in der Familie eines Jungen aus West Virginia. Theodore Taylor (1921–2006) veröffentlichte 1991 seinen Roman The Weirdo über zwei Jugendliche, soziale Außenseiter, die zu Freunden werden, als sie sich gemeinsam für den Tierrechtsschutz engagieren und dabei auch einen Mordfall auflösen.[136]

Gruselgeschichten[Bearbeiten]

Zu den gegenwärtig erfolgreichsten Autoren von Gruselgeschichten zählt R. L. Stine, der oft als „Stephen King der Kinderliteratur“ bezeichnet wird. Stine, der bis heute Dutzende von Gruselromanen für Kinder und für Jugendliche geschrieben hat, verdankt seine internationale Bekanntheit vor allem der Gänsehaut-Serie (seit 1992), deren Bände in den ersten sechs Jahren nach Entstehung der Reihe meist in Millionenhöhe aufgelegt waren. Eine andere Serie von Gruselromanen – The Watchers (1998/99) – stammt von Peter Lerangis (* 1955). 1992 publizierte Patricia McKissack (* 1924) ihr Newbery Honor-Buch The Dark Thirty: Southern Tales of the Supernatural (1992), eine Sammlung von Spukgeschichten aus den amerikanischen Südstaaten. Viel gelesene Teenager-Gruselromane schrieben Christopher Pike (eigentlich Kevin McFadden, *1954; The Midnight Club, 1994), Vivian Vande Velde (* 1951; Companions of the Night, 1995) und Annette Curtis Klause (* 1953; Blood and Chocolate, 1997).[137]

Phantastik und Science Fiction[Bearbeiten]

Gail Carson Levine (* 1947), Autorin von Ella Enchanted

Zu den populärsten Fantasy-Autoren der 1990er Jahre zählt David B. Coe (* 1963), der 1997 seinen Roman Children of Amarid veröffentlichte, der Ausgangspunkt der inzwischen 3-teiligen The Lon Tobyn Chronicle war. Eine andere Autorin, die seit dieser Zeit mit Fantasy-Bestsellern in Erscheinung tritt, ist Francesca Lia Block (* 1963; Dangerous Angels: The Weetzie Bat Books, 1998). Literarischen Anspruch haben die für Teenager geschriebenen Arbeiten von Megan Whalen Turner (* 1965; The Thief, 1996).[138]

An Kinder adressiert sind dagegen die phantastischen Romane Lizard Music (1996) von Daniel Pinkwater (* 1941) über einen Jungen, der Zeuge einer Invasion intelligenter Eidechsen wird, Ella Enchanted (1997) von Gail Carson Levine über ein Mädchen, das von einer Fee verwünscht worden ist, und das Feenbuch The Moorchild (1997) von Eloise McGraw (1915–2000).[139]

Margaret Peterson Haddix (* 1964) begann 1998 mit der Publikation ihrer Schattenkinder-Romane, einer gegenwärtig 7-teiligen Science Fiction-Reihe über die Erlebnisse eines Jungen in einer futuristischen, überbevölkerten Welt, in der illegal geborene Kinder staatlich verfolgt werden. Andere erfolgreiche Science Fiction-Romane für Jugendliche schrieben Neal Shusterman (* 1962; The Dark Side of Nowhere, 1997) und Sonia Levitin (* 1934; The Cure, 1999).[140]

Jugendbücher[Bearbeiten]

Zwei Teenagerromane wurden in den 1990er Jahren mit einem National Book Award ausgezeichnet: Parrot in the Oven: Mi Vida (1996) von Victor Martinez erzählt vom Heranwachsen eines mexikanisch-amerikanischen Jungen in einer kalifornischen Kleinstadt; Dancing on the Edge (1997) von Han Nolan (* 1956) von einer geisteskranken jungen Mädchen, das mit Hilfe eines engagierten Psychiaters einige unerfreuliche Wahrheiten über ihre Vergangenheit und ihre Familie ans Licht bringt. Von Vergewaltigung und sexuellem Missbrauch berichten die Bücher Speak (1999) von Laurie Halse Anderson (* 1961) und Learning to Swim. A Memoir (2000) von Ann Turner. Virginia Euwer Wolff (* 1937) veröffentlichte 1993 den ersten Teil ihrer Make Lemonade-Trilogie über das Heranwachsen eines von Armut umgebenen jungen Mädchens, das entschlossen ist, die erste Person in ihrer Familie zu werden, die ein College besucht; mit dem zweiten Band, Fest dran glauben ( 2001), errang Wolff einen National Book Award. In dem 2000 erschienenen Roman Hope Was Here von Joan Bauer geht es um eine junge Frau, die auf der Suche nach ihrem biologischen Vater ist, wobei die wirkliche Vaterstelle dann aber tatsächlich von einer ganz anderen Person eingenommen wird.[141]

Sachbücher[Bearbeiten]

Zu den kommerziell erfolgreichsten nicht-fiktionalen Bücher der 1990er Jahre zählten das dickleibige Scholastic Children’s Dictionary (1996) und The Bones Book & Skeleton (1991) von Stephen Cumbaa, ein Anatomieatlas, der zusammen mit dem detailgetreuen Modell eines menschlichen Skeletts geliefert wurde. Ebenso gut verkauften sich zwei Bände der Klutz-Reihe: Cat’s Cradle (1993) von Anne Akers Johnson, eine Anleitung zum Fadenspiel, und das Explorabook (1991) von John Cassity, eine Anleitung zu naturwissenschaftlichen Experimenten.

Gegenwart[Bearbeiten]

Bücher für Kleinkinder[Bearbeiten]

Unter den kommerziell erfolgreichsten Kleinkinderbüchern des frühen 21. Jahrhunderts befinden sich Good Night, Sweet Butterflies (2003) von Dawn Bentley und Heather Cahoon und I Already Know I Love You (2004) von Billy Crystal (* 1948) und Elizabeth Sayles. Weitere viel gelesene Arbeiten sind Flowers and Showers: A Spring Counting Book (2006) von Rebecca Fjelland Davis (* 1956) und The Bunnies Are Not In Their Beds (2007) von Marisabina Russo. Eine Caldecott Medal errang Kevin Henkes (* 1960) mit seiner Katzengeschichte Kitten’s First Full Moon (2004).[142]

Bilderbücher[Bearbeiten]

Die Literatur-Nobelpreisträgerin Toni Morrison (1931), eine der bedeutendsten Vertreterinnen der afroamerikanische Literatur, veröffentlichte 1999 gemeinsam mit ihrem Sohn Slade ihr erstes Kinderbuch, Die Kinderkiste, einen Bilderbuch-Essay über das elterliche (Un-)Verständnis von kindlicher Freiheit. 2002 folgte, mit Illustrationen von Pascal Lemaitre, Das Buch des Bösen und 2003/04 drei kleine Bände mit Fabeln im Stil von Äsop.

Selbst Fans von Morrison beanstanden gelegentlich, dass ihre Bilderbücher – besonders die beiden erstgenannten – für erwachsene Leser eher geeignet seien als für Kinder. Außer Zweifel steht die Eignung für junge Leser bei den Büchern, die im frühen 21. Jahrhundert mit der Caldecott Medal ausgezeichnet worden sind, wie The Man Who Walked Between the Towers (2003) von Mordicai Gerstein und den Arbeiten des äußerst talentierten Schriftstellers und Illustrators David Wiesner (* 1956; Tuesday, 1991; Die drei Schweine, 2001; Strandgut, 2006), die den renommiertesten amerikanischen Bilderbuchpreis gleich mehrfach errangen. Mit einer Caldecott Honor wurden Barbara Kerley (The Dinosaurs of Waterhouse Hawkins, 2001), Peter McCarty (* 1966; Hondo & Fabian, 2002), Margaret Chodos-Irvine (Ella Sarah Gets Dressed, 2003), Mo Willems (* 1968; Don't Let the Pigeon Drive the Bus, 2003; Knuffle Bunny, 2004), Steve Jenkins (* 1952) und Robin Page (* 1943; What Do You Do with a Tail Like This?, 2003), Barbara Lehman (* 1963; The Red Book, 2004), Marjorie Priceman (* 1958; Hot Air: The (Mostly) True Story of the First Hot-Air Balloon Ride, 2005), David McLimans (Gone Wild: An Endangered Animal Alphabet, 2006) und Laura Vaccaro Seeger (First the Egg, 2007) geehrt.[143]

Interessant sind auch die Arbeiten von Tedd Arnold (* 1949; Parts, 2000), Crescent Dragonwagon (* 1952; And Then It Rained…And Then the Sun Came, 2002), Nancy Collisson (* 1959; Mr. Buffy-Serie, seit 2002), Michelle Ferguson-Cohen (Daddy, You’re My Hero!, 2003), Andrea U'Ren (* 1968; Mary Smith, 2003), Jo Kittinger (* 1955; Moving Day, 2004) und Roger Bradfield (* 1924; Pickle-Chiffon Pie, 2004), Jarrett J. Krosoczka (* 1977; Punk Farm, 2005), Adam Rex (* 1973; Frankenstein Makes a Sandwich, 2006) und Cynthia von Buhler (The Cat Who Wouldn’t Come Inside, 2006).[144]

Zu den Bilderbuchbestsellern der Gegenwart zählen zwei Arbeiten von Madonna: The English Roses (illustriert von Jeffrey Fulvimari; 2003) und Mr. Peabody’s Apples (illustriert von Loren Long; 2003). Kommerziell ähnlich erfolgreich sind die Weihnachtsgeschichten santaKid (2004) von James Patterson und Michael Garland und Snowmen at Christmas (2005) von Caralyn und Mark Buehner sowie Doreen Cronins und Betsy Lewins Geschichte um singende Kühe, Dooby Dooby Moo (2006).[145]

Bücher für Leseanfänger[Bearbeiten]

Zu den Bestsellern der Literatur für Leseanfänger zählen gegenwärtig zwei 2006 veröffentlichte Bände aus der Step into Reading-Serie der Verlagsgruppe Random House: Driving Buddies und Old, New, Red, Blue!, die beide Motive des Animationsfilms Cars aufgreifen.[146]

Natur- und Tiergeschichten[Bearbeiten]

Die Dichterin Aileen Fisher (1906–2002) publizierte 2005 ihr Bilderbuch The Story Goes On (2005) über den Lebenszyklus in der Natur. Als Bestseller erwies sich Robert Sabudas Buch Winter’s Tale (2005), ein Pop-up-Buch für junge Kinder, das anstelle herkömmlicher Illustrationen entfaltbare, von Tieren bevölkerte Winterlandschaften aus Papier enthält.[147]

Die bedeutendste Autorin von (phantastischen) Tierromanen ist gegenwärtig Kate DiCamillo (* 1964), die 2000 erstmals in die Bestsellerlisten gelangte, als sie ihre Hunde-Geschichte Winn-Dixie veröffentlichte. 2001 folgte die Tiger-Geschichte Kentucky Star und 2003 ihr Roman Despereaux – Von einem der auszog, das Fürchten zu verlernen über eine kleine Maus mit grotesk großen Ohren, die sich hoffnungslos in eine menschliche Prinzessin verliebt. Das Buch wurde mit der Caldecott Medal ausgezeichnet und erschien 2008 auch als Film. 2006 publizierte DiCamillo den Roman Die wundersame Reise von Edward Tulane über ein Porzellankaninchen, das erst nachdem es verloren geht lernt, dass selbst ein Liebesobjekt, das man verliert, mehr wert ist als ein Leben ganz ohne Liebe.

Einen phantastischen Katzenroman legte Alan Armstrong 2005 mit seinem Newbery Honor-Buch Whittington vor.[148]

Religiöse Themen[Bearbeiten]

Zu den Bestsellern der christlichen Kinderliteratur zählen in jüngster Zeit zwei Bücher des aufgrund seiner radikalen evangelikalen Positionen kontrovers diskutierten Autors Bruce Wilkinson (* 1940): The Prayer of Jabez for Kids und The Prayer of Jabez for Little Ones (beide 2002). Eine kritische Auseinandersetzung mit dem fundamentalistischen Christentum bietet dagegen der Jugendroman Godless (2004), für den Pete Hautman (* 1952) einen National Book Award gewann.[149]

Eine kindgerechte Einführung in die Gedankenwelt des Zen-Buddhismus versucht Jon J. Muth mit seinem Caldecott Honor-Bilderbuch Zen Shorts (2005).[150]

Afroamerikanische Themen[Bearbeiten]

Jacqueline Woodson (* 1963), Autorin des Bilderbuchs Show Way

Viele Arbeiten der jüngsten afroamerikanischen Kinderliteratur haben die Geschichte der Afroamerikaner zum Thema. So erzählt M. T. Andersons (* 1968) National Book Award-Roman The Astonishing Life of Octavian Nothing, Traitor to the Nation (2006) vom Schicksal eines jungen Schwarzen, der in der Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges das Studienobjekt eines radikalen weißen Philosophen wird. Von der Underground Railroad berichten die Caldecott Honor-Bilderbücher Moses: When Harriet Tubman Led Her People to Freedom (2006) von Carole Boston Weatherford (* 1936) und Henry’s Freedom Box (2007) von Ellen Levine (* 1939) und Kadir Nelson. Von wichtigen Stationen der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung handeln das Bilderbuch Rosa von Nikki Giovanni (* 1943) und Doreen Rappaports Sachbuch Martin’s Big Words: the Life of Dr. Martin Luther King, Jr. (2001).[151]

Weitere wichtige jüngere afroamerikanische Kinderbücher sind Marilyn Nelsons (* 1946) Lyrikband Carver: A Life In Poems (2001) und das Bilderbuch Show Way (2005) von Jacqueline Woodson, das von afroamerikanischen Frauenschicksalen quer durch die Geschichte erzählt. Seit 2001 veröffentlicht Valerie Wilson Wesley (* 1947) ihre heitere Willimena Rules!-Romanserie über die Schulabenteuer einer schwarzen 9-Jährigen.[152]

Ethnische Themen[Bearbeiten]

Mit einem National Book Award wurde Nancy Farmers (* 1941) Jugendroman Das Skorpionenhaus (2002) über den Drogenanbau in Mexiko ausgezeichnet. Ebenfalls einen National Book Award errang Sherman Alexie (* 1966) für seinen Jugendroman The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian (2007), die Geschichte eines jungen Spokane-Indianer im Spannungsfeld von Rassismus, Armut und Tradition. Eine ganz andere Art von Indianergeschichten erzählt Louise Erdrich (* 1954), deren Romane The Birchbark House (1999) und The Game of Silence (2005) das Alltagsleben einer Anishinabe-Familie am Oberen See im Jahre 1847 schildern. In der Gegenwart ist die Handlung des Jugendromans A Step From Heaven (2001) von An Na (* 1972) angesiedelt, in dessen Mittelpunkt eine junge koreanische Migrantin in Kalifornien steht.[153]

Historische Themen[Bearbeiten]

Zu den originellsten Kinder-Geschichtsbüchern der letzten Jahre zählt Lane Smiths (* 1959) Bilderbuch John, Paul, George, and Ben (2006) mit erfundenen, aber charakteristischen Episoden aus der Kindheit von vier der berühmtesten Helden der amerikanischen Gründungszeit: John Hancock, Paul Revere, George Washington und Thomas Jefferson. Von Jim Murphy (* 1947) stammt der Kinderroman An American Plague (2003) über eine verheerende Gelbfieberepidemie in Philadelphia im Jahre 1793. Das Jugendbuch Hattie Big Sky (2006) von Kirby Larson erzählt die Geschichte einer 16-jährigen Waisen, die im Jahr 1918 zu einer Reise in ihre neue Heimat Montana aufbricht. In Gary Schmidts (* 1957) Buch Lizzie Bright and the Buckminster Boy (2004) geht es um provinzielle Vorurteile und Intoleranz, die ein 13-jähriger Predigersohn erlebt, als er 1912 mit seinen Eltern aus Boston in die Kleinstadt Phippsburg umzieht. Vom japanischen Angriff auf Pearl Harbor handelt Harry Mazers (* 1925) Kinderroman A Boy at War (2001). Als das herausragendste jüngere Jugendbuch zur amerikanischen Geschichte gilt der preisgekrönte Roman Kira-Kira (2004) von Cynthia Kadohata (* 1956) über das Schicksal einer japanisch-amerikanischen Familie in Georgia in den 1950er Jahren. Kadohatas folgenden Arbeiten behandeln die japanisch-amerikanische Internierung im Zweiten Weltkrieg (Weedflower, 2006) und den Vietnamkrieg (Cracker! The Best Dog in Vietnam, 2007).[154]

Eine Newbery Medal errang Linda Sue Park (* 1960) mit ihrem Kinderroman A Single Shard (2001), über die Erlebnisse eines Waisenjungen im Korea des 12. Jahrhunderts. Ebenfalls mit einer Newbery Medal wurde das ungewöhnliche Jugendbuch Good Masters! Sweet Ladies! Voices from a Medieval Village (2007) von Laura Amy Schlitz (* 1956) ausgezeichnet, in dem an die Stelle einer Erzählung eine Serie von Monologen tritt, die von den einzelnen Mitgliedern einer mittelalterlichen englischen Dorfgemeinschaft gesprochen werden. In der italienischen Renaissance ist die Handlung von Donna Jo Napolis (* 1948) populärem Jugendroman Donata, Tochter Venedigs (2003) über eine 14-Jährige angesiedelt, die sich danach sehnt, der Langeweile des elterlichen Palazzo zu entfliehen.[155]

Familien-, Alltags- und Schulgeschichten[Bearbeiten]

Zu den spannendsten jüngeren Familien- und Alltagsgeschichten zählt Jeanne Birdsalls (* 1951) National Book Award-Kinderroman The Penderwicks (2005) über die Abenteuer vierer ungleicher Schwestern während eines Urlaubs in den Berkshire Mountains. Die in den USA aufgewachsene, heute aber in British Columbia lebende Schriftstellerin Polly Horvath (* 1957) veröffentlichte 2002 ihr Buch The Canning Season über ein 13-jähriges Mädchen, das von seiner lieblosen Mutter zu zwei exzentrischen alten Tanten ins ländliche Maine abgeschoben wird. Das Buch, das seinen Witz dem Charakter der Personen verdankt, wurde mit einem National Book Award ausgezeichnet. Weitere Auszeichnungen hatte Horvath zuvor bereits für ihre Kinderromane The Trolls (1999) und Everything on a Waffle (2001) gewonnen. Auch der Erfolg von Susan Patrons (* 1948) Newbery Medal-Buch The Higher Power of Lucky (2006) gründet auf den komplexen Charakteren der handelnden Personen; im Mittelpunkt des vielschichtigen Romans steht ein 10-jähriges Mädchen, das sich nach dem Tod seiner Mutter in ein neues Leben hineinfinden muss. Um den Tod geht es immer wieder auch in Each Little Bird That Sings (2005) von Deborah Wiles (* 1953), über ein Mädchen, dessen Eltern ein Bestattungsinstitut führen. So B. It. Heidis Geschichte (2004) von Sarah Weeks handelt von einer 12-Jährigen, die mit einer geistig behinderten Mutter und einer Nachbarin, die ihre Wohnung nicht verlässt, aufwächst.[156]

Ein Bestseller der jüngeren Zeit ist Maria Shrivers (* 1955) und Sandra Speidels Bilderbuch What’s Wrong With Timmy? (2001) über einen geistig behinderten Jungen. Zwei weitere Bücher dieses Autoren-Illustratoren-Teams versuchen, Kindern die Alzheimer-Krankheit (What’s Happening to Grandpa?, 2004) und den Tod (What’s Heaven?, 1999) zu erklären. Um ein ADHS-Kind geht es in Jack Gantos' (* 1951) Buch Joey Pigza Loses Control (2002). Wendy Mass' (* 1967) Kinderbuch A Mango Shaped Space (2002) erzählt die Geschichte einer 13-jährigen Synästhetikerin. Geschwister von autistischen Kindern stehen im Mittelpunkt der Kinderromane Rules (2006) von Cynthia Lord und Al Capone Does My Shirts (2004) von Gennifer Choldenko (* 1957).[157]

Ein zwar anspruchsvolles, aber – verglichen mit den vorgenannten Charakteren – durchschnittliches Kind ist die Heldin von Megan McDonalds (* 1959) erfolgreicher Judy-Moody-Romanserie (seit 2000) um eine ehrgeizige 9-Jährige, die mit ihren extravaganten Einfällen immer wieder ihre Umgebung aufmischt. An dieselbe Lesergruppe sind Ellen Potters Olivia-Kidney-Reihe (seit 2003) über die Erlebnisse eines einsamen New Yorker Hochhauskindes adressiert.[158]

Einen ebenso heiteren wie kritischen Schülerroman hat Adam Selzer (* 1980) im Jahr 2007 mit seinem Buch How To Get Suspended and Influence People vorgelegt, in dem ein 13-Jähriger aus der Schule verwiesen wird, nachdem er für seine Mitschüler ein Sexualaufklärungsvideo produziert hat. Im Schülermilieu ist auch die Handlung der kommerziell sehr erfolgreichen Katie Kazoo Switcheroo-Romanserie (seit 2002) von Nancy E. Krulik angesiedelt.[159] Die erfolgreichste neue Schülerserie ist Jeff Kinneys (* 1971) Diary of a Wimpy Kid-Reihe (seit 2007) über die komischen Abenteuer eines mit allen alterstypischen Eigenarten behafteten Sechstklässlers.[160]

Abenteuergeschichten und Krimis[Bearbeiten]

Daniel Handler (* 1970) alias Lemony Snicket, Autor der Romanserie Eine Reihe betrüblicher Ereignisse

Zu den erfolgreichsten amerikanischen Kinderbüchern der frühen 2000er Jahre zählt die 1999–2006 erschienene Romanreihe Eine Reihe betrüblicher Ereignisse von Daniel Handler, der auch in Deutschland eher unter seinem Pseudonym Lemony Snicket bekannt ist. Die von einer stark melancholischen Grundstimmung geprägte dreizehnteilige Serie erzählt die Abenteuer dreier außergewöhnlich begabter Geschwister, die nach dem Tode ihrer Eltern den Machenschaften ihres auf das Erbe erpichten Onkels zu entkommen suchen. Thematisch weitläufig verwandt ist Greg R. Fishbones (* 1970) unterhaltsamer Briefroman The Penguins of Doom (2007) über eine 13-Jährige, die auf der Suche nach ihrer verschwundenen Drillingsschwester ebenfalls eine Reihe seltsamer Abenteuer erlebt. Unter den literarisch interessantesten Abenteuergeschichten der jüngsten Zeit befindet sich Brian Selznicks (* 1966) Caldecott Medal-Buch Die Entdeckung des Hugo Cabret (2007), ein Kinderroman über das späte Leben des französischen Filmpioniers Georges Méliès, in dem die narrative Form an Schlüsselstellen der Handlung immer wieder durch seitenlange, für sich selbst sprechende Bilderfolgen durchbrochen wird. Selznick ist ein Neffe des berühmten Hollywood-Produzenten David O. Selznick.[161]

Die Métrico Mesh-Romane (seit 2005) von Wren Blackberry um die Amateur-Forschungsabenteuer zweier portugiesisch-amerikanischer Brüder versuchen, jungen Lesern beiläufig naturwissenschaftliche und historische Fakten zu vermitteln. Ebenfalls dem Genre des Abenteuerromans zuzurechnen ist Peg Kehrets (* 1936) Kinderbuch Escaping the Giant Wave (2004) über einen 13-Jährigen, der während des Urlaubs mit seiner Familie an der Küste von Oregon in einen Tsunami gerät.[162] 2006 veröffentlichte Watt Key (*1970) seinen Debütroman Alabama Moon über einen Jungen, der 1980 allein in der nordamerikanischen Wildnis zu überleben versucht.[163]

Mit den Pirates-of-the-Caribbean-Filmen (seit 2003) gerieten in den USA in den frühen 2000er Jahren erneut Piratenstoffe in Mode. Kinderbuch-Bestseller wurden die „Sachbücher“ Pirateology (2006) von William Captain Lubber und Pirates (2006) von John Matthews.

Der erfolgreichste jüngere Jugendkrimi ist das Newbery Honor-Buch Eulen (2002) von Carl Hiaasen (* 1953), ein Öko-Thriller über drei Teenager, die versuchen, eine Population von Kaninchenkauzen vor den Bauplänen eines gewissenlosen Unternehmers zu retten. Bereits seit 1999 publiziert James Preller (* 1961) seine populären Jigsaw Jones-Detektivgeschichten für Leseanfänger. Höhere intellektuelle Ansprüche stellt Blue Ballietts (* 1955) Buch Chasing Vermeer (2003), ein Krimi, in dem zwei 12-jährige Mädchen einem gestohlenen Vermeer-Gemälde nachspüren und sich dabei ausführlich mit Pentominorätseln auseinandersetzen müssen. Ihr 2006 erschienenes Buch The Wright 3 ist ein Architekturkrimi, in dessen Mittelpunkt Frank Lloyd Wrights Robie House steht. Ally Carters (* 1974) Gallagher Girls-Serie handelt von einer Anzahl weiblicher Teenager, die an einem Spezialinternat unter höchster Geheimhaltung als Agentinnen ausgebildet werden.[164] Ähnliche Motive finden sich in Trenton Lee Stewarts (* 1970) seit 2007 erscheinenden Mysterious Benedict Society-Bestsellerromanen, in denen hochbegabte Kinder beiderlei Geschlechts geschult werden und spionieren.[165]

Phantastik und Science Fiction[Bearbeiten]

Michael Chabon (* 1963), Autor von Sommerland

Das erfolgreichste phantastische Jugendbuch der jüngeren Zeit ist der Fantasyroman Eragon (2003), den Christopher Paolini (* 1983) im Alter von nur 20 Jahren veröffentlicht hat. Zu diesem Roman um einen Bauernjungen und seinen Drachen, der mehrere Jahre lang in den Bestsellerlisten erschien, hat Paolini inzwischen mehrere Sequels geschrieben (Inheritance Cycle). Verglichen werden müssen diese Arbeiten mit dem thematisch ähnlichen Fantasyroman Drachenreiter der in Los Angeles lebenden deutschen Autorin Cornelia Funke, der 2000 erstmals ins Englische übersetzt wurde, in den USA aber erst im Jahre 2004 nach einer erneuten Übersetzung zum Bestseller wurde.

Bereits 1999 entstanden die Hermux Tantamoq-Serie von Michael Hoeye (* 1947) über eine Kriminalfälle lösende Maus und die sehr populäre The Secrets of Droon-Serie von Tony Abbott (* 1952), eine an Kinder im Grundschulalter adressierte Romanserie über drei Kinder, die im Keller eines ihrer Elternhäuser eine von Trollen und anderen Märchenwesen bevölkerte magische Welt entdecken. 2002 veröffentlichte der 1992 aus Großbritannien eingereiste Neil Gaiman seine inzwischen auch als Animationsfilm vorliegende Fantasy- und Gruselgeschichte Coraline. Die kommerziell erfolgreichste neuere Fantasy-Romanserie für jüngere Kinder ist die Spiderwick-Serie (2003/04) von Holly Black (* 1971) über die Abenteuer dreier Geschwister, die in dem alten Haus, in das sie nach der Scheidung ihrer Eltern umziehen, in eine Welt von Fabelwesen geraten.[166]

Weitere phantastische Kinderbücher der jüngsten Zeit sind das Peter-Pan-Prequel Peter and the Starcatchers (2004) von Dave Berry (* 1947) und Ridley Pearson (* 1953), die märchenartige Erzählung The King in the Window (2005) von Adam Gopnik (* 1956), der Zeitreise-Roman The Black Canary (2005) von Jane Louise Curry (* 1932) und das komplexe Zahnfee-Märchen What-the-Dickens: The Story of a Rogue Tooth Fairy (2007) von Gregory Maguire (* 1954). An ein etwas älteres Lesepublikum adressiert sind die märchenartigen Sylvie Cycle-Romane (seit 2001) von Roderick Townley (* 1942), der Fantasyroman Sommerland (2002) von Michael Chabon, der Goth-Roman Green Angel (2003) von Alice Hoffman (* 1952), Shapeshifter’s Quest (2005) von Dena Landon (* 1978) und das märchenartige Newbery Honor-Buch Princess Academy (2005) von Shannon Hale (* 1974).[167]

Zu den populärsten neueren Science Fiction-Büchern für Teenager zählen die Danger Boy-Romane (seit 2001) von Mark London Williams (* 1959), der Roman The Bar Code Tattoo (2004) von Suzanne Weyn (* 1955), How I Live Now (2004) von der in London lebenden Amerikanerin Meg Rosoff (* 1956) und die Uglies-Romantrilogie (2005) von Scott Westerfeld (* 1963).[168] Rekordauflagen erreicht auch Suzanne Collins' (* 1962) 2008–2010 erschienene Romantrilogie Die Tribute von Panem (The Hunger Games). Im Anschluss gelangten auch dystopische Jugendromane anderer Autoren in Mode, etwa von Ally Condy, James Dashner und Veronica Roth.

Jugendbücher[Bearbeiten]

Lurene McDaniel, Autorin von A Rose for Melinda

Preisgekrönte neue amerikanische Jugendbücher sind Surviving the Applewhites (2002) von Stephanie S. Tolan und Criss Cross (2005) von Lynne Rae Perkins. Tolans Roman erzählt die Geschichte eines jungen Straftäters, der zur Rehabilierung und zum Hausunterricht bei einer exzentrischen Künstlerfamilie untergebracht wird; Criss Cross ist eine nachdenkliche und subtile Charakterstudie über eine Reihe von Jugendlichen, der Lebenswege sich auf unerwartete Weise überkreuzen. Joyce Carol Oates (* 1938) veröffentlichte 2003 ihr Jugendbuch Freaky Green Eyes über die psychologischen Abgründe in der Familie eines erfolgreichen Sportreporters.[169]

Von Sexualität handeln der schwule Roman Rainbow Boys (2001) von Alex Sánchez (* 1957) und die lesbische Geschichte Empress of the World (2001) von Sara Ryan (* 1971), aber auch der Missbrauchs-Roman You Don’t Know Me (2001) von David Klass (* 1975). Um Gewalt geht es auch in Ben Mikaelsens (* 1952) Buch Touching Spirit Bear (2001) über einen außer Kontrolle geratenen Teenager, der erst zum inneren Frieden findet, als ein engagierter Bewährungshelfer ihm einen Weg in indianische Kulturtraditionen weist. Im Mittelpunkt von Lurlene McDaniels Buch A Rose for Melinda (2002) steht eine junge Tänzerin, die an Leukämie erkrankt. Mobbing ist das zentrale Thema in Alex Flinns (* 1966) Roman Fade to Black (2005) über einen HIV-positiven Highschool-Schüler, der nach einem schweren Angriff herauszufinden versucht, wer der Täter war. Geschichten vom Erwachsenwerden erzählen John Coys (* 1958) Football-Roman Crackback (2005) und Catherine Gilbert Murdocks Buch Dairy Queen (2006).[170]

Aktuelle Jugend-Bestseller sind die stark von der Religion der Mormonen geprägten Arbeiten der Fantasy-Autorin Stephenie Meyer (* 1973), die Eine für Vier-Romane (seit 2001) von Ann Brashares (* 1967) über vier ungleiche Freundinnen, die alle auf der Suche nach ihrem Platz im Leben sind, und der Band Chicken Soup for the Teenage Soul on Tough Stuff (2001), eine Anthologie von Motivationstexten, die Teil einer in den USA sehr populären Serie ist.

Lyrik[Bearbeiten]

J. Patrick Lewis (* 1942) veröffentlichte 2004 seinen Gedichtband Please Bury Me in the Library.[171]

Sachbücher[Bearbeiten]

Auf dem Buchmarkt erfolgreiche neue nicht-fiktionale Kinderbücher sind der Ratgeberband The O'Reilly Factor for Kids (2004) des konservativen Fernsehmoderators Bill O'Reilly (* 1949), das Tierbuch Growing Up Wild: Wolves (2001) von Sandra Markle (* 1946) und der Paläontologie-Band Encyclopedia Prehistorica: Dinosaurs (2005) von Matthew Reinhart und Robert Sabuda.[172]

Literaturadaptionen von Filmen und Fernsehproduktionen[Bearbeiten]

Eine Darstellung über die amerikanische Kinder- und Jugendliteratur ist nicht vollständig ohne Hinweis auf Bücher, die durch Adaption von Kinofilmen oder Fernsehproduktionen entstanden sind. Ein frühes Beispiel für ein solches Movie Tie-in ist der von Frances Saldinger zusammengestellte und millionenfach verkaufte Geschichtenband Walt Disney’s Storyland (1962). Disney-Buchadaptionen sind in den USA zuverlässige Bestseller; in den 1990er Jahren erschienen in den Listen der meistverkauften Kinder- und Jugendbücher z. B. Disney’s Little Mairmaid, Disney’s Beauty and the Beast, Aladdin (alle drei von Ronald Kidd), drei The Lion King-Bücher (von Ronald Kidd, von Margo Hover und von Justine Korman) sowie die von Disney Press publizierten Bände Disney’s Storybook Collection und Disney’s Princess Collection. Ähnlich populär waren Bücher zu den Kinder-Fernsehserien Barney und Blue’s Clues. Weitere Bestseller waren das Official Pokémon Handbook (1999) von Maria Barbo und der Band Star Wars Episode I Cross Sections (1999) mit Schnittdarstellungen von Raumschiffen aus Episode 1 der Star-Wars-Filmserie von George Lucas. In den 2000er Jahren erscheinen in den Bestsellerlisten Movie Tie-ins u. a. zu Disney/Pixar-Filmen wie Findet Nemo, Cars und Himmel und Huhn, aber auch zu den Fluch-der-Karibik-Filmen, zu Spider-Man 2 und zu Der Polarexpress.

Institutionen der amerikanischen Kinder- und Jugendliteratur[Bearbeiten]

Forschungseinrichtungen und Archive[Bearbeiten]

Amerikanische Hochschulen, die Master-Studiengänge für Kinderliteratur anbieten, sind u. a. die Hollins University (Roanoke, Virginia), das Simmons College (Boston, Massachusetts), die Kansas State University (Manhattan, Kansas), die San Diego State University (San Diego, Kalifornien), The New School (New York City), die Pennsylvania State University (State College, Pennsylvania), die Illinois State University (Normal, Illinois) und die University of Georgia (Athens, Georgia).

Die Texte vieler historischer amerikanischer Kinder- und Jugendbücher, deren Copyright heute abgelaufen ist, können in Online-Archiven wie dem Internet Archive und dem Project Gutenberg eingesehen und studiert werden. Im Internet sind auch Listen von Kinderbüchern zu finden, deren Copyright heute nicht mehr geschützt ist.[173]

Organisationen[Bearbeiten]

Zu den Organisationen, deren Hauptarbeitsgebiet die amerikanische Kinder- und Jugendliteratur ist, zählen die Association for Library Service to Children (ALSC; ursprünglich: The Division for Children and Young People; 1941 gegründet) der American Library Association (ALA), das Leseförderungsprogramm Reading is Fundamental (RIF; 1966), die Children’s Literature Association (ChLA; seit 1969) und The National Children’s Book and Literacy Alliance (NCBLA; seit 1997).[174]

Kinder- und Jugendbuchpreise[Bearbeiten]

Die beiden angesehensten Kinder- und Jugendbuchpreise – die Newbery Medal für Kinder- und Jugendbücher und die Caldecott Medal für Bilderbücher – werden seit 1922 bzw. 1938 von der Association for Library Service to Children der American Library Association (ALA) vergeben. Darüber hinausgehend verleiht die Association for Library Service to Children auch eine Reihe von Spezialpreisen wie den Coretta Scott King Award für afroamerikanische Autoren (seit 1970), die Belpré Medal für hispanische Autoren (seit 1996), den Charlotte Zolotow Award für Bilderbücher (seit 1998), den Alex Award (seit 1998), den Schneider Family Book Award für Bücher über die Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen mit Handicaps (seit 2004), den Theodor Seuss Geisel Award für Bücher für Leseanfänger (seit 2006) und den Odyssey Award für Hörbücher.

Ein ähnlich hohes Ansehen wie Newbery Medal und Caldecott Medal haben die Laura Ingalls Wilder Medal (seit 1954) und der National Book Award, der von 1969 bis 1983 auch in der Kategorie Kinderliteratur verliehen wurde; seit 1997 heißt die Kinder- und Jugendbuchkategorie des National Book Awards Young People’s Literature (deutsch: „Literatur für junge Menschen“).

Weitere amerikanische Kinder- und Jugendbuchpreise sind der Josette Frank Award (seit 1943), die Kinder- und Jugendbuchpreise des Jewish Book Council (seit 1952; National Jewish Book Awards), der Jane Addams Children’s Book Award der Women’s International League for Peace and Freedom und der Jane Addams Peace Association (seit 1953), der Dorothy Canfield Fisher Children’s Book Award (seit 1957), die Regina Medal der Catholic Library Association (seit 1959), der Sequoyah Book Award (seit 1959), der Boston Globe-Horn Book Award (seit 1967), The University of Southern Mississippi Medallion des Fay B. Kaigler Children’s Book Festival (seit 1969), der Mark Twain Award (seit 1972), der Massachusetts Children’s Book Award (seit 1976), der Scott O'Dell Award for Historical Fiction (seit 1984), der Phoenix Award (seit 1985) und der Rebecca Caudill Young Reader’s Book Award (seit 1988).

Spezielle Preise für Literatur für junge Erwachsene sind der Margaret Edwards Award (seit 1988), der Michael L. Printz Award (seit 2000) und der Andre Norton Award für Science Fiction- und Fantasy-Literatur (seit 2005).

Die Poetry Foundation verleiht seit 2006 einen Preis für Kinder-Lyrik (Children’s Poet Laureate). Erster Preisträger war Jack Prelutsky (* 1940; A Pizza the Size of the Sun, 1994).[175]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Alle Buchtitel sind englischsprachig:

Literaturgeschichte (amerikanische Kinder- und Jugendliteratur )

  • John T. Dizer: American Children’s Literature 1890–1940: Heroic Tales That Shaped Adult Lives, Edwin Mellen Press, 2006, ISBN 0-7734-6003-9
  • Leonard Marcus: Minders of Make-Believe: Idealists, Entrepreneurs, and the Shaping of American Children's Literature. Houghton Mifflin, Boston 2008. ISBN 0-395-67407-7

Literaturgeschichte (englischsprachige Kinder- und Jugendliteratur)

  • Marjorie N. Allen: One Hundred Years of Children’s Books in America: Decade by Decade, Facts on File, 1996, ISBN 0-8160-3044-8
  • Sandra L. Beckett (Hrsg.): Reflections of Change: Children’s Literature Since 1945, Greenwood Press, 1997, ISBN 0-313-30145-X
  • Jane Bingham, Grayce Scholt: Fifteen Centuries of Children’s Literature: An Annotated Chronology of British and American Works in Historical Context, Greenwood Press, 1980, ISBN 0-313-22164-2
  • Dennis Butts et al. (Hrsg.): Popular Children’s Literature, 1700–1900, Ashgate Publishing, 2008, ISBN 1-84014-242-1
  • Jonathan Cott (Hrsg.): Masterworks of Children’s Literature: Vol. 4: the Middle Period 1740–1836, Viking, 1985, ISBN 0-7139-1699-0
  • Jonathan Cott (Hrsg.): Masterworks of Children’s Literature: Vol. 5: the Victorian Age 1837–1900, Viking, 1985, ISBN 0-7139-1700-8
  • Virginia Haviland: Children and Literature: Views and Reviews, Glen View, Illinois, Brighton, 1973, ISBN 0-673-07676-8
  • Peter Hunt et. al. (Hrsg.): Children’s Literature: An Illustrated History, Oxford University Press, 1995, ISBN 0-19-212320-3
  • Deborah Thacker: Introducing Children’s Literature: From Romanticism to Postmodernism, Routledge, 2002, ISBN 0-415-20410-0

Literaturtheorie

Sammlungen von Leseempfehlungen

  • John W. Griffith, Charles H. Frey: Classics of Children’s Literature, Prentice Hall, 2004, ISBN 0-13-189183-9
  • Eden Ross Lipson: The New York Times Parent’s Guide to the Best Books for Children, Three Rivers Press, 2000, ISBN 0-8129-3018-5
  • Paul Lachlan Peck: Classic Children’s Literature for Your Home Library: 550 Years of Delightful Reading (1450–2000), iUniverse, 2004, ISBN 0-595-33050-9
  • Donna Rand: Black Books Galore! Guide to Great African American Children’s Books about Boys, Jossey-Bass, 2000, ISBN 0-471-37527-6
  • Donna Rand, Toni Trent Parker: Black Books Galore! Guide to Great African American Children’s Books about Girls, Jossey-Bass, 2000, ISBN 0-471-37526-8
  • Anita Silvey: 100 Best Books for Children: A Parent’s Guide to Making the Right Choices for Your Young Reader, Toddler to Preteen, Houghton Mifflin, 2005, ISBN 0-618-61877-5
  • Anita Silvey: The Essential Guide to Children’s Books and Their Creators, Mariner Books, 2002, ISBN 0-618-19082-1

Weblinks[Bearbeiten]

Die folgenden Webseiten sind, wenn nicht anders angegeben, englischsprachig:

Allgemeines

19. Jahrhundert

Leseempfehlungen

Bestsellerlisten

Einzelnachweise und Bildquellen[Bearbeiten]

Die nachfolgend aufgeführten Quellen sind, wenn nicht anders angegeben, englischsprachig.

  1. Library of Congress
  2. Who Was Mother Goose?; Sammlung von Mother Goose-Reimen
  3. Davy and the Goblin
  4. Hamilton W. Mabie
  5. Nineteenth-Century Advice Literature; A Pilgrim’s Progress
  6. Sheldon Richman: Separating School and State, Fairfax: Future of Freedom Foundation, 1994, S. 38 (zitiert nach: Simpson)
  7. William Simonds; H. N. W. Baker; Daniel C. Eddy
  8. Emily A. B. N. Haven; Daniel Wise; Elizabeth P. Prentiss; Elizabeth M. Bruce; Francis I. B. Griswold; Sarah C. St. Robbins; Annie K. Dunning
  9. Hans Brinker
  10. A. D. T. Whitney; Rebecca S. Clarke; Martha Finley; Elizabeth Stuart Phelps Ward; Harriet B. McKeever
  11. St. Nicholas Magazine in der digitalen Sammlung der University of Florida
  12. Louisa May Alcott (Version vom 21. April 2008 im Internet Archive)
  13. Virginia F. Townsend; Margaret Hosmer; Caroline W. H. Dall; Susan B. C. Samuels; Virginia W. Johnson; Sarah Chauncey Woolsey
  14. Laura E. Richards; Amanda Douglas; Elizabeth W. Champney; Mary B. Crowninshield; Sarah J. Clarke; Myra S. Hamlin
  15. Tom Playfair
  16. Tudor Jenks
  17. Joseph A. Altsheler; Alice H. Burnett; The Twins; Augusta H. Seaman
  18. The Real Mother Goose, illustriert von Blanche Fisher Wright (Project Gutenberg)
  19. Arthur S. Bailey; Raggedy Ann (Version vom 11. Mai 2006 im Internet Archive)
  20. Will James; Freddy the Pig
  21. Dhan Gopal Mukerji; Eric P. Kelly; Charles J. Finger; Anthur B. Chrisman
  22. Padraic Colum; Ella Young; Julia D. Adams
  23. Anna B. Myers beim Project Gutenberg
  24. Grace P. Moon; Laurie Y. Erskine; Percy K. Fitzhugh; The Hardy Boys
  25. Cedric the Forester; The Dark Frigate; Rachel Field; Hendrik Willem van Loon
  26. A Treasury of Plays for Children (bei Google Book Search)
  27. The Little Engine That Could; Thomas Handforth; Dorothy P. Lathrop; Maud und Miska Petersham; Margery W. Bianco (Version vom 28. November 2007 im Internet Archive); Clare Turlay Newberry; Virginia L. Burton; Lee Kingman; Elizabeth O. Jones; Wanda Gág
  28. Pat the Bunny
  29. Zerna Sharp
  30. Phil Stong; Honk the Moose; Mr. Popper’s Penguins (Version vom 22. Mai 2008 im Internet Archive)
  31. Herbert Best; Queer Person; Waterless Mountain; Elizabeth Coatsworth; Pageant of Chinese History; Children of the Soil; A Day on Skates; Dobry
  32. Melissa Wiley
  33. Using Adolescent Novels to Disseminate Agricultural Information; Sarah Lindsey Schmidt; Elizabeth Yates
  34. Robert Lawson (Version vom 7. August 2007 im Internet Archive); Carol R. Brink; Lois Lenski; Maud H. Lovelace
  35. Elsie Singmaster; Mary Jane Carr; Esther Forbes; Elizabeth Enright (Version vom 19. März 2008 im Internet Archive); Doris Gates; Eva R. Gaggin; Walter D. Edmonds; George Washington’s World; New Found World
  36. Invicible Louisa; Davy Crockett; Daniel Boone; Ingri and Edgar Parin d'Aulaire (Version vom 17. April 2008 im Internet Archive); Runner of the Mountain Tops; Nansen
  37. Caroline D. Snedeker; The White Stag; Out of the Flame; Apprentice of Forence; Spice and the Devil’s Cave; Adam of the Road
  38. Holling C. Holling; Stephen W. Meader
  39. Gertrude Chandler Warner; Jane’s Island; Floating Island; Judy Bolton
  40. Lynd Ward; John Langstaff; Bill Martin Jun.; Lavinia R. Davis; Don Freeman
  41. Georges Schreiber; Phyllis McGinley; Elizabeth Olds; Gene Zion (Version vom 8. April 2005 im Internet Archive); Antonio Frasconi; Barbara Cooney
  42. Charlotte Zolotow; Mary and Conrad Buff; Carolyn Sh. Bailey
  43. The Littlest Angel (Version vom 11. Dezember 2007 im Internet Archive) im Internet Archive; Opal Wheeler
  44. Website des Jewish Book Council; Verzeichnis aller Preisträger
  45. Arna Bontemps; Harold Courlander
  46. Dorothy Rhoads; Mari Sandoz; Ann N. Clark
  47. Cyrus Fisher; Natalie S. Carlson; Claire H. Bishop; James Ullman; Ann Weil; Baboushka and the Three Kings; Nicholas Kalashnikoff; Carolyn Treffinger; Louise Rankin; Taro Yashima
  48. Elizabeth Baity; Gerald W. Johnson; Mabel L. Hunt; Alice Dalgliesh; Harold Keith; William O. Steele
  49. Stewart Holbrook; Jeanette Eaton; Leo Gurko
  50. Eleanor Jewett
  51. Walter und Marion Havighurst; Nancy Barnes; Jennie Linquist
  52. Catherine Besterman; Marjorie K. Rawlings; Jack Schaefer; Patrick S. Catling; Virginia Sorensen; Joseph Krumgold
  53. Kay Thompson
  54. Julia L. Sauer; Ruth St. Gannett; Catherine Coblentz; Carol Kendall
  55. Jean L. Latham; Jean C. George
  56. Peggy Parish
  57. Evaline Ness; Juliet Kepes; Sorche Nic Leodhas; Janina Domanska
  58. Stan und Jan Berenstain; Else H. Minarik; Norman Bridwell; Eloise Wilkin; Mary A. Fontenot; Hilary Knight; Edna M. Preston
  59. Never Talk to Strangers
  60. Ezra J. Keats; Natalia M. Belting
  61. Hetty B. Beatty; William H. Armstrong; Sterling North; Emily Ch. Neville
  62. Mary H. Weik; Ann Grifalconi; Gail E. Haley; Theodore Taylor
  63. Armstrong Sperry; Maia Wojciechowska
  64. Elizabeth G. Speare; Olivia Coolidge; Elizabeth B. de Treviño
  65. Ester Wier; Brinton Turkle
  66. Betsy Byars; Sulamith Ish-Kishor; Louise Fitzhugh
  67. The Wacky World of Alvin Fernald
  68. E. L. Konigsburg
  69. Randall Jarrell; Zilpha K. Snyder; Sylvia Engdahl
  70. The Mad Scientist’s Club
  71. Irene Hunt
  72. Janet G. Moore
  73. Frank Asch
  74. Syd Hoff; Robert Kraus (pdf; 8 kB); Steven Kellogg
  75. Margot Zemach; Susan Jeffers; Tomie dePaola; Mary Ann Hoberman; Ilse Plume; Molly Bang; Suse MacDonald; Rachel Isadora
  76. Jane Langton; Joyce Sidman; Rebecca Caudill
  77. Allan W. Eckert; John R. Gardiner
  78. Barbara Robinson
  79. Mildred Taylor; Ouida Sebestyen; Bette Greene; Sharon B. Mathis; Virginia Hamilton; Muriel Feelings; Verna Aardema (Version vom 26. Juni 2003 im Internet Archive)
  80. Rudolfo Anaya
  81. Miska Miles; Jean C. George; Gerald McDermott; Paul Goble; Jamake Highwater
  82. Laurence Yep
  83. Byrd Baylor
  84. James und Christopher Collier; Joan Blos; Robert N. Peck
  85. Lucy J. Sypher; Florence C. Means
  86. Johanna Reiss; David Kherdian; Elizabeth M. Pope
  87. Judith Viorst; Paula Danziger; Alfred Slote
  88. Ellen Raskin
  89. James Howe
  90. Mary Q. Steele; Natalie Babbitt; Nancy Bond
  91. Judy Blume
  92. C. S. Adler; Terry Davis (Version vom 12. April 2009 im Internet Archive)
  93. A Brief History of Mad Libs (Version vom 30. Juni 2008 im Internet Archive)
  94. Sandra Boynton; Eric Hill; Jane Dyer (Version vom 10. Dezember 2008 im Internet Archive); Wee Sing
  95. Nancy Willard
  96. Audrey Wood; Paul O. Zelinsky; Jan Brett
  97. James C. Giblin; Nancy Tafuri; Aliki Brandenberg; Jon Scieszka; Laura Numeroff; Deborah Hautzig; Esphyr Slobodkina (Version vom 4. Mai 2008 im Internet Archive); Robert Munsch
  98. Natalie Standiford
  99. Paul Fleischman
  100. Trina S. Hyman; Eric A. Kimmel
  101. John Steptoe; Patricia C. McKissack; Joyce C. Thomas; Bruce Brooks
  102. Robert D. San Souci; Diane Snyder; Jane Yolen; Suzanne F. Staples; Gloria Whelan
  103. Molly. An American Girl on the Home Front
  104. American Girl Website; Janet Shaw; Maxine R. Schur
  105. Clyde R. Bulla; Russell Freedman; Patricia MacLachlan; Bette Bao Lord
  106. Rhonda Blumberg; Alice Provensen (Version vom 13. Juni 2008 im Internet Archive); Jean Fritz (Version vom 9. August 2007 im Internet Archive); Aranka Siegal; Lois Lowry
  107. Beverly Cleary
  108. Stephen Gammell; Vera B. Williams; Lesléa Newman; Mavis Jukes; Norma F. Mazer
  109. Ann M. Martin
  110. Sid Fleischman; Brock Cole; Gary Paulsen; Marion D. Bauer
  111. David A. Adler
  112. Barbara B. Wallace; Mary D. Hahn (Version vom 13. Mai 2008 im Internet Archive); Joan L. Nixon
  113. Claudia Bishop; Bill Brittain; Robin McKinley; Janet T. Lisle; William Joyce
  114. Klutz Press
  115. Kathryn Lasky; Patricia Lauber
  116. Matthew Van Fleet; Christopher Santoro
  117. Lois Ehlert (Version vom 12. Juni 2008 im Internet Archive); Denise Fleming; Jennifer Wards
  118. Emily A. McCully; Chris Raschka (Version vom 7. Mai 2009 im Internet Archive); Eric Rohmann (Version vom 12. Juni 2008 im Internet Archive); Peggy Rathmann; Leo und Diane Dillon; Mary Azarian; Judith St. George; David Small (Version vom 21. Januar 2008 im Internet Archive)
  119. Peter Sís; Anne Isaacs, Janet Stevens; Stephen T. Johnson (Version vom 20. November 2005 im Internet Archive); David Shannon; Sarah Stewart (Version vom 30. Mai 2008 im Internet Archive); Jerry Pinkney; Dorin Cronin
  120. Audrey Penn; Jamie Lee Curtis; Janell Cannon; Jan Wahl; Vivian Walsh; Elise Primavera; Devin Scillian; Seymour Simon; Timothy D. Bellavia (Version vom 14. Juli 2008 im Internet Archive); Debra Frasier
  121. Joan Steiner; Jean Marzollo
  122. Barbara Park
  123. Dav Pilkey;
  124. Phyllis R. Naylor (deutsch)
  125. Simms Taback
  126. Faith Ringold; Sherley A. Williams (Version vom 8. Mai 2008 im Internet Archive); Julius Lester; Walter D. Myers; Andrea D. Pinkney; Carolivia Herron
  127. Mildred D. Taylor (Version vom 1. Mai 2008 im Internet Archive); Nikki Grimes; Christopher P. Curtis
  128. Linda Crew; Haeme Belgassi; Allen Say
  129. Mingfo Ho; Ned Shank (Version vom 20. März 2008 im Internet Archive)
  130. Jackie F. Koller (Version vom 26. Juni 2005 im Internet Archive) im Internet Archive; Marissa Moss; Susan C. Bartoletti; Jennifer Holm
  131. Karen Hesse; Richard Peck
  132. Karen Cushman; Carmen Agra Deedy
  133. Cynthia Ryland; Carl Deuker; Audrey Couloumbis; Jane L. Conly; Carolyn Coman; Edward Bloor (Version vom 12. Juni 2008 im Internet Archive)
  134. Kimberly W. Holt; Julie Anne Peters; Patricia Polacco; Kate Klise; Andrew Clements; Rachel Vail; Meredith Sue Willis; Matt Tavares
  135. Joe Cottonwood
  136. Willo D. Roberts (Version vom 16. Mai 2008 im Internet Archive); Ruth White; Theodore Taylor
  137. Christopher Pike; Vivian Vande Velde
  138. David B. Coe; Francesco L. Block; Megan W. Turner (Version vom 4. März 2009 im Internet Archive)
  139. Daniel Pinkwater; Gail C. Levine; Eloise McGraw
  140. Neal Shusterman; Sonia Levitin
  141. Victor Martinez; Han Nolan; Laurie H. Anderson; Ann Turner; Joan Bauer (Version vom 25. Juni 2008 im Internet Archive)
  142. Elizabeth Sayles; Rebecca F. Davis; Marisabina Russo – Children's Book Author and Illustrator; Kevin Henkes
  143. Mordicai Gerstein; Barbara Kerley; Peter McCarty; Margaret Chodos-Irvine; Mo Willems; Steve Jenkins Books; Robin Page; Barbara Lehman; Marjorie Priceman (Version vom 22. Juni 2008 im Internet Archive); David McLimans; Laura Vaccaro Seeger
  144. Tedd Arnold (Version vom 20. März 2008 im Internet Archive) im Internet Archive; Crescent Dragonwagon; Andra U'Ren (Version vom 16. Mai 2008 im Internet Archive); Jo Kittinger (Version vom 15. Juni 2008 im Internet Archive); Roger Bradfield; Jarrett J. Krosoczka; Adam Rex; Cynthia von Buhler
  145. The English Roses; Jeffrey Fulvimari; Loren Long; Michael Garland; Caralyn Buehner; Doreen Cronin; Betsy Lewin
  146. Step into Reading
  147. Aileen Fisher; Robert Sabuda
  148. Alan Armstrong
  149. Pete Hautman
  150. Jon Muth
  151. Carole B. Weatherford; Ellen Levine; Kadir Nelson; Nikki Giovanni; Doreen Rappaport
  152. Marilyn Nelson; Jacqueline Woodson; Valerie W. Wesley
  153. Sherman Alexie; An Na
  154. Lane Smith; Jim Murphy; Kirby Larson; Cynthia Kadohata
  155. Linda Sue Park
  156. Jeanne Birdsall; Polly Horvath; Deborah Wiles
  157. Sandra Speidel; Jack Gantos; Wendy Mass; Cynthia Lord; Gennifer Choldenko
  158. Megan McDonald; Ellen Potter
  159. Adam Selzer; Nancy Krulik
  160. Diary of a Wimpy Kid
  161. Greg R. Fishbone; Brian Selznick; The Invention of Hugo Cabret
  162. Peg Kehret
  163. Weil Papa etwas gegen die Regierung hatte
  164. James Preller; Blue Balliett; Ally Carter
  165. The Mysterious Benedict Society
  166. Tony Abbott
  167. Ridley Pearson; Jane Louise Curry; Gregory Maguire; Roderick Townley; Alice Hoffman; Dena Landon; Shannon Hale
  168. Meg Rosoff; Scott Westerfield
  169. Stephanie S. Tolan; Lynne Rae Perkins
  170. Alex Sanches; Buy levitra 20 mg online | Top Canadian Online Pharmacy; Ben Mikaelsen; Lurene McDaniel, Alex Flinn, John Coy; Catherine Murdock
  171. J. Patrick Lewis
  172. Matthew Reinhart; Robert Sabuda
  173. z. B. hier
  174. ALSC History (Version vom 21. Juni 2008 im Internet Archive); Reading is Fundamental; Children’s Literatur Association; The National Children’s Book and Literacy Alliance
  175. Poetry Foundation; Jack Prelutzky