Amethystohrkolibri

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Amethystohrkolibri
Amethystohrkolibri bei John Gould gemalt von Henry Constantine Richter

Amethystohrkolibri bei John Gould gemalt von Henry Constantine Richter

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Unterfamilie: Eigentliche Kolibris (Trochilinae)
Gattung: Veilchenohrkolibris (Colibri)
Art: Amethystohrkolibri
Wissenschaftlicher Name
Colibri serrirostris
Vieillot, 1816

Der Amethystohrkolibri oder manchmal nur Amethystohr (Colibri serrirostris) ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae). Die Art hat ein großes Verbreitungsgebiet, das die südamerikanischen Länder Brasilien, Bolivien, Paraguay und Argentinien umfasst. Der Bestand wird von der IUCN als „nicht gefährdet“ (Least concern) eingestuft.[1]

Merkmale[Bearbeiten]

Der männliche Amethystohrkolibri erreicht eine Körperlänge von etwa 12,5 Zentimetern, während das Weibchen nur ca 11 Zentimeter groß wird. Das Männchen wird ca 7 Gramm schwer, während das Weibchen mit ca 6 Gramm etwas leichter ist. Die Oberseite und die Flügeldecken des Männchens sind dunkelgrün mit einem leichten Blauschimmer. Die schuppige Kehle glänzt leuchtend grün und setzt sich deutlich von der blaugrünen Unterseite ab. Am Ohr hat er einen amethystfarbenen Flecken. Die Flügel sind schwärzlichpurpurn. Der ca 47 Millimeter lange blaugrüne Schwanz weist eine subterminale blaue Binde auf. Die Unterschwanzdecke ist weiß. Der Schnabel und die Füße sind schwarz. Das Weibchen ist ähnlich, jedoch etwas kleiner und weniger intensiv gefärbt als das Männchen. Der untere Bauchteil ist grau. Der Hinterrücken ist von grauen Säumen durchzogen. Die äußeren Steuerfedern haben grauweiße Spitzen.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Verbreitungsgebiet des Amethystohrkolibris

Das Verbreitungsgebiet reicht von Bolivien über das zentrale Paraguay bis in den Süden und Osten Brasiliens in die Bundesstaaten Mato Grosso, Goiás, Bahia und Espírito Santo sowie bis in den Nordwesten Argentiniens in den Süden der Provinz Córdoba. In der Blütezeit trifft man sie häufig an Eukalypten und Kapokbäumen.

Verhalten[Bearbeiten]

Der Kolibri ist nicht territorial und wandert. So wird er außerhalb der Brutzeit normalerweise nicht in seinen typischen Brutgebieten angetroffen. Vor allem in den Abendstunden sitzt er ähnlich wie die Fliegenschnäpper auf einem Ast, von dem aus er seine Jagd auf Insekten startet. Sein napfförmiges Nest baut er seitlich an die senkrechten Zweige eines Strauches oder in einer Astgabel. Es besteht überwiegend aus den Flugsamen von Korbblütlern und Baumwatte. Diese verflechtet er mit Spinnenfäden und wenigen Blätterteilen oder Blütenhüllblättern. In einem Versuch haben die Wissenschaftler Paolo Ioala und Floriano Papi nachgewiesen, dass der Amethystohrkolibri durch olfaktorische Wahrnehmung zwischen verschiedenen Gerüchen wie Lavendel, Jasmin, Eukalyptus, Essigsäureamylester, Terpentin und keinem Geruch unterscheiden kann.

Namensgebung[Bearbeiten]

Vieillot verwendete ursprünglich den Namen Trochilus serrirostris.[2] Der Name serrirostris setzt sich aus den Worten serra (= Säge) und rostrum (= Schnabel) zusammen und bezieht sich auf die deutlich gezähnte Spitze des Schnabels.

Literatur[Bearbeiten]

  • Rolf Grantsau: Die Kolibris Brasiliens, Expressao e Cultura. Rio de Janeiro. 1988, S. 64, ISBN 9788520801017
  • Crawford H. Greenewalt: Hummingbirds, Dover Pubn Inc, 1991, S. 55, ISBN 978-0486264318
  • George C. West, Carol A. Butler: Do Hummingbirds Hum?: Fascinating Answers to Questions About Hummingbirds, Rutgers University Press, 2010, S. 39f, ISBN 978-0813547381

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Colibri serrirostris in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2010.1. Eingestellt von: BirdLife International, 2009. Abgerufen am 25 Juni 2010
  2. Analyse D'Une Nouvelle Ornithologie Elementaire S.69 Oiseau-Mouche a bec-en-scie, Trochilus serrirostris (franz.)