Amir Hassan Cheheltan

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Amir Hassan Cheheltan

Amir Hassan Cheheltan (persisch ‏امیرحسن چهلتن‎‎; * 1956 in Teheran) ist ein persischer Ingenieur und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Cheheltan wurde in Teheran geboren. Er absolvierte ein Studium der Elektrotechnik, das er in Großbritannien abschloss. Schriftstellerisch ist Cheheltan seit den 1970er Jahren tätig. Sein erster Erzählband Ehefrau auf Zeit stammt von 1976. Am stummen Fenster von 1979 war sein Durchbruch als Schriftsteller.

Während des Ersten Golfkriegs war Cheheltan Soldat. 1998 stand sein Name auf einer Liste verfemter Schriftsteller. Mit einem Stipendium des Internationalen Schriftstellerverbandes ging er im Frühjahr 1999 für zwei Jahre mit seiner Frau und dem Sohn nach Italien und war als Writer in Residence in Certaldo tätig. In dieser Zeit schrieb er Teheran, Stadt ohne Himmel.

Cheheltan verfasst Drehbücher, etwa das Script zu Cut! Verbotene Zone (2004). Er schreibt Essays, die seit 2004 auch in deutschen Medien erscheinen, etwa in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung, der Wochenzeitung Die Zeit und der Kulturzeitung Lettre International.

Der Roman Iranische Morgenröte (2007) wurde im Iran zu einem großen Erfolg und für den Staatlichen Buchpreis nominiert. Gegen die Nominierung verwahrte sich Cheheltan wegen der Zensur und Publikationsverbote im Iran. Von 2001 bis 2004 gehörte er dem Vorstand des Iranischen Schriftstellerverbands an.

2008 veröffentlichte er Killing of Americans in Tehran.

Durch seine Veröffentlichungen in deutschen Medien wurde der Münchner Verlag P. Kirchheim auf Cheheltan aufmerksam und veröffentlichte den Roman Teheran Revolutionsstraße 2009 als Welt-Erstveröffentlichung in deutscher Sprache in der Übersetzung von Susanne Baghestani. In Farsi wurde der Roman noch nicht veröffentlicht. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb dazu: „Würde es der wiedervereidigte Präsident Ahmedineschad mit seiner Ankündigung ernst meinen, Willkür und Korruption Einhalt zu gebieten und die echte islamische Moral wiederherzustellen, er müsste die Publikation eines solchen Buches sofort erlauben. Stattdessen erscheint es nun erstmals überhaupt auf Deutsch (...), und ist Weltliteratur, bevor es überhaupt etwas anderes war.“[1]

Seit Juni 2009 lebt Cheheltan mit einem einjährigen Literaturstipendium des DAAD mit Frau und Sohn in Berlin.[2]

Cheheltan ist Juror für die Vergabe des Sadegh-Hedayat-Literaturpreises.

Bücher (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stefan Weidner: Vaterlose Gesellschaft. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 13. Oktober 2009.
  2. Verena Lueken: Unschuld und Massengrab In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 12. August 2009.