Amir Khan

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Dieser Artikel behandelt einen britischen Boxer, für den gleichnamigen indischen Schauspieler siehe Aamir Khan.
Amir Khan Boxer
Amir Khan 2007.jpg
Daten
Geburtsname Amir Iqbal Khan
Gewichtsklasse Halbweltergewicht
Nationalität Britisch
Geburtstag 8. Dezember
Geburtsort Bolton
Stil Linksauslage
Größe 1,78 m
Kampfstatistik
Kämpfe 32
Siege 29
K.-o.-Siege 19
Niederlagen 3

Amir Iqbal Khan (* 8. Dezember 1986 in Bolton, Vereinigtes Königreich) ist ein britischer Boxer pakistanischer Herkunft und ehemaliger Superweltmeister der WBA und ehemaliger Weltmeister der IBF im Halbweltergewicht. Gegenüber dem berühmten britischen Boxer Naseem Hamed, mit dem er oft verglichen wird, ist er sehr viel zurückhaltender im öffentlichen Auftreten.

Amateur[Bearbeiten]

Im Jahr 2003 gewann Khan im Leichtgewicht startend, die 8. Kadetten-Europameisterschaften in Litauen sowie die 1. Schüler-Europameisterschaften in Italien.

2004 gewann er zudem die Goldmedaille im Leichtgewicht, bei den 13. Juniorenweltmeisterschaften in Südkorea. Er besiegte dort unter anderem den Kubaner Yordenis Ugás und den Franzosen Alexis Vastine. Mit erst 17 Jahren gewann er kurz darauf die Silbermedaille im Leichtgewicht bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen. Dabei fiel er auch mit seinem spektakulären Kampfstil auf. Erst im Finale musste er sich dem erfahrenen kubanischen Titelverteidiger und dreifachem Weltmeister Mario Kindelán beugen.

Karriere[Bearbeiten]

Entgegen seinen früheren Äußerungen, bis zu den Olympischen Spielen 2008 Amateur zu bleiben, wurde Khan doch schon im Jahre 2005 im Alter von 18 Jahren Profi. Er unterschrieb bei dem britischen Promoter Frank Warren und gewann seine ersten Kämpfe gegen unbedeutende Gegner.

Der Franzose Rachid Drilzane, der keinen seiner 13 Kämpfe hatte vorzeitig gewinnen können, hatte ihn Dezember 2006 am Boden und auch bei dem Gewinn des Commonwealth-Titels im Juli 2007 gegen Willie Limond wurde er niedergeschlagen, gewann aber dennoch durch Aufgabe des Gegners nach der achten Runde. Im Februar 2008 schlug er den ehemaligen Weltmeister Gairy St. Clair klar nach Punkten. In diesem Kampf sahen ihn die Punktrichter in allen Runden vorne. Doch auch in seinem Kampf gegen Michael Gomez im Juni 2008 musste er wieder zu Boden, gewann aber dennoch durch technischen KO in der fünften Runde.

Am 6. September 2008 boxte er dann gegen den ungeschlagenen Kolumbianer Breidis Prescott in seinem ersten Pay-per-View-Kampf nach seinem finanziell lukrativen Wechsel vom Sender ITV zu Sky Sports. Khan verlor den Kampf in der Manchester Evening News Arena in der ersten Runde nach nur 54 Sekunden durch K.o.

Nach einem erfolgreichen Aufbaukampf im Dezember 2008 boxte er am 14. März 2009 in der MEN Arena in Manchester gegen den Mexikaner Marco Antonio Barrera. Der Ringrichter brach den Kampf nach 2:20 Minuten in der fünften Runde aufgrund einer massiven Platzwunde am Kopf Barreras ab, diese Verletzung wurde durch einen unabsichtlichen Kopfstoss in der ersten Runde verursacht. Die Punktrichter werteten den Kampf 50-44, 50-45 und 50-45 zugunsten von Amir Khan.

Anschließend kämpfte er am 18. Juli 2009 an gleicher Stelle gegen den ukrainischen WBA-Weltmeister Andreas Kotelnik. Khan gewann diesen Kampf deutlich nach Punkten (120-108; 118-111; 118-111). In seiner ersten Titelverteidigung besiegte er am 5. Dezember 2009 in Newcastle den ungeschlagenen Ukrainer Dmitriy Salita. Nachdem Khan seinen Gegner in der ersten Runde drei Mal zu Boden geschickt hatte, brach der Ringrichter den Kampf ab.

Am 15. Mai 2010 bestritt Khan seinen ersten Kampf in den USA, im so genannten „Mekka des Boxens“, dem Madison Square Garden in New York. Sein Gegner war der Italo-Amerikaner Paul Malignaggi aus Brooklyn. In dem einseitig verlaufenden Kampf war Khan seinem Gegner in Sachen Präzision und Defensive deutlich überlegen und konterte Malignaggi geschickt mit schnellen Schlagkombinationen aus. In der elften Runde war Malignaggi so gezeichnet, dass der Ringrichter Steve Smoger den Kampf abbrach.

Am 11. Dezember 2010 traf Khan im Mandalay Bay Resort and Casino in Las Vegas auf den Argentinier Marcos René Maidana. Dies sollte nach seinem Erstrunden-K.o. gegen den Kolumbianer Breidis Prescott der bis dato härteste Kampf für Khan werden. Maidana stieg mit einer Bilanz von 27 K.o.-Siegen aus 29 Kämpfen in den Ring. Gegen Ende der ersten Runde schickte Khan den Argentinier mit einem Leberhacken zu Boden. Maidana erholte sich allerdings, und der Kampf wurde in der Folge ausgeglichener. Beide Kämpfer mussten immer wieder harte Wirkungstreffer nehmen. In der fünften Runde wurde Maidana wegen eines absichtlichen Ellbogenschlags ein Punkt abgezogen. Mit einem harten rechten Schwinger brachte Maidana Khan in der siebten Runde zum ersten Mal in große Schwierigkeiten. Noch dramatischer wurde es in der zehnten Runde, als Maidana erneut mit einem rechten Schwinger an Khans Kinn voll durchkam. Khan torkelte durch den Ring und konnte sich nur durch geschicktes Halten und Weglaufen vor dem K.o. retten. Auch Khans Trainer Freddy Roach war zu diesem Zeitpunkt kurz davor, das Handtuch zu werfen. Die elfte und zwölfte Runde entschied Khan, sichtlich gezeichnet, wieder für sich. Khan gewann diesen Kampf knapp nach Punkten (114-111, 114-111, 113-112) und verteidigte den WBA-Titel im Halbweltergewicht. Dieser packende Kampf wurde von vielen Experten als einer der besten Boxkämpfe des Jahres 2010 angesehen.

Nach einer Titelverteidigung gegen den ungeschlagenen Briten Paul McCloskey in Manchester, kehrte er zu einem Titelvereinigungskampf in die USA zurück und trat am 23. Juli 2011 in Las Vegas gegen den IBF-Weltmeister Zab Judah. Khan gewann den Kampf durch K.o. in Runde fünf. Am 10. Dezember 2011 verlor er beide WM-Gürtel jedoch nach einer umstrittenen Punktniederlage an den US-Amerikaner Lamont Peterson. Zwar hatte Khan seinen Gegner in der ersten Runde am Boden, erhielt jedoch in den Runden sieben und zwölf Punktabzüge, was ihm schließlich die Niederlage durch eine 1:2 Richterstimmen einbrachte. Wegen der kontroversen Umstände wurde für den 19. Mai 2012 eine direkter Rückkampf vereinbart, der jedoch nach einer positiven Dopingprobe Petersons abgesagt wurde.

Seinen nächsten Kampf bestritt Khan am 14. Juli 2012 gegen den ungeschlagenen WBC-Weltmeister Danny García. Da Khan wenige Tag vor dem Duell in Las Vegas aufgrund der Dopingsperre Petersons wieder zum WBA-Weltmeister erklärt wurde, war dieser Kampf eine Titelvereinigung. Amir Khan musste in der dritten Runde nach einem linken Haken zu Boden und erholte sich von diesem Treffer nicht, so dass der Ringrichter den Kampf nach einem weiteren Niederschlag in der vierten Runde abbrach.

2012 bestritt Khan noch einen weiteren Kampf gegen den bis dahin ungeschlagenen "WBC Silver-Champion" Carlos Molina (17-0). Khan beherrschte den Kampf von Anfang an und nach der 10. Runde kehrte Molina nicht mehr in den Ring zurück. Am 27. April 2013 besiegte er auch den Ex-IBF-Weltmeister Julio Díaz (40-7) einstimmig nach Punkten.

Im Mai 2014 gewann er zudem einstimmig gegen Luis Collazo (35-5).

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Andreas Kotelnik Boxweltmeister im Halbweltergewicht (WBA)
18. Juli 2009 - 23. Juli 2011
Marcos René Maidana
Ricky Hatton Box-Superweltmeister im Halbweltergewicht (WBA)
23. Juli 2011 - 10. Dezember 2011
Lamont Peterson
Zab Judah Boxweltmeister im Halbweltergewicht (IBF)
23. Juli 2011 - 10. Dezember 2011
Lamont Peterson
Lamont Peterson Box-Superweltmeister im Halbweltergewicht (WBA)
11. Juli 2012 - 14. Juli 2012
Danny García