Amistad-Prozesse

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Sengbe Pieh, Anführer beim Aufstand (Porträt von 1839)
John Quincy Adams

Die Amistad-Prozesse waren mehrere Gerichtsverfahren von 1839 bis 1841 gegen Gefangene auf dem Schiff Amistad. Die Prozesse werden als wesentlicher Schritt zu einer Abschaffung der Sklaverei in den Vereinigten Staaten gewertet.

Die Amistad war ein Frachtschiff unter spanischer Flagge, das 1839 in Kuba Sklaven an Bord nahm.[1] Bei einer Rebellion wurde die gesamte Mannschaft bis auf zwei Besatzungsmitglieder durch westafrikanische Gefangene getötet. Anführer der Revolte war Sengbe Pieh vom Volk der Mende. Die Sklaven erreichten selbständig die Küste der Vereinigten Staaten und wurden dort von der US-amerikanischen Marine aufgebracht und inhaftiert.

Die Sklaven wurden wegen Meuterei und Mord angeklagt. Nach einem Berufungsverfahren, angestrebt durch den amtierenden US-Präsidenten Martin Van Buren, wurde die Verhandlung an den Obersten Gerichtshof verlegt. Die Verteidigung der Afrikaner übernahmen amerikanische Abolitionisten, vertreten wurden sie durch John Quincy Adams, einen ehemaligen US-Präsidenten. Der Prozess wurde von Streitigkeiten über ein Seerechtsabkommen mit Spanien begleitet. 1841 wurden die Angeklagten freigesprochen, da ihr Recht auf persönliche Freiheit festgestellt wurde. Die ehemaligen Sklaven reisten 1842 zurück in ihr Heimatland.[1]

Der gleichnamige Film aus dem Jahre 1997 von Steven Spielberg arbeitet die historischen Begebenheiten auf. In Mystic, Connecticut wurde 2000 ein originalgetreuer Nachbau der Amistad vom Stapel gelassen. An Bord des Schiffes in dessen Heimathafen New Haven, Connecticut, also dem Ort der erstinstanzlichen Gerichtsverhandlung, werden Schulkinder heute über Bürgerrechte, Sklaverei und Rassendiskriminierung aufgeklärt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Unidentified Young Man. 1839. Abgerufen am 28. Juli 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: The Amistad – Quellen und Volltexte (englisch)