Ammerbach (Jena)

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50.90511.556666666667191Koordinaten: 50° 54′ 18″ N, 11° 33′ 24″ O

Ammerbach
Stadt Jena
Höhe: 191 m ü. NN
Einwohner: 454 (31. Dez. 2010)[1]
Eingemeindung: 1. Oktober 1922
Postleitzahl: 07745
Vorwahl: 03641
Bild von Ammerbach

Ammerbach ist ein Stadtteil im Südwesten von Jena. Er liegt nordwestlich von Winzerla und westlich der Ernst-Abbe-Siedlung.

Lage[Bearbeiten]

Der Ortsteil Ammerbach liegt in einem trichterförmigen Tal in Richtung Bucha. Rechts und links der Straße befindet sich meist Grünland, dann Wald auf den Hängen und Anhöhen. Östlich des Ortsteils besteht Anschluss an die Siedlungen der Stadt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste schriftliche Erwähnung Ammerbachs erfolgt im Jahr 1228 in einer päpstlichen Urkunde.[2][3] In ihr wird eine Kapelle genannt, welche zur Pfarrkirche von Lobeda zählt. Diese Erwähnung lässt vermuten, dass der Ort im Machtbereich der Herren von der Lobdeburg stand. Dass die Ersterwähnung in eine Zeit fällt, in der die Kapelle bereits existierte, lässt eine ältere Besiedlung des Ortes vermuten. So wird als Entstehungszeit Ammerbachs und der Kapelle die Mitte des 9. Jahrhunderts angenommen; urkundliche oder archäologische Beweise wurden bislang nicht gefunden.[4] Dagegen sind Besiedlungsspuren durch steinzeitliche Bandkeramiker aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. und der jüngeren Bronzezeit, durch Funde in einer Lehmgrube, für das Gebiet überliefert. Die älteste Überlieferung von Hofbesitzern stammt aus der Zeit von 1421−1425.[5]

Ammerbach war seiner Zeit ein beliebtes Ausflugsziel der jenenser Studenten.

Ammerbach wurde am 1. Oktober 1922 in die Stadt Jena eingemeindet. Im Jahre 2009 wohnten in Ammerbach ca. 460 Einwohner. Der ursprüngliche dörfliche Charakter dieses Ortsteiles ist erhalten geblieben. Die Verkehrsanbindung an das öffentliche Nahverkehrsnetz von Jena erfolgt über die Buslinie 12.

Religion[Bearbeiten]

Kirche von Ammerbach

Ammerbach ist seit der Reformation evangelisch. Das Dorf verfügte zwar über eine eigene Kirche, wurde jedoch häufig und über längere Zeiträume seelsorgerisch von Burgau aus verwaltet. Heute gehört sie zur Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde.[6]

Siehe auch: Kirche Ammerbach

Literatur[Bearbeiten]

  • Barbara Aehnlich: Ammerbach. Sprachgeschichtliche Untersuchungen zu den Flurnamen der Gemarkung Ammerbach bei Jena, Saarbrücken 2008. ISBN 3-8364-8200-2, 978-3-8364-8200-4 (vgl. auch die vorausgehende Magister-Arbeit der Verfasserin; PDF; 1,2 MB)
  • Gerhard Cosack, Reinhard Jonscher: Von Ammerbach bis Zwätzen. Aus der Geschichte der Jenaer Vororte (= Reihe des Stadtarchivs Jena Nr. 2), Jena 1995.
  • Herbert Schilling: Jena-Ammerbach. Eine wirtschaftsgeschichtliche Untersuchung, Univ.-Diss. Jena 1930.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ammerbach (Jena) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stadtbezirksstatistik Jena
  2.  Otto Dobenecker (Bearb. und Hg.): Regesta diplomatica necnon epistolaria historiae Thuringiae (1128 –1266 ). Bd. 3, Fischer, Jena 1925. Nr. 35
  3.  Gerhard Cosack, Reinhard Jonscher: Von Ammerbach bis Zwätzen. Aus der Geschichte der Jenaer Vororte. Stadtarchiv, Jena 1995, S. 31.
  4.  Ottogerd Mühlmann: Über Spuren bonifatianischer Missionstätigkeit in Gestalt früher Kirchenbauten in und um Jena sowie deren bauliche Veränderungen. In: Pressestelle d. Evang.-Luth. Kirche in Thüringen (Hrsg.): Laudate Dominum. Achtzehn Beiträge zur thüringischen Kirchengeschichte. Evang. Verl.-Anst., Berlin 1976, S. 9ff.
  5. Andrei Zahn: Die Einwohner der Ämter Burgau, Camburg und Dornburg: ein Beteregister aus der Zeit um 1421–1425. Schriftenreihe der AMF; 55; Mannheim, 1998.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatKirche Ammerbach. In: dietrich-bonhoeffer-gemeinde-jena.de. 06/30/2013 18:32:56, abgerufen am 19. Juli 2013 (deutsch).