Ammoniumhexachloroplatinat(IV)

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Strukturformel
Strukturformel von Ammoniumhexachloroplatinat(IV)
Allgemeines
Name Ammoniumhexachloroplatinat(IV)
Andere Namen
  • Diammoniumhexachloroplatinat
  • Platinsalmiak
  • Ammoniumplatin(IV)-chlorid
Summenformel (NH4)2PtCl6
CAS-Nummer 16919-58-7
Kurzbeschreibung

gelber Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 443,89 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

3,066 g·cm−3[1]

Löslichkeit

schwer löslich in Wasser (7 g·l−1 bei 15 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
05 – Ätzend 06 – Giftig oder sehr giftig 08 – Gesundheitsgefährdend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301​‐​334​‐​341​‐​318​‐​317
P: 285​‐​301+310​‐​302+352​‐​305+351+338​‐​405​‐​501Vorlage:P-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [2][1]
Giftig
Giftig
(T)
R- und S-Sätze R: 25​‐​41​‐​42/43
S: 22​‐​26​‐​36/37/39​‐​45
Toxikologische Daten
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Ammoniumhexachloroplatinat(IV) ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Hexachloridoplatinate.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Ammoniumhexachloroplatinat(IV) kann durch Reaktion einer schwach salzsauren Hexachloroplatin(IV)-säure-Lösung mit Ammoniumchlorid gewonnen werden.[3]

\mathrm{H_2[PtCl_6] + 2 \ NH_4Cl \longrightarrow (NH_4)_2[PtCl_6]\downarrow + 2 \ HCl }

Es entsteht auch als Zwischenprodukt beim Abtrennungsprozess von Platin aus Anodenschlämmen bei der elektrochemischen Kupfer-, Nickel- oder Cobaltgewinnung.[4]

Eigenschaften[Bearbeiten]

Ammoniumhexachloroplatinat(IV) ist ein gelber Feststoff, der schwer löslich in Wasser ist. Er zersetzt sich bei Erhitzung.[1][5] \mathrm{3 \ (NH_4)_2[PtCl_6] \ \xrightarrow{1000 \ ^{\circ}C} \ 3 \ Pt + 2 \ NH_4Cl + 16 \ HCl + 2 \ N_2}

Es reagiert mit Kupfer(II)-acetat und Schwefelwasserstoff zu Kupfer-Platin-Komplexen die Anwendung als diamagnetischen Materialien und Halbleitern finden.[6] Die Verbindung besitzt eine kubische Kristallstruktur mit der Raumgruppe Fm3m.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Eintrag zu CAS-Nr. 16919-58-7 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 23. August 2013 (JavaScript erforderlich).
  2. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  3. a b  Georg Brauer: Handbuch der präparativen anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band III, Enke, Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0, S. 1712.
  4. Seilnacht: Periodensystem: Platin
  5.  Michael Moats, Venkoba Ramachandran, Timothy Robinson, W. G. Davenport: Extractive Metallurgy of Nickel, Cobalt and Platinum Group Metals. Elsevier, 2011, ISBN 008096809-0, S. 509 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. Datenblatt Ammonium hexachloroplatinate(IV), 99.999% trace metals basis bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 23. August 2013 (PDF).