Ammoniumhydrogensulfid

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Strukturformel
Ammonium-2D.svg Hydrogen sulfide ion.svg
Allgemeines
Name Ammoniumhydrogensulfid
Andere Namen
  • Ammoniumbisulfid
  • Ammoniummercaptan
Summenformel H5NS
CAS-Nummer 12124-99-1
PubChem 25515
Kurzbeschreibung

hygroskopisches, farbloses Pulver mit charakteristischem Geruch[1]

Eigenschaften
Molare Masse 51,1 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,17 g·cm−3[2]

Dampfdruck

52 kPa (22 °C)[1]

Löslichkeit
  • löslich in Wasser (1281 g·l−1 bei 22 °C)[1]
  • löslich in Ethanol[3]
  • unlöslich in Benzol, Hexan und Ether[3]
Brechungsindex

1,72[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [4]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−37,5 kcal/mol[3]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

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Ammoniumhydrogensulfid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Ammoniumsalze und Hydrogensulfide.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Lösungen von Ammoniumhydrogensulfid können hergestellt werden, indem man Schwefelwasserstoffgas durch konzentriertes Ammoniak leitet.

\mathrm{NH_3 + H_2S \rightleftharpoons (NH_4)SH}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Ammoniumhydrogensulfid ist ein instabiles, hygroskopisches, farbloses Pulver mit charakteristischem Geruch. Es bildet orthorhombische oder tetraederförmige Kristalle mit der Kristallstruktur P4/nmm.[2] Kommerziell ist es als 40%ige Lösung verfügbar, da diese stabiler ist als der Feststoff. Die Verbindung zerfällt leicht zu Ammoniak und Schwefelwasserstoff, was ihren charakteristischen Geruch ausmacht. Beim Erhitzen zersetzt sich Ammoniumhydrogensulfid, wobei nitrose Gase, Schwefelwasserstoff, Ammoniak und Sulfide entstehen.[5]

Mit Schwefel reagiert die Verbindung zu Diammoniumtrisulfid (einem Ammoniumpolysulfid).[3]

\mathrm{2 \ (NH_4)SH + 2 \ S \rightarrow (NH_4)_2S_3 + H_2S}

Verwendung[Bearbeiten]

Ammoniumhydrogensulfid wurde aufgrund seines Geruchs in Stinkbomben verwendet. Dieser Einsatz ist jedoch nach Richtlinie 76/769/EWG und der Bedarfsgegenständeverordnung nicht zugelassen in Scherzartikeln und Gegenständen, wie z. B. Niespulver und Stinkbomben.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c International Chemical Safety Cards
  2. a b c Jean DAns, Ellen Lax; Elemente, anorganische Verbindungen und Materialien, Minerale: Bd. III; ISBN 978-3-540-60035-0
  3. a b c d Patnaik; Handbook of Inorganic Chemical Compounds; ISBN 978-0-07-049439-8
  4. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  5. a b Eintrag zu CAS-Nr. 12124-99-1 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 21. Januar 2010 (JavaScript erforderlich).