Ammoniumthiosulfat

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Strukturformel
2 Ammonium-Ion Thiosulfat-Ion
Allgemeines
Name Ammoniumthiosulfat
Andere Namen

ATS

Summenformel H8N2O3S2
CAS-Nummer 7783-18-8
PubChem 6857883
Kurzbeschreibung

weißer geruchloser Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 148,21 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,679 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

150 °C (Zersetzung)[1]

Löslichkeit
  • leicht löslich in Wasser (1800 g·l−1 bei 20 °C)[1]
  • fast unlöslich in Ethanol[2]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze [1]
Toxikologische Daten

2890 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Ammoniumthiosulfat ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Ammoniumsalze und anorganischen Thiosulfate.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Ammoniumthiosulfat kann durch Reaktion von Ammoniumsulfit mit Schwefel oder Sulfiden in wässrigen Lösungen (zum Teil mit Ammoniak)[3], Oxidation von Schwefelwasserstoff, durch Reaktion von Ammoniumhydrogencarbonat mit Schwefeldioxid gewonnen werden.[4]

\rm \ 2 \ NH_3 + SO_2 + H_2O \rightarrow (NH_4)_2SO_3
\rm \ 2 \ NH_4HCO_3 + SO_2 + H_2O \rightarrow (NH_4)_2SO_3 + 2 \ H_2O + 2 \ CO_2 \uparrow


\rm \ (NH_4)_2SO_3 + S \rightarrow (NH_4)_2S_2O_3

Eigenschaften[Bearbeiten]

Ammoniumthiosulfat zersetzt sich ab einer Temperatur über 150 °C, wobei Schwefeloxide, Ammoniak und Stickoxide entstehen.[1]

Verwendung[Bearbeiten]

Ammoniumthiosulfat wird als Schnellfixiersalz (ähnlich wie Natriumthiosulfat) zur Herstellung von Fixierbädern in der Filmtechnik, Phototechnik und Röntgentechnik[1] sowie als Düngemittel[5] verwendet.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j Eintrag zu CAS-Nr. 7783-18-8 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 16. März 2010 (JavaScript erforderlich)
  2. Datenblatt Ammoniumthiosulfat bei Merck, abgerufen am 17. März 2010.
  3. Karl Heinz Büchel, Hans-Heinrich Moretto, Peter Woditsch: Industrial Inorganic Chemistry. ISBN 978-3-527-29849-5.
  4. Verfahren zur Herstellung von Ammoniumthiosulfat (Patent.de)
  5. Sicherheitsdatenblatt (fld-friedland) (PDF; 45 kB)