Amomum

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Amomum
Amomum cf. dealbatum

Amomum cf. dealbatum

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Ingwerartige (Zingiberales)
Familie: Ingwergewächse (Zingiberaceae)
Unterfamilie: Alpinioideae
Gattung: Amomum
Wissenschaftlicher Name
Amomum
Roxb.

Amomum ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Alpinioideae aus der Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae), die zu den Einkeimblättrigen Pflanzen gehört. Mit etwa 230 Arten ist eine der beiden artenreichsten Gattung in der Familie der Ingwergewächse. Einige Arten werden als Gewürz- und Heilpflanzen vom Menschen genutzt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Rhizome von Amomum compactum.

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Amomum-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Sie bilden weit kriechende Rhizome als Überdauerungsorgane. Es werden meist gutentwickelte „Pseudostämme“ aus meist vielen, selten nur ein bis vier Laubblättern gebildet. Die Blattscheide ist lang. Die Blattschuppen (Ligulae) sind einfach oder zweilappig. Die Blattspreiten sind länglich oder lanzettlich.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Direkt aus dem Rhizom entwickelt sich auf einem kurzen bis sehr langen, mit schuppenförmigen Blattscheiden bedeckten, Blütenstandsschaft ein endständiger, traubiger, ähriger, rispiger Blütenstand in dem die Blüten dicht zusammen stehen. Bei vielen Arten sieht der Blütenstand zapfenförmig aus. Jede Blüte steht über einem meist röhrenförmigen Deckblatt.

Die zwittrigen, zygomorphen Blüten sind dreizählig mit doppelten Perianth. Die drei Kelchblätter sind röhrig verwachsen. Die drei Kronblätter sind röhrig verwachsen mit einem aufrechten Kronlappen, der länger, breiter und konvexer ist als die beiden seitlichen. Nur das mittlere Staubblatt des inneren Kreises ist fertil; es besitzt einen langen, gut entwickelten Staubfaden. Die Anhängsel des Staubbeutels sind einfach, zwei- oder dreilappig. Alle anderen Staubblätter sind zu Staminodien reduziert und mindestens eines oder drei fehlen. Die beiden seitlichen Staminodien des äußeren Kreises sind pfriemförmig, klein oder fehlen. Das mittlere Staminodium des äußeren Kreises fehlt. Die beiden seitlichen Staminodien des inneren Kreises sind zu einem sogenannten Labellum verwachsen; es stellt den auffälligsten Teil der Blüte dar. Das meist verkehrt-eiförmige und breit konkave Labellum ist gelb bis orangefarben im Zentrum, besitzt einige rote Adern oder Zeichen und oft einen weißen Rand. Drei Fruchtblätter sind zu einem dreikammerigen Fruchtknoten verwachsen mit vielen Samenanlagen in jeder Fruchtknotenkammer. Der dünne Griffel endet meist in einer trichterförmigen, bewimperten Narbe.

Fruchtstand mit stacheligen Kapselfrüchten von Amomum cf. dealbatum.

Die unregelmäßig geformten Kapselfrüchte besitzen eine glatte, kantige oder stachelige Oberfläche und enthalten viele Samen. Die rechteckigen oder kantigen Samen besitzen einen fleischigen oder häutigen Arillus.

Vorkommen[Bearbeiten]

Das Hauptverbreitungsgebiet ist Südostasien. Einzelne Arten kommen vom Himalaja durch Südostasien bis ins nördliche Australien and bis zum zentralen Pazifikraum or. In China kommen 39 Arten vor, davon 29 nur dort. Sie gedeiht fast nur in tropischen Gebieten. Die meisten Amomum-Arten gedeihen als immergrüne große Pflanzen in feuchten Wäldern besonders in Lichtungen und an Waldrändern. Es gibt auch einige Epiphyten und selten saisongrüne, kleine Pflanzen, in der Krautschicht der Wälder.

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Amomum gehört zur Tribus Alpinieae in der Unterfamilie der Alpinioideae innerhalb der Familie der Zingiberaceae.

Die Gattung Amomum wurde zum ersten Mal 1753 durch Carl von Linné in Monandria Monogynia aufgestellt mit vier Arten: Amomum zingiber, Amomum zerumbet, Amomum cardamomum und Amomum grana-paradisi. Diese vier Arten gehören heute zu Aframomum K.Schum., Zingiber Boehm und Elettaria Maton. Die heute gültige Veröffentlichung der Gattung Amomum erfolgte 1820 durch William Roxburgh in Plants of the Coast of Coromandel, 3, S. 75 [1] mit der Typusart Amomum subulatum Roxb. Synonyme für Amomum Roxb. sind: Meistera Giseke, Paludana Giseke, Paramomum S.Q.Tong, Wurfbainia Giseke. [2] Der Gattungsname Amomum leitet sich vom griechischen Wort ἄμωμον, amomon ab, das für eine indische Gewürzpflanzenart benutzt wurde. Die bisherige Aufgliederung der Gattung in zwei Untergattungen kann von Yong-Mei Xia et al. 2004 nicht bestätigt werden, auch eine Gliederung in Sektionen ist mit den derzeitigen Ergebnissen aus den molekulargenetischen Untersuchungen nicht möglich; es zeigen sich gut bestätigte Kladen, aber weitere Untersuchungen sind erforderlich, um die Verwandtschaftsverhältnisse klar zu zeigen.

Die Gattung Amomum enthält etwa 150 bis 200 Arten (es kommen laufend neue Arten hinzu):

Nutzung[Bearbeiten]

Viele Amomum-Arten werden in der traditionellen Chinesischen Medizin verwendet. Amomum tsaoko ist ein wichtige Nahrungspflanze in China. Schwarzer Kardamom (Amomum subulatum) wird als Gewürz verwendet.

Quellen[Bearbeiten]

  • Delin Wu & Kai Larsen: Zingiberaceae in der Flora of China, Volume 24, S. 333: Amomum - Online. (Abschnitt Beschreibung)
  • Yong-Mei Xia, W. John Kress, Linda M. Prince: Phylogenetic Analyses of Amomum (Alpinioideae: Zingiberaceae) Using ITS and matK DNA Sequence Data, In: Systematic Botany, Volume 29, Issue 2, 2004, S. 334-344: doi:10.1600/036364404774195520: Fulltext-Online. (Abschnitt Systematik und Verbreitung)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. William Roxburgh: Plants of the Coast of Coromandel, 3, 1820, S. 75 eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  2. Amomum im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Amomum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Paul Wagler: Amomom. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band I,2, Stuttgart 1894, Sp. 1873 f.