Ampass

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Ampass
Wappen von Ampass
Ampass (Österreich)
Ampass
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Innsbruck Land
Kfz-Kennzeichen: IL
Fläche: 7,9 km²
Koordinaten: 47° 16′ N, 11° 26′ O47.26666666666711.433333333333651Koordinaten: 47° 16′ 0″ N, 11° 26′ 0″ O
Höhe: 651 m ü. A.
Einwohner: 1.762 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 223 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6070
Vorwahl: 0512
Gemeindekennziffer: 7 03 03
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Römerstraße 21 A
6070 Ampass
Website: www.ampass.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Hubert Kirchmair
Lage der Gemeinde Ampass im Bezirk Innsbruck Land
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Ampass Dorfmitte
Ampass Dorfmitte
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Ampass ist eine Gemeinde mit 1762 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Innsbruck Land des Bundeslandes Tirol in Österreich. Das Ampasser Wahrzeichen ist die Pestsäule, auch Viertelsäule[1] genannt, die auch auf dem Wappen zu sehen ist. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Hall in Tirol.

Geografie[Bearbeiten]

Ampass liegt südöstlich von Innsbruck im östlichen Mittelgebirge. Im Norden verläuft die Grenze am Inn, im Westen grenzt Ampass direkt an Innsbruck, welches ca. 8 Kilometer entfernt ist. Das Dorfzentrum befindet sich in einer Art Talkessel.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Ortsteile in der Kastralgemeinde Ampass:

  • Ampass Dorf
  • Haller Innbrücke
  • Häusern
  • Peerhöfe
  • Zimmertal
  • Ebenwald

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Aldrans, Hall in Tirol, Innsbruck, Rinn, Rum, Thaur, Tulfes

Geschichte[Bearbeiten]

Ampass liegt an der alten Salzstraße von Hall nach Matrei, östlich von Innsbruck am Südufer des Inn, auf welcher das im Halltal gewonnene Salz nach Süden transportiert wurde. Diese Salztransporte erreicht ein um 1490 ihren Höhepunkt.

Urkundlich erstmals erwähnt wurde Ampass 1145 als Ambanes (keltisch: „Zwischen zwei Bächen“). Vorgeschichtliche Funde zeugen jedoch schon von einer frühen Besiedelung, die ältesten unter ihnen entstammen dem 15. vorchristlichen Jahrhundert. Besonders reiche Funde erbrachte das eisenzeitliche Heiligtum am Demlfeld.[2]

Ein 1254 errichteter, 1,9 Meter hoher Meilenstein aus Granit soll die Grenze zur Pfarre Wilten gekennzeichnet haben und steht noch immer an seinem ursprünglichen Ort.

Als selbständige Gemeinde wird Ampass erstmals 1312 im Inntaler Steuerbuch erwähnt.

Auch in Ampass haben Schlachten im Tiroler Freiheitskampf 1809 stattgefunden, der Tiroler Freiheitskämpfer Kaspar Sautner war Ampasser. Nach ihm ist ein Wanderweg rund um Ampass benannt.

War Ampass ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1910 einem Bevölkerungsschwund ausgesetzt, machte es in den letzten Jahrzehnten wie viele andere Gemeinden im Umland von Innsbruck eine Entwicklung von einer durch Landwirtschaft geprägten in eine Wohngemeinde durch und erlebte in den letzten Jahren einen Bevölkerungszuwachs.

Der Gemeinderat der Gemeinde Ampass bestätigte in seiner Sitzung am 10. Mai 2007 eine Änderung der Postleitzahl von 6060 auf 6070.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Ampass

Ampass besitzt einige traditionelle, kulturelle Einrichtungen und folgende wichtige Sehenswürdigkeiten.

Pfarrkirche Johannes der Täufer[Bearbeiten]

Die Pfarrkirche umfasst ein Kirchengebäude und einen an der Spitze des Kirchbühels befindlichen Glockenturm. In jenem Turm wurde 1739 die für den normalen Kirchturm zu schwere Glocke untergebracht.

Um 1000 soll sich auf dem Kirchbühel schon eine unbekannte Burg befunden haben. Laut Urkunden wurde die von Heinrich den IV. erbaute Schlosskapelle zwischen 1048 und 1097, die später zur capella regalis (königliche Kapelle) erhoben wurde, vom Brixner Bischof Altwin von Brixen eingeweiht. Die daraus entstandene spätgotische Pfarrkirche wurde später barockisiert. In der Vergangenheit erlebte sie oft großflächige Zerstörungen, wie etwa einem Brand, Zerstörungen durch Truppen im 30 jährige Krieg, und durch ein schweres Erdbeben im Jahre 1698.[3]

Aufgrund der außergewöhnlichen Lage und der Einzigartigkeit ist die Johanneskirche heute als Hochzeitskirche sehr beliebt.

Veitskirche[Bearbeiten]

Die gotische, von "Fuhrmännern" erbaute Veits-Kirche wurde zum ersten mal 1429 erwähnt. Hinweisend darauf erkennt man noch heute Fürbitten der Fuhrmänner in der Kirche.[4]

Viertelsäule[Bearbeiten]

Das Ampasser Wahrzeichen, die Viertelsäule, oder auch Pestsäule genannt, ist einer der bedeutendsten gotischen Bildstöcke Nordtirols. Sie soll der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstammen und liegt nahe dem Sonnenbühel. Nach einem Vandalenakt 1876 wurde die Viertelsäule renoviert, es folgten 1970 und 1997 zwei weitere Restaurierungen.

Taxerhofsee[Bearbeiten]

Der kleine Taxerhofsee oder auch Köglmoor liegt auf 824 Metern Höhe ca. 2 km südlich oberhalb der Gemeinde Ampass im Ortsteil Taxerhof mit einer Fläche von 0,29 ha.

Er dient einerseits zur Fischaufzucht und ist nicht zum Baden freigegeben. Andererseits ist der See der Restbestand eines Feuchtbiotops und wurde von Ampass zum Naturschutzgebiet erklärt. An den Ufern befinden sich Schilfregionen und Feuchtwiesen mit einigen seltenen Pflanzengemeinschaften wie z. B. Kleinseggenrieden und Schwarzerlen. Er dient auch als Rückzugsgebiet für seltene Vögel wie z. B. Reiher, Bachstelze.

Im Moorsee werden vor allem Forellen und Karpfen aufgezogen. Das Moorwasser des Taxerhofsees hat eine gute Wasserqualität der Stufe I bis II. Er erhält Wasser durch Grundwasser und Zuleitung von der nahegelegenen Taxer Quelle.

Sport[Bearbeiten]

Ampass besitzt einen Sportplatz, einen Beachvolleyballplatz und im Winter einen Eislaufplatz. Außerdem werden manche Wege, vor allem im Gebiet Zimmertal, Peerhöfe und Ebenwald als Wanderrouten genutzt und gelten als Naherholungsraum.

Politik[Bearbeiten]

Die letzten Bürgermeisterwahlen fanden gleichzeitig mit den Gemeinderatswahlen am 14. März 2010 statt.[5]

Hubert Kirchmair wurde zum Bürgermeister und Andreas Kiechl zum Vizebürgermeister gewählt.

Partei Prozent Stimmen Sitze im Gemeinderat Koppelung
Gemeindeliste  39,35 % 377 6 A
Gemeinsam für Ampass ÖVP 28,39 % 272 4
Freiheitliche und unabhängige Ampasser Liste 14,30 % 137 2
Liste aktiver AmpasserInnen-Die Ampasser Grünen 11,90 % 114 1
Wirtschaft und Zukunft 6,05 % 58 0 A

Wappen[Bearbeiten]

Auf dem Wappen ist eine schwarze Pestsäule auf grün-weiß-grünem Grund zu sehen. Das Weiß steht für das Salz der Salzstraße, das Grün für das grüne Tal in dem sich Ampass befindet.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ampass – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Michael Unterwurzacher: Im Reich des Patscherkofel. 2009, ISBN 9783839104194 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche, abgerufen am 17. März 2013).
  2. Geschichte Tirols: Ampass. Abgerufen am 19. Mai 2013.
  3. Geschichte Tirols: Ampass. Abgerufen am 19. Mai 2013.
  4. Für romantische Hochzeiten, Eintrag Ampass. innsbruck.info. Abgerufen am 19. Mai 2013.
  5. Gemeinde Ampass. wahlen.tirol.gv.at.. Abgerufen am 26. August 2012.
  6. Eintrag Ampass. tirolatlas.uibk.ac.at. Abgerufen am 19. Mai 2013.