Amram

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Amram ist ein hebräischer Personenname (‏עמרם‎). Auf Arabisch lautet er Imran (‏عمران‎, DMG ʿImrān).

Etymologie[Bearbeiten]

Der typische westsemitische Personenname Am(i)ram bedeutet etwa Onkel ist erhaben. Onkel bezeichnet hier genauer den Bruder des Vaters. Dieses Namenbildungselement ist wahrscheinlich als vergöttlichter Ahne zu deuten.

Herkunft[Bearbeiten]

Der Name Amram kommt im Tanach zweimal vor:

  • Nach Ex 6,20 EU waren Amram und seine Frau Jochebed die Eltern von Mose und Aaron. Nach Num 26,58f EU war Jochebed eine Tochter Levis, des Stammvaters der Leviten. Sie habe ihm zudem Mirjam geboren. Diese wird in Ex 15,20 EU Prophetin genannt, die ein Loblied für JHWH nach der Rettung aus dem Schilfmeer anstimmte. Alle drei Kinder führten die Israeliten nach der biblischen Erzählung aus der Sklaverei in Ägypten bis in das gelobte Land. Von Amram selbst ist dabei nichts mehr überliefert.
  • Esr 10,34 EU nennt einen Amram als einen der Heimkehrer aus dem babylonischen Exil (um 539). Demnach war er Priester und hatte eine ausländische Frau geheiratet. Als sein Vater wird ein Bigwai genannt.

Amram im Koran[Bearbeiten]

Sure 66:12 des Koran bezieht den Namen in der arabischen Schreibweise ‘Imrān auf den Vater Maryams, was aber nicht Mirjam, sondern Maria, die Mutter Jesu meint. Dort ist er demnach der Großvater Isa ibn Maryams (Jesu von Nazaret), der im Protevangelium des Jakobus Joachim heißt.

In Sure 3:33 wird die „Sippe Amrams“ (āl ʿImrān) der „Sippe Abrahams“ (āl Ibrāhīm) als von Gott erwählte Familie an die Seite gestellt. Da die „Sippe Amrams“ eines der Hauptthemen der Sure ist, hat sie den Namen Āl ʿImrān erhalten.

Bekannte Namensträger[Bearbeiten]

Vorname[Bearbeiten]

  • Amram von Mainz, auch Amram de Mayence oder Amram Mentz (10. Jh.), sagenumwobener Rabbi aus Mainz
  • Amram Mitzna (* 1945), israelischer Politiker deutsch-jüdischer Abstammung
  • Amram Nowak (1927–2005), war ein US-amerikanischer Filmproduzent, Filmregisseur und Autor
  • Amram ben Scheschna (gest. ≈ 880), seit ca. 860 Gaon zu Sura als Nachfolger von Natronaj II.

Nachname[Bearbeiten]

  • Dave Amram (* 1930), US-amerikanischer Jazzmusiker (Hornist) und Komponist

Literatur[Bearbeiten]

  • Angelika Neuwirth: "The House of Abraham and the House of Amram: Genealogy, Patriarchal Authority, and Exegetical Professionalism" in A. Neuwirth, Nicolai Sinai, Michael Marx (Hrg.): 'The Qur'ān in Context. Historical and Literary Investigations into the Qur'ānic Milieu'. Leiden 2011. S. 499-531.

Weblinks[Bearbeiten]