Amrita Sher-Gil

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Amrita Sher-Gil (* 30. Januar 1913 in Budapest; † 5. Dezember 1941 in Lahore) war eine indisch-ungarische Künstlerin.

Leben[Bearbeiten]

Ihr Vater Umrao Singh Sher-Gil gehörte der indischen Oberschicht, einer Aristokraten-Familie im Punjab, an und war Fotograf. Ihre Mutter Marie Antoinette Gottesmann, eine Opernsängerin, entstammte einem großbürgerlichen Hause aus Budapest. Dort verbrachte die Malerin die ersten neun Jahre ihres Lebens, bevor die Familie nach dem Ersten Weltkrieg nach Punjab in Nordindien zog. Als das Talent der 16-Jährigen von ihren Eltern erkannt wurde, ging die Familie mit ihr nach Paris, damit sie an der École des Beaux-Arts studieren konnte. Sie lernte die Pariser Bohème und die Alten Meister kennen und schuf eine Reihe erstaunlich vielschichtiger früher Meisterwerke. 1934 kehrte sie, nachdem sie in den französischen Künstlerkreisen bereits integriert war, in die indische Heimat zurück. Amrita Sher-Gil starb sieben Jahre später im Alter von nur 28 Jahren in Lahore, im heutigen Pakistan.

Das Frühwerk von Amrita Sher-Gil setzt sich häufig mit sexueller Identität auseinander (daher wird sie oft mit Frida Kahlo verglichen). Ihr wachsendes Interesse an den indischen Kulturen drückt sich in einer Verbindung eines von den zeitgenössischen europäischen Anvantgardebewegungen geprägten Blicks, mit der kenntnisreichen teilnehmenden Beobachtung der indischen Gesellschaft aus. In ihrer weiteren Arbeit kombiniert sie die Bildgebung der Avantgarde mit älteren Genres, vor allem der Mogulmalerei und der Kunst der Ajanta-Höhlen.

Amritas Neffe, der Künstler Vivan Sundaram, ist als Archivar der Familiengeschichte Sher-Gil tätig und hat Amritas Briefe ediert.[1]

Werke[Bearbeiten]

weitere Werke: Brides Toilet (1937) und Sleep (1933)

Zitat[Bearbeiten]

“I can only paint in India. Elsewhere I am not natural, I have no self confidence. Europe belongs to Picasso, Matisse and Braque and many others. India belongs only to me.”

Amrita Sher-Gil: 1938

Hintergrundliteratur[Bearbeiten]

  • Deepak Ananth: Amrita Sher-Gil: eine indische Künstlerfamilie im 20. Jahrhundert, Schirmer Mosel, München 2006, ISBN 978-3-8296-0269-3 (anlässlich der Ausstellung über Amrita Sher-Gil im Haus der Kunst, München)
  • Richard Weihe: Der Milchozean, Erzählung in sechs Bildern, Elster Verlag, Zürich 2011, ISBN 978-3-907668-83-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Amrita Sher-Gil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Amrita Sher-Gil (Autor), Vivan Sundaram (Hrsg.): Amrita Sher-Gil: A self-portrait in letters and writings, Tulika Books, Delhi 2010, ISBN 978-81-89487-59-1 Verlagsmitteilung (englisch)