Amsterdam (Roman)

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Amsterdam ist ein Roman von Ian McEwan, der zuerst 1998 erschien und 2000 auf Deutsch herauskam. Für diesen Roman erhielt der Autor 1998 den Booker Prize.

Inhalt[Bearbeiten]

Bei der Beerdigung der Journalistin Molly Lane treffen sich eine Reihe ihrer Geliebten wieder. Mollys Gesundheit hatte sich nach ihrer Erkrankung an einer nicht näher erklärten neurologischen Krankheit rasant verschlechtert, und sie war bis zu ihrem bald darauf folgenden Tod von ihrem Ehemann, dem Verleger George Lane, in ihrer gemeinsamen Wohnung gepflegt worden. Parallel zum Fortschreiten ihrer Krankheit hatte George sie zunehmend von allen Besuchern abgeschottet.

Zugegen bei der Trauerfeier sind der berühmte und erfolgreiche Komponist Clive Linley, der Journalist und verantwortliche Herausgeber der Zeitung The Judge Vernon Halliday und Außenminister Julian Garmony. Clive und Vernon sind gute, alte Freunde; sie verachten gemeinsam und gleichermaßen den hinterbliebenen Witwer George Lane und Julian Garmony, den rechten Politiker, der nach dem Posten des Premierministers trachtet.

Erschüttert über Mollys raschen, tödlichen und unerklärlichen Krankheitsverlauf, fangen Linley und Halliday an, über ihren eigenen Tod zu sinnieren. Linley ist dabei, eine Sinfonie für den Jahrtausendwechsel zu komponieren, und Halliday ist damit beschäftigt, sich journalistische Projekte auszudenken, die seine Zeitung vor dem finanziellen Ruin retten könnten. Er beauftragt eine Journalistin damit, über die Sterbehilfe in den Niederlanden zu recherchieren und zu schreiben. Linley und Halliday treffen ein Übereinkommen, im Falle einer tödlichen Krankheit dem jeweils anderen zu dieser Sterbehilfe zu verhelfen, um nicht wie Molly dahinsiechen zu müssen.

Mollys Ehemann spielt Halliday Fotos in die Hände, die Julian Garmony in Frauenkleidern zeigen. Halliday beabsichtigt mit der Veröffentlichung der Fotos, einerseits die Karriere des rechten Politikers Garmony zu ruinieren und andererseits den erwünschten Aufschwung für seine Zeitung zu erreichen. Linley rät ihm davon ab, und die alten Freunde zerstreiten sich zum ersten Mal ernstlich. Die Veröffentlichung der Bilder entwickelt sich nicht ganz zu dem von Halliday erwünschten Skandal und journalistischen Erfolg, kostet ihn andererseits aber seine Stelle.

Linley begibt sich ins Gebirge, um die nötige Ruhe zu finden, die er zur Vollendung seiner Sinfonie braucht. Bei einer Wanderung wird er Zeuge eines heftigen Streits zwischen einem Mann und einer Frau. Er entschließt sich, nicht einzugreifen, und wandert weiter. Erst später erfährt er, dass die Frau vergewaltigt worden ist und dass es sich bei dem Mann um einen gesuchten Serienmörder handelte. Obwohl Halliday ihn dazu auffordert, meldet er sich nicht bei der Polizei als Zeuge, was Halliday daraufhin anonym tut. Die Polizei hat allerdings größtes Verständnis für Linleys Verhalten, und Hallidays geplante Rache misslingt.

Linley fährt nun nach Amsterdam, wo in seinem Beisein die Uraufführung seiner Sinfonie ansteht. Auch Halliday ist in Amsterdam. Beide nehmen Kontakt zu einer Organisation für Sterbehilfe auf. Bei einem festlichen Empfang dreht nun jeder dem anderen einen vergifteten Drink an, und begleitet vom Personal der Sterbehilfe schlafen die beiden Männer in ihren Hotelbetten für immer ein.

Rezeption[Bearbeiten]

Kerstin Schmidt schreibt für die Deutsche Welle:

Amsterdam entpuppt sich als eine gnadenlose Geschichte über die Mechanismen der Macht und der Medien und über den Verlust aller menschlichen Werte.“[1]

Ausgaben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Kerstin Schmidt: Buchtipp: Ian McEwan, Amsterdam. Auf: Deutsche Welle, 30. August 2005, online.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kerstin Schmidt: Buchtipp: Ian McEwan, Amsterdam. Auf: Deutsche Welle, 30. August 2005, online.