Amt für Schönheit der Arbeit

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Das Amt für Schönheit der Arbeit war eine Organisation der Nationalsozialistischen Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP). Sie war Teil der NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ (KdF) und unterstand der von Robert Ley geführten Deutschen Arbeitsfront (DAF), die infolge des Verbots der Gewerkschaften im Mai 1933 nach der Machtübernahme der NSDAP im Deutschen Reich als Einheitsverband der Arbeitnehmer und Arbeitgeber geschaffen worden war. Aufgabe des Amtes war die Verschönerung der Arbeitsstätten sowie die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, von Ergonomie und Arbeitssicherheit. Zum Leiter des Amtes, dessen Sitz in der Kaiserallee 25 (seit 1950 Bundesallee) war, wurde von Robert Ley Albert Speer ernannt. Julius Schulte-Frohlinde war sein Stellvertreter.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Bereits früher gab es Bestrebungen von Unternehmern, durch den Bau von Arbeitersiedlungen und Freizeitanlagen die Belegschaft an den Betrieb zu binden und einer Organisierung der Arbeiter in Gewerkschaften oder sozialistischen Verbänden entgegenzuwirken. Kantinen sparten den Arbeitern die Zeit für den Nachhauseweg und ermöglichten somit auch den Frauen zu arbeiten, wenn sie sich nicht ums Kochen kümmern mussten.

Mit dem Amt für Schönheit der Arbeit wurde eine zentrale, im System des NS-Regimes verankerte Organisation geschaffen, die solche Verbesserungen im Sinne der NS-Ideologie planen sollte.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Gemeinschaftshaus bei Linden und Funke (Iserlohn), 1936 nach Plänen des Amtes eröffnet

Das Amt für Schönheit der Arbeit existierte vom 27. November 1933 bis kurz nach Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939. Es publizierte diverse Broschüren mit detaillierten Plänen, zum Beispiel für die Einrichtung von Waschräumen und Toiletten, ohne Verwendung von Metallen, die für die Rüstungsindustrie von Bedeutung waren. Auf Veranlassung des Amtes wurden Kantinen, Aufenthaltsräume, Werksbibliotheken, Sport- und Sanitäranlagen eingerichtet sowie Kameradschaftsabende und Werks-Sportfeste organisiert. Die Kosten dieser Maßnahmen beliefen sich bis 1939 auf circa 200 Millionen Reichsmark, die von den Unternehmen getragen werden mussten. Betriebe, die die Vorgaben des Amtes besonders eifrig umsetzten, erhielten den Ehrentitel „Nationalsozialistischer Musterbetrieb“.

Gütezeichen für vorbildliche Betriebseinrichtungen

Die Aktionen des Amtes für Schönheit der Arbeit standen unter jährlich wechselnden Mottos:

  • 1934: „Entrümpelung der Betriebe“
  • 1935: „Kampf dem Betriebslärm“
  • 1936: „Gutes Licht, gute Arbeit“
  • 1937: „Saubere Menschen im sauberen Betrieb“
  • 1938: „Gesunde Luft im Arbeitsraum“
  • 1939: „Warmes Essen im Betrieb“

Mit Kriegsbeginn ersetzte die Steigerung der Produktivität die Aktivitäten zu Verbesserung der Situation von Arbeitern. Maßnahmen wie eine gute Ausleuchtung von Arbeitsplätzen dienten der Senkung von Ausschuss, verbesserte Hygiene senkte die Zahl von Krankenständen. Nahmen die Mitarbeiter ihre Mahlzeiten im Betrieb ein, konnte der Verbrauch besser gesteuert werden, vor allem der von unerwünschten Importprodukten. Nebenbei konnten zentral die Gespräche der Mitarbeiter belauscht werden und somit die Solidarisierung in der Kleingruppe am Arbeitsplatz eingedämmt werden. Den gleichen Zielen dienten auch Sportanlagen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Deutsche Architekten. Biographische Verflechtungen 1900-1970. (= Schriften des Deutschen Architekturmuseums zur Architekturgeschichte und Architekturtheorie) Braunschweig / Wiesbaden 1986. (Neuauflage: Stuttgart / Zürich 2001.)
  • Sonderheft Schönheit der Arbeit. Die Form, Zeitschrift für gestaltende Arbeit, Heft 7, 1935.
  • Das Taschenbuch Schönheit der Arbeit. Zusammengestellt von Anatol von Hübbenet, mit einem Geleitwort des Reichsamtsleiters Prof. Albert Speer, Verlag der Deutschen Arbeitsfront, Berlin 1938.