Amur-Schläfergrundel

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Amur-Schläfergrundel
Ротан в аквариуме фото2.JPG

Amur-Schläfergrundel (Perccottus glenii)

Systematik
Stachelflosser (Euacanthomorphacea)
Barschverwandte (Percomorphaceae)
Ordnung: Grundelartige (Gobiiformes)
Familie: Zahn-Schläfergrundeln (Odontobutidae)
Gattung: Perccottus
Art: Amur-Schläfergrundel
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Perccottus
Dybowski 1877
Wissenschaftlicher Name der Art
Perccottus glenii
(Dybowski, 1877)

Die Amur-Schläfergrundel (Perccottus glenii) (russisch рота́н rotan) ist ein Süßwasserfisch aus der Familie der Zahn-Schläfergrundeln.

Verbreitungskarte, grün das ursprüngliche Verbreitungsgebiet.

Verbreitung[Bearbeiten]

Das natürliche Vorkommen der Fische liegt im Amurbecken im Fernen Osten Russlands und im nordöstlichen China, sowie im nördlichen Korea. Vom Menschen wurde die Amur-Schläfergrundel jedoch auch in andere Gebiete Russlands und nach Polen und auf den Balkan eingeführt und verbreitete sich als invasive Art rasch. 1997 erreichte die Amur-Schläfergrundel zum ersten Mal die Donau.[1] Seit 2009 ist ein Vorkommen im Charlottenhofer Weihergebiet in Bayern bestätigt, 500 Kilometer westlich der bisherigen Verbreitungsgrenze.[2]

Merkmale[Bearbeiten]

Die Amur-Schläfergrundel erreicht eine Länge von 14 bis 25 cm und ein Maximalgewicht von 250 g. Sie ist ohne Barteln und ohne Seitenlinienkanal. Die Bauchflossen sind nicht zu einer Saugscheibe zusammengewachsen. Männliche Amur-Schläfergrundeln sind zur Paarungszeit schwärzlich mit einem grünen Schimmer und zeigen leuchtend grüne Punkte auf dem Rumpf und auf den unpaarigen Flossen, sowie einen Buckel im Nacken.

Die Rückenflosse ist ohne Stachelstrahlen.

Lebensweise[Bearbeiten]

Die Amur-Schläfergrundel lebt in stehenden Gewässern wie Seen, Teichen, Altarmen und Sümpfen mit dichtem Pflanzenbewuchs und meidet selbst langsam strömendes Wasser. Sie verträgt sauerstoffarmes Wasser und ist in der Lage, ein Austrocknen des Gewässers oder ein vollständiges Zufrieren im Winter eingegraben im Boden zu überstehen. Amur-Schläfergrundeln leben als Raubfische von Larven (insbesondere Kaulquappen), kleinen Krebstieren, anderen Wirbellosen und Fischen, außerdem kann es zu Kannibalismus kommen. In einem kleinen, abgeschlossenen Teich ist die Amur-Schläfergrundel in der Lage den gesamten Fischbestand und alle Amphibienlarven auszulöschen.

Die Geschlechtsreife tritt mit einem Alter von einem bis drei Jahren bei einer Körperlänge von 6 cm ein. Die Paarungszeit liegt im Mai und Juni. Die länglichen Eier (3,8 x 1,3 mm) werden bei einer Wassertemperatur von 15 bis 20 °C nahe der Wasseroberfläche auf Wurzeln, Blätter oder andere Substrate gelegt und haften mit klebrigen Fäden. Das Gelege wird vom Männchen bis zum Schlupf der pelagischen Larven bewacht.

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  P. Jurajda: A first record of Perccottus glenii (Perciformes: Odontobutidae) in the Danube River in Bulgaria. In: Acta Zool. Bulg.. 58, Nr. 2, 2006, S. 279-282 (http://www.ivb.cz/fish/pdf/pj64perccottus.pdf).
  2.  A. N. Reshetnikov & U. K. Schliewen: First record of the invasive alien fish rotan Perccottus glenii Dybowski, 1877 (Odontobutidae) in the Upper Danube drainage (Bavaria, Germany). In: J. Appl. Ichthyol.. 29, 2013, S. 1367-1369, doi:10.1111/jai.12256.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Perccottus glenii – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien