Aného

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6.23333333333331.6Koordinaten: 6° 14′ 0″ N, 1° 36′ 0″ O

Aného
Aného (Togo)
Aného
Aného
Basisdaten
Staat: TogoTogo Togo
Region: Maritime
Präfektur: Lacs
Einwohner: 48.000 (2005)
Blick auf die Lagune von Aného

Aného oder auch Anecho ist mit etwa 28.000[1] Einwohnern die achtgrößte Stadt Togos. Sie befindet sich im Südwesten des Landes, unmittelbar an der Grenze des Nachbarstaates Benin, an einer großen Lagune zwischen dem Atlantischen Ozean und dem Togosee in der Region Maritime. Die Hauptstadt Lomé ist etwa 45 Kilometer entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

Häuptlingshaus in Anecho ca. 1910

Ursprünglich war der Ort, an dem es einen portugiesischen Sklavenmarkt gab, unter dem Namen Klein-Popo bekannt. Zu Beginn der deutschen Kolonialherrschaft im Jahr 1884 wurde Anecho kurzzeitig von den Franzosen besetzt. Im Tausch gegen Kapitaï und Koba, dem späteren Conakry in Guinea, wurde die Stadt im Grenzvertrag vom 24. Dezember 1885 Deutschland zugeschlagen.[2] Von 1885 bis 1897 war Sebe, ein kleiner, an der Nordseite der Lagune gelegener Ort bei Anecho, Sitz der Zentralverwaltung der deutschen Kolonie Togo,[3] aus dessen größerer, östlicher Hälfte später der Staat Togo entstand. Nachdem Sebe 1897 den Hauptstadtstatus an Lomé abgeben musste, erlebte Aného einen allmählichen Niedergang, der durch Erosionserscheinungen an den Küsten verstärkt wurde.

1905 erhielt der Ort durch die Bahnstrecke Lomé–Aného einen Bahnanschluss.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Stadt lebt überwiegend von Landwirtschaft und Fischfang und ist ein Zentrum des Voodoo-Kultes. Erwähnenswerte Gebäude sind die 1895, also zur deutschen Kolonialzeit, entstandene Protestantische Kirche, und die römisch-katholische Kathedrale von 1898.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Deutscher Friedhof in Aného

Im Stadtteil Adido gibt es einen alten deutschen Friedhof mit sehr gut erhaltenen Gräbern, deren Inschriften gut zu lesen sind und so ein bisschen Kolonialgeschichte erzählen.

Ebenfalls sehenswert ist ein kleines Museum, welches mit Bildern und Gegenständen aus der deutschen Kolonialzeit bestückt ist.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.world-gazetteer.com
  2. Wilfried Westphal: Geschichte der deutschen Kolonien. Bindlach: Gondrom, 1991, S. 197, ISBN 3-8112-0905-1.
  3. Sebe. In: Deutsches Kolonial-Lexikon. 1920, Band III, S. 328.

Quellen[Bearbeiten]

  • Meyers großes Taschenlexikon in 24 Bänden. BI-Taschenbuchverlag 1992, Band 1, S.296
  • Norbert Eder: TOGO inkl. Sahara Durchquerung, Verlag Martin Velbinger, Gräfelfing/München, 1992, ISBN 3-88316-049-0