an-Nisā'

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Einige Verse von an-Nisā in einer mittelalterlichen Darstellung.

Die medinische Sure an-Nisā' (arabisch ‏سورة النساء‎, DMG sūrat an-nisāʾ ‚die Frauen‘) ist die vierte Sure und gehört mit 176 Versen zu den längsten Suren des Korans.

Inhalt[Bearbeiten]

Konkrete Heiratsverbote sind im Koran erwähnt:

„Und heiratet nicht Frauen, die eure Väter geheiratet hatten …“

Sura 4, Vers 22[1]

„Verwehrt sind euch eure Mütter, eure Töchter, eure Schwestern, eure Vatersschwestern und Mutterschwestern, eure Bruderstöchter und Schwestertöchter, eure Nährmütter und Milchschwestern und die Mütter eurer Frauen und eure Stieftöchter, die in eurem Schutze sind, von euern Frauen, die ihr heimsuchtet. Habt ihr sie jedoch noch nicht heimgesucht, so ist's keine Sünde. Ferner die Ehefrauen eurer Söhne aus euern Lenden; und nicht sollt ihr zwei Schwestern zusammen haben…“

Sura 4, Vers 23[1]

Entsprechend dem Namen befasst sich die Sure ausführlich mit den Belangen der Frauen.

„Und wenn ihr fürchtet, daß (irgendwelche) Frauen sich auflehnen, dann vermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie! Wenn sie euch (daraufhin wieder) gehorchen, dann unternehmt (weiter) nichts gegen sie! Allah ist erhaben und groß.“

zitiert nach Paret, 4:34

Siehe auch Sure 4:34

Weitere Themen[Bearbeiten]

Doch auch weitere Belange werden thematisiert, etwa das Gebet.

„Ihr Gläubigen! Kommt nicht betrunken zum Gebet (ṣalāt), ohne vorher (wieder zu euch gekommen zu sein und) zu wissen, was ihr sagt!“

zitiert nach Paret, 4:43

Hartmut Bobzin weist aufgrund Sure 4:43 darauf hin, dass ein absolutes Alkoholverbot im Islam im Koran nicht von Anfang an bestanden haben kann und verweist dabei auch darauf, dass Wein in Sure 16 (ebenso wie der Honig) als eine der guten Gaben Gottes genannt ist (16,67).[2]

Bedeutsam ist auch die Stellungnahme zur Frage des Todes Jesu in den Versen 157-158:

„Und weil sie sagten: »Wir haben Christus Jesus, den Sohn Marias, den Gesandten Gottes, getötet.« - Sie haben ihn aber nicht getötet, und sie haben ihn nicht gekreuzigt, sondern es erschien ihnen eine ihm ähnliche Gestalt. Diejenigen, die über ihn uneins sind, sind im Zweifel über ihn. Sie haben kein Wissen über ihn, außer daß sie Vermutungen folgen. Und sie haben ihn nicht mit Gewißheit getötet, sondern Gott hat ihn zu sich erhoben. Gott ist mächtig und weise.“

zitiert nach Khoury, 4:157-158

Nach herkömmlicher Interpretation wird hier die Tatsache der Kreuzigung Jesu bestritten. Todd Lawson [3] hat aber in einer Monographie nachgewiesen, dass es im Laufe der Interpretationsgeschichte auch andere Erklärungen gab.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Koran 4,22,23
  2. Bobzin, H. (2004): Der Koran. Eine Einführung. 5. Aufl. München.
  3. Todd Lawson (2009): The Crucifixion and the Qur’an, A Study in the History of Muslim Thought, Oxford
Vorherige Sure:
Āl ʿImrān
Der Koran Nächste Sure:
al-Mā'ida
Sure 4

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