An Mein Volk

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Beginn des Aufrufs An Mein Volk

Mit dem Aufruf An Mein Volk wandte sich der preußische König Friedrich Wilhelm III. am 17. März 1813 in Breslau an seine Untertanen, „Preußen und Deutsche“, und bat um Unterstützung für den Kampf gegen Kaiser Napoleon I. Am selben Tag war die Kriegserklärung Preußens an Frankreich erfolgt.[1]

Der Aufruf wurde in der schlesischen Metropole Breslau veröffentlicht, weil in der preußischen Hauptstadt Berlin aufgrund der französischen Besatzungstruppen nicht für die Sicherheit des preußischen Königs hätte gesorgt werden können. Mit dem Aufruf wendet sich das erste Mal in der Geschichte ein preußischer Monarch direkt an sein Volk. Der Aufruf stellt damit gleichzeitig auch den Beginn eines Wandels im Verhältnis des preußischen Königs zur preußischen Bevölkerung dar.

Den Text hatte der preußische Staatsrat Theodor Gottlieb von Hippel (1775–1843) entworfen. Die Verbreitung erfolgte durch Abdruck in der Schlesischen privilegirten Zeitung am 20. März 1813.

Der Aufruf, in dem die Einheit von Krone, Staat und Nation beschworen wurde, führte zur Bildung eines Volksheeres, freiwilliger Jägerverbände und Freikorps (deren bekanntestes das des Majors Adolf von Lützow werden sollte), so dass Preußen neben Russland die Hauptlast der Befreiungskriege tragen konnte.

Gleichzeitig mit dem Aufruf An Mein Volk stiftete der König auch das Eisernes Kreuz als Kriegsauszeichnung ohne Standesunterschied, datierte dessen Stiftungsurkunde jedoch auf den 10. März zurück, um eine Verbindung mit seiner verstorbenen Frau, Königin Luise, deren Geburtstag der 10. März war, herstellen zu können. Zeitgleich veröffentlichte die Schwägerin des Königs, Prinzessin Marianne von Preußen ihren „Aufruf der königlichen Prinzessinnen an die Frauen im preußischen Staate“ und iniziierte damit die Bewegung „Gold gab ich für Eisen“.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Thomas Stamm-Kuhlmann: König in Preußens großer Zeit, Siedler Verlag, Berlin 1992, ISBN 3-88680-327-9, S. 372