Ana Pauker

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Ana Pauker (* 13. Februar 1893 in Codăești, Kreis Vaslui, als Hannah Rabinsohn; † 14. Juni 1960 in Bukarest) war eine kommunistische Politikerin in Rumänien, unter anderem Außenministerin von 1947 bis 1952.

Leben[Bearbeiten]

Ihre Eltern waren orthodoxe Juden, ihr Großvater Rabbi. Die hebräische Sprache hat sie schon im Laufe der Kindheit erlernt. Während ihr jüngerer Bruder Zalman sich dem Zionismus widmete, nahm sie nach 1915 den Weg des Sozialismus. Sie war verheiratet mit Marcel Pauker (1896–1938[1]).

Pauker war ab 1947 die erste Außenministerin Rumäniens unter kommunistischer Herrschaft. Sie gehörte einer sehr pro-sowjetisch orientierten Gruppierung (dem sogenannten Moskauer Flügel) innerhalb der Kommunistischen Partei an, dessen Ideologie von Stalin persönlich unterstützt wurde. 1948 hatte sie einen geheimen Vertrag mit der Sowjetunion unterschrieben, wonach Rumänien auf die Schlangeninsel zugunsten des großen Nachbarn im Osten verzichtete. Sie trägt auch die Mitverantwortung für die Deportation und Ermordung von Gegnern des kommunistischen Regimes.

1949 forderte Pauker die Securitate auf, Scheingründe zu konstruieren, um Geistliche öffentlich zu blamieren, die eine Kollaboration mit den kommunistischen Behörden verweigerten. Ihr Kompromittierungsplan sah vor, Priester wegen krimineller Handlungen zu verurteilen und ihnen sexuelle Fallen zu stellen. Die politischen Schauprozesse gegen die „Spione des Vatikans“ im September 1951 sollte der Einschüchterung des niederen Klerus und der Gläubigen dienen. [2]

Ana Pauker fiel 1952 in Ungnade und wurde, wohl mit Stalins Einverständnis, entmachtet. Als hochrangige Parteifunktionärin und Außenministerin wurde sie zusammen mit der parteifeindlichen Gruppe Vasile Luca und Teohari Georgescu aus der Partidul Muncitoresc Român (PMR, deutsch Rumänische Arbeiterpartei) ausgeschlossen, am 19. Februar 1953 verhaftet, am 20. April 1953 aus der Haft entlassen und unter Hausarrest gestellt. Ein gegen sie wegen abweichlerischer Tätigkeiten und zionistischen Verbindungen geplanter Prozess wurde ausgesetzt. (Ihr Bruder Solomon Rabinsohn befand sich wegen zionistischer Aktivitäten in Haft.) Sie lebte nach ihrer Freilassung unter ständiger Bewachung und starb 1960.[3] Im Zusammenhang mit der Haltung Ana Paukers zu ihrem hingerichteten Mann zirkulierten unzählige Legenden, die sowohl von ihren politischen Gegnern als auch von mehreren Publizisten und Historikern (unter anderem Robert Conquest, Victor Frunza, Jaques de Launay und Arkadi Waksberg) in Umlauf gesetzt wurden. Darin heißt es, sie habe ihren Mann an den NKWD verraten.

Das Time Magazine beschrieb sie 1948 als "the most powerful woman alive."[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Marcel Pauker, William Totok (Hrsg.): Ein Lebenslauf : jüdisches Schicksal in Rumänien 1896 - 1938 ; mit einer Dokumentation zu Ana Pauker. Hartung-Gorre, Konstanz 1999, ISBN 3-89649-371-X.
  • Robert Levy: Ana Pauker - The Rise and Fall of a Jewish Communist, Berkeley, Calif. [u.a.]  : University of California Press 2001 ISBN 0-520-22395-0

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Marcel Pauker
  2. Horch und Guck, William Totok: Securitate und Vatikan, abgerufen am 21. April 2013
  3. Doktorarbeit: "Rumänien nach der Wende". (PDF, 1,8 MB)
  4. Englische Kurzrezension von "Ana Pauker - The Rise and Fall of a Jewish Communist"