Anadarko Petroleum

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Anadarko Petroleum Corporation
Logo der Anadarko Petroleum Corporation
Rechtsform Corporation
ISIN US0325111070
Gründung 1959
Sitz The Woodlands, Texas, Vereinigte Staaten
Leitung R. A. Walker
Mitarbeiter 4.000 (2007)[1]
Umsatz 15,892 Mrd. US-Dollar (2007) [1]
Branche Erdöl, Erdgas
Website anadarko.com

Anadarko Petroleum ist ein US-amerikanisches Unternehmen mit Firmensitz in The Woodlands, Texas. Das Unternehmen ist im Aktienindex S&P 100 gelistet.

Anadarko Petroleum fördert und verkauft Erdöl und Erdgas an seine Kunden. Das Unternehmen beschäftigt rund 4.000 Mitarbeiter (2007) und erzielte 2007 einen Gesamtumsatz von 15,892 Milliarden US-Dollar. Hiervon entfielen jedoch 4,660 Milliarden Dollar auf außerordentliche Veräußerungen von Unternehmensteilen. Aus dem eigentlichen Verkauf von Erdöl und Erdgas erwirtschaftete Anadarko 2007 einen Umsatz von 11,232 Milliarden Dollar, nach 10,204 Milliarden im Vorjahr.[2] Anadarko Petroleum wurde 1959 gegründet. Das Unternehmen wird von "Al" R. A. Walker[3] geleitet.

2006 wurden die Unternehmen Kerr-McGee Corporation und Western Gas Resources erworben.[4]

Anadarko musste sich in jüngster Zeit in Milliardenhöhe an der Regulierung verschiedener Umweltkatastrophen beteiligen.

Umweltverschmutzung[Bearbeiten]

Ölpest im Golf von Mexiko 2010[Bearbeiten]

Anadarko hielt 25 Prozent an der Bohrlizenz für das Macondo-Ölfeld, in dem sich 2010 eine der schwersten Ölkatastrophen im Golf von Mexiko ereignete.[5] Nach einer ersten Forderung von 272 Millionen Dollar, die Anadarko wegen grober Fahrlässigkeit seitens des Partners BP zurückgewiesen hatte, kam es im Oktober 2011 zur Einigung: Anadarko zahlt 4 Milliarden Dollar an BP und tritt des Weiteren seine Macondo-Beteiligung an BP ab, dafür übernimmt BP alle weiteren Risiken der Schadensregulierung.[6]

Uran-Bergbau[Bearbeiten]

Das 2006 von Anadarko übernommene Unternehmen Kerr-McGee hat in den USA über einen Zeitraum von 85 Jahren mehrere Betriebsgelände verseucht. Es wurden giftige Substanzen ins Grundwasser geleitet und man hat Uran in die Umwelt entweichen lassen. Das Unternehmen hatte versucht, Strafzahlungen zu umgehen, indem die beklagten Bereiche in eine spezielle Firma (Tronox) ausgelagert wurden. Ein Richter entschied im Dezember 2013, dass diese Auslagerung Betrug ist. Die Ureinwohner vom Stamm der Navajo beklagen, dass Kerr-McGee Gebiete verseucht habe, die sie für religiöse Zeremonien und für die Jagd nutzen. Um Kinder davon abzuhalten, in verseuchtem Wasser zu baden, verteilten die Navajo extra ein Comic-Heft. Zu den Klägern gehörten neben dem Navajo-Reservat im Südwesten der USA die Bundesregierung und elf Bundesstaaten sowie auch Umweltschutzgruppen. Am 4. April 2014 gab die US-amerikanische Regierung bekannt, dass das Unternehmen der Zahlung einer Rekordstrafe von 5,15 Milliarden US-Dollar (3,76 Milliarden Euro) zugestimmt hat.[7][8][9]

Plutonium-Verarbeitung[Bearbeiten]

Negativschlagzeilen geschrieben hatte das übernommene Unternehmen Kerr-McGee bereits durch eine Serie von Skandalen in der Plutonium-Aufbereitungsanlage Cimarron Fuel Fabrication Site, die durch die Gewerkschaftsaktivistin Karen Silkwood aufgedeckt wurden. Internationale Bekanntheit erhielt dieser Skandal 1983 durch die Verfilmung Silkwood mit Meryl Streep in der Hauptrolle.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Geschäftsbericht 2007 der Anadarko Petroleum Corporation
  2. Anadarko Petroleum, Corporate Fact Sheet 2008 (PDF, 1,7 MB)
  3. Andarko: Board of Directors
  4. Andarko: Anadarko Press Release
  5. Frankfurter Rundschau: Die dunkle Schwester von BP
  6. Anadarko und BP regeln Deepwater Horizon Streit (engl.)
  7. Ölkonzern zahlt Rekordsumme für Umweltschäden. auf faz.net, abgerufen am 4. April 2014
  8. US-Energiekonzern zahlt Rekordstrafe für Umweltverschmutzung. auf sueddeutsche.de, abgerufen am 4. April 2014
  9. United States Announces $5.15 Billion Settlement of Litigation Against Subsidiaries of Anadarko Petroleum Corp. to Remedy Fraudulent Conveyance Designed to Evade Environmental Liabilities. auf justice.gov, abgerufen am 4. April 2014 (englisch)