Anagni

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Anagni
Wappen
Anagni (Italien)
Anagni
Staat: Italien
Region: Latium
Provinz: Frosinone (FR)
Koordinaten: 41° 45′ N, 13° 9′ O41.74222222222213.157777777778424Koordinaten: 41° 44′ 32″ N, 13° 9′ 28″ O
Höhe: 424 m s.l.m.
Fläche: 114 km²
Einwohner: 21.474 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 188 Einw./km²
Angrenzende Gemeinden Acuto, Ferentino, Fumone, Gavignano (RM), Gorga (RM), Montelanico (RM), Paliano, Piglio, Sgurgola
Postleitzahl: 03012
Vorwahl: 0775
ISTAT-Nummer: 060006
Volksbezeichnung: Anagnini
Schutzpatron: San Magno
Website: Anagni

Anagni (sprich: Anánji) ist eine Stadt mit 21.474 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in der italienischen Provinz Frosinone in der Region Latium in der Landschaft Ciociaria.

Panorama

Geographie[Bearbeiten]

Anagni liegt auf einem langgestreckten Hügel oberhalb des Sacco-Tals, 66 Kilometer südöstlich von Rom und 22 Kilometer nordwestlich von Frosinone.

Die Stadt ist Mitglied in der Comunità Montana Monti Ernici.

Die Nachbargemeinden sind: Acuto, Ferentino, Fumone, Gavignano (RM), Gorga (RM), Montelanico (RM), Paliano, Piglio und Sgurgola.

Verkehr[Bearbeiten]

Anagni liegt mit der Ausfahrt Anagni – Fiuggi Terme an der Autobahn A1 Autostrada del Sole von Rom nach Neapel. Der Bahnhof Anagni – Fiuggi, an der Bahnstrecke Rom–Neapel, liegt sieben Kilometer vom Ortszentrum entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

In der Antike war Anagnia der Hauptort der Herniker, der 306 v. Chr. durch Quintus Marcius Tremulus für Rom erobert wurde.

Anagni ist seit dem 5. Jahrhundert Bischofssitz.

Im Mittelalter hatte Anagni eine wichtige Rolle als Residenz von Päpsten und Ort von Konklaven. Hier residierten Innozenz III., Gregor IX., Alexander IV. und Bonifatius VIII. 1106 wurde Otto von Bamberg von Papst Paschalis II. im Dom gegen dessen Willen zum Bischof von Anagni gewählt. Am gleichen Ort exkommunizierte Gregor IX. Friedrich II. zweimal (1227 und 1239). Papst Hadrian IV. verstarb am 1. September 1159 in Anagni.

Am 7. September 1303 wurde Papst Bonifatius VIII. in seiner Landvilla bei Anagni von einer Bande Bewaffneter überfallen, verprügelt und mit dem Tod bedroht. Dann versuchten die französisch sprechenden Häscher den 68-jährigen Pontifex zu entführen, wurden aber ihrerseits von den beherzten Bürgern attackiert und mussten Bonifatius nach drei Tagen wieder freilassen. Der Vorfall ging als Attentat von Anagni in die Geschichte ein. Dieser Überfall von Anagni gab den Auftakt zur Verlegung der Papstresidenz nach Avignon und der Epoche des Avignonesischen Papsttums.

Mit dem Ende des Mittelalters verlor Anagni seine Bedeutung. 1556 wurde es vom Herzog von Alba geplündert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Anagni hat eine gut erhaltene Altstadt mit vielen Häusern aus dem 13. bis 15. Jahrhundert.

  • Der Dom Santa Maria zählt zu den schönsten romanischen Bauwerken Latiums. Der größte Teil des Doms geht noch auf die erste Bauphase 1077 – 1104 zurück. Das Querschiff wurde um 1200 errichtet. Papst Alexander IV. weihte 1255 die große Hallenkrypta, deren bedeutenden Fresken zwischen 1231 und 1255 entstanden und noch vollständig erhalten sind.
  • Unterhalb des Doms steht der Papstpalast aus dem frühen 13. Jahrhundert in dem einige große, zum Teil ausgemalte, Säle zu besichtigen sind.
  • Der Palazzo Comunale, das Rathaus, aus dem 13. Jahrhundert hat einen großen gewölbten Durchgang.
  • Die Casa Barnekow ist ein schönes Beispiel eines Wohnhauses aus dem 14. Jahrhundert.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1881 1901 1921 1936 1951 1971 1991 2001
Einwohner 7.758 9.612 10.746 12.396 14.620 15.984 19.314 19.134

Quelle: ISTAT

Politik[Bearbeiten]

Carlo Noto (parteilos) wurde im Juni 2009 zum zweiten Mal zum Bürgermeister gewählt. Sein Mitte-rechts-Bündnis stellte auch mit 12 von 20 Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat. Er wurde zum ersten Mal 2006 gewählt. Anfang 2008 zerbrach seine Koalition und 11 Stadträte traten zurück, worauf es 2009 zu Neuwahlen kam.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

In Anani wird ein besonderes Gebäck, die Zaoiardi di Anagni, hergestellt.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Christof Henning: Latium. Das Land um Rom. Mit Spaziergängen in der Ewigen Stadt (= Dumont-Kunst-Reiseführer). 3. aktualisierte Auflage. DuMont, Köln 2006, ISBN 3-7701-6031-2.
  • Anton Henze, Kunibert Bering, Gerhard Wiedmann: Kunstführer Rom. 5. neu bearbeitete Auflage. Philipp Reclam GmbH, Stuttgart 1994, ISBN 3-15-010402-5.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Zaoiardi di Anagni

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Anagni – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Kathedrale von Anagni – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien