Analogietechnik

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Die Analogietechnik ist eine Kreativitätstechnik zur Ideenfindung, die Merkmale (Eigenschaften, Attribute) der Aufgabenstellung verwendet, um verwandte Situationen aufzudecken. Dann werden aus diesem neuen Blickwinkel reale oder imaginäre Lösungen gesammelt und auf die ursprüngliche Aufgabenstellung übertragen. Die Analogietechnik ist sehr vielseitig, da es viele Möglichkeiten zur Bildung von Analogien gibt.

Die Bionik ist ein wichtiger Spezialfall der Analogietechnik, bei der die Analogien aus der Natur gesucht werden.

Bildung von Analogien[Bearbeiten]

Zur Bildung einer Analogie wählt man ein Merkmal der Aufgabenstellung. Die Analogien sind dann andere Dinge, Personen oder Organisationen usw. die dieses Merkmal ebenfalls besitzen.

Analogien zu einer Universität könnten zum Beispiel sein:

  1. Theater, Flughafen, Tagungszentrum. (Organisationen, die große Säle besitzen.)
  2. Kindergarten, Tanzschule, Flugsimulator. (Orte, an denen gelernt wird.)
  3. Finanzamt, Rathaus, Polizei. (Einrichtungen des Öffentlichen Dienstes.)
  4. Unternehmen, Verein, Kirche. (Arbeitgeber)
  5. Labor, Archiv, Südpol. (Orte, an denen geforscht wird.)

Vorgehensweise[Bearbeiten]

  1. Ein Merkmal des vorhandenen Systems wählen.
  2. Inhaber dieser Merkmale sammeln.
  3. Die Aufgabenstellung aus der Sicht dieser Inhaber lösen.
  4. Die so gefundenen Lösungen auf die Aufgabenstellung übertragen.

Beispielanwendung[Bearbeiten]

Es werden Ideen für einen Supermarkt gesucht.

  1. Frage: Was ist ein Merkmal eines Supermarktes? Antwort: Ein Supermarkt hat ganz lange Wände
  2. Frage: Wo gibt es sonst ganz lange Wände? Antwort: In einer Kunstgalerie
  3. Frage: Was wird dort den Menschen angeboten? Antwort: Bilder und Skulpturen
  4. Frage: Wie können wir diese Lösung auf unsere Aufgabe übertragen? Antwort: Wir könnten im Supermarkt die Wände nutzen, um Bilder von Künstlern der Region oder von Kindern der örtlichen Schule auszustellen.

Vorteile[Bearbeiten]

  • Durch die Wahl der Merkmale kann die Methode gestaltet werden.
  • Die Methode ist leicht verständlich und für 'logisch' denkende Menschen zugänglich.
  • Man kann die Merkmale systematisch sammeln.

Literatur[Bearbeiten]

Arthur B. VanGundy, Techniques of Structured Problem Solving.

Michael Michalko, Cracking Creativity.

Cornelius Herstatt und Dieter Engel, Mit Analogien neue Produkte entwickeln, Harvard Business Manager, August 2006

Siehe auch[Bearbeiten]