Anastasio Somoza García

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Anastasio Somoza García & Perón

Anastasio Somoza García (* 1. Februar 1896 in San Marcos; † 29. September 1956) war von 1937 bis 1947 sowie von 1950 bis 1956 diktatorisch regierender Präsident des mittelamerikanischen Staates Nicaragua.

Anastasio Somoza García wurde 1896 als Sohn eines Kaffeefarmers in San Marcos geboren. Im Gegensatz zu seinem erzkonservativen Vater schlägt er sich politisch schon früh auf die Seite der Liberalen, den traditionellen Konkurrenten der Konservativen in Lateinamerika.

Der Weg zur Macht[Bearbeiten]

In Nicaragua gab es seit einem konservativen Putsch im Jahr 1909 kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den beiden rivalisierenden Bewegungen. 1926 beteiligte sich Somoza an den Kämpfen auf der Seite der Liberalen, deren Präsidentschaftskandidat sein Schwiegeronkel Juan Bautista Sacasa war.

Aufgrund seiner guten Englischkenntnisse arbeitete Somoza später als Dolmetscher für die US-Truppen, die seit 1912 im Land waren, zunächst um die konservative Regierung zu unterstützen, später mussten sie zwischen den Kriegsparteien vermitteln.

1927 gründeten die USA die Nationalgarde Nicaraguas, um sich selber langsam aus den Gefechten zurückzuziehen und den Abzug der eigenen Truppen, der 1933 endgültig folgte, vorzubereiten. Nach dem Wahlsieg Sacasas wurde Somoza 1932 Oberster Befehlshaber der Nationalgarde, mittlerweile hauptsächlich damit beauftragt, die sozialrevolutionäre Guerillabewegung des Generals Augusto César Sandino, die seit 1926 gegen die amerikanische Besatzung agierte, zu bekämpfen.

Somoza lässt Anhänger und vermeintliche Anhänger Sandinos verschleppen und ermorden. Im Jahr 1934 ließ er den populären Guerillafüher schließlich selbst ermorden. Der als recht schwacher Präsident geltende Sacasa wurde im Laufe der Zeit mehr und mehr von Somoza der Macht beraubt. Die Nationalgarde hatte 1935 fast das ganze Land unter ihrer Kontrolle und ließ Aufstände blutig niederschlagen. Damit war er bereits zu diesem Zeitpunkt de facto mächtigster Mann in Nicaragua. 1936 zwang Somoza Sacasa zum Rücktritt und Sacasa verließ das Land.

Somoza legte den Oberbefehl über die Nationalgarde nieder, um verfassungsgemäß zum Präsidenten gewählt werden zu können. 1937 trat er sein Amt erstmals an. Damit begann die über 40 Jahre andauernde Herrschaft der Somoza-Familie, deren Mitgliedern der neue Präsident einflussreiche Positionen im Staat verschaffte und ein Vermögen anhäufte.

1947 zog Somoza seine erneute Kandidatur aufgrund nationalen und internationalen Drucks zurück, blieb aber inoffiziell uneingeschränkter Herrscher Nicaraguas und wurde erneut Führer der Nationalgarde, deren Oberbefehlshaber 1955 sein zweiter Sohn Anastasio Somoza Debayle wurde. 1950 wurde Anastasio Somoza Garcia wiederum zum Präsidenten gewählt.

Von 1952 bis 1954 war Somoza aktiv an der Planung der CIA-Operationen Operation Fortune und Operation Success bzw. Operation PBSUCCESS beteiligt, die den Sturz des guatemaltekischen Präsidenten Jacobo Arbenz Guzmán zum Ziel hatten. Die Invasionstruppe, die Arbenz im Juni 1954 stürzte, war in Nicaragua ausgebildet worden; u.a. auf einem Privatbesitz von Somoza, El Tamarindo.

Während eines Besuches in León, einer Hochburg des einst liberalen und später antisomozistischen Widerstands, wird er am 21. September 1956 von dem jungen Dichter Rigoberto López Pérez angeschossen und erlag acht Tage später seinen Verletzungen.

Seine beiden Söhne Luís Somoza Debayle und Anastasio Somoza Debayle führten die Schreckensherrschaft des Somoza-Clans noch bis zum Sieg der Sandinisten in der Revolution von 1979 weiter.

Seiner Leibesfülle wegen bekam er den Beinamen Tacho (Mülleimer), sein Sohn Anastasio Somoza Debayle erhielt als Anspielung darauf den Namen Tachito (kleiner Mülleimer).[1][2]

Vorgänger Amt Nachfolger
Carlos Alberto Brenes Jarquín
Víctor Manuel Román y Reyes
Präsident von Nicaragua
1. Januar 1937 – 1. Mai 1947
21. Mai 1950 – 29. September 1956
Leonardo Argüello
Luís Somoza Debayle

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.myjmk.com/index.php
  2. Nicaragua unter der Peitsche des Somoza-Clans, Hamburger Abendblatt Nr. 143 vom 22. Juni 1979, Seite 14