Anatoli Wolfowitsch Waisser

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Anatoli Wolfowitsch Waisser oder (franz.) Anatoly Vaisser (russisch Анатолий Вольфович Вайсер; * 5. März 1949 in Alma-Ata) ist ein französischer Schachgroßmeister sowjetischer Herkunft.

Seit 1971, als er zum ersten Mal am Halbfinale der UdSSR-Meisterschaft teilnahm, gehörte er zu den stärkeren sowjetischen Meistern. 1977 qualifizierte er sich für das Finale der UdSSR-Meisterschaft. Der Titel des Internationalen Meisters wurde ihm 1982 verliehen. Seinen größten Erfolg errang er 1983, als er beim Turnier in Sotschi gemeinsam mit Sweschnikow den ersten Platz belegte. 1985 erhielt er den Großmeistertitel.[1] Turniere in Westeuropa blieben ihm allerdings bis 1987 versagt.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion emigrierte er nach Frankreich. Er wurde 1997 französischer Meister und belegte 1996 und 2001 den zweiten Platz. Er vertrat Frankreich bei den Schacholympiaden 1998 in Elista und 2002 in Bled[2] sowie bei der Mannschaftseuropameisterschaft 1997[3]. Die Seniorenweltmeisterschaft gewann er 2010 in Arco, 2013 in Opatija und 2014 (in der Altersklasse 65+) in Katerini. In Mannschaftskämpfen spielt er seit 2007 für den Cercle d’Echecs de Strasbourg, vorher spielte er bis 2006 für den Club de Echiquier Niçois und in der Saison 2006/07 für den Club de La Tour Sarrazine Antibes. In den 1990er Jahren spielte Waisser für die Mannschaft von Lyon-Oyonnax, mit der er 1993 und 1994 den European Club Cup gewann[4]. 1988 wurde Waisser mit dem Nowosibirsker Schachklub Sowjetischer Mannschaftsmeister, 1990 nahm er mit diesem am European Club Cup teil[4].

Waisser ist als Angriffsspieler bekannt. Über eine seiner Spezialitäten, den Vierbauern-Angriff in der Königsindischen Verteidigung, hat er ein Buch geschrieben.

Waissers Elo-Zahl beträgt 2528 (Stand: Dezember 2014), seine höchste Elo-Zahl von 2595 erreichte er im Januar 1998.

Werke[Bearbeiten]

  • Anatoli Vaisser: Beating the King's Indian and Benoni, Batsford, London 2003 (Neuauflage) ISBN 071348022X.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Willy Iclicki: FIDE Golden book 1924-2002. Euroadria, Slovenia, 2002, S. 78
  2. Anatoli Waissers Ergebnisse bei Schacholympiaden auf olimpbase.org (englisch)
  3. Anatoli Waissers Ergebnisse bei Mannschaftseuropameisterschaften auf olimpbase.org (englisch)
  4. a b Anatoli Waissers Ergebnisse bei European Club Cups auf olimpbase.org (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]