Anatolij Tymoschtschuk

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Anatolij Tymoschtschuk

Anatolij Tymoschtschuk (2008)

Spielerinformationen
Geburtstag 30. März 1979
Geburtsort LuzkUkrainische SSR
Größe 181 cm
Position defensives Mittelfeld, Innenverteidiger
Vereine in der Jugend
1984–1993
1993–1995
Jugendsportschule Luzk
Sportinternatsteam Kiew
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1995–1998
1998–2001
1998–2007
2007–2009
2009–2013
2013–
Wolyn Luzk
Schachtar Donezk-2
Schachtar Donezk
Zenit St. Petersburg
FC Bayern München
Zenit St. Petersburg
62 0(8)
25 0(9)
227 (32)
67 (10)
86 0(4)
24 0(0)
Nationalmannschaft2
1997–1998
1999–2000
2000–
Ukraine U-18
Ukraine U-21
Ukraine
5 0(1)
7 0(1)
132 0(4)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 16. August 2014
2 Stand: 5. März 2014

Anatolij Olexandrowytsch Tymoschtschuk (ukrainisch Анатолій Олександрович Тимощук, wiss. Transliteration Anatolij Tymoščuk, FIFA-Schreibweise nach engl. Transkription: Anatoliy Tymoshchuk; * 30. März 1979 in Luzk, Sowjetunion) ist ein ukrainischer Fußballspieler und seit November 2010 Rekordnationalspieler der Ukraine.

Karriere[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Anfänge in der Ukraine[Bearbeiten]

Tymoschtschuk besuchte die Jugendsportschule Luzk und das Sportinternatsteam Kiew in seiner Jugend. Er wechselte mit sechzehn Jahren zu Wolyn Luzk. Im März 1998 wechselte er zu Schachtar Donezk und verließ den Klub Ende Februar 2007.[1] In dieser Zeit wurden ihm zwei Auszeichnungen zuteil und er gewann sechs Titel.

Wechsel zu Zenit St. Petersburg[Bearbeiten]

Für die Ablösesumme von 15,1 Millionen Euro[2] – der höchsten, die je von einem Verein aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion bezahlt wurde – wechselte Tymoschtschuk nach Russland zu Zenit Sankt Petersburg und unterschrieb dort am 28. Februar 2007 einen Vierjahresvertrag. Mit seinem Verein gewann er zwei Titel: Am Ende der Saison (11. November) gewann er die Russische Meisterschaft – die erste nach 23 Jahren für den Verein – und am 14. Mai 2008 das Finale um den UEFA-Pokal mit 2:0 gegen die Glasgow Rangers.

FC Bayern München[Bearbeiten]

Tymoschtschuk (Nr. 44) im Duell mit Didier Drogba 2012

Tymoschtschuk, der Deutsch teilweise bereits verstand und sprach, wechselte zur Saison 2009/10 für geschätzte 11 Millionen Euro zum FC Bayern München. Er unterschrieb einen Vertrag für drei Jahre bis 2012.[3] Da die russische Liga damals noch im Jahresrhythmus lief und somit am 14. März 2009 begann, spielte er bis zum 15. Juni 2009 weiterhin für Zenit St. Petersburg und wechselte erst nach seinem zweiwöchigen Urlaub zum FC Bayern München.

Sein Bundesliga-Debüt gab er am 8. August 2009 (1. Spieltag) im Auswärtsspiel gegen die TSG Hoffenheim, als er in der 81. Minute für Mark van Bommel eingewechselt wurde. Mit dem Treffer zum 4:1 bei Juventus Turin im letzten Gruppenspiel der Champions League am 8. Dezember 2009 erzielte Tymoschtschuk sein erstes Pflichtspieltor für die Bayern. In seiner ersten Saison absolvierte er 21 Partien in der Bundesliga und vier im DFB-Pokal. In beiden Wettbewerben gewann Tymoschtschuk mit seinem Team den Titel. Seine gute Leistung im Rückspiel des Halbfinales der Champions League auswärts bei Olympique Lyon verhalf den Bayern zum Einzug ins Finale. Im Finale, das mit 0:2 gegen Inter Mailand verloren wurde, kam er jedoch nicht zum Einsatz.

Am 16. Oktober 2010 im Bundesligaspiel gegen Hannover 96 stand Tymoschtschuk erstmals nach längerer Zeit in der Startelf. Er vertrat den verletzten Daniel van Buyten. Am 29. Oktober 2010 (10. Spieltag) beim 4:2-Sieg im Heimspiel gegen den SC Freiburg erzielte er sein erstes Bundesligator. Knapp einen Monat später, am 27. November (14. Spieltag), erzielte er beim 4:1-Erfolg im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt seinen ersten "Doppelpack".

Am 27. September 2011 kam Tymoschtschuk zu seinem 100. Europapokalspiel, als er beim Champions-League-Vorrundenspiel gegen Manchester City in der 83. Minute für Bastian Schweinsteiger eingewechselt wurde. In der Saison 2011/12 wurde er in elf Champions-League-Spielen eingesetzt, auch im Finale gegen den FC Chelsea stand er 120 Minuten auf dem Feld und erlebte die unglückliche Niederlage im Elfmeterschießen hautnah mit. Auch in der Liga und im Pokal blieb für die Bayern in der Saison 2011/12 nur der zweite Platz.

Anfang Mai 2013 bestätigte Tymoschtschuk, den FC Bayern München zum Saisonende zu verlassen.[4] In seiner letzten Saison beim FC Bayern gewann er das Triple aus UEFA Champions League, Deutscher Meisterschaft und DFB-Pokal.

In seiner Zeit beim FC Bayern München kam Tymoschtschuk selten über die Rolle eines Ergänzungsspielers hinaus, lieferte bei seinen Einsätzen im defensiven Mittelfeld oder der Innenverteidigung aber meist solide Leistungen ab. Insgesamt bestritt er in den vier Jahren in München 86 Bundesligaspiele (4 Tore), 29 Champions-League-Partien (1 Tor) und 15 Einsätze im DFB-Pokal.

Rückkehr zu Zenit St. Petersburg[Bearbeiten]

In der Sommerpause 2013 kehrte Tymoschtschuk zu seinem früheren Verein Zenit St. Petersburg zurück.[5]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Tymoschtschuk spielt seit 2000 für die A-Nationalmannschaft seines Landes und war in seinen über 100 Länderspielen am 17. Februar 2004 im Test-Länderspiel gegen Georgien mit dem 2:1-Siegtreffer in der 90. Minute erstmals als Torschütze erfolgreich. Als Stammspieler wurde er vom ukrainischen Nationaltrainer Oleh Blochin in den 23-köpfigen Kader für die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland berufen. In diesem Turnier stieß er mit der Mannschaft bis ins Viertelfinale vor, das mit 0:3 gegen Italien verloren wurde. Am 11. Oktober 2010 machte er beim 0:2 gegen Brasilien sein 100. Länderspiel und zog damit mit Rekordnationalspieler Andrij Schewtschenko gleich. Seit dem 17. November 2010 ist er alleiniger Rekordnationalspieler. Am 8. Februar 2011 überbot er mit seinem 102. Länderspiel auch den von Oleh Blochin für die Sowjetunion aufgestellten offiziellen Rekord.

Erfolge[Bearbeiten]

Schachtar Donezk

Zenit Sankt Petersburg

FC Bayern München

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Tymoschtschuk trug während der Zugehörigkeit zu Schachtar Donezk und Zenit Sankt Petersburg als Spielführer die Original-Armbinde von Lothar Matthäus in den Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold,[6] die dieser während der Weltmeisterschaft 1994 trug. Tymoschtschuk bekam diese von seinem Co-Trainer bei Donezk geschenkt, nachdem er Matthäus als sein Idol bezeichnet hatte.[7]

Tymoschtschuk ist verheiratet und hat zwei Kinder.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Anatoliy Tymoshchuk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tymoshchuk moved to Zenit, http://shakhtar.com vom 28. Februar 2007
  2. soccerway.com: St. Petersburg gibt viel Geld für Timotschuk aus, Zugriff am 10. Dezember 2007
  3. fcbayern.t-com.de:Hoeneß: „Wir haben Einigung erzielt“, 2. Februar 2009
  4. tz.de: Timoschtschuk hat schon einen neuen Verein. vom 5. Mai 2013, abgerufen am 12. Mai 2013.
  5. +++ Transfer-Ticker +++: Timoschtschuk wechselt nach St. Petersburg SPIEGEL ONLINE vom 2. Juni 2013. Abgerufen am 2. juni 2013.
  6. »I'll agree to fight Tyson« 11 Freunde vom 6. Februar 2009
  7. Sport Bild Nr. 29 vom 15. Juli 2009 S. 30 ff
  8. http://sport.t-online.de/fc-bayern-muenchen-drama-um-zwillinge-von-anatolij-tymoschtschuk/id_41461216/index