Anatotitan

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Anatotitan
Anatotitan im New Yorker American Museum of Natural History

Anatotitan im New Yorker American Museum of Natural History

Zeitliches Auftreten
Oberkreide (spätes Maastrichtium)[1]
69,9 bis 66 Mio. Jahre
Fundorte
Systematik
Ornithopoda
Iguanodontia
Hadrosauroidea
Hadrosaurier (Hadrosauridae)
Hadrosaurinae
Anatotitan
Wissenschaftlicher Name
Anatotitan
Chapman & Brett-Surman, 1990
Arten
  • Anatotitan copei
  • Anatotitan longiceps

Anatotitan („riesige Ente“) ist eine Gattung der Hadrosaurinae, eine Gruppe pflanzenfressender Vogelbeckendinosaurier, die zu den Hadrosauriern (Hadrosauridae) zählt. Die Gattung erhielt ihren Namen nach dem zahnlosen Schnabel, der dem einer Ente ähnelt.

Es wurden bis heute zwei bis drei Skelette im anatomischen Verbund (artikuliert) gefunden, dazu zusammengehörendes postkraniales Material sowie isolierte Schädelknochen. Insgesamt sind 21 Exemplare bekannt.[2] Die Funde gelangen in den Gesteinen der Lance- und der Hell-Creek-Formation, die in den US-Bundesstaaten South Dakota bzw. Montana aufgeschlossen sind. Die Funde werden an das Ende der Oberkreide (spätes Maastrichtium) auf ein Alter von 69 bis 66 Millionen Jahren datiert.

Merkmale[Bearbeiten]

Anatotitan verfügte über den bisher längsten, weitesten und am flachsten gebauten bekannten Schädel unter den Hadrosauriern.[3] Der Schädel war 127,8 cm lang.[2] Über seinen Augen befanden sich kleine kaum sichtbare Höcker, die ihn zweifelsfrei als Mitglied der kammlosen Hadrosaurinae identifizieren.[4] Wie bei anderen Mitgliedern der Hadrosaurinae ist der zahnlose Teil des Kiefers länger als der Bezahnte, bei Anatotitan ist der zahnlose Teil verhältnismäßig am längsten innerhalb der Hadrosaurinae.[3] Ausgewachsene Exemplare konnten 10 bis 13 Meter lang, bis zu vier Meter hoch und zwischen vier und fünf Tonnen schwer werden.[1]

Zusammen mit Edmontosaurus war er einer der häufigsten Hadrosaurier im nordamerikanischen Maastrichtium.[2]

Das Tier wird die meiste Zeit auf allen Vieren gegangen sein, konnte sich bei gefährlichen Situationen jedoch auf die Hinterbeine aufrichten und so flüchten.[1] Verheilte Bissspuren am vorderen Teil des Schwanzes eines gefundenen Exemplares lassen darauf schließen, dass die Hauptgefahr vom aus der gleichen Zeit und gleichen Umgebung stammenden Theropoden Tyrannosaurus ausging, der mit bis zu 12,4 Metern der größte Fleischfresser Nordamerikas am Ende der Kreidezeit war.[5] Wahrscheinlich versuchte der Angreifer, die Hinterbeine des Tieres zu attackieren.[6]

Systematik[Bearbeiten]

Anatotitan ist ein Vertreter der Hadrosauridae, einer vielfältigen Familie von pflanzenfressenden Dinosauriern, die aus der späten Kreide von Europa, Asien, der Antarktis sowie Nord- und Südamerika bekannt ist. Innerhalb der Familie war Anatotitan am nächsten mit Edmontosaurus regalis verwandt.[7] Anatotitan unterscheidet sich von Edmontosaurus unter anderem durch das besonders breite Zwischenkieferbein und eine weniger tiefe Schädelgrube im postorbitalen Bereich.[2]

Die Typusart ist der Gattung ist Anatotitan copei (auch bekannt unter dem Namen Edmontosaurus annectens[8]), die zweite bislang beschriebene Art ist Anatotitan longiceps, allerdings wird die zweite Art in einer Analyse aus dem Jahr 2011 nicht mehr aufgeführt.[2] Edmontosaurus annectens ist als Synonym von Anatotitan zu verstehen, da die Schädelmerkmale, die von den Erstbeschreibern als charakteristische Merkmale aufgeführt werden auch vom Erhaltungszustand kommen könnten.[9] Dementsprechend ist die Gültigkeit der Gattung Anatotitan kontrovers.[2]

Als früheres Synonym für Anatotitan kann die im Jahr 1856 von Joseph Leidy beschriebene Gattung Trachodon gelten.[4]

Zeichnerische Darstellung von Anatotitan

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Gregory S. Paul: The Princeton Field Guide To Dinosaurs. Princeton University Press, Princeton NJ u. a. 2010, ISBN 978-0-691-13720-9, S. 297–298, Online.
  2. a b c d e f Nicolás E. Campione, David C. Evans: Cranial Growth and Variation in Edmontosaurs (Dinosauria: Hadrosauridae): Implications for Latest Cretaceous Megaherbivore Diversity in North America. In: PLoS ONE. Bd. 6, Nr. 9, 2011, e25186, doi:10.1371/journal.pone.0025186.
  3. a b Michael Keith Brett-Surman: A Revision of the Hadrosauridae (Reptilia: Ornithischia) And Their Evolution During the Campanian and Maastrichtian. Washington DC 1989 (Washington DC, George Washington University, Dissertation, 1989), Digitalisat (PDF; 3,4 MB).
  4. a b Dougal Dixon: The World Encyclopedia of Dinosaurs & Prehistoric Creatures. Lorenz, London 2007, ISBN 978-0-7548-1730-7, S. 352.
  5. Kenneth Carpenter: Evidence of predatory behavior by carnivorous dinosaurs. In: Bernardino P. Pérez-Moreno, Thomas R. Holtz Jr., José L. Sanz, José Moratalla (Hrsg.): Aspects of Theropod Paleobiology (= Gaia. Revista de Geociências. Nr. 15, ISSN 0871-5424). Museu Nacional de História Natural, Lisbon 1998, S. 135–144.
  6. John Happ: An analysis of predator-prey behavior in a head-to-head encounter between Tyrannosaurus rex and Triceratops. In: Peter Larson, Kenneth Carpenter (Hrsg): Tyrannosaurus Rex. The Tyrant King. Indiana University Press, Bloomington IN 2008, ISBN 978-0-253-35087-9, S. 354–368, hier S. 364.
  7. Albert Prieto-Màrquez: Glishades ericksoni, a new hadrosauroid (Dinosauria: Ornithopoda) from the Late Cretaceous of North America (= Zootaxa. 2452, ISSN 1175-5326). Magnolia Press, Auckland 2010, Digitalisat (PDF; 383,07 KB).
  8. Othniel C. Marsh: Notice of new reptiles from the Laramie Formation. In: American Journal of Science. Series 3, Bd. 43 = Bd. 143, Nr. 257, Article 57, 1892, ISSN 0002-9599, S. 449–453, Digitalisat.
  9. David B. Weishampel, John R. Horner, Catherine A. Forster: Hadrosauridae. In: David B. Weishampel, Peter Dodson, Halszka Osmólska (Hrsg.): The Dinosauria. 2nd edition. University of California Press, Berkeley CA u. a. 2004, ISBN 0-520-24209-2, S. 460.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Anatotitan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien