Andensegler

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Andensegler
Aeronautes andecolus 1847.jpg

Andensegler (Aeronautes andecolus)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Segler (Apodidae)
Tribus: Apodini
Gattung: Aeronautes
Art: Andensegler
Wissenschaftlicher Name
Aeronautes andecolus
(d’Orbigny & Lafresnaye, 1837)

Der Andensegler (Aeronautes andecolus) ist eine Vogelart aus der Familie der Segler (Apodidae). Diese Art hat ein großes Verbreitungsgebiet, das sich über die Länder Argentinien, Chile, Bolivien und Peru erstreckt. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Andensegler erreichen eine Körperlänge von etwa 14 Zentimetern. Die Oberseite ist gleichbleibend graubraun. Die Unterseite ist deutlich heller als die Oberseite bis hin zu einer fast weißen Färbung. Die Kloake ist immer weiß. Nacken und Bürzel ziert jeweils ein weißes Band, welches am Nacken nicht durchgängig ist bzw. unterbrochen wird. Die Schwanzfedern liegen sehr eng zusammen und sind nur leicht gegabelt, können aber bei Flugmanövern aufgefächert sein.

Verhalten[Bearbeiten]

Andensegler fliegen oft in Wellen entlang der Berghänge. Man hört sie dann ein schrilles Zeezeeezee oder etwas leiseres Trritrritrri rufen, bevor sie einige Minuten später in ein anderes Gebiet weiter ziehen. Oft gleiten sie an langen Klippenwänden hoch. Im Gleitflug sind die Flügel leicht abgewinkelt.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Sie bewegen sich in halb-ariden Berggebieten, hauptsächlich über von Büschen, wie Hülsenfrüchtlern und Sumachgewächsen, überwachsenen Hängen. Hin und wieder entdeckt man sie auch über Bäumen wie Steineiben und Polylepis und steinigem Wüstenland mit vereinzelten Kakteen und Jatropha-Sträuchern. Hier sind sie normalerweise in Höhen zwischen 2500 und 3500 Metern unterwegs. In Einzelfällen können die Höhen sogar zwischen 340 und 3900 Metern variieren.

Brut und Nestbau[Bearbeiten]

Die Andensegler brüten in Löchern, die sich normalerweise unter Felsvorsprüngen nahe größeren Straßenaushebungen, Canyons oder manchmal gewaltigen Kliffen befinden. Sonst ist bisher wenig über das Brutverhalten bekannt.

Unterarten[Bearbeiten]

  • Aeronautes andecolus andecolus (d’Orbigny & Lafresnaye, 1837) – Nominatform. Kommt in den Ostanden Boliviens und in Argentinien südlich bis in die Provinz Río Negro vor.
  • Aeronautes andecolus parvulus (Berlepsch & Stolzmann, 1892) [1]– Die dunkle Oberseite ist in Augennähe, im Bereich des Mantels und an den Seiten nahezu schwarz. Die Unterseite ist von der Kehle bis zur Kloake weiß und wird an den Seiten durch Braun ersetzt. Das Nackenband ist durchgängig. Die Unterart ist deutlich kleiner als die Nominatform. Sie ist von der Region Cajamarca im Norden Perus bis an die Westhänge der Anden in der Región de Tarapacá in Chile präsent. Beobachtungen gab es auch im ariden Teil des Oberlaufs des Marañón.
  • Aeronautes andecolus peruvianus (Chapman, 1919) [2]– Der Schwanz ist etwas kürzer und noch weniger gegabelt, als bei der Nominatform. Der weiße Teil des Gefieders zeigt weniger gelblichbraune Farbtöne. Der Scheitel ist wesentlich dunkler. Die Basis der Unterschwanzdecken hat deutlich weniger weiß. A. a. peruvianus ist kleiner als die Nominatform. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die Täler der Regionen Huancavelica bis Cusco sowie die intermontanen Täler der Flüsse Mantaro, Ucayali und Apurímac.

Etymologie und Systematik[Bearbeiten]

D’Orbigny und Lafresnaye verwendeten bei ihrer Erstbeschreibung das Binomen Cypselus andecolus. Erst später wurde die Art in die Gattung Aeronautes gestellt. Das Wort Aeronautes setzt sich aus dem griechischen Wort aer für Luft und nautes für Segler, Pilot (naus = das Schiff) zusammen. Der Artepitheton andecolus setzt sich aus dem lateinischen Wort Andium für Anden und colere für bewohnen zusammen. In ihrer Erstbeschreibung nannten Berlepsch & Stolzmann die Unterart Micropus andecolus parvulus. Das Trinomen parvulus ist das lateinische Wort für sehr klein. Die Autoren erwähnten in ihrer Beschreibung den deutlichen Größenunterschied zur Nominatform. A. a. peruvianus wurde von Chapman ursprünglich als eigenständige Art Micropus peruvianus beschrieben. Das Trinomen peruvianus bezieht sich auf das Land Peru.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jon Fjeldså, Niels Krabbe: Birds of the High Andes: A Manual to the Birds of the Temperate Zone of the Andes and Patagonia, South America, Zoological Museum and Apollo Books, S. 240, ISBN 978-87-88757-16-3
  • Thomas Schulenberg, Douglas F. Stotz, Daniel F. Lane: Birds of Peru, Princeton University Press, 2007, S. 206, ISBN 978-0-691-04915-1
  • James A. Jobling, A Dictionary of Scientific Bird Names, Oxford University Press, 1992, ISBN 978-0-19-854634-4
  • Frank Michler Chapman: Description of proposed new birds from Peru, Bolivia, Brazil, and Colombia, Proceedings of the Biological Society of Washington, Vol. 32, 1919, S. 263–268 (Die neue Art, spätere Unterart, wird auf Seite 253 beschrieben.)
  • Hans Graf von Berlepsch, Jean Stolzmann: Résultats des recherches ornithologiques faites au Pérou Par M. Jean Kalinowski. Par Hans von Berlepsch et Jean Stolzmann, Proceedings of the Zoological Society of London, 1892, S. 371–410 (Die neue Unterart wird auf Seite 384 in der Fußnote erwähnt.)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Proceedings of the Zoological Society of London, 1892, S. 384 Résultats des recherches ornithologiques faites au Pérou Par M. Jean Kalinowski. Par Hans von Berlepsch et Jean Stolzmann (franz.) Originalartikel
  2. Proceedings of the Biological Society of Washington, Vol. 32, 1919 Description of proposed new birds from Peru, Bolivia, Brazil, and Colombia (Micropus peruvianus, new species) (engl.) Originalartikel

Weblinks[Bearbeiten]

  • Aeronautes andecolus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2011.2. Eingestellt von: BirdLife International, 2009. Abgerufen am 3. Januar 2012