Anders Sandøe Ørsted (Ministerpräsident)

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Anders Sandøe Ørsted

Anders Sandøe Ørsted [ˈœrsdɛð] (* 21. Dezember 1778 in Rudkøbing; † 1. Mai 1860) war ein dänischer Politiker und Jurist. Er hatte von 1853 bis 1854 das Amt des dänischen Ministerpräsidentens inne.

Leben[Bearbeiten]

Anders Sandøe Ørsted war der Bruder des Physikers Hans Christian Ørsted und der Onkel des Botanikers Anders Sandøe Ørsted.

Anders Sandøe Ørsted hatte ab 1834 mehrere Tätigkeiten inne. Er war erster Deputierter in der dänischen Kanzlei, daneben auch ab 1825 Generalprokurator, ab 1841 Geheimer Konferenzrat sowie ab 1842 Geheimer Staatsminister mit Beibehaltung seiner früheren Ämter. Infolge der Märzunruhen von 1848 musste er wie seine Kollegen von seinen Ämtern zurücktreten.

Er wurde 1853 in die Grundgesetzgebende Reichsversammlung sowie in das Landsthing gewählt. Im selben Jahr wurde er am 21. April 1853 zum Premierminister ernannt. Zeitgleich verwaltete er daneben das Kultusministerium, das Innenministerium und später das Justizministerium. Unter seiner Amtszeit wurden Verfassungsgesetze für Lauenburg, Schleswig und Holstein ausgearbeitet, die teils unterschiedlichen Charakter hatten. Der Zweck dieser Gesetze war die Verfassungseinheit im dänischen Staat einzuführen und diesen als Nationalstaat zu etablieren. Am 26. Juli 1854 wurde dieses Gesetzesvorhaben vollendet. Die Opposition des Reichstags war dagegen zu stark und zwang Anders Sandøe Ørsted am 12. Dezember 1854 zum Rücktritt. Zudem strengte sie eine Ministeranklage vor dem Reichsgericht an, die aber am 28. Februar 1856 mit einem Freispruch endete.

Werke[Bearbeiten]

  • Haandbog over den danske og norske Lovkyndighed, Kopenhagen 1822–1835, 6 Bände.
  • Eunomia, 1815–22, 4 Bände.
  • Af mit Livs og min Tids Historie 1851–57, 4 Bände (Autobiographisches Werk)

Quellen[Bearbeiten]

 Commons: Anders Sandøe Ørsted – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 15. Leipzig 1908, S. 141. Online einsehbar: Zeno.org