Andorranische Euromünzen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Euromünzen
Eurozone
BelgienBelgien Belgien
DeutschlandDeutschland Deutschland
EstlandEstland Estland
FinnlandFinnland Finnland
FrankreichFrankreich Frankreich
GriechenlandGriechenland Griechenland
IrlandIrland Irland
ItalienItalien Italien
LettlandLettland Lettland
LuxemburgLuxemburg Luxemburg
MaltaMalta Malta
NiederlandeNiederlande Niederlande
OsterreichÖsterreich Österreich
PortugalPortugal Portugal
SlowakeiSlowakei Slowakei
SlowenienSlowenien Slowenien
SpanienSpanien Spanien
Zypern RepublikRepublik Zypern Zypern
assoziierte Euronutzer
(mit eigenen Euromünzen)
AndorraAndorra Andorra
MonacoMonaco Monaco
San MarinoSan Marino San Marino
VatikanstadtVatikanstadt Vatikanstadt
passive Euronutzer
(ohne eigene Euromünzen)
KosovoKosovo Kosovo
MontenegroMontenegro Montenegro
Geplante/mögliche Einführung des Euro
BulgarienBulgarien Bulgarien
DanemarkDänemark Dänemark*
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich*
KroatienKroatien Kroatien
LitauenLitauen Litauen**
PolenPolen Polen
RumänienRumänien Rumänien
SchwedenSchweden Schweden
TschechienTschechien Tschechien
UngarnUngarn Ungarn
Hinweise
* Möglichkeit zum Opting-out
** Einführung zum 1. Januar 2015

Die andorranischen Euromünzen sind die für Andorra ab 2014 geplanten Münzen der gemeinsamen europäischen Währung Euro.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Das Fürstentum Andorra hat mit der Einführung des Euro in seinen Nachbarländern Spanien und Frankreich den Euro unilateral eingeführt. Das Land verwandte den Euro bislang zwar „de facto“, aber nicht „de jure“.[1] Größtes Hindernis für eine Währungsvereinbarung mit den Ländern der Eurozone war nicht die Pseudowährung Diner und die Anpassung des Steuerrechts, sondern das andorranische Bankgeheimnis.[2] So beschloss die Regierung schon am 11. Oktober 2000 die Einführung des Euro und nahm 2004 diesbezügliche Verhandlungen auf, mit dem Ziel der Prägung und Ausgabe eigener Euromünzen zum 1. Januar 2009. Eine Einigung konnte jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht erzielt werden.

Rechtsgrundlage und Umfang der Prägerechte[Bearbeiten]

Am 30. Juni 2011 wurde eine Währungsvereinbarung zwischen der EU und Andorra unterzeichnet,[3][4] die am 1. April 2012 in Kraft trat.[5] Damit wurde der Euro zur offiziellen Währung des Fürstentums. Andorra erhielt, unter bestimmten Bedingungen, das Recht, ab 1. Juli 2013 Euromünzen auszugeben, im Umfang von 2,4 Millionen Euro jährlich. Am 30. September 2013 endete eigentlich die vorgesehene Umsetzungsfrist für die in der Währungsvereinbarung gestellten Bedingungen. Jorge Cinca, der andorranische Finanzminister, erklärte am 2. Oktober 2012 vor dem Generalrat, dem Einkammerparlament von Andorra, es gebe nach wie vor Probleme bei der Umsetzung der europäischen Gesetzgebung zur Verhinderung der Geldwäsche, sowie der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung mit der International Organization of Securities Commissions (IOSCO) über die Vorschriften bei der Bekämpfung von Betrug und Fälschung von Banknoten und Münzen. Das verzögere den Start der Münzprägung bis Januar 2014.[6] Erst am 20. November 2013 wurden die im Rahmen der Währungsvereinbarung erforderlichen Dekrete zur Umsetzung europäischer Normen von der andorranischen Regierung verabschiedet.[7]

Umlaufmünzen[Bearbeiten]

2011 wurde für die Gestaltung der andorranischen Euromünzen ein Designwettbewerb angekündigt, der im März/April 2013 stattfand. Die 2-Euro-Münze wurde davon ausgenommen, da hier das andorranische Wappen abgebildet wird. Zur Münzgestaltung gab es folgende Vorgaben: Auf der 1-Euro-Münze soll die Casa de la Vall abgebildet werden, auf den Münzen 10 bis 50 Cent romanische Kunst und auf den kleinen Münzen 1 bis 5 Cent soll es Naturabbildungen geben.[8]

Am 16. Mai 2013 wurden die ausgewählten Entwürfe der Münzen vorgestellt und deren Auflagenhöhen bekanntgegeben.[9][10] Geprägt werden die 2-Euro-Münzen und die 10-, 20- und 50-Cent-Münzen von der Monnaie de Paris, die 1-Euro-Münzen und die 1-, 2- und 5-Cent-Münzen von der spanischen Münzprägeanstalt. Die EU gab erst Anfang Dezember 2013 grünes Licht für die Prägung der Münzen, deren Ausgabe somit nicht, wie ursprünglich vorgesehen, zum 1. Januar 2014 erfolgen kann, sondern erst zur Jahresmitte 2014. Die andorranische Regierung bestimmte, dass 80 % der Münzen, gemischt mit französischen bzw. spanischen Münzen, in Umlauf gebracht werden. 20 % sind, in Form von Kursmünzensätzen, für Sammler vorgesehen.[11]

Auf den von Ruben da Silva gestalteten Münzen von 1 bis 5 Cent ist eine Pyrenäen-Gämse und ein Bartgeier abgebildet, auf denen von 10 bis 50 Cent war ein Detail der Pantokrator-Freske in der romanischen Kirche Sant Martí de la Cortinada und die romanische Kirche Santa Coloma als Motiv vorgesehen. Nach Einspruch der EU-Kommission gegen das religiöse Pantokrator-Motiv ist auf den 10-, 20- und 50-Cent-Münzen nach dem Entwurf von Moles Disseny und Escaldes-Engordany nur noch die Kirche Santa Coloma abgebildet.[12] Die Darstellung der Casa de la Vall auf den 1-Euro-Münzen wurde gegenüber dem Wettbewerbsentwurf von Jordi Puy modifiziert; auch die 1- bis 5-Cent-Münzen wurden in Details verändert[13] – allerdings zeigt die Veröffentlichung im EU-Amtsblatt die Casa de la Vall in der Version des Wettbewerbsentwurfs.[14]

Design der Münzen[Bearbeiten]

Abbildungen der andorranischen Euromünzen | Nationale Seite
1 Cent 2 Cent 5 Cent
Andorra 1 Cent Andorra 2 Cent Andorra 5 Cent
Pyrenäen-Gämse und Bartgeier
10 Cent 20 Cent 50 Cent
Andorra 10 Cent Andorra 20 Cent Andorra 50 Cent
Kirche Santa Coloma
1 Euro 2 Euro Rand der 2-€-Münze
Andorra 1 Euro Andorra 2 Euro 2 € Randprägung 12 Sterne.png
Casa de la Vall Wappen Andorras mit Nationalmotto:

VIRTUS UNITA FORTIOR
(Vereint ist die Tugend stärker)

Sechsmal abwechselnd die Zahl 2
und ★ ★ (zwei Sterne), abwechselnd
aufrecht und um 180° gedreht.

2-Euro-Gedenkmünzen[Bearbeiten]

Hauptartikel: 2-Euro-Gedenkmünzen

zukünftige Ausgaben

  • 2014: Thema noch nicht bekannt

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Euro-Anwärter Andorra
  2. Forderung nach Lockerung des Bankgeheimnisses
  3. Unterzeichnung der Währungsvereinbarung am 30. Juni 2011 (Spanisch)
  4. Amtsblatt der Europäischen Union, 17. Dezember 2012: Währungsvereinbarung mit dem Fürstentum Andorra (PDF, 777 KB) Abgerufen am 7. März 2013
  5. Amtsblatt der Europäischen Union, 5. Oktober 2012: Inkrafttreten des Währungsabkommens mit dem Fürstentum Andorra PDF (604 KB), abgerufen am 30. Dezember 2013
  6. Verzögerung bei Euro-Einführung – Abbildung von unautorisierten Münzentwürfen 2009 (Spanisch)
  7. Die andorranische Regierung genehmigt zwei Dekrete zur Umsetzung europäischer Normen (Katalanisch) Abgerufen am 29. Dezember 2013
  8. Infos auf diariandorra.ad zum Münzwettbewerb (Katalanisch)
  9. Govern d'Andorra: Die andorranischen Euromünzen (Katalanisch) pdf, 5,4 MB, abgerufen am 17. Mai 2013
  10. Die andorranischen Münzentwürfe Abgerufen am 24. Mai 2013
  11. Fixierung der Grenzen für den Erwerb der andorranischen Euro (Katalanisch) Abgerufen am 12. Dezember 2013
  12. Entwurf der 10- bis 50-Cent-Münzen von der EU abgelehnt (Katalanisch) Abgerufen am 14. August 2013
  13. Ministeri de Finances i Funció Pública, Andorra la Vella, 14. August 2013: Überarbeitete Entwürfe der andorranischen Euromünzen
  14. Amtsblatt der Europäischen Union (2014/C 62/07), 4. März 2014 – Neue nationale Seiten von Euro-Umlaufmünzen: Fürstentum Andorra (PDF 882 KB) Abgerufen am 4. März 2014