Andrè Schuen

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Andrè Schuen (* 1984 in La Val) ist ein Südtiroler Sänger im Stimmfach Bariton.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Andrè Schuen entstammt einer musikalischen Familie ladinischen Ursprungs. Er studierte Sologesang bei Horiana Brănișteanu an der Universität Mozarteum in Salzburg, sowie Lied und Oratorium bei Wolfgang Holzmair. Außerdem besuchte er eine Reihe von Meisterkursen, unter anderen bei Sir Thomas Allen, Brigitte Fassbaender, Marjana Lipovsek und Olaf Bär. 2009 war Schuen Preisträger der Internationalen Sommerakademie der Universität Mozarteum Salzburg und gewann den Ersten Preis des Gesangswettbewerbs der Walter-und-Charlotte-Hamel-Stiftung. 2010 diplomierte er mit Auszeichnung und wurde mit dem Hanna-Ludwig-Preis und der Lilli-Lehmann-Medaille ausgezeichnet.

Der Sänger trat 2006 erstmals bei den Salzburger Festspielen auf, übernahm im Januar 2008 im Haus für Mozart die Rolle des Lakaien in Ariadne auf Naxos und war schließlich am Mozarteum und an verschiedenen kleineren Bühnen in Deutschland und Österreich in der Titelpartie von Le nozze di Figaro zu sehen und zu hören. 2009 gastierte er bei den Salzburger Festspielen in Al gran sole carico d´amore von Luigi Nono, 2010 wurde er ins Young Singers Project der Festspiele aufgenommen. Bei den Osterfestspielen übernahm er kleinere Partien in Salome (2011) und Carmen (2012), beide dirigiert von Sir Simon Rattle, bei den Sommerfestspielen 2011 trat er im Macbeth, inszeniert von Peter Stein und dirigiert von Riccardo Muti, auf und sang konzertant in Strawinskys Rossignol unter Ivor Bolton.

Seit September 2010 ist Schuen Ensemblemitglied der Oper Graz, wo er bislang in den Opernrollen des Jeletzky, Masetto, Belcore, Ford und des Heerrufers, sowie zuletzt als Papageno reüssierte. In Graz erweiterte er sein Rollenspektrum auch auf die Operette (als Gasparone) und das Musical (in Der Mann von La Mancha).

An der Vlaamse Opera in Antwerpen und Gent gastierte er in der Spielzeit 2011-12 als Don Alvaro in Rossinis Il viaggio a Reims. An der Opéra National de Montpellier sang Andrè Schuen im Juni 2013 die Titelpartie im Don Giovanni und im Dezember desselben Jahres den Guglielmo in Così fan tutte.

Andrè Schuen ist ein gefragter Oratoriensänger. Er hat - neben zahlreichen Messen und Kantaten - die Basspartien in Bachs Weihnachtsoratorium, Johannespassion und H-Moll-Messe, Haydns Schöpfung, Händels Messias, Mozarts Requiem, in Brahms' Deutschem Requiem sowie Mendelssohns Walpurgisnacht gesungen, zuletzt den Christus in Bachs Matthäus-Passion (mit Philippe Herreweghe am Pult) und die Bariton-Soli in Faurés Requiem mit den Berliner Philharmonikern unter Sir Simon Rattle in Madrid und Barcelona.

Im Liedbereich arbeitet er mit dem Pianisten Daniel Heide zusammen. Zu seinem Repertoire zählen Schuberts Winterreise, Schumanns Dichterliebe und sein Liederkreis op. 24, Wolfs Harfner-Gesänge, Iberts Don Quichotte-Lieder, Martins Jedermann-Monologe sowie ausgewählte Lieder weiterer Epochen. 2009 brachte er Herbert Grassls Liederzyklus ... bald ist mir nimmer kalt für Singstimme und Schlagzeug nach Texten von Norbert C. Kaser zur Uraufführung.

2014 stehen einige Debüts bevor - Liederabende in der Londoner Wigmore Hall und im Wiener Konzerthaus, Mahlers Liedern eines fahrenden Gesellen in Lille, das Rollendebüt als Alphonse XI in einer französischsprachigen Produktion von La Favorite am Grazer Opernhaus. Im konzertanten Da-Ponte-Zyklus des Theaters an der Wien im März 2014 mit dem Concentus Musicus unter Leitung von Nikolaus Harnoncourt singt Schuen drei Hauptrollen - Figaro, Don Giovanni und Guillelmo.

Quellen[Bearbeiten]