André Blattmann

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André Blattmann im November 2009

André Blattmann (* 6. März 1956 in Richterswil) ist ein Schweizer Berufsoffizier (Korpskommandant) und seit dem 1. März 2009 Chef der Armee. Er führte die Schweizer Armee bereits seit der Beurlaubung von Roland Nef am 25. Juli 2008 ad interim.

Biografie[Bearbeiten]

André Blattmann (Mitte) als Ehrengast an der Landsgemeinde in Appenzell, 25. April 2010

Blattmann machte eine Lehre als kaufmännischer Angestellter und bildete sich zum Betriebsökonom HWV weiter. 2003 absolvierte er eine Executive MBA-Ausbildung der Universität Zürich. Blattmann wurde 1984 in das Instruktionskorps der Flieger- und Flabtruppen aufgenommen und wurde als Einheitsinstruktor in Rekrutenschulen der Fliegerabwehr eingesetzt.

Auf den 1. Januar 2001 wurde er zum Stabschef Feldarmeekorps 4 mit gleichzeitiger Beförderung zum Brigadier ernannt. 2002 besuchte er den Senior International Defense Management Course in Monterey, USA.

Von 2004 bis 2005 war er Kommandant der Zentralschule, die zur Höheren Kaderausbildung der Armee gehört. Ab dem 1. Januar 2006 arbeitete Blattmann als Zugeteilter Höherer Stabsoffizier (ZSO) des Chefs der Armee. Am 1. Januar 2008 wurde er zum Divisionär befördert und trat seine Funktion als Stellvertretender Chef der Armee an.

Im Jahr 2009 wurde André Blattmann zum Nachfolger von Roland Nef, der nach grossem Druck zurückgetreten ist. Mit dem Antritt der Funktion CdA (Chef der Armee) wurde Blattmann zum Korpskommandanten befördert.

Kontroversen[Bearbeiten]

Im März 2010 wurde bekannt, dass André Blattmann in der Sicherheitskommission des Nationalrates (SiK NR) die Staaten Spanien, Frankreich, Italien und Portugal als krisengefährdet taxiert hatte. Blattmann hatte bei einer Sitzung der SiK NR eine Karte präsentiert, auf der potentielle soziale, gesellschaftliche und militärische Brennpunkte in Europa und Nordafrika eingezeichnet waren.[1] Aufsehen erregte die Präsentation vor allem im Zusammenhang mit Blattmanns Aussage, durch die wirtschaftliche Lage Griechenlands könne es zu Migrationsströmen kommen, die einen Armeeeinsatz nötig machen könnten.[2] Die Nationalrätin Evi Allemann (SP) bezeichnete Blattmanns Karte als untauglich, weil sie etwa Bedrohungen aufliste, die nicht Sache der Armee seien. Jakob Büchler, der der SiK vorsitzt, lud Blattmann zur Klärung vor.[3] Im Jahr 2012 war André Blattmann Teilnehmer der Schweizer Geheimkonferenz Rive Reine.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: André Blattmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Armeechef - brisante Europa-Karte. Der Sonntag, 14. März 2010. Abgerufen am 17. März 2010.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatSchweizer Armee fürchtet Unruhen in Europa. Abgerufen am 14. März 2010.
  3. Klaus Bonanomi: Gefahr aus Italien, Spanien, Frankreich. derstandard.at, 17. März 2010. Abgerufen am 17. März 2010.