Andranik Ozanian

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Ozanian um 1921
Grabstelle von Ozanian Andranik auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise.

Andranik Toros Ozanian, Torosi Ozanyan oder Zoravar Andranik, (armenisch Անդրանիկ Թորոս Օզանյան bzw. Զորավար Անդրանիկ; * 25. Februar 1865 in Şebinkarahisar, Osmanisches Reich; † 31. August 1927 in Chico, USA) war ein armenischer General, Rebellenführer und Widerstandskämpfer, der von vielen Armeniern heute noch als Nationalheld verehrt wird.

Leben[Bearbeiten]

Ozanian wurde in Şebinkarahisar (heute Provinz Giresun) geboren. Nachdem er den Mörder seines Vaters umbrachte, floh er nach Konstantinopel (heute Istanbul) und wurde kurz nach seiner Flucht verhaftet. Nach seiner Verhaftung und kurzer Gefangenschaft verbrachte er einige Zeit in Istanbul, wo er Kontakt zu einer armenisch, nationalistischen Organisation aufnahm. Im georgischen Batumi stieß er Anfang der 1890er Jahre zu armenischen Rebellenverbänden und nahm unter Rebellenführer Aghbjur Serob an den Aufständen von Taron und Sason gegen das Osmanische Reich teil. 1901 engagierte er sich in der siegreichen Schlacht um das Heilige-Apostel-Kloster.

1904 ging Ozanian über den Iran in die Schweiz. Am ersten Balkankrieg nahm er unter General Garegin Nschdeh als Kommandant der armenische Kompanie des Makedonien-Adrianopel-Freiwilligen-Korps von 1912–1913 auf der Seite Bulgariens teil. Während des Ersten Weltkriegs schlug der mittlerweile zum General der armenischen Einheiten der russischen Armee ernannte Ozanian die Osmanen in zwanzig Schlachten unter anderem bei Dilman, Sewan und Bitlis.

1919 verließ er, unwillig sich an den politischen Machtkämpfen in der jungen Republik zu beteiligen, Armenien zum letzten Mal und ging ins Exil nach Fresno (USA). Hier verstarb Andranik Toros Ozanian, der bei seiner Ankunft in den Staaten von Armeniern begeistert empfangen worden war, 1927 als lebende Legende.

Sein Leichnam wurde 1928 auf den Pariser Friedhof Père Lachaise und 2000 in einem großen Staatsakt nach Jerewan überführt.

Rezeption[Bearbeiten]

Denkmäler in Armenien und Frankreich erinnern heute an den Nationalhelden Armeniens, auch eine Station der 1981 eröffneten U-Bahn der armenischen Hauptstadt Jerewan wurde ihm zu Ehren „Zoravor Andranik“ benannt. Türkischerseits gilt er hingegen als Verbrecher und Terrorist.

Literatur[Bearbeiten]

  • Antranig Chalabian: General Andranik and the Armenian Revolutionary Movement. Michigan, 1988, ISBN 0-9622741-1-9
  • Zôravar Andranik kẹ xôsi (Զօրավար Անդրանիկ կը խօսի) [In armen.] Los Angeles, 1974
  • Catowr Aġayan: Andranik : darašrǰan, depk'er, demk'er [In armen.] Erevan, 1994
  • Vardgês Aharonean: Andranik : mardẹ ew ṙazmikẹ (Անդրանիկ : մարդը եւ ռազմիկը) [In armen.] Boston, 1957; Nachdruck Teheran, 1982
  • Ṙowben Simonyan: Andranik : Sibirakan vašti odisakanẹ [In armen.] Erevan, 2006
  • Hrač'ik Simonyan: Andraniki žamanakẹ. 2 Bände [In armen.] Erevan, 1996
  • Andranik Č'elepyan: Zoravar Andranik ev hay heġap'oxakan šaržowmẹ [In armen.] Erevan, 1990

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Andranik Ozanian – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]