Andras (Band)

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Andras
Allgemeine Informationen
Genre(s) Pagan Metal, früher Black Metal
Gründung 1994
Website http://www.andras.de.vu/
Gründungsmitglieder
Bruder Amon (bis 1995)
Lord Asgaqlun (bis 1996)
E-Gitarre
Count Damien Nightsky
Lord Asmoday (bis 1997)
Aktuelle Besetzung
Gesang
Ecthelion (seit 2001)
E-Gitarre
Count Damien Nightsky
Adversarius (seit 1999)
Schlagzeug
Shardik (seit 2007)
E-Gitarre
Kerberus (seit 2008)
Ehemalige Mitglieder
Gesang, E-Gitarre, E-Bass
Black Abyss (1995-2000)
E-Gitarre
Ragnar (1996)
E-Gitarre
Farago (1996–1999)
E-Gitarre
Obnox (2005–2008)
Bass
Occulta Mors (2002-2005)
Schlagzeug
Shadow (1997-1999)
Schlagzeug
Verun (2000–2006)
E-Gitarre
Acardius (2008)

Andras ist eine deutsche Pagan-Metal-Band aus Schneeberg im Erzgebirge. Sie ist nach dem Dämon Andras benannt, von dem sie behauptet, im Necronomicon auf ihn gestoßen zu sein.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Andras entstand, nachdem Lord Asmoday und Count Damien Nightsky die Band Demoniac verließen, die sich daraufhin in Moonblood umbenannte, und spielte zunächst Black Metal. Unter verschiedenen Besetzungen erschienen drei Demoaufnahmen. 1997 veröffentlichte das Label Last Epitaph das Debütalbum Die Rückkehr der dunklen Krieger, zwei Jahre später erschien auf dem inzwischen in Last Episode umbenannten Label Sword of Revenge.

Mit der Veröffentlichung von Quest of Deliverance ging 2000 ein Stilwechsel einher. Die Musik wurde epischer, war stärker beeinflusst vom klassischen Metal und klarer Gesang fand in die Kompositionen. Mit Of Old Wisdom (2005), auf dem aus der Urbesetzung nur noch der Gitarrist Nightsky geblieben war, wurde diese Entwicklung fortgeführt, der Klang näherte sich dem von Borknagar und Vintersorg an.[1] Statt satanischer Texte handelten die Themen nun vom Erzgebirge, der Heimat der Bandmitglieder, mit der diese sich stark verbunden fühlt.[1] Jeder Text des Albums behandelt eine Sage aus der Region; die Band äußerte, dass das Erzgebirge dafür bekannt sei, „seit langen Zeiten die Ängste, den Aberglauben sowie die Alltagsbegebenheiten der Menschen in Form von Sagen zu vermischen und so zu überliefern.“[1] Das Textkonzept erscheine der Band daher „natürlich, da wir nicht wüssten, warum wir von entfernen Orten oder fiktiven Geschichten erzählen sollten, wo wir genug erzählenswertes Material direkt vor der Haustür haben. Dass wir uns dabei eher auf die mystischen und dunkleren Sagen beziehen, ist bei der Art der Musik nahe liegend.“[1]

Mit der Veröffentlichung von Iron Way (2008) erlangte die Band größere Bekanntheit innerhalb Deutschlands.

Die Band bezeichnet ihren Stil als Epic Pagan Metal.[1] Die Texte sind größtenteils auf englisch, auf älteren Veröffentlichungen fand man auch deutschsprachige Lieder.

Kritik[Bearbeiten]

In der Black-Metal-Szene der 1990er Jahre wurde die Gruppe auf Grund ihres „rumpelige[n]“ Klangs von vielen „belächelt“.[1] Ihr Debütalbum wurde im Tales of the Macabre als Mischung aus Eminenz (mit entsprechend doom-lastigem Stil), Burzum-Frühwerken, „nordischem Standardscheiß“ und altem Metal (wie alten, langsamen Kreator-Riffs) und einem an Summoning erinnernden Gesang beschrieben; das Album sei mittelmäßig, die Präsentation der Band jedoch pathetisch und lächerlich.[2] Ihr zweites Album Sword of Revenge wiederum wurde von Costa Stoios in der folgenden Ausgabe wegen seiner sterilen Produktion kritisiert und als unterdurchschnittliches Standard-Black-Metal-Album im nordischen Stil mit schwachem Gitarrenklang bezeichnet; solche Musik würde vermutlich von Leuten gekauft, die nicht wüssten, wie echter Black Metal klinge.[3] Ihre Zugehörigkeit zum Label Last Epitaph beziehungsweise Last Episode sorgte für Kommerzvorwürfe, insbesondere, da das Label einige sehr ähnlich klingende Bands produzierte, die sich gerade zur Zeit des Black-Metal-Booms Anfang der 1990er gegründet hatten.[4] Erst ab der Stiländerung wurde die Gruppe in der Subkultur ernstgenommen und auch vermehrt positiv rezipiert. Einige Rezensenten spielten jedoch immer wieder auf ihre Frühwerke an.[1]

Benjamin Rehmer von Endstation Rechts wirft der Band Offenheit zum Rechtsextremismus sowie mangelnde Distanzierung[5] vor. Occulta Mors, der bis 2005 Mitglied bei Andras war, war in der NSBM-Band Totenburg bzw. in der umstrittenen Band Nachtfalke aktiv; Occulta Mors tätigte im Zusammenhang mit Nachtfalke rechtsextreme Aussagen und wurde aus der Band Lyssa entlassen, weil er bei ihren Auftritten den Arm zum Hitlergruß hob und die Musiker „keine Nazis in ihrer Band“ wollten.[6] Der aktuelle Schlagzeuger Shardik war ebenfalls bei Nachtfalke aktiv. Die Musiker von Andras betonen, stolz auf die eigene Heimat zu sein, die Musik aber mit keinerlei politischen Aussagen zu verbinden.[1] Ungeachtet dessen verwendeten sie im Intro ihres Albums …Of Old Wisdom das Gedicht Ewiger Wald – Ewiges Volk aus dem nationalsozialistischen Blut-und-Boden-Film Ewiger Wald von 1936.[7]

Diskografie[Bearbeiten]

Demos[Bearbeiten]

  • Das Schwert unserer Ahnen (1995)
  • The True Darkness (1995)
  • Live in Annaberg (1996)
  • Demo (2000)
  • Legends… (2002)

Alben[Bearbeiten]

  • Die Rückkehr der dunklen Krieger (1997, Last Epitaph)
  • Sword of Revenge (1999, Last Episode)
  • Quest of Deliverance (2000, Last Episode)
  • …Of Old Wisdom (2005, Perverted Taste)
  • Iron Way (2008, Einheit Produktionen)
  • Warlord (2010, Einheit Produktionen)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatANDRAS: Interview mit gesamte Band [sic!] Abgerufen am 27. Oktober 2009.
  2. ANDRAS "Die Rückkehr der dunklen Ritter". In: Tales of the Macabre, Nr. 5.
  3. Costa Stoios: ANDRAS "Sword Of Revenge". In: Tales of the Macabre, Nr. 6, S. 31.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatReview zu Sword of Revenge. Vampster, abgerufen am 27. November 2007.
  5. Benjamin Rehmer: Nazi-Festival etabliert sich im Vogtland, abgerufen 9. Juni 2010.
  6.  Christian Dornbusch, Hans-Peter Killguss: Unheilige Allianzen. Black Metal zwischen Satanismus, Heidentum und Neonazismus. Unrast Verlag, Münster 2005, ISBN 3-89771-817-0, S. 182.
  7. vgl. zu dem Film Meder,Thomas. “Die Deutschen als Wald-Volk. Der Kulturfilm EWIGER WALD (1936).” in: Il bosco nella cultura europea tra realtá e immaginario, ed. Guili Liebman Parrinello, 105-129. Rom: Bulzoni, 2002; Zechner, Johannes. “Wald, Volksgemeinschaft und Geschichte: Die Parallelisierung natürlicher und sozialer Ordnungen im NSKG-Kulturfilm EWIGER WALD (1936).” in: Kulturfilm im „Dritten Reich“, ed. Ramón Reichert, 109-118. Wien: Synema, 2006; Textprotokoll des Filmes Ewiger Wald (1936). Kopie im Bundesarchiv Filmarchiv Berlin. Zitiert in Karl Kovacs: Der Wald als ideologisches Instrument im Dritten Reich. Grin Verlag, ISBN 3640337085,ISBN 9783640337088, S. 2.