Andrea Voßhoff

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Andrea Voßhoff (2009)

Andrea Astrid Voßhoff (* 31. Juli 1958 in Haren (Ems), Landkreis Meppen) ist eine deutsche Politikerin (CDU). Sie war von 1998 bis 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages und ist Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI).

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Andrea Voßhoff stammt aus einer Schifferfamilie. Nach dem Abitur 1977 in Meppen absolvierte sie ein Studium der Rechtswissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster und der Universität Lausanne, das sie 1984 mit dem ersten juristischen Staatsexamen beendete. Nach dem Referendariat legte sie 1987 das zweite Staatsexamen ab. Anschließend war sie von 1988 bis 1991 als Rechtsanwältin tätig.

1991 kam sie mit ihrem Ehemann nach Rathenow, wo dieser ein Notarbüro eröffnete, dessen Bürovorsteherin sie bis 1998 war.

Voßhoff ist verheiratet und katholisch.

Partei[Bearbeiten]

Andrea Voßhoff trat 1986 in die CDU ein und war von 1996 bis 2000 Landesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU/CSU in Brandenburg. Von 1997 bis 2007 war sie stellvertretende Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Havelland und war von 1999 bis 2005 auch stellvertretende Landesvorsitzende der CDU Brandenburg.

Abgeordnete[Bearbeiten]

Andrea Voßhoff gehört seit 2003 der Stadtverordnetenversammlung von Rathenow an und ist dort Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft und Finanzen. Seit September 2008 ist sie Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft der Stadt Rathenow. Von 2008 bis zum Jahr 2010 war sie auch Mitglied des Kreistages Havelland.

Nach der Bundestagswahl 1998 zog sie in den Deutschen Bundestag ein und wurde hier Mitglied im Rechtsausschuss. Ab dem 20. April 2010 war Voßhoff rechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Vorsitzende der 'Arbeitsgruppe Recht'. Ferner war sie eines von zwölf Mitgliedern des Wahlausschusses, der die Hälfte der Richter des Bundesverfassungsgerichts bestimmt.[1]

Voßhoff zog stets über die Landesliste Brandenburg in den Bundestag ein. Bei der Bundestagswahl 2013 unterlag sie in ihrem Wahlkreis wiederum Frank-Walter Steinmeier, dem Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion. Diesmal "zog" die Landesliste nicht, weil die CDU zu viele Direktmandate in Brandenburg gewonnen hatte. Somit wäre sie nun erste Nachrückerin aus ihrem Bundesland gewesen, jedoch ist ein Bundestagsmandat mit der Tätigkeit als Datenschutzbeauftragte unvereinbar.

Beauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit[Bearbeiten]

Am 19. Dezember 2013 wurde Andrea Voßhoff als neue Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit in der Nachfolge des aus dem Amt scheidenden Peter Schaar vom Deutschen Bundestag gewählt.[2] Am 4. Februar 2014 wurde Voßhoff von Innenminister Thomas de Maizière in ihr Amt eingeführt.[3] Ihre Ernennung wurde von Datenschützern kritisiert, da Voßhoff in ihrer Zeit als Bundestagsabgeordnete für mehrere datenschutzrechtlich umstrittene Gesetzesvorhaben wie die Vorratsdatenspeicherung, das Zugangserschwerungsgesetz, die Online-Durchsuchung und das ACTA-Abkommen gestimmt hatte.[4] Von mehreren Seiten wurde gemutmaßt, dass Voßhoff nach ihrem verpassten Wiedereinzug in den Deutschen Bundestag versorgt werden sollte.[5][6][7] Die Bilanz nach ihrer 100-Tage-Frist fiel in den Medien überwiegend negativ aus.[5] Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Club, bezeichnete die Bilanz ihres ersten Amtsjahres in einem Gastbeitrag für die FAZ als „desaströs“.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Andrea Voßhoff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mitglieder des Wahlausschusses. bundestag.de, abgerufen am 12. Mai 2013.
  2. „Andrea Voßhoff neue Datenschutzbeauftragte“. bundestag.de, abgerufen am 19. Dezember 2013.
  3. Die neue Bundesdatenschützerin ist hoch umstritten, Die Welt vom 4. Februar 2014
  4. Große Koalition: CDU-Politikerin Voßhoff soll oberste Datenschützerin werden, Spiegel-Online vom 17. Dezember 2013
  5. a b Sparsamer Auftritt. Sarah Renner für tagesschau.de, 15. Mai 2014, abgerufen am 19. Mai 2014.
  6. Große Koalition: CDU-Politikerin Voßhoff soll oberste Datenschützerin werden. Ole Reißmann für Spiegel Online, 17. Dezember 2013, abgerufen am 19. Mai 2014.
  7. Politischer Kuhhandel beim Datenschutz. Christof Kerkmann für das Handelsblatt, 19. Mai 2014, abgerufen am 19. Mai 2014.
  8. Frankfurter Allgemeine Zeitung: Knapp ein Jahr im Amt. Die Datenschutzbeauftragte ist ein Desaster, vom 18. November 2014