Andreas Fröhlich

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Schauspieler Andreas Fröhlich. Für den Sonderpädagogen siehe Andreas D. Fröhlich.
Andreas Fröhlich in Marburg

Andreas Fröhlich (* 11. Juli 1965 in West-Berlin) ist ein deutscher Schauspieler, Synchronsprecher, Hörspielsprecher und Rezitator. Zudem ist er als Synchronregisseur und Dialogbuchautor tätig. Er wurde vor allem durch seine Rolle des Bob Andrews in der seit 1979 erscheinenden Europa Hörspielserie Die drei ??? bekannt. Fröhlich ist die deutsche Feststimme von John Cusack und Edward Norton. In der Kategorie „Herausragendes Synchrondrehbuch“ wurde er für Der Herr der Ringe: Die zwei Türme im Jahr 2003 mit dem Deutschen Preis für Synchron ausgezeichnet. 2010 erhielt er den Deutschen Hörbuchpreis für seine Lesung Doppler des norwegischen Schriftstellers Erlend Loe.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Hörspiele

Hauptartikel: Die drei Fragezeichen

Im Alter von sieben Jahren wurde Andreas Fröhlich im Kinderchor des Senders Freies Berlin entdeckt und etablierte sich in der dortigen Hörspiel–Redaktion innerhalb kurzer Zeit als Kinderstimme. Nach ersten Hörspielrollen unter der Regie von Kurt Vethake und Ulli Herzog wurde er im Jahr 1978 für die Hörspielserie Die drei ??? engagiert. Seitdem ist Fröhlich neben Oliver Rohrbeck als Justus Jonas und Jens Wawrczeck als Peter Shaw in allen bisherigen Folgen des zum Kult avancierten Hörspielklassikers in der Rolle des dritten Detektivs Bob Andrews zu hören. Unter dem Programmtitel Master of Chess bestritt Fröhlich mit seinen Kollegen in den Jahren 2002 und 2003 eine bundesweite Tournee, im Rahmen derer eine Hörspielfolge live inszeniert wurde. Im Oktober 2004 schloss sich anlässlich des 25–jährigen Jubiläums der Serie mit der ersten Folge Der Superpapagei ein Auftritt in der ausverkauften Color Line Arena in Hamburg an.[1] Eine neue Bühnenfassung mit dem Titel Die Drei Fragezeichen und Der seltsame Wecker – live and ticking führte das Trio dreißig Jahre nach Erscheinen der Debütfolge im Herbst 2009 erneut an diverse Spielstätten in Deutschland. Das Publikum ehrte das Ensemble mit stehenden Ovationen.[2][3] Im August 2010 überboten sie in der Berliner Waldbühne mit mehr als 15 000 Zuschauern den eigenen Weltrekord als größtes Live–Hörspiel.[4] In Anlehnung an ihre im Rahmen der Tournee gezeigte Duettparodie veröffentlichten Fröhlich und Wawrczeck im Anschluss eine Coverversion des 1973 erschienenen Schlagers Worte, nur Worte von Dalida und Friedrich Schütter.[5] Mit weiteren Produktionen, in denen es zu einer Zusammenarbeit zwischen den drei Sprechern kam, darunter den von Lauscherlounge Records publizierten Lesungen Drei Geschichten, Drei Erzählungen und Drei Märchen, war Andreas Fröhlich in den Jahren 2006 und 2008 ebenfalls live auf deutschen Bühnen zu sehen.

Einen Cameo-Auftritt absolvierte er in der Hörspiel–Parodie Die Ferienbande als Erster. In Die drei Musketiere war er gemeinsam mit Jens Wawrczeck zu hören.

[Bearbeiten] Weitere Produktionen

Darüber hinaus wirkte Fröhlich unter anderem in den Hörspielfassungen zu Henning Mankells Die Rückkehr des Tanzlehrers (2003) und Vor dem Frost (2003) sowie Bram Stokers Dracula (2004) und John Polidoris Der Vampyr (2004) mit. Für seine Darstellung des unter dem Burnout-Syndrom leidenden Werbefachmanns Marcus Wennmann im Hörspiel helden:tot wurde Fröhlich mit dem Ohrkanus 2007 als „Bester Sprecher in einer Hauptrolle“ ausgezeichnet und für den Deutschen Hörbuchpreis 2008 als „Bester Interpret“ nominiert.[6]

Seit 2008 spricht Andreas Fröhlich die Hauptrolle in DODO, einem Hörspiel des Regisseurs Ivar Leon Menger und fungiert zudem als Erzähler in der Neuauflage der Europa Hörspielserie Hui Buh sowie in der Kriminalreihe Wallander des Hörverlags in München.

[Bearbeiten] Hörbücher

Mit Beginn der 2000er Jahre etablierte sich Fröhlich auch auf dem Hörbuchmarkt und arbeitet seitdem verstärkt im Fantasy–Genre. Zu seinen bislang bekanntesten Lesungen zählen die Vertonungen von Christopher Paolinis Mehrteiler Eragon und Kai Meyers Arkadien–Reihe, Wellenläufer-, Wolkenvolk- und Sturmkönige–Trilogie. Aus letzterer stammt der Roman Dschinnland, für den Fröhlich in der Kategorie „Beste Lesung (Kinder / Jugendliche)“ mit dem Ohrkanus 2008 ausgezeichnet wurde.[7] Neben weiteren Fantasyproduktionen wie Im Bann der Masken von Isabel Allende (2004), Die Malfuria-Trilogie von Christoph Marzi (2007), Die Geheimnisse des Nicholas Flamel von Michael Scott (2008) und Das letzte Einhorn von Peter S. Beagle (2009) interpretiert Fröhlich auch Werke anderer literarischer Gattungen, darunter Kurzgeschichten von Edgar Allan Poe, Ambrose Bierce und Mark Twain oder Werke von Frédéric Beigbeder und Paul Maar. 2007 las er das Johannes-Evangelium der BasisBibel für die Deutsche Bibelgesellschaft. 2009 veröffentlichte er seine Edition handverlesen mit den bislang erschienenen Titeln Netzkarte von Sten Nadolny, Naiv.super und Doppler von Erlend Loe sowie Tunnel oder Der Tag, als Mutter von mir ging von Fréderic Klein.

Für seine Interpretation des Walter Moers Romans Der Schrecksenmeister wurde Fröhlich in der Kategorie „Bester Interpret“ für den Deutschen Hörbuchpreis 2009 nominiert,[8] 2010 ging er in gleicher Kategorie für seine Lesung Doppler von Erlend Loe als Sieger hervor.[9]

[Bearbeiten] Synchronisation

Im Alter von acht Jahren gab Andreas Fröhlich in der Disney–Filmproduktion Wo ist der Tiger? sein Debüt als Synchronsprecher, 1976 übernahm er als 11–jähriger die Rolle des Tierkinds Dash in der ersten Synchronfassung der Zeichentrickserie Kimba, der weisse Löwe. Es folgten Engagements auf Kinder- und Jugenddarstellern, darunter die im Original von Harvey Stephens verkörperte Rolle des besessenen Jungen Damien in der Verfilmung von Das Omen aus dem Jahr 1976 sowie die des jungen Noodles in der ersten Synchronfassung von Es war einmal in Amerika (1984). Nach einer Reihe von Einsätzen auf wechselnden Schauspielern und Rollen in den 1980er Jahren löste Fröhlich 1989 Hans-Georg Panczak auf Richard Thomas in der US–amerikanischen Serie Die Waltons ab, deren weitere Ausstrahlung sich jedoch bis 1994 verzögerte. Anfang der 1990er Jahre wurde Fröhlich zudem in allen acht Staffeln der Sitcom Full House auf Hauptdarsteller John Stamos besetzt. 1994 folgte mit der Synchronisation von Scott Wolf in der US–Produktion Party of Five ein weiteres mehrjähriges Engagement. In der Erfolgsserie Ally McBeal war Fröhlich ab Ende der 1990er für James LeGros zu hören, ab 2001 für David Anthony Higgins in Malcolm mittendrin und ab 2002 für Richard Coyle in Coupling – Wer mit wem?.

Seit Zwielicht (1996) ist Andreas Fröhlich bis auf wenige Ausnahmen die deutsche Feststimme von Edward Norton, unter anderem in Fight Club (1999), Tötet Smoochy (2002) und Das Gesetz der Ehre (2008) sowie seit Con Air (1997) von John Cusack, darunter in Being John Malkovich (1999), High Fidelity (2000) und America’s Sweethearts (2001). Darüber hinaus synchronisiert er seit Der Club der toten Dichter (1989) wiederkehrend Ethan Hawke, unter anderem in Gattaca (1997), Hamlet (2000) und Tödliche Entscheidung (2007). Besondere Aufmerksamkeit erzielte Andreas Fröhlich durch die Synchronisation von Andy Serkis als Sméagol/Gollum in Der Herr der Ringe. Für die Filmtrilogie von Peter Jackson zeichnete er in der deutschsprachigen Fassung sowohl als Synchronregisseur als auch Dialogbuchautor verantwortlich. Für Der Herr der Ringe: Die zwei Türme erhielt er 2003 den Deutschen Preis für Synchron in der Kategorie „Herausragendes Synchrondrehbuch“.[10]

Zu seinen weiteren Werken als Regisseur und Autor zählen unter anderem die deutschen Sprachfassungen zu Ein Sommernachtstraum (1999), The Beach (2000), King Kong (2005) und Der Sternwanderer (2007).

[Bearbeiten] Theater, Film und Fernsehen

Neben seiner Tätigkeit im Synchron- und Hörspielgewerbe agierte Fröhlich in jungen Jahren als Schauspieler am Fränkischen Theater Schloss Maßbach, darunter in der Rolle des Bleichenwang in Shakespeares Was ihr wollt, als Kalle in Carl Zuckmayers Hauptmann von Köpenick, als Basilio in Figaros Hochzeit und als Andres in Georg Büchners Woyzeck.[11]

Nach seinen ersten Auftritten in der Sesamstraße ab Mitte der 1970er Jahre übernahm Andreas Fröhlich bis 1990 zudem sporadisch Gastrollen in Film und Fernsehen, darunter als betrunkener Partygast in der Folge „Krach im Haus“ der TV Serie Ich heirate eine Familie (1986), in Die Wicherts von nebenan (1986) oder Ein Fall für zwei (1990). Einen Cameo-Auftritt als Schrottplatzkunde hatte Fröhlich 2007 in der Verfilmung Die drei ??? – Das Geheimnis der Geisterinsel.

[Bearbeiten] Werbung

In der Werbung stellte Fröhlich seine Stimme unter anderem der Fastfood–Kette Burger King, dem Energie–Unternehmen Shell, der Schuh–Ladenkette Deichmann, der Parfum– und Modemarke Bruno Banani, den Nahrungsmittelherstellern Kühne und Dr. Oetker und den Mobilfunknetzbetreibern O₂ und Drei zur Verfügung.

[Bearbeiten] Filmografie

[Bearbeiten] Auszeichnungen

[Bearbeiten] Synchron

[Bearbeiten] Hörbuch und Hörspiel

[Bearbeiten] Privatleben

Andreas Fröhlich lebt in Berlin und ist mit der Schauspielerin Anna Carlsson liiert. Sie haben eine gemeinsame Tochter. Er ist der ältere Bruder der Synchronsprecherin und Schauspielerin Katrin Fröhlich.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Drei Fragezeichen Jubiläum: Das größte Kinderzimmer der Welt Stern.de, Oktober 2004
  2. Drei Fragezeichen setzten Ausrufezeichen Neue Braunschweiger vom 28. Oktober 2009
  3. Die Drei Fragezeichen live – „Wir übernehmen jeden Fall“ Hamburger Abendblatt vom 1. November 2009
  4. Drei Fragezeichen schlagen eigenen Weltrekord Hamburger Abendblatt vom 22.8.2010
  5. Fröhlich und Wawrczeck: Worte, nur Worte
  6. Pressemitteilung heldentot
  7. Hörspielportal: Gewinner des Ohrkanus 2008
  8. Nominierungen für den Deutschen Hörbuchpreis 2009
  9. Gewinner des Deutschen Hörbuchpreises 2010 Finanznachrichten vom 8. Februar 2010
  10. Deutscher Preis für Synchron: Gewinner 2003
  11. Stern.de Portrait: Die Stimmen der Drei Fragezeichen

[Bearbeiten] Weblinks

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