Andreas Gabalier

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Andreas Gabalier bei der „Neue-Welle“-Party von Electrola-Universal-Music in München 2014
Andreas Gabalier (2010)

Andreas Georg Gabalier (* 21. November 1984 in Graz[1]) ist ein österreichischer Sänger der Volkstümlichen Musik.

Familie und Privatleben[Bearbeiten]

Andreas Gabalier ist das zweitälteste der vier Kinder von Wilhelm und Huberta Gabalier. Neben dem 1981 geborenen Turniertänzer Willi Gabalier hat er einen jüngeren Bruder. 2006 beging Gabaliers Vater Suizid, 2008 seine jüngere Schwester. Ihnen ist das Lied Amoi seg’ ma uns wieder (Einmal sehen wir uns wieder) gewidmet. Der französische Familienname Gabalier stammt von einem Soldaten, der im späten 18. Jahrhundert unter Napoleon Bonaparte in Österreich einmarschierte und dort blieb.[2] Gabalier ist seit 2013 mit der österreichischen Moderatorin Silvia Schneider liiert.[3]

Karriere[Bearbeiten]

Gabalier studierte zunächst in Graz Rechtswissenschaften. Die Karriere als Volksmusiker begann 2009 mit einem Auftritt beim Musikantenstadl. Er nahm an der nationalen Vorentscheidung zum Grand Prix der Volksmusik teil, wo er den zweiten Platz belegte. Im Frühjahr 2009 erschien sein Debütalbum Da komm’ ich her. Es stieg bis auf Platz 4 der österreichischen Charts, erhielt nach knapp einem Monat Gold für 10.000 verkaufte Einheiten[4] und war für einen Amadeus als Album des Jahres nominiert.

In Deutschland wurde Gabalier vor allem durch seinen Auftritt bei Carmen Nebel im April 2011 bekannt. Nach der Show wurde sein Titel I sing a Liad für di so häufig als Digitaltrack gekauft, dass er in den Media-Control-Charts Platz 65 erreichte, obwohl der Titel in Deutschland nicht für eine Veröffentlichung vorgesehen war.[5] Durch die wachsende Popularität, die zu zahlreichen inoffiziellen Remixen führte, entschloss sich Universal, den Titel auch für Deutschland zu lizenzieren.[6] Die CD-Single erschien am 29. Juli 2011 und erreichte erneut die deutschen Charts, aber erst nach der Veröffentlichung einer Coverversion durch DJ Ötzi und einem erneuten Fernsehauftritt beim Herbstfest der Volksmusik am 16. Oktober 2011 konnte sich die Single als Verkaufshit etablieren und erreichte mit Platz 30 erstmals die obere Hälfte der deutschen Charts.

64 Wochen nach Charteintritt erreichte das Album Herzwerk am 2. September 2011 Platz 1 der österreichischen Charts. Mit 74 Wochen ist es das Album, das am zweitlängsten in den Top 10 der österreichischen Album-Charts verbrachte. Nur Michael Jacksons Thriller blieb dort drei Wochen länger.[7] Bereits elf Wochen nach Veröffentlichung des Nachfolgealbums konnte es sich höher platzieren als Volks-Rock’n’Roller.[8] In den österreichischen Jahres-Albumcharts des Jahres 2011 erreichten Gabaliers drei Alben Herzwerk, Volks-Rock’n’Roller und Da komm’ ich her Platz 1, 3 und 4.[9]

Bisher erhielt Gabalier einmal Gold und 16 Mal Platin (sechsmal davon für Herzwerk)[10] und verkaufte 700.000 Tonträger.[11] Am 22. März 2012 gewann er einen Echo in der Kategorie Künstler/Künstlerin/Gruppe Volkstümliche Musik.[12] Bei der Verleihung des österreichischen Musikpreises Amadeus 2012 wurde er in den Kategorien Schlager und Best Live Act ausgezeichnet. Am 23. November 2012 erhielt er in Düsseldorf den Bambi in der Kategorie Shooting Star. Am 1. Mai 2013 erhielt er erneut den Amadeus, diesmal in der Kategorie Volkstümliche Musik. Am 7. Mai 2013 wurde Gabalier in Wien für den offiziellen Song der FIS Alpinen Ski WM 2013, Go for Gold, mit Gold ausgezeichnet.[13]

Im Frühjahr 2014 nahm er zusammen mit Roger Cicero, Sarah Connor, Gregor Meyle, Xavier Naidoo, Sandra Nasić und Sasha an der von VOX ausgestrahlten Sendereihe Sing meinen Song – Das Tauschkonzert teil. Durch die Sendung erlangte die Ballade Amoi seg' ma uns wieder Popularität nachdem Xavier Naidoo den Titel interpretiert hatte. Die Originalversion von Gabalier erreichte daraufhin als erster Titel die deutschen Top 20.[14] Nachdem das Lied in der Show Das Supertalent im Oktober 2014 durch einen Kandidaten gesungen wurde, platzierte sich der Titel erneut in den deutschen Charts und konnte sogar die Top 10 erreichen. Es ist die bislang höchste Platzierung eines Gabalier-Titels in Deutschland.[15][16]

Kontroversen[Bearbeiten]

Als Gabalier am 22. Juni 2014 beim Großen Preis von Österreich die Österreichische Bundeshymne in der bis 2012 gültigen Version mit der Zeile „Heimat bist Du großer Söhne“ ohne die 2012 gesetzlich festgelegte geschlechtergerechte Änderung sang, wurde er unter anderem von den Grünen Frauen, der Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und der Ex-Frauenministerin Maria Rauch-Kallat kritisiert.[17][18] In den Medien gab es wochenlange Diskussionen darüber. Gabalier forderte im Zusammenhang damit eine Rückkehr zum alten Text.[19] In einem Interview meinte er: „Ich bin sehr für Frauenrechte. Aber dieser Gender-Wahnsinn, der in den letzten Jahren entstanden ist, muss wieder aufhören.“[20]

Diskografie[Bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen Anmerkungen
DeutschlandDeutschland OsterreichÖsterreich SchweizSchweiz
2009 Da komm’ ich her 33
(… Wo.)
4 3-fach Platin
(… Wo.)
19
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 29. Mai 2009
Verkäufe: + 60.000
2010 Herzwerk 31 Platin
(60 Wo.)
1 6-fach Platin
(… Wo.)
23
(57 Wo.)
Erstveröffentlichung: 23. Juli 2010
Verkäufe: + 320.000
2011 Volks-Rock‘n’Roller 19
(23 Wo.)
1 5-fach Platin
(97 Wo.)
35
(39 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. Oktober 2011
Verkäufe: + 100.000
2013 Home Sweet Home 4 Gold
(… Wo.)
1 2-fach Platin
(… Wo.)
2
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 7. Juni 2013
Verkäufe: + 130.000

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Gabalier beim Amadeus Award 2013

Quellen[Bearbeiten]

  1. Pressetext von Hammerl Kommunikation (MS Word; 44 kB)
  2.  G. Vukits: Andreas Gabalier, der neue Star am Musikhimmel; Früher war ich ein ziemlicher Lausbua. In: Die ganze Woche. Nr. 29, 2010 (online, abgerufen am 15. Juni 2013).
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAndreas Gabalier: DAS ist seine Freundin! In: promiflash.de. 13. November 2013, abgerufen am 9. Mai 2014.
  4. Gold-&-Platin-Datenbank der IFPI Austria (Suche Interpret=Andreas Gabalier)
  5. germanchartblog im April 2011
  6. germanchartblog im August 2011
  7. http://www.chartsurfer.de/dauerbrenner-at/album/t1.html
  8. Austria Top 40 - Alben Top 75 13.01.2012 - austriancharts.at
  9. Ö3 Austria Top40 - Album Charts 2011 - oe3.ORF.at
  10. IFPI Austria - Verband der Österreichischen Musikwirtschaft
  11. http://www.profil.at/articles/1232/560/337968/andreas-gabalier-was
  12. Echo 2012 - Alle Gewinner | Musikmarkt
  13. Andreas Gabalier Gold für Gold musikmarkt.de
  14. Superstar No 11 auf germanchartblog vom 16. Mai 2014
  15. Sänger Andreas rührt zu Tränen und kommt ins Finale auf t-online news am 5. Oktober 2014
  16. germanchartblog am 17. Oktober 2014
  17. Bundeshymne: Drohungen gegen Heinisch-Hosek, Heute am 27. Juni 2014.
  18. Ex-Frauenministerin beleidigt Gabalier mit Anal-Vergleich, Heute am 25. Juni 2014.
  19. Gabalier regt Abstimmung über Hymne an, der Standard am 26. Juni 2014.
  20. Interview: Gabalier."Gender-Wahnsinn muss aufhören", Kurier am 29. Juni 2014.
  21. http://www.deutsches-musik-fernsehen.de/neuigkeiten/2012/09/08/der-mann-des-jahres-2012-andreas-gabalier.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Andreas Gabalier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien