Andreas Gottlieb Hoffmann

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Andreas Gottlieb Hoffmann auf einer Daguerreotypie von Carl Schenk um 1858

Andreas Gottlieb Hoffmann (* 13. April 1796 in Welbsleben; † 16. März 1864 in Jena) war ein deutscher protestantischer Theologe und Orientalist.

Leben[Bearbeiten]

Noch als Schüler nahm Andreas Gottlieb Hoffmann als freiwilliger Jäger an den Befreiungskriegen von 1813 teil und zog mit einem preußischen Regiment bis Namur. Das Erlebnis patriotischer Begeisterung prägte seine liberale und nationale Lebenseinstellung.

Nach dem Feldzug studierte er Theologie in Halle. Dort schloss er sich 1817 dem Corps Teutonia an.[1] Er wohnte bei Gesenius und lernte von ihm Syrisch und Hebräisch. Als Prediger und Schüler von Knapp, Niemeyer und Wegscheider stand er für den Halleschen Rationalismus und genoss schon als Student hohes Ansehen.

Hoffmann promovierte 1820 zum Dr. phil.. Nach der Habilitation las er in Halle als Privatdozent orientalische Sprachen. 1823 lehnte er einen Ruf an die Albertus-Universität Königsberg ab und wurde Extraordinarius der Theologie an der Universität Jena. Die Einbindung in die Philosophische Fakultät hatte er abgelehnt. Seit 1825 ordentlicher Honorarprofessor und Beisitzer der dortigen Theologischen Fakultät, wurde er 1826 zum o. Professor berufen. Als Angehöriger des Senats bekleidete er zwischen 1827 und 1863 insgesamt 24 mal das Dekanat der Theologischen Fakultät und war zwischen 1828 und 1861 insgesamt fünf Semester lang Prorektor der Universität Jena. Seit 1859 lungenkrank, starb er am 16. März 1864 in Jena.

Hoffmann beherrschte 23 Sprachen und galt als „hervorragendes Sprachtalent; seine Hauptstärken waren Hebräisch und Syrisch.“[2]

Seine erstrangige Privatbibliothek vermachte er der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek.

Ehrungen[Bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten]

  • Grammatica Syriaca, 3 Bände, 1837 (Hoffmanns Hauptwerk, mehrere Auflagen und Übersetzungen)
  • Commentarius philologico-criticus in Mosis benedictionem (Halle)
  • Die Apokalyptiker der ältern Zeit unter Juden und Christen in vollständiger Übersetzung etc., 2 Bände (Bd. 1, Jena 1833–1838), darin das Buch Henoch
  • 2., neubearbeitete Auflage von Gesenius´ Handwörterbuch, 1838
  • Allgemeines Volks-Bibellexikon (mit Gustav Moritz Redslob)

Hoffmann redigierte zudem die 2. Sektion der Allgemeinen Encyclopädie der Wissenschaften und Künste von Ersch und Gruber, anfangs gemeinschaftlich mit Hassel, vom 8. Band an allein.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kösener Korps-Listen 1910, 108, 102
  2. Volker Wahl: Das Fotoalbum der akademischen Senatsmitglieder von 1858. Friedrich-Schiller-Universität, Jena 1983, S. 48.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]